Gewalt an Schulen: Prävention geht – aber nicht schnell
Der Amoklauf von Winnenden hinterlässt uns hilflos. Psychologen glauben trotzdem daran, dass man Gewalt verhindern kann. Dazu muss sich aber die Schule verändern
Schulmassaker sind fast noch erschütternder als terroristische Angriffe. Denn es werden vor allem Kinder und Jugendliche getötet, noch dazu an einem Ort, der ihr Leben bereichern soll. Deshalb ist der Impuls verständlich, die Ursache schnell ausmachen und beseitigen zu wollen. Politiker fordern, Waffenbesitzer zu kontrollieren und Computerspiele zu verbieten .
Es würde einer modernen Gesellschaft sicher gut stehen, wenn Gewalt kein Hobby mehr wäre. Aber leider greifen solche schnellen Maßnahmen im Fall von Schulmassakern nicht. Wenn jemand seine Ballerspiele nicht mehr startet, um zu spielen, sondern um mit ihnen das Töten zu üben, dann ist es vielleicht schon zu spät. Es ist schon viel in diesem Menschen kaputtgegangen. Prävention muss vorher beginnen.
Zunächst müssen wir uns wohl zu einem guten Teil unsere Hilflosigkeit eingestehen. Man kann nicht in die Köpfe von Jugendlichen schauen. Wir können keine Checkliste mit Merkmalen abhaken, um die potenziellen Täter sicher zu erkennen. Es gibt auch nicht ein für alle geltendes eindeutiges Motiv. Wie es letztendlich zu einem solchen Entschluss kommt, bleibt unverständlich. Einige Experten wie Joachim Kersten glauben deshalb, Prävention sei nicht möglich .
Doch andere Forscher bestreiten das. Jens Hoffmann etwa vom Institut Psychologie & Sicherheit hat ein Frühwarnsystem entwickelt, das noch in der Testphase ist. 31 Faktoren werden geprüft. Danach könne man erkennen, ob ein Jugendlicher eventuell gefährdet sei. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung sagt er "Ich kenne mindestens zwei Jugendliche, die auf dem Weg zu einem Amoklauf waren und dadurch abgefangen worden sind."
Und auch Herbert Scheithauer, Entwicklungspsychologe an der FU Berlin forscht zum Thema und hat in seinem Projekt erlebt, dass durch Prävention Gewalt verhindert werden konnte. Beispielsweise hat ein Jugendlicher geplant, mit einer Axt in die Schule zu laufen und auf seine Lehrerin einzuschlagen. Das ist rechtzeitig erkannt worden. Wahrscheinlich erfährt man jedoch von den Erfolgen meistens nichts. "Die positiven Effekte kann man schlechter messen", sagt Scheithauer.
Zur Prävention von Gewalt muss man allerdings den Blick weiten. Man darf nicht nur die potenziellen Amokläufer betrachten, sondern alle Kinder, die kaum Anerkennung bekommen, die sich nirgends zugehörig fühlen, die gemobbt werden, die sich ausgeliefert fühlen. Das kann schon zum spezifischen Muster eines potenziellen Amokläufers gehören.





Vielen Dank für diesen Artikel. Endlich mal Ein Beitrag in den deutschen Medien, der nicht Polarisiert und keine schnellen Pseudolösungen anbietet. Sondern sich wirklich mit dem Thema auseinandersetzt.
Wer die Vergangenheit nicht kennt, findet nicht den Weg in die Zukunft.
Warum fragt niemand nach den Lebenserfahrungen und -erkenntnissen aus der Vergangenheit?
Es hat früher keine vergleichbaren Verhaltensweisen gegeben - zumindest nicht in diesem Ausmaß; diese Tatsache ist uns Älteren allen bewußt, deshalb sind wir auch so betroffen. Vielleicht wird die jüngere Generation in der Zukunft häufiger mit Amokläufen konfrontiert und sich daran gewöhnen wie an Autounfälle.
Die Entwicklung von Menschen, vor allem von Kindern, wurde in der Vergangenheit bereits sehr gut beobachtet und untersucht; nur verbreitet werden sollten diese Erkenntnisse seit den 70er Jahren nicht mehr. Man muß sich schon sehr intensiv mit der Frage nach einer menschenwürdigen Erziehung beschäftigen, um an die vorhandenen Informationen zu gelangen - dann stößt man auch auf Persönlichkeiten, die sich nicht nur intellektuell mit den Kindern beschäftigt haben, sondern auch zeigten wie man Kindern helfen kann.
Stellvertretend seien genannt Christa Meves, Theodor Hellbrügge, Jirina Prekop, Jean Liedloff.
Beruflich arbeite ich in einer EDV-Abteilung (für die Jüngeren IT). Wenn wir eine Systemänderung vornehmen und wir stellen negative Effekte fest, die nicht gewollt sind. Na - was machen wir dann? (Weiter wie bisher, denn einen Fehler will ja keiner zugeben!)
Noch einmal zum Schluß: so bald man wieder die schon lange vorhandenen Erkenntnisse aus der Vergangenheit berücksichtigt, werden unsere Kinder genauso friedlich wie es die meisten Menschen geworden sind, die in den 60er und 70er Jahren aufgewachsen sind.
Prävention ist nicht eine technische Sache, wie Aufrüstung der Schulen mit Psychologen und Sicherheitskräften oder eine erneute Schulreform, sondern eine emotionale - welche Bedingungen brauchen Kinder damit sie innerlich gefestigt den Stürmen des Lebens gewachsen sind?
Wer die Vergangenheit nicht kennt, findet nicht den Weg in die Zukunft.
Warum fragt niemand nach den Lebenserfahrungen und -erkenntnissen aus der Vergangenheit?
Es hat früher keine vergleichbaren Verhaltensweisen gegeben - zumindest nicht in diesem Ausmaß; diese Tatsache ist uns Älteren allen bewußt, deshalb sind wir auch so betroffen. Vielleicht wird die jüngere Generation in der Zukunft häufiger mit Amokläufen konfrontiert und sich daran gewöhnen wie an Autounfälle.
Die Entwicklung von Menschen, vor allem von Kindern, wurde in der Vergangenheit bereits sehr gut beobachtet und untersucht; nur verbreitet werden sollten diese Erkenntnisse seit den 70er Jahren nicht mehr. Man muß sich schon sehr intensiv mit der Frage nach einer menschenwürdigen Erziehung beschäftigen, um an die vorhandenen Informationen zu gelangen - dann stößt man auch auf Persönlichkeiten, die sich nicht nur intellektuell mit den Kindern beschäftigt haben, sondern auch zeigten wie man Kindern helfen kann.
Stellvertretend seien genannt Christa Meves, Theodor Hellbrügge, Jirina Prekop, Jean Liedloff.
Beruflich arbeite ich in einer EDV-Abteilung (für die Jüngeren IT). Wenn wir eine Systemänderung vornehmen und wir stellen negative Effekte fest, die nicht gewollt sind. Na - was machen wir dann? (Weiter wie bisher, denn einen Fehler will ja keiner zugeben!)
Noch einmal zum Schluß: so bald man wieder die schon lange vorhandenen Erkenntnisse aus der Vergangenheit berücksichtigt, werden unsere Kinder genauso friedlich wie es die meisten Menschen geworden sind, die in den 60er und 70er Jahren aufgewachsen sind.
Prävention ist nicht eine technische Sache, wie Aufrüstung der Schulen mit Psychologen und Sicherheitskräften oder eine erneute Schulreform, sondern eine emotionale - welche Bedingungen brauchen Kinder damit sie innerlich gefestigt den Stürmen des Lebens gewachsen sind?
Eigentlich ein Gemeinplatz. Ich kann mich Ihrer Begeisterung nicht ganz anschließen. Denn es fehlt eine gründliche Betrachtung über die Frage: Wie kommen denn Streß und Angst in die Schule? Mir fallen da zum beispiel die großartigen "Reformen" der letzten Jahre ein: Gy8, Zentralabitur, beides übrigens weitestgehend ohne vorherige Anpassung des Curriculums, ständiger Vergößerung der Klassenfrequenzen, weitgehender Abbau aller intgerierten Schulformen im Sekundarbereich 1, sprich: Verschärfung der Aussonderung...
Da soll wohl an den Schulen Streß entstehen.
Ein Blick auf die reale Situation an den Schulen hätte dem Artikel gut getan.
Am nächsten kommt der Verfasser dieser Frage noch mit dem Konstrukt von einem in einem Deutschaufsatz gewaltphantasierenden Schüler. Soll nun der betreffende Lehrer, der das liest, gleich den schulpsychologischen Dienst einschalten? Soll er die Checkliste mit den (anscheinend noch gar nicht statistisch validierten) 31 von Scheithauer entwickelten Kriterien anfordern und testweise mal eben selbst seinen Schüler einem psychologischen Persönlichkeitscheck unterziehen?
Das geht doch ins Blaue - wie auch der Artikel im großen Ganzen!
Wie gesagt: Ich finde nur einen Gemeinplatz darin.
Ihrer Begeisterung kann ich mich nicht anschließen.
Der Stress hat sich durch die vergangenen Reformen erhöht. Niemand bezweifelt das. Aber Schule als Tatort psychischer und physischer Gewalt von Schülern gegen Schüler - das ist nicht reformbedingt, das hat schon immer Probleme bereitet, und die Probleme haben inzwischen ein neues Ventil gefunden: das Töten anderer. Früher begingen Schüler gerne mal Selbstmord - heute nehmen sie ihre Peiniger (oder die sie dafür halten) mit in den Tod. Ein Zyniker könnte das sogar einen Fortschritt nennen...
Ich teile Ihre Meinung nicht, auch wen die strukturellen Defizite den Lerndruck erhöht haben, trifft dieser Lerndruck immer noch auf sich entwickelnde Persönlichkeiten, die der Schlüssel dazu sind.
Ich habe 3 Kinder an 3 verschiedenen Schulen. Das bedeutet heute Stress pur, und zwar deshalb, weil es viele Kinder gibt, die sozial verwahrlost sind, einfache Fähigkeiten zum sozialen Arrangement nicht von Haus aus mitbringen. Dafür aber eine kräftige Portion Ego. Einige von diesen haben gelernt, schon im Grundschulalter, dass man sich auf Kosten Dritter leicht durchsetzen kann, weil manche Lehrer auf ein süßes Lächeln, oder andere Schauspielkunst schnell hereinfallen. Lehrer nur allzu leicht ihren positiven wie negativen Vorurteilen zum Opfer fallen.
Einer meiner Söhne hat es schon aufgegeben, sich gegen gewisse Übergriffe zu wehren, weil er gegen abgesprochene Zeugenaussagen der Freunde der "Täter" keine Chance hat, recht zu bekommen.
Er weis, das es trotzdem wichtig ist sich durchzusetzen und er weis, das er es am Ende schaffen wird.
Aber manches ließe sich vermutlich nur noch mit Gegengewalt und inoffiziell bereinigen, da es keinerlei offene Handhabe gibt, keine gesellschaftliche Ächtung von Eltern, die ihre Kinder völlig wertfrei außer dem Paradigma der eigenen Durchsetzung erziehen.
Das das Schulsystem Kinder aussortiert halte ich prinzipiell für falsch, allerdings solange es pauschal unfein ist, Eltern zu ächten, wird man kaum eine andere Möglichkeit haben. Das dabei Fehler gemacht werden, ist sicher tragisch, aber solange wir den Stress dieser Auseinandersetzung verweigern, immer nur die "Benachteiligten" sehen, kann sich nichts ändern.
Ähnliches gilt auch für Nichteltern und Bekleider öffentlicher Ämter, solange manche dieser Vertreter trotz Veruntreuung, trotz Unfähigkeit, trotz Selbstbedienung trotz offensichtlichem Egoismus (manche Umweltinitiative, manche Beschwerde oder Anzeige) nicht gerügt werden oder von Ihren Parteien aufgestellt werden oder politisch geschützt werden, solange ist es unwahrscheinlich, da sich was ändert.
Berthold Grabe
Der Stress hat sich durch die vergangenen Reformen erhöht. Niemand bezweifelt das. Aber Schule als Tatort psychischer und physischer Gewalt von Schülern gegen Schüler - das ist nicht reformbedingt, das hat schon immer Probleme bereitet, und die Probleme haben inzwischen ein neues Ventil gefunden: das Töten anderer. Früher begingen Schüler gerne mal Selbstmord - heute nehmen sie ihre Peiniger (oder die sie dafür halten) mit in den Tod. Ein Zyniker könnte das sogar einen Fortschritt nennen...
Ich teile Ihre Meinung nicht, auch wen die strukturellen Defizite den Lerndruck erhöht haben, trifft dieser Lerndruck immer noch auf sich entwickelnde Persönlichkeiten, die der Schlüssel dazu sind.
Ich habe 3 Kinder an 3 verschiedenen Schulen. Das bedeutet heute Stress pur, und zwar deshalb, weil es viele Kinder gibt, die sozial verwahrlost sind, einfache Fähigkeiten zum sozialen Arrangement nicht von Haus aus mitbringen. Dafür aber eine kräftige Portion Ego. Einige von diesen haben gelernt, schon im Grundschulalter, dass man sich auf Kosten Dritter leicht durchsetzen kann, weil manche Lehrer auf ein süßes Lächeln, oder andere Schauspielkunst schnell hereinfallen. Lehrer nur allzu leicht ihren positiven wie negativen Vorurteilen zum Opfer fallen.
Einer meiner Söhne hat es schon aufgegeben, sich gegen gewisse Übergriffe zu wehren, weil er gegen abgesprochene Zeugenaussagen der Freunde der "Täter" keine Chance hat, recht zu bekommen.
Er weis, das es trotzdem wichtig ist sich durchzusetzen und er weis, das er es am Ende schaffen wird.
Aber manches ließe sich vermutlich nur noch mit Gegengewalt und inoffiziell bereinigen, da es keinerlei offene Handhabe gibt, keine gesellschaftliche Ächtung von Eltern, die ihre Kinder völlig wertfrei außer dem Paradigma der eigenen Durchsetzung erziehen.
Das das Schulsystem Kinder aussortiert halte ich prinzipiell für falsch, allerdings solange es pauschal unfein ist, Eltern zu ächten, wird man kaum eine andere Möglichkeit haben. Das dabei Fehler gemacht werden, ist sicher tragisch, aber solange wir den Stress dieser Auseinandersetzung verweigern, immer nur die "Benachteiligten" sehen, kann sich nichts ändern.
Ähnliches gilt auch für Nichteltern und Bekleider öffentlicher Ämter, solange manche dieser Vertreter trotz Veruntreuung, trotz Unfähigkeit, trotz Selbstbedienung trotz offensichtlichem Egoismus (manche Umweltinitiative, manche Beschwerde oder Anzeige) nicht gerügt werden oder von Ihren Parteien aufgestellt werden oder politisch geschützt werden, solange ist es unwahrscheinlich, da sich was ändert.
Berthold Grabe
Ich schließe mich meinem Vorredner an.
So wünsche ich mir Beiträge über so wichtige Themen, sachlich, kompetent und vor allem unemotional. Dahinter ist keinerlei Lobbyarbeit von Waffen- oder Videospiel-Industrie oder von Schützenvereinen zu erkennen. Es geht einfach um die Betroffenen, die Jugendlichen, und damit um die Menschen, die die Zukunft unserer Gesellschaft sind.
Es sind keine Schnellschüsse, sondern sie treffen die Kernthemen, die nur mittel- bis langfristig zu Ergebnissen führen werden. Ich habe die Befürchtung, dass sich die Verantwortlichen nicht zu so weitreichenden und kostenintensiven Maßnahemen durchringen werden, wie in so vielen Bereichen unserer kranken Gesellschaft.
Ich bin immer wieder bestürzt, wie vehement diese Ego-Shooter-Spiele immmer noch von manchen verteidigt werden. Ich gebe ihnen recht, dass sie alleine noch lange keinen Amokläufer aus einem Jugendlichen machen. Aber kann mir mal irgendjemand sagen, was uns wirklich fehlen würde, wenn es sie nicht gäbe. Kann mir irgendjemand einen Sinn oder irgendeinen Vorteil dieser Ballerspiele nennen. Wem ausser den finanziell davon profitierenden nützen diese gewaltverherrlichenden Spiele?
Geld regiert unser ganzes Leben. Das macht mich so traurig.
In Liebe
Valentin
... ich wollte mich auf Kommentar Nr. 1 beziehen, nicht auf Nr. 2.
Der Stress hat sich durch die vergangenen Reformen erhöht. Niemand bezweifelt das. Aber Schule als Tatort psychischer und physischer Gewalt von Schülern gegen Schüler - das ist nicht reformbedingt, das hat schon immer Probleme bereitet, und die Probleme haben inzwischen ein neues Ventil gefunden: das Töten anderer. Früher begingen Schüler gerne mal Selbstmord - heute nehmen sie ihre Peiniger (oder die sie dafür halten) mit in den Tod. Ein Zyniker könnte das sogar einen Fortschritt nennen...
Ich teile Ihre Meinung nicht, auch wen die strukturellen Defizite den Lerndruck erhöht haben, trifft dieser Lerndruck immer noch auf sich entwickelnde Persönlichkeiten, die der Schlüssel dazu sind.
Ich habe 3 Kinder an 3 verschiedenen Schulen. Das bedeutet heute Stress pur, und zwar deshalb, weil es viele Kinder gibt, die sozial verwahrlost sind, einfache Fähigkeiten zum sozialen Arrangement nicht von Haus aus mitbringen. Dafür aber eine kräftige Portion Ego. Einige von diesen haben gelernt, schon im Grundschulalter, dass man sich auf Kosten Dritter leicht durchsetzen kann, weil manche Lehrer auf ein süßes Lächeln, oder andere Schauspielkunst schnell hereinfallen. Lehrer nur allzu leicht ihren positiven wie negativen Vorurteilen zum Opfer fallen.
Einer meiner Söhne hat es schon aufgegeben, sich gegen gewisse Übergriffe zu wehren, weil er gegen abgesprochene Zeugenaussagen der Freunde der "Täter" keine Chance hat, recht zu bekommen.
Er weis, das es trotzdem wichtig ist sich durchzusetzen und er weis, das er es am Ende schaffen wird.
Aber manches ließe sich vermutlich nur noch mit Gegengewalt und inoffiziell bereinigen, da es keinerlei offene Handhabe gibt, keine gesellschaftliche Ächtung von Eltern, die ihre Kinder völlig wertfrei außer dem Paradigma der eigenen Durchsetzung erziehen.
Das das Schulsystem Kinder aussortiert halte ich prinzipiell für falsch, allerdings solange es pauschal unfein ist, Eltern zu ächten, wird man kaum eine andere Möglichkeit haben. Das dabei Fehler gemacht werden, ist sicher tragisch, aber solange wir den Stress dieser Auseinandersetzung verweigern, immer nur die "Benachteiligten" sehen, kann sich nichts ändern.
Ähnliches gilt auch für Nichteltern und Bekleider öffentlicher Ämter, solange manche dieser Vertreter trotz Veruntreuung, trotz Unfähigkeit, trotz Selbstbedienung trotz offensichtlichem Egoismus (manche Umweltinitiative, manche Beschwerde oder Anzeige) nicht gerügt werden oder von Ihren Parteien aufgestellt werden oder politisch geschützt werden, solange ist es unwahrscheinlich, da sich was ändert.
Berthold Grabe
danke, daß Sie die ansprechen, habe ich oben meines Wissens doch noch gar nichts gesagt?
Sie haben vollkommen Recht damit. Nur sehe ich gar nicht, wo Sie meine Meinung nicht teilen. Ich jedenfalls teile Ihre. Das Mobbing, früher nannte man es Intrige, Schiller sagte Kabale dazu, sowie Unterschleif und Heimtücke, wie Sie diese Phänomene beschreiben, scheint ein Bestandteil nicht nur der Schule sondern unseres Lebens zu sein. Richtig, die gab es immer, aber sie sind entweder schlimmer geworden - oder unsere Wahrnehmung dafür ist inszwischen schärfer geworden. Auch in den anderen Kommentaren klingt das an. Aber wo kommt es her? Woher in der Gesellschaft kommen Streß und Angst, die im Mobbing oder gar im Amok eine Lösung suchen?
Wer läuft da eigentlich Amok - und gegen wen oder was?
Das Gleiche gilt von Isaidy, Kommentar Nr. 7. Auch Ihre Meinung teile ich. Danke für den Kommentar.
danke, daß Sie die ansprechen, habe ich oben meines Wissens doch noch gar nichts gesagt?
Sie haben vollkommen Recht damit. Nur sehe ich gar nicht, wo Sie meine Meinung nicht teilen. Ich jedenfalls teile Ihre. Das Mobbing, früher nannte man es Intrige, Schiller sagte Kabale dazu, sowie Unterschleif und Heimtücke, wie Sie diese Phänomene beschreiben, scheint ein Bestandteil nicht nur der Schule sondern unseres Lebens zu sein. Richtig, die gab es immer, aber sie sind entweder schlimmer geworden - oder unsere Wahrnehmung dafür ist inszwischen schärfer geworden. Auch in den anderen Kommentaren klingt das an. Aber wo kommt es her? Woher in der Gesellschaft kommen Streß und Angst, die im Mobbing oder gar im Amok eine Lösung suchen?
Wer läuft da eigentlich Amok - und gegen wen oder was?
Das Gleiche gilt von Isaidy, Kommentar Nr. 7. Auch Ihre Meinung teile ich. Danke für den Kommentar.
trifft der Artikel das Problem mit dem in Deutschland herrschenden Leistungsprinzip an den Schulen schon recht gut. Unsere Schulen sind dank konservativer Politik immer noch darauf ausgelegt auszusortieren, sie passen sich im Großen und Ganzen nicht den Schülern und deren Individualitäten an, sondern erwarten von den Schülern eine Angepasstheit ans Schulsystem. Frei nach dem Motto: "Friss, Vogel oder stirb" wobei das Sterben dann das Scheitern darstellt. Kinder, die von ihren Eltern unter Druck gesetzt werden, wegen ihrer schulischen Laufbahn, von dort also kaum Anerkennung zu erwarten haben, wenn sie den Anforderungen nicht entsprechen, erleben das Schablonenschema des dreigliedrigen Schulsystems oft als Desaster. Unsere gnadenlose Leistungsgesellschaft, in der nur noch gilt, wer was ist und kann (oder zumindest etwas darstellt), drängt viele Kinder schon im vorpubertären Alter an den Rand, sortiert sie aus. Diese Kinder suchen sich dann andere Ideale, andere Möglichkeiten der Selbstbehauptung und Anerkennung, sei es der rechte Sumpf oder eben ihr Avatar im Internet. Unsere Wirtschaft brüllt nach Fachkräften, die Politik hat nichts besseres zu tun, als völlig konzeptlos die G8 anzuführen, um junge Leute auf den Markt zu spülen. 12jährige werden 40 Stunden-Wochen ausgesetzt mit dem Druck der Eltern im Nacken, dass sie nur was wert sind, wenn sie das Abi am Gymnasium schaffen. Wir sollten uns wirklich einmal fragen, was wir unseren Kindern zum Teil antun. Lernen basiert in aller erster Linie auf Lust und Herausforderung, ganz bestimmt nicht auf Druck, Stress und Herabsetzung. Was der Artikel anspricht, ist nicht von der Hand zu weisen. Unser Schulsystem muss auf die Schüler zugehen, sich um ihre Begabungen kümmern, sie ernst nehmen und nicht von ihnen erwarten, dass sie durch Schablone G passen oder eben fallengelassen werden.
"Lernen basiert in aller erster Linie auf Lust und Herausforderung, ganz bestimmt nicht auf Druck, Stress und Herabsetzung."
Wäre das allgemein wahr, hätte ich heute weder ein Abitur noch ein abgeschlossenes Medizinstudium. Jede Lust und Herausforderung wird bei mir trotz generellen Interesses leider sofort durch Faulheit im Keim erstickt, es sei denn, der Druck und der Stress werden groß genug, damit ich mich auf den Hintern setze.
Ich möchte gar nicht pauschalisieren, aber in Ihrem Schulsystem wäre ich der Verlierer und heute kein Arzt, sondern höchstwahrscheinlich abschlussloser Hartz-4-Empfänger.
"Lernen basiert in aller erster Linie auf Lust und Herausforderung, ganz bestimmt nicht auf Druck, Stress und Herabsetzung."
Wäre das allgemein wahr, hätte ich heute weder ein Abitur noch ein abgeschlossenes Medizinstudium. Jede Lust und Herausforderung wird bei mir trotz generellen Interesses leider sofort durch Faulheit im Keim erstickt, es sei denn, der Druck und der Stress werden groß genug, damit ich mich auf den Hintern setze.
Ich möchte gar nicht pauschalisieren, aber in Ihrem Schulsystem wäre ich der Verlierer und heute kein Arzt, sondern höchstwahrscheinlich abschlussloser Hartz-4-Empfänger.
...und das ist auch der Grund für Amokläufe an Schulen.
Ich kann dieses "pseudopsychologisches Gelaber" über Killerspiele und sonstige Ursachen nicht mehr hören. Da werden "Experten" reihenweise aus dem Hut gezaubert und schon wird alles ganz schnell gelöst.
SCHULEN sind (größtenteils) ORTE des Leistungsdrucks, des Mobbings, des Stressaufbaus, der psychischen GEWALT.
Das müssen wir ändern!
Wenn allerdings Politiker einem Bundeslans voranstehen, die Schule als den "ORT der Nächstenliebe" propagieren, kann es mit der "Bildung" in diesem Land nicht weit gekommen sein.
Schule muss sich verändern, wie sich auch eine Gesellschaft veändert. Wir sehen zur Zeit leider nur einen Flickenteppich, der ein uraltes Schulsystem überdeckt.
Wir brauchen:
- Verantwortungsrückgabe an die Menschen, Schule muss freiwillig werden:
Wer sich bilden will, darf dies, er wird von Bildungsunwilligen nicht mehr gestört. (Wer arbeitslos werden will, darf dies werden.)
- Lernbausteine, die sich die Schüler individuell aneigenen können, die Lehrer haben primär die Aufgabe den Schülern zu zeigen, dass sie ihnen helfen, das "eigene Leben" zu gestalten. (z.B. Mathematik: Es gibt unterschiedlich schwierige Bausteine - die schwierigsten eignen sich zum Mathematikstudium. Ein Schüler darf die Prüfung ablegen, wenn er das Wissen aus seiner Sicht erreicht hat.
- Das heißt auch: Weg vom strukturiertem Gleichmachen der Schüler, sondern hin zu individuellem Lerne, angepasst auf die speziellen Bedürfnisse.
Allerdings bedeutet das auch: Die Schüler werden sich wieder bilden und nicht so einfach vermarkten lassen, sie werden erkennen, wie schwachsinnig das Komasaufen ist, wie man sich nicht vom Kommunikationsunternehmen abzocken lassen muss, warum "fette Autos auf Pump" nur was für proleten ist, etc.
Herzliche Grüße
SCHULEN sind (größtenteils) ORTE des Leistungsdrucks, des Mobbings, des Stressaufbaus, der psychischen GEWALT.
So in etwa habe auch ich meine Schulzeit erfahren.
Obwohl das Schulsystem in Italien weitaus weniger zwanghaft ist, und Schülern mehr Möglichkeiten bietet höhere Bildung zu erlangen als im 2 Klassen Schulsystem in Österreich etwa, das weiterhin die soziale Kluft zwischen gut betuchten und Arbeiterkindern am Leben erhält.
Erst in meiner Studienzeit habe ich von deutschen Mitstudenten erfahren wie restriktiv und kontraproduktiv das deutsche Schulsystem ist. Um ehrlich zu sein war ich schockiert. Die Zustände an manchen Gymnasien hörten sich schrecklich an. Natürlich wird kaum ein Schüler nur gutes über seine Schule sagen. Was eigentlich schade ist.
Schule war für mich lange zeit ein Ort des Grauens, der psychischen und körperlichen Gewalt gegen mich. Vor allem da ich mir keinen Ausweg aus dieser Situation wusste.
Schüler brauchen mehr Perspektiven auf Alternativen. Gewalt an Schulen entsteht meiner Erfahrung nach aus Langeweile, Auswegslosigkeit, Stress und als Reaktion auf Mobbing. Die Projektion sozialer Vorurteile in den Schulalltag kommt erschwerend hinzu.
Lernbausteine, die sich die Schüler individuell aneigenen können, die Lehrer haben primär die Aufgabe den Schülern zu zeigen, dass sie ihnen helfen, das "eigene Leben" zu gestalten. (z.B. Mathematik: Es gibt unterschiedlich schwierige Bausteine - die schwierigsten eignen sich zum Mathematikstudium. Ein Schüler darf die Prüfung ablegen, wenn er das Wissen aus seiner Sicht erreicht hat.
100% richtig! Fielfältigkeit der Welt entstäht nicht nür aus "mathe-inglisch-deutsch"!!!
SCHULEN sind (größtenteils) ORTE des Leistungsdrucks, des Mobbings, des Stressaufbaus, der psychischen GEWALT.
So in etwa habe auch ich meine Schulzeit erfahren.
Obwohl das Schulsystem in Italien weitaus weniger zwanghaft ist, und Schülern mehr Möglichkeiten bietet höhere Bildung zu erlangen als im 2 Klassen Schulsystem in Österreich etwa, das weiterhin die soziale Kluft zwischen gut betuchten und Arbeiterkindern am Leben erhält.
Erst in meiner Studienzeit habe ich von deutschen Mitstudenten erfahren wie restriktiv und kontraproduktiv das deutsche Schulsystem ist. Um ehrlich zu sein war ich schockiert. Die Zustände an manchen Gymnasien hörten sich schrecklich an. Natürlich wird kaum ein Schüler nur gutes über seine Schule sagen. Was eigentlich schade ist.
Schule war für mich lange zeit ein Ort des Grauens, der psychischen und körperlichen Gewalt gegen mich. Vor allem da ich mir keinen Ausweg aus dieser Situation wusste.
Schüler brauchen mehr Perspektiven auf Alternativen. Gewalt an Schulen entsteht meiner Erfahrung nach aus Langeweile, Auswegslosigkeit, Stress und als Reaktion auf Mobbing. Die Projektion sozialer Vorurteile in den Schulalltag kommt erschwerend hinzu.
Lernbausteine, die sich die Schüler individuell aneigenen können, die Lehrer haben primär die Aufgabe den Schülern zu zeigen, dass sie ihnen helfen, das "eigene Leben" zu gestalten. (z.B. Mathematik: Es gibt unterschiedlich schwierige Bausteine - die schwierigsten eignen sich zum Mathematikstudium. Ein Schüler darf die Prüfung ablegen, wenn er das Wissen aus seiner Sicht erreicht hat.
100% richtig! Fielfältigkeit der Welt entstäht nicht nür aus "mathe-inglisch-deutsch"!!!
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