Angst vor dem Blackout Was wäre, wenn das Internet ausfiele?

Gesperrte Flughäfen, Verkehrschaos und Hamsterkäufe. Der Magazin-Autor Jens Uehlecke hat für ZEIT Wissen bereits ein Szenario entworfen

Ein Tag ohne Internet – wie könnte er aussehen?

Ein Tag ohne Internet – wie könnte er aussehen?

Es begann an der Kreuzung 27th Street/Fifth Avenue mitten in New York. Am 23. März 2016, um kurz nach zwei Uhr morgens, knallte es gewaltig. Der Taxifahrer Juan Rodriguez war mit seinem Wasserstoff-Ford in einen Kleinlaster gerast – die Ampel war ausgefallen. Rodriguez erlitt schwere Verbrennungen. Noch wusste niemand, dass er nur das erste Opfer einer unheilvollen Kettenreaktion war, die soeben begonnen hatte.

Eine Viertelstunde später blinkte auf dem Bildschirm von Paul Kluus in Berlin eine Warnmeldung, die er nur zu gut kannte: »Infrastruktur-Ausfall, Level rot«. Der Text hatte wieder und wieder auf seinem Monitor gestanden, allerdings nur im Training. Jetzt war der Ernstfall eingetreten. Mit »Infrastruktur« war das Internet gemeint; mit »Level rot«, dass es wirklich ernst um das Netz stand. Kluus arbeitete als Techniker im Cyber-Krisenreaktionsstab von Innenministerium, BKA und Katastrophenschutz. Ministerin Küast hatte das Gremium 2011 gegründet, nachdem Hacker im Auftrag der chinesischen Regierung ins Computernetz des Pentagons eingedrungen waren und Millionen geheimer Dateien gelöscht hatten – als Vergeltung für die Stationierung von US-Raketen in Taiwan.

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Nie zuvor war deutlicher gewesen: Schlecht geschützte Computernetze waren die offene Flanke der industrialisierten Welt. Newsweek titelte: »Der dritte Weltkrieg wird mit Mäusen ausgefochten.« Was sich nun an diesem Märzmorgen abspielte, war allerdings eine Nummer größer als der Pentagon-Angriff: Internet-Nutzer auf der ganzen Welt sahen auf ihren Monitoren statt der Seiten von Google, Googlebay oder dem GoogleTunes Store nur noch den Hinweis: »Fehler: Server nicht gefunden«. Zuerst waren nur wenige Webadressen unerreichbar, dann wurden es stündlich mehr. Es war, als ob jemand das Internet Leitung für Leitung kappen würde.

Nach dem Vorfall in New York häuften sich weltweit die Pannen in jenen Computersystemen, die auf das Internet angewiesen waren. An den Schaltern des Trudeau-Flughafens in Montreal war plötzlich kein Check-in mehr möglich, weil das Reservierungssystem keine freien Plätze in den Fliegern fand. In Vietnam und Korea waren die Handyleitungen tot, in Frankreich gingen die Schranken an den Mautstationen nicht mehr hoch.

Leser-Kommentare
  1. An sich ein sehr interessantes Thema. Aber mit jeder Zeile wurde das Szenario in meinem Augen utopischer und wirkte lächerlich.
    Sowas sollte man bedachter Verarbeiten um nicht in den Ulk abzudriften!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Schliesse mich dem an. Schade, interessantes Thema durch mangelndes Know-How vergeben. Klingt eher als haette jemand versucht sich fuer ein Drehbuchexpose fuer eine RTL Eigenproduktion empfehlen wollen. Inkl. blinkender "Level rot" Meldungen und dem einsamen Helden.

    Die "13 Root-Nameserver" (das klingt aber auch schon so schoen grueslig, beinahe biblisch) sind schon heute ein Anachronismus, die Server arbeiten zunehmend verteilt, dadurch gibt (heute schon) um die 200 dieser Root Nameserver (suchbares Stichwort: "anycast")

    Wenn wir 2016 immernoch mit "vierteiligen Nummernfolgen" arbeiten muessen haben wir ganz andere Probleme (suchbares Stichwort: "IPV6")

    Das man 2 Tage braucht um einen Angriff auf die Root-Nameserver festzustellen ist natuerlich Mumpitz, dass man erst nach 2 Tagen mal in Berlin anruft weniger, letzteres wollte der Autor vielleicht betonen...

    Und so wirds, die der Vorredner schon sagte, zunehmend bloeder.

    Weder lustig, noch realistisch, noch spannend - aber ganz toller, klicktauglicher Titel.

    Die Internet=Porno Gleichung ist genauso bemueht wie langweilig. The internet is for porn haben andere schon lustiger in Szene gesetzt

    Schliesse mich dem an. Schade, interessantes Thema durch mangelndes Know-How vergeben. Klingt eher als haette jemand versucht sich fuer ein Drehbuchexpose fuer eine RTL Eigenproduktion empfehlen wollen. Inkl. blinkender "Level rot" Meldungen und dem einsamen Helden.

    Die "13 Root-Nameserver" (das klingt aber auch schon so schoen grueslig, beinahe biblisch) sind schon heute ein Anachronismus, die Server arbeiten zunehmend verteilt, dadurch gibt (heute schon) um die 200 dieser Root Nameserver (suchbares Stichwort: "anycast")

    Wenn wir 2016 immernoch mit "vierteiligen Nummernfolgen" arbeiten muessen haben wir ganz andere Probleme (suchbares Stichwort: "IPV6")

    Das man 2 Tage braucht um einen Angriff auf die Root-Nameserver festzustellen ist natuerlich Mumpitz, dass man erst nach 2 Tagen mal in Berlin anruft weniger, letzteres wollte der Autor vielleicht betonen...

    Und so wirds, die der Vorredner schon sagte, zunehmend bloeder.

    Weder lustig, noch realistisch, noch spannend - aber ganz toller, klicktauglicher Titel.

    Die Internet=Porno Gleichung ist genauso bemueht wie langweilig. The internet is for porn haben andere schon lustiger in Szene gesetzt

  2. Stimme zu, ein sehr interessantes Thema. Es wird sowohl einmal mehr an Hand guter alltäglicher Beispiele sehr deutlich gezeigt, was das Internet für einen hohen Stellenwert in der heutigen Welt hat als auch was alles am Internet hängt und wie man dadurch angreifbar wird. Dieser Artikel gibt einen guten Denkanstoss über die Zeit in der wir leben.

  3. Schliesse mich dem an. Schade, interessantes Thema durch mangelndes Know-How vergeben. Klingt eher als haette jemand versucht sich fuer ein Drehbuchexpose fuer eine RTL Eigenproduktion empfehlen wollen. Inkl. blinkender "Level rot" Meldungen und dem einsamen Helden.

    Die "13 Root-Nameserver" (das klingt aber auch schon so schoen grueslig, beinahe biblisch) sind schon heute ein Anachronismus, die Server arbeiten zunehmend verteilt, dadurch gibt (heute schon) um die 200 dieser Root Nameserver (suchbares Stichwort: "anycast")

    Wenn wir 2016 immernoch mit "vierteiligen Nummernfolgen" arbeiten muessen haben wir ganz andere Probleme (suchbares Stichwort: "IPV6")

    Das man 2 Tage braucht um einen Angriff auf die Root-Nameserver festzustellen ist natuerlich Mumpitz, dass man erst nach 2 Tagen mal in Berlin anruft weniger, letzteres wollte der Autor vielleicht betonen...

    Und so wirds, die der Vorredner schon sagte, zunehmend bloeder.

    Weder lustig, noch realistisch, noch spannend - aber ganz toller, klicktauglicher Titel.

    Die Internet=Porno Gleichung ist genauso bemueht wie langweilig. The internet is for porn haben andere schon lustiger in Szene gesetzt

    Antwort auf "Kurve bekommen"
  4. Da läuft's mir kalt den Buckel 'runter: Diese UN-Generalsekretärin würde wahrscheinlich auch solch eine Krise stoisch aussitzen...

  5. Ich glaube nicht, dass mit wenigen Mitteln übers Internet ein Chaos veranstaltet werden kann, denn irgendein Spinner hätte es dann sicherlich schon einmal ausprobiert. Der Artikel lässt leider die interessante Frage, inwieweit dies im Bereich des Möglichen ist aus.
    Meines Wissens geht das Internet auf militärische Forschungen zurück, um im Angriffsfall auch nach Ausschaltung einiger zentraler Punkte weiter zu funktionieren. Gilt das nicht heute auch noch?

    • immig
    • 13.03.2009 um 7:38 Uhr
    6. IP TV

    Im Jahre 2016 gibt es DSL 128.000? Dann gibt es nur noch IP-TV: Fernsehen über das Internet. Und ohne Internet kein Fernsehen...

    • gquell
    • 13.03.2009 um 9:10 Uhr

    Ich habe eine schöne Geschichte aus dem Jahre 2005 gefunden:
    http://www.heise.de/tp/r4...

    Das Internet in der jetzigen Form ist im Grunde sehr robust. Aus diesem Grund funktionieren auch Internetsperren nicht wirklich. Aber das ist immer der naive Glaube von einigen Politikern, die im Grunde überhaupt keine Ahnung vom Netz haben.
    Ich schätze übrigens, daß der Autor die Entwicklung unterschätzt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden wir über IPv6-Netze verfügen, daß bedeutet, daß viel mehr IP-Adressen direkt zugeordnet werden können (ingesamt 340.282.366.920.938.463.463.374.607.431.768.211.456), das sollte eigentlich reichen. Und diese Netze sind etwas unempfindlicher gegen die heute üblichen Angriffe, aber es wird wahrscheinliche neue Arten von Attacken geben.

    • iDog
    • 16.03.2009 um 0:11 Uhr

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