Vogelgrippe Das Virus meldet sich zurück
Eine mit H5N1 infizierte Ente ist in Bayern abgeschossen worden. In China entdeckten Forscher eine weitere Variante des Virus, die auch Säugetiere befällt.
Es ist, als hätte etwas gefehlt in der winterlichen Nachrichtenlandschaft: Die Vogelgrippe. Zwar waren einige Meldungen über Verdachtsfälle bei Geflügel zu lesen – doch die befürchtete Epidemie in Europas Nutzgeflügel-Beständen blieb aus.
Jetzt wurde bei der Jagd am Starnberger See in Bayern eine Ente geschossen, die mit der hoch ansteckenden Variante des Geflügelpest-Virus H5N1 infiziert war. Entdeckt wurde der Erreger bei einer Routine-Kontrolle. Inzwischen hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems den Fall bestätigt. Eine große Überraschung ist dieser Fund für Experten nicht: "Wir haben immer gesagt, dass wir keine Entwarnung geben können, weil das Virus weiterhin in der Wildvogelpopulation vorhanden ist", sagte der Präsident des FLI Thomas Mettenleiter ZEIT ONLINE.
Nach Informationen des Robert-Koch-Instituts in Berlin war H5N1 bei europäischen Wildvögeln zum letzten Mal im Februar 2008 in der Schweiz festgestellt worden. Bei Nutzgeflügel brach die Vogelgrippe zuletzt im Oktober 2008 im Landkreis Görlitz in Sachsen aus.
Während es in Europa insgesamt ruhig um die Tierseuche geworden ist, sterben in Asien weiterhin Menschen an dem Influenza-Subtypen H5N1 – wenn auch sehr vereinzelt. Ende Februar gab die Weltgesundheitsorganisation WHO den 54. Todesfall aus Vietnam bekannt. Dort haben sich seit dem ersten Fall im Jahr 1997 bis heute 109 Menschen angesteckt. Vergangene Woche meldete das ägyptische Gesundheitsministerium ein infiziertes Kind. In Ägypten ist das der 57. Vogelgrippe-Fall beim Menschen, 23 davon endeten tödlich.
Wissenschaftler fürchten seit Jahren, dass sich der Erreger durch Mutationen immer besser an den Menschen anpasst. So könnte sich im Körper eines Infizierten, der gleichzeitig an einer "normalen" Grippe leidet, das Genmaterial beider Virus-Typen vermischen und eine hoch ansteckende Variante hervorbringen. Auch eine direkte Anpassung des Geflügelpest-Virus an den Menschen wäre denkbar. So ein Erreger wäre direkt von Mensch zu Mensch übertragbar – im schlimmsten Fall so leicht wie ein Schnupfen.
Auf dem Weg, die Artengrenzen zu überschreiten, hat ein weiterer Virus-Typ nun offenbar eine wichtige Hürde genommen. Wie chinesische und amerikanische Wissenschaftler im Online-Magazin Plos One berichten, fanden sie bei zwei verendeten Marderhunden eine aggressive H5N1-Variante, die bisher nicht bei Säugetieren aufgetreten war. "Das Besondere daran ist, dass es sich dabei nicht um die Variante handelt, die wir aus China kennen", sagte Stephan Ludwig vom Institut für Molekulare Virologie der Uni Münster im Gespräch mit ZEIT ONLINE. "Eine solche Kozirkulation mehrerer H5N1-Typen erhöht die Wahrscheinlichkeit von Mutationen und damit auch das Risiko, dass eines Tages ein für Menschen hoch ansteckender Erreger entsteht."
- Datum 11.03.2009 - 17:23 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Licht aus, Feierabend. Fast 200 Tote in 12 Jahren auf der ganzen Welt, davon kein einziger in Europa. Dieses H5N1 ist unser Sargnagel, wer soll diese Gefahr nur bannen können.
Es ist, als hätte etwas gefehlt in der winterlichen Nachrichtenlandschaft: Die Vogelgrippe.
Es gab vor einigen Wochen sehr beunruhigende Nachrichten zum Thema. In einem Labor von Baxter gab es einen Zwischenfall, bei dem lebende H5N1 Viren mit menschlichen Grippeviren gemischt wurden. Einen längeren Artikel dazu habe ich an anderer Stelle verfasst. Dort sind auch weitere Quellen zu finden. Einen kürzeren Bericht gibt es hier in der Community.
Mir hat wenig an Nachrichten in der winterlichen Nachrichtenlandschaft zum Thema H5N1 gefehlt. Die Meldungen, von denen ich erfahren habe, haben mir mehr als gereicht und mich sehr beunruhigt.
Es kann wohl niemand dran zweifeln, dass H5N1 in Wildvögeln zumindest in Eurasien und Afrika endemisch ist. Dazu bedarf es dieser Meldung nicht.
WENN eine Pandemie entsteht, dann dort, wo sich die Viren sowieso ständig ungehindert vermischen können, d.h. in Südostasien, Ägypten oder sonstwo in Afrika. Da schwirren täglich Milliarden Viren durcheinander und nicht nur einmal im Reagenzglas, wie in diesem Tschechischen Labor.
Ich halte es für wichtig, hier zu unterscheiden zwischen Hollywood und Realität, sonst wird man schnell als Hysteriker abgetan und das Bewusstsein tatsächlicher Risiken leidet mit.
Es kann wohl niemand dran zweifeln, dass H5N1 in Wildvögeln zumindest in Eurasien und Afrika endemisch ist. Dazu bedarf es dieser Meldung nicht.
WENN eine Pandemie entsteht, dann dort, wo sich die Viren sowieso ständig ungehindert vermischen können, d.h. in Südostasien, Ägypten oder sonstwo in Afrika. Da schwirren täglich Milliarden Viren durcheinander und nicht nur einmal im Reagenzglas, wie in diesem Tschechischen Labor.
Ich halte es für wichtig, hier zu unterscheiden zwischen Hollywood und Realität, sonst wird man schnell als Hysteriker abgetan und das Bewusstsein tatsächlicher Risiken leidet mit.
Es kann wohl niemand dran zweifeln, dass H5N1 in Wildvögeln zumindest in Eurasien und Afrika endemisch ist. Dazu bedarf es dieser Meldung nicht.
WENN eine Pandemie entsteht, dann dort, wo sich die Viren sowieso ständig ungehindert vermischen können, d.h. in Südostasien, Ägypten oder sonstwo in Afrika. Da schwirren täglich Milliarden Viren durcheinander und nicht nur einmal im Reagenzglas, wie in diesem Tschechischen Labor.
Ich halte es für wichtig, hier zu unterscheiden zwischen Hollywood und Realität, sonst wird man schnell als Hysteriker abgetan und das Bewusstsein tatsächlicher Risiken leidet mit.
Nie wurde weltweit eine subklinische und schon gar keine endemische Verbreitung von H5N1/HPAI bei Wildvögeln nachgewiesen. Es ist also unsinnig, von endemischer Verbreitung in Eurasien und Afrika zu sprechen. Wenn das Virus überhaupt bei Wildvögeln auftrat, so tötete es einige Vögel und war danach jeweils ziemlich schnell nicht mehr auffindbar. Zumeist wurde dann auch irgendwo eine geschlossene Stallhaltung entdeckt, an deren Emissionen sich die Tiere anstecken konnten oder der Vorfall geschah in unmittelbarer Nähe eines mit der "Vogelgrippe" befassten Forschungslabors, das natürlich - wie auch anders? - jede Beteiligung abstritt. Wenn man bedenkt, wie leichtsinnig mit dem Kot der Tiere und auch mit Kadavern umgegangen wird - letztere werden z. T. auf offenen Ladeflächen transportiert, Kotberge lagern am Feldrand, Krähen und Schwäne suchen auf Feldern nach Nahrung... - wundert es einen, dass sich nicht mehr Wildvögel anstecken. Die Tatsache, dass das Virus vielmehr in ostasiatischen industriellen Geflügelställen sitzt, wird leider immer wieder durch die Erkrankungen von Menschen offenbar, die keinen kontakt zu Geflügel hatten, aber Geflügel kauften und zubereiteten - natürlich ohne Schutzmaske und Sterilität! Erhitztes Geflügel (wer kontrolliert die Erhitzung?) aus China darf übrigens sogar bei uns verkauft werden! Und wenn es umverpackt wird, ist nicht einmal mehr die Herkunft erkennbar. Hier - und in den Massenställen, die eine Mutation von Viren fördern - sollte man endlich ansetzen, wenn man die Seuche wirklich ausrotten will. Doch wer wagt sich an die großen Konzerne?
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