Vogelgrippe Das Virus meldet sich zurückSeite 2/2
Die Forscher von der Nanjing-Universität im Südosten Chinas und von der Universität Berkeley in Kalifornien hatten den Erreger aus Marderhunden isoliert und das Genom in seine Bestandteile aufgeschlüsselt. Ihre Ergebnisse liefern ein weiteres Puzzle-Teil zu der Antwort auf die Frage, welche Mutationen nötig sind, damit ein Virus Artengrenzen überschreiten und letztlich auch die Bevölkerung global gefährden kann. "Allerdings darf man nicht vergessen, dass die in der Studie genannten Viren aus dem Jahr 2005 stammen", betonte FLI-Präsident Thomas Mettenleiter. Seither hat sich das Erbgut des Erregers bereits weiter verändert.
"Inzwischen gibt es auch Hinweise darauf, dass H5N1 vielleicht doch nicht so einfach in der Lage ist, zu einer Pandemie auslösenden Variante zu mutieren", sagte Infektionsbiologe Stephan Ludwig. "Das Virus, das 1997 erstmals bei Menschen isoliert wurde, hat sich inzwischen so stark verändert, dass es eigentlich längst zu einem Ausbruch hätte kommen müssen." Womöglich gebe es im Erbgut des Erregers bisher unbekannte Hürden, die eine Anpassung an einen neuen Wirt erschweren. "Dennoch ist die vorherrschende Meinung weiterhin, dass H5N1 das Potenzial dazu haben könnte," sagte Mettenleiter. Dies gelte allerdings auch für andere Influenza-Viren.
Der Fall der jetzt entdeckten Ente zeigt, dass der Erreger in freier Wildbahn weiter schlummert. Vor allem Wasservögel gelten als anfällig für H5N1. "Der Fund ist aber auch ein Zeichen dafür, dass die Überwachung der Bestände in Deutschland gut funktioniert", sagte der Wissenschaftler aus Münster. In letzter Zeit seien bei solchen Routinekontrollen dadurch vor allem infizierte Tiere aufgespürt worden, die gar keine Symptome zeigten und ohne diese Maßnahmen nicht aufgefallen wären. Auch die Ente aus Bayern schien äußerlich gesund.
Im Jahr 2007 war das Virus bei mehr als 300 Wildvögeln in Deutschland festgestellt worden, im darauffolgenden Jahr gab es lediglich einen Fall bei einem Wildvogel in der Schweiz.
In Deutschland ist man inzwischen auf den Notfall vorbereitet – auch für den Fall eines Ausbruchs in der Bevölkerung. Es gibt mehrere zugelassene Impfstoffe gegen H5N1-Viren. Sobald eine gefährliche Variante auftaucht, könnte sie isoliert und mit der Herstellung des Impfstoffs begonnen werden.
Eine Übersicht der Ereignisse zum Thema Vogelgrippe hat die Weltgesundheitsorganisation WHO als PDF zusammengestellt.
- Datum 11.03.2009 - 17:23 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Licht aus, Feierabend. Fast 200 Tote in 12 Jahren auf der ganzen Welt, davon kein einziger in Europa. Dieses H5N1 ist unser Sargnagel, wer soll diese Gefahr nur bannen können.
Es ist, als hätte etwas gefehlt in der winterlichen Nachrichtenlandschaft: Die Vogelgrippe.
Es gab vor einigen Wochen sehr beunruhigende Nachrichten zum Thema. In einem Labor von Baxter gab es einen Zwischenfall, bei dem lebende H5N1 Viren mit menschlichen Grippeviren gemischt wurden. Einen längeren Artikel dazu habe ich an anderer Stelle verfasst. Dort sind auch weitere Quellen zu finden. Einen kürzeren Bericht gibt es hier in der Community.
Mir hat wenig an Nachrichten in der winterlichen Nachrichtenlandschaft zum Thema H5N1 gefehlt. Die Meldungen, von denen ich erfahren habe, haben mir mehr als gereicht und mich sehr beunruhigt.
Es kann wohl niemand dran zweifeln, dass H5N1 in Wildvögeln zumindest in Eurasien und Afrika endemisch ist. Dazu bedarf es dieser Meldung nicht.
WENN eine Pandemie entsteht, dann dort, wo sich die Viren sowieso ständig ungehindert vermischen können, d.h. in Südostasien, Ägypten oder sonstwo in Afrika. Da schwirren täglich Milliarden Viren durcheinander und nicht nur einmal im Reagenzglas, wie in diesem Tschechischen Labor.
Ich halte es für wichtig, hier zu unterscheiden zwischen Hollywood und Realität, sonst wird man schnell als Hysteriker abgetan und das Bewusstsein tatsächlicher Risiken leidet mit.
Es kann wohl niemand dran zweifeln, dass H5N1 in Wildvögeln zumindest in Eurasien und Afrika endemisch ist. Dazu bedarf es dieser Meldung nicht.
WENN eine Pandemie entsteht, dann dort, wo sich die Viren sowieso ständig ungehindert vermischen können, d.h. in Südostasien, Ägypten oder sonstwo in Afrika. Da schwirren täglich Milliarden Viren durcheinander und nicht nur einmal im Reagenzglas, wie in diesem Tschechischen Labor.
Ich halte es für wichtig, hier zu unterscheiden zwischen Hollywood und Realität, sonst wird man schnell als Hysteriker abgetan und das Bewusstsein tatsächlicher Risiken leidet mit.
Es kann wohl niemand dran zweifeln, dass H5N1 in Wildvögeln zumindest in Eurasien und Afrika endemisch ist. Dazu bedarf es dieser Meldung nicht.
WENN eine Pandemie entsteht, dann dort, wo sich die Viren sowieso ständig ungehindert vermischen können, d.h. in Südostasien, Ägypten oder sonstwo in Afrika. Da schwirren täglich Milliarden Viren durcheinander und nicht nur einmal im Reagenzglas, wie in diesem Tschechischen Labor.
Ich halte es für wichtig, hier zu unterscheiden zwischen Hollywood und Realität, sonst wird man schnell als Hysteriker abgetan und das Bewusstsein tatsächlicher Risiken leidet mit.
Nie wurde weltweit eine subklinische und schon gar keine endemische Verbreitung von H5N1/HPAI bei Wildvögeln nachgewiesen. Es ist also unsinnig, von endemischer Verbreitung in Eurasien und Afrika zu sprechen. Wenn das Virus überhaupt bei Wildvögeln auftrat, so tötete es einige Vögel und war danach jeweils ziemlich schnell nicht mehr auffindbar. Zumeist wurde dann auch irgendwo eine geschlossene Stallhaltung entdeckt, an deren Emissionen sich die Tiere anstecken konnten oder der Vorfall geschah in unmittelbarer Nähe eines mit der "Vogelgrippe" befassten Forschungslabors, das natürlich - wie auch anders? - jede Beteiligung abstritt. Wenn man bedenkt, wie leichtsinnig mit dem Kot der Tiere und auch mit Kadavern umgegangen wird - letztere werden z. T. auf offenen Ladeflächen transportiert, Kotberge lagern am Feldrand, Krähen und Schwäne suchen auf Feldern nach Nahrung... - wundert es einen, dass sich nicht mehr Wildvögel anstecken. Die Tatsache, dass das Virus vielmehr in ostasiatischen industriellen Geflügelställen sitzt, wird leider immer wieder durch die Erkrankungen von Menschen offenbar, die keinen kontakt zu Geflügel hatten, aber Geflügel kauften und zubereiteten - natürlich ohne Schutzmaske und Sterilität! Erhitztes Geflügel (wer kontrolliert die Erhitzung?) aus China darf übrigens sogar bei uns verkauft werden! Und wenn es umverpackt wird, ist nicht einmal mehr die Herkunft erkennbar. Hier - und in den Massenställen, die eine Mutation von Viren fördern - sollte man endlich ansetzen, wenn man die Seuche wirklich ausrotten will. Doch wer wagt sich an die großen Konzerne?
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