Weltwasserforum "Gewaltsame Ressourcenkämpfe sind nicht ausgeschlossen"

Die Wüstenbildung schreitet voran, Trinkwasser wird knapp und der Meeresspiegel steigt. Ein Interview mit dem Wissenschaftler Harald Welzer über weltweite Wasserprobleme.

wasser-03

Wasser – die wichtigste Ressource der Welt

ZEIT ONLINE : Herr Welzer, am Montag beginnt in Istanbul das Weltwasserforum. Experten und Politiker diskutieren und entwerfen Szenarien. Momentan reden alle von der Wirtschaftskrise, doch welche Probleme sind mit Wasser verbunden?

Harald Welzer : Die Wüstenbildung schreitet voran, die Versorgung mit Trinkwasser ist in vielen Regionen schwierig, der Meeresspiegel steigt, die Gefahr von Sturmfluten wächst, der Zustand der Ozeane verschlechtert sich und Wasser wird zu einer immer wichtigeren Ressource. Durch die
Klimaerwärmung verschärfen sich viele Wasserprobleme noch.

Anzeige

ZEIT ONLINE : Sind das alles akute Probleme oder Schreckensszenarien in einer fernen Zukunft?

Welzer: Die Politiker in Europa tun gerne so, als ob die Klimaerwärmung und ihre Folgen sekundäre Probleme sind, die später einmal gelöst werden können. Auf der Agenda stehen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Die Klimaerwärmung wird in ihrer Dimension immer noch unterschätzt. Doch Sturmfluten und Wasserknappheit – um nur zwei Beispiele zu nennen, die mit Wasser zu tun haben – bedrohen auch Europa. Wenn keine irreparablen Schäden an Naturressourcen entstehen sollen, muss die Politik jetzt handeln.

ZEIT ONLINE : Die Vereinten Nationen haben sich in den Milleniumszielen vorgenommen, den weltweiten Zugang zu sauberem Wasser zu verbessern. Welche Auswirkung hat die Weltwirtschaftskrise auf dieses Ziel?

Welzer : Die Unterstützung der Industrienationen für die Entwicklungsländer wird zusammengestrichen. Für technische und finanzielle Hilfe werden in diesem und im kommenden Jahr deutlich kleinere Etats zur Verfügung stehen. Die Milleniumsziele werden nun noch schwieriger zu erreichen sein, als dies vor der Krise sowieso schon der Fall war. Von der Klimaerwärmung besonders betroffene Staaten werden allein gelassen.

ZEIT ONLINE : Bei uns in Deutschland kommt das Trinkwasser verlässlich aus dem Hahn. Sorgen über Wasserknappheit macht sich hier niemand. Wie sieht das in anderen Teilen der Welt aus?

Welzer: Wir haben die Situation, dass momentan 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Durch die globale
Klimaerwärmung wird diese Zahl weiter ansteigen. In 40 Jahren werden rund 2 Milliarden Menschen direkt unter Wasserknappheit leiden – das ist die optimistische Prognose. Im schlechtesten Fall werden fast 7 Milliarden davon betroffen sein.

ZEIT ONLINE : Sprechen wir vor allem über ein Problem der Entwicklungsländer?

Welzer: Nicht unbedingt, denn auch in Südspanien und in Italien wird es Probleme bei der Trinkwasserversorgung der Bevölkerung geben. Konflikte erwarte ich dort aber keine, da die Menschen aus anderen Regionen mit Wasser beliefert werden oder umziehen können.

ZEIT ONLINE : Wo auf der Welt rechnen Sie denn mit schwerwiegenden Problemen?

Welzer : Nicht nur Afrika und Asien werden von den Folgen der Klimaerwärmung betroffen sein. Die Gletscherschmelze beispielsweise stellt auch Südamerika vor große Probleme. Erst kommt zu viel Wasser, und dann wird Trinkwasser fehlen. In Regionen, die weniger entwickelt sind als Europa, können die Menschen nicht so einfach mit sauberem Trinkwasser versorgt werden, weil dazu die nötige Technik, Transportmittel und die Infrastruktur fehlen.
 
ZEIT ONLINE : Sie haben ein viel beachtetes Buch über Klimakriege geschrieben. Rechnen Sie auch mit Kriegen um Wasser?

Welzer : Ich rechne mit Konflikten um fossile Rohstoffe und um fruchtbaren Boden, der für die Nahrungsmittelproduktion taugt. Die Anbauflächen werden immer geringer und die Ölvorräte sinken – das sind sehr konfliktträchtige Bereiche. Aber beim Streit ums Wasser haben die meisten Staaten in der Vergangenheit Besonnenheit gezeigt.

ZEIT ONLINE : Und die betroffenen Menschen? Wer durstet, der wird wenig Augenmaß zeigen....

Welzer : Auf der unteren Ebene, bei den von Wasserknappheit direkt Betroffenen, sind Verteilungskämpfe denkbar. Wer nichts zu essen oder zu  trinken hat, wird alles tun, um dies zu ändern. Menschen neigen in Extremsituationen zu Handlungen, die sie unter normalen Bedingungen ablehnen würden....

ZEIT ONLINE: ....Das klingt doch nach Konflikten....

Welzer: ...Gewaltsame Ressourcenkämpfe sind nicht ausgeschlossen. Es gibt aber viele Beispiele, wie Staaten sich ohne Gewaltanwendung bei der Wasserverteilung geeinigt haben. Diese Einigungen könnten für die Lösung anderer Ressourcenkonflikte, die durch die Klimaerwärmung entstehen, beispielhaft sein.

ZEIT ONLINE : In Deutschland wird wenig über Wasserprobleme diskutiert. Warum weckt dieses Thema nicht mehr öffentliches Interesse?

Welzer : Das gilt für alle grundlegenden Zukunftsthemen, und liegt wohl daran, dass niemand Lösungen hat. Außerdem sind die meisten Industrienationen nicht unmittelbar betroffen – auch Deutschland nicht. Doch die Welt wird bereits in einem Jahrzehnt anders aussehen als heute.

ZEIT ONLINE : Wenn niemand eine Lösung hat, was versprechen Sie sich dann von dem Weltwasserforum?

Welzer : Nicht sehr viel. Solche Konferenzen erreichen im Verhältnis zu dem Aufwand, den sie erfordern, meist wenig. Positiv ist, dass das Weltwasserforum dem Thema kurzfristig jene Aufmerksamkeit beschert, die eigentlich immer nötig wäre.

ZEIT Online : George W. Bush hat viele internationale Beschlüsse zum Klima- und Umweltschutz boykottiert. Was erwarten Sie von der neuen US-Regierung?

Welzer : Ich komme gerade von einer Reise in die USA zurück und dort konnte ich schon eine Veränderung feststellen. Während Europa, der frühere Vorreiter in Sachen Klimaschutz, nun rein kurzfristig ökonomisch denkt, setzt Barack Obama auch in Krisenzeiten auf Umweltschutz. In den USA finden Konferenzen zum New-Green-Deal statt, an denen namhafte Politiker teilnehmen. In der Bundesregierung hat der Umweltschutz momentan hingegen keine starke Lobby mehr.

Die Fragen stellte Hauke Friederichs

Harald Welzer leitet die Forschungsgruppe „Erinnerung und Gedächtnis“ am kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und ist Professor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke. Er hat das Buch die Klimakriege geschrieben.

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 15.03.2009 um 9:28 Uhr

    auch die für eine ehrenwerte Sache, müssen auch kritisch als solche betrachtet werden.
    Er ist Lobbyist für seine Sache, ganz wertneutral.
    Es ist aber so dass schlicht genug Wasser da ist, auch nach jedem Szenario des Klimawandels was denkbar ist. Das Problem sind a) Politisierung von Wasser weil verfeindete Nachbarstaaten die den selben Fluß nutzen unfähig sind miteinander eine Lösung zu finden und b) Wasserverschwendung. Wir haben gerade in Europa ein riesiges Paradoxum: in Deutschland, was in absolutem Wasserüberfluß lebt und wo Investitionen in Wassersparen im Haushalt absoluter Schmarn sind - eher kontraproduktiv wie Experten nicht müde werden zu wiederholen - die Abwässer sind weniger verdünnt, daher konzentrierter und schwieriger zu klären, und greifen auch die Kanalisationen stärker an was Leckstellen und damit Verunreinigungen des Grundwassers verursacht, und dadurch dass das Wasser in den Hauptwasserleitungen zu wenig bewegt ist muss es regelmäßig durchgespült werden damit sich keine Keime bilden, zuletzt spart der Verbraucher auch kein Geld da wir das Wasser "kostenlos" aus dem Boden holen aber die ganze Infrastruktur (Rohre etc.) und das Personal die Kosten verursacht und das sind alles Fixkosten die unabhängig vom Verbrauch sind und nur auf den einzelnen Verbrauch umgelegt werden so wird eben bei weniger Verbrauch der einzelne Liter Trinkwasser teurer.
    Ergo, es gibt hierzulande keinen Grund für diese Wassersparhysterie bei der für unzählige Millionen Waschmaschinen entwickelt wurden die ein paar Liter weniger brauchen etc. - das Geld hätte man in Stromspartechniken besser investiert, da wäre es auch sinnvoll gewesen.
    Verkehrte Welt im trockenen Südeuropa: da liegt der Wasserverbrauch beim vielfachen jenes in Deutschland. Nicht nur durch Tourismus und Landwirtschaft, sondern auch in den ganz normalen Haushalten Italiens, Spaniens und Griechenlands. Dabei ist da Wasser wirklich knapp, Niederschläge rar - und der Klimawandel wird das verschärfen (während bei uns die Gesamtjahresmenge in etwa gleich bleiben wird, der Niederschlag wird nur gehäufter auftreten was aber der Boden über die Grundwasserspeicher locker ausgleicht).

    Ergo gibt es auch kein Patentrezept. Die Bemühungen müssen für jede Weltregion unterschiedlich angepasst werden.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... für Mitteleuropa, speziell Deutschland, mag "genug Wasser da sein". Aber Ihre Argumentation ist arrogant!
    Es ist nicht davon die Rede, dass Deutschland/Österreich/die Schweiz bald verdursten werden. Vielmehr geht es um tatsächlich geografisch anders gelegene Regionen der Erde!
    Und insgesamt besteht das Wasservorkommen dieses Planeten zu mehr als zwei Dritteln aus SALZWASSER, also für Menschen ungeniessbarem Wasser! Die Entsalzungstechnologie ist sehr teuer und energieintensiv (ggf. sogar wasserintensiv...), ist also keine Lösung für alle Fälle. Ausserdem werden Wasseranbieter und -distributoren immer öfter privatisiert oder ein ganzes Land lebt von Nesté und seinen diversen Wassermarken!
    Ansonsten haben Sie aber recht: Wasserverschwendung (nicht in Mitteleuropa) ist teilweise ein Problem, wird aber agrartechnisch auch angegangen durch moderne wassersparende (da fokussierte) Bewässerungsmethoden.
    Und: was Sie nicht komplett erwähnt haben - immer mehr Wasser-Ressource ist so zugemüllt und langfristig human-verschmutzt/vergiftet(siehe Gold-Abbau in Ghana und Südamerika oder Ölsand-Tagebau in Kanada), dass an einen lebenserhaltenden Genuss von Mensch, Tier und Nutztier nicht zu denken ist!

    Vollkommen einverstanden. Es wird wenig über das Wasserproblem geredet, weil es keins gibt. Das Problem ist die Verteilung, nicht etwa, dass es plötzlich weniger H2O auf dem blauen Planeten gäbe. In diesem Sinne, und das ist mein einziger Einwand zu Ihrem Kommentar, gibt es keine "Wasserverschwendung", weder in Mitteleuropa, noch in Spanien.

    ... für Mitteleuropa, speziell Deutschland, mag "genug Wasser da sein". Aber Ihre Argumentation ist arrogant!
    Es ist nicht davon die Rede, dass Deutschland/Österreich/die Schweiz bald verdursten werden. Vielmehr geht es um tatsächlich geografisch anders gelegene Regionen der Erde!
    Und insgesamt besteht das Wasservorkommen dieses Planeten zu mehr als zwei Dritteln aus SALZWASSER, also für Menschen ungeniessbarem Wasser! Die Entsalzungstechnologie ist sehr teuer und energieintensiv (ggf. sogar wasserintensiv...), ist also keine Lösung für alle Fälle. Ausserdem werden Wasseranbieter und -distributoren immer öfter privatisiert oder ein ganzes Land lebt von Nesté und seinen diversen Wassermarken!
    Ansonsten haben Sie aber recht: Wasserverschwendung (nicht in Mitteleuropa) ist teilweise ein Problem, wird aber agrartechnisch auch angegangen durch moderne wassersparende (da fokussierte) Bewässerungsmethoden.
    Und: was Sie nicht komplett erwähnt haben - immer mehr Wasser-Ressource ist so zugemüllt und langfristig human-verschmutzt/vergiftet(siehe Gold-Abbau in Ghana und Südamerika oder Ölsand-Tagebau in Kanada), dass an einen lebenserhaltenden Genuss von Mensch, Tier und Nutztier nicht zu denken ist!

    Vollkommen einverstanden. Es wird wenig über das Wasserproblem geredet, weil es keins gibt. Das Problem ist die Verteilung, nicht etwa, dass es plötzlich weniger H2O auf dem blauen Planeten gäbe. In diesem Sinne, und das ist mein einziger Einwand zu Ihrem Kommentar, gibt es keine "Wasserverschwendung", weder in Mitteleuropa, noch in Spanien.

  1. schon lange Meerwasserentsalzungsanlagen. Das kostet zwar zwei Mark oder drei, aber es ist doch machbar. Also droht dem Planeten wohl nicht das grosse Verdursten, sondern eher das grosse Umdenken. Vielleicht sollte Entwicklungshilfe weniger in Barem fliessen?

  2. nicht mit einem Wort erwähnt, dass sich zu viele wie die Karnickel vermehrende Zweibeiner, um zu wenig Welt balgen, sind wir von einer Problemlösung weiter den je entfernt.
    Klimawandel hin oder her.

  3. Kann der Konflikt in Darfur auch nur so ein Ressourcenkrieg sein, der aber vom Westen aufgrund er blendenden Geschäfte Chinas mit Sudan zum Völkermord aufbauscht?

  4. angesichts einer ungehemmt wachsender weltbevölkerung sind quasi, früher oder später, kriege um ressourcen, welcher art auch immer, vorprogrammiert.experten in allen ehren, aber das sagt doch schon der pure hausverstand.wie soll es denn auch anders sein?innerhalb von zweihundert jahren hat sich die weltbevölkerung versechsfacht und ist von einer milliarde im neunzehnten jahrhundert auf gegenwärtig sechsmilliardensiebenhunderttausend, in zahl;6700 000 angestiegen.setzt sich diese entwicklung fort gibt es in zweihundert jahren wiederum 6x mehr menschen.im jahre 2209 ergo 40200 000 erdenbürger.jetzt ist es bedauerlicherweise aber nicht so, dass die ressourcen wie notwendig im gleichen maße zunehmen. noch bedauerlicher ist leider das genaue gegenteil der fall.in dem tempo die menschheit zunimmt, nehmen die vorräte für lebenserhaltung und energie ab.wer über klimawandel redet, übersieht die existenzbedrohendste gefahr der menschheit in sich selbst.g.w.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Mit unserer geballten Ingenieurskunst werden wir auch dieses, das Bevölkerungswachstumsproblem, "managen" können, wir sind ja gewarnt! Neue, beeindruckende technische Erfolge werden es möglich machen, noch sicherer und in die Höhe zu bauen, vertikale Agrarwirtschaften zu errichten, eine zweite bewässerte und nuklear mit Energie versorgte Etage über verwüstete Sandgebiete oder durch Sturmfluten/Erdbeben "veränderte" Landstriche zu ziehen.
    Warten Sie ab! Wir haben doch bereits berechnet: unser Planet kann sogar 12 Milliarden Menschen ertragen! Es ist nur eine Frage der cleveren Quadratmeterzuteilung, lassen Sie sich überraschen. Alles wird gut! :-) Vertrauen Sie uns!

    Mit unserer geballten Ingenieurskunst werden wir auch dieses, das Bevölkerungswachstumsproblem, "managen" können, wir sind ja gewarnt! Neue, beeindruckende technische Erfolge werden es möglich machen, noch sicherer und in die Höhe zu bauen, vertikale Agrarwirtschaften zu errichten, eine zweite bewässerte und nuklear mit Energie versorgte Etage über verwüstete Sandgebiete oder durch Sturmfluten/Erdbeben "veränderte" Landstriche zu ziehen.
    Warten Sie ab! Wir haben doch bereits berechnet: unser Planet kann sogar 12 Milliarden Menschen ertragen! Es ist nur eine Frage der cleveren Quadratmeterzuteilung, lassen Sie sich überraschen. Alles wird gut! :-) Vertrauen Sie uns!

    • GBHPG
    • 16.03.2009 um 17:56 Uhr

    Ich will Ihrem Kommentar nicht widersprechen, aber mit den Zahlen hapert es bei Ihnen doch sehr.
    "sechsmilliardensiebenhunderttausend, in zahl;6700 000 "
    das sind sechsmillionensiebenhunderttausend.
    6.000.700.000 wäre korrekt und die 700,000m können Sie vergessen.
    Genauso 40.000.200.000

    Gerd, Chicago

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    danke vielmals.sie haben in der tat recht.ich habe mich bei den nullen(bin wahrscheinlich selber eine)sauber vertan.aber es gibt schlimmeres.schöne grüsse nach chicago.georg.g.w.

    danke vielmals.sie haben in der tat recht.ich habe mich bei den nullen(bin wahrscheinlich selber eine)sauber vertan.aber es gibt schlimmeres.schöne grüsse nach chicago.georg.g.w.

  5. ... für Mitteleuropa, speziell Deutschland, mag "genug Wasser da sein". Aber Ihre Argumentation ist arrogant!
    Es ist nicht davon die Rede, dass Deutschland/Österreich/die Schweiz bald verdursten werden. Vielmehr geht es um tatsächlich geografisch anders gelegene Regionen der Erde!
    Und insgesamt besteht das Wasservorkommen dieses Planeten zu mehr als zwei Dritteln aus SALZWASSER, also für Menschen ungeniessbarem Wasser! Die Entsalzungstechnologie ist sehr teuer und energieintensiv (ggf. sogar wasserintensiv...), ist also keine Lösung für alle Fälle. Ausserdem werden Wasseranbieter und -distributoren immer öfter privatisiert oder ein ganzes Land lebt von Nesté und seinen diversen Wassermarken!
    Ansonsten haben Sie aber recht: Wasserverschwendung (nicht in Mitteleuropa) ist teilweise ein Problem, wird aber agrartechnisch auch angegangen durch moderne wassersparende (da fokussierte) Bewässerungsmethoden.
    Und: was Sie nicht komplett erwähnt haben - immer mehr Wasser-Ressource ist so zugemüllt und langfristig human-verschmutzt/vergiftet(siehe Gold-Abbau in Ghana und Südamerika oder Ölsand-Tagebau in Kanada), dass an einen lebenserhaltenden Genuss von Mensch, Tier und Nutztier nicht zu denken ist!

    Antwort auf "Lobbyisten,"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • OIKOS
    • 22.03.2009 um 20:12 Uhr

    Zunächst einmal möchte ich feststellen, daß es niemandem verboten ist, in einem Land zu wohnen, in dem es keine natürlichen Trinkwasservorkommen gibt. Wenn auf der Weltwasserkonferenz über das Grundrecht auf Wasser diskutiert wird, kann es nicht darum gehen, daß Milliarden von Menschen zu uns kommen und uns das Wasser wegnehmen wollen. Das Grundrecht auf Wasser finde ich aus humanitären Gründen gerechtfertigt. Dieser Anspruch läßt sich aber pragmatisch gesehen nur dann erfüllen, wenn in großen Stil Meerwasserentsalzungsanlagen gebaut werden. Die Technik dazu können wir liefern.

    Meist geht Trinkwasserknappheit einher mit intensiver Sonneneinstrahlung. Die Umkehrosmose ist zur Zeit das kostengünstigste Verfahren zur Trinkwasseraufbereitung. So ist der Gedanke naheliegend, solare Meerwasserentsalzungsanlagen nach dem Prinzip der Umkehrosmose zu bauen, solche Anlagen gibt es bereits.

    Meerwasser ist reichlich vorhanden. Die Aufbereitung und Verteilung darf nicht nach privaten Geschäftsinteressen erfolgen, sie muß ein öffentliches Gut sein. Unsere Entwicklungshilfepolitik und wirtschaftliche Zusammenarbeit sollte diese Form der Trinkwasserversorgung besonders fördern.

    • OIKOS
    • 22.03.2009 um 20:12 Uhr

    Zunächst einmal möchte ich feststellen, daß es niemandem verboten ist, in einem Land zu wohnen, in dem es keine natürlichen Trinkwasservorkommen gibt. Wenn auf der Weltwasserkonferenz über das Grundrecht auf Wasser diskutiert wird, kann es nicht darum gehen, daß Milliarden von Menschen zu uns kommen und uns das Wasser wegnehmen wollen. Das Grundrecht auf Wasser finde ich aus humanitären Gründen gerechtfertigt. Dieser Anspruch läßt sich aber pragmatisch gesehen nur dann erfüllen, wenn in großen Stil Meerwasserentsalzungsanlagen gebaut werden. Die Technik dazu können wir liefern.

    Meist geht Trinkwasserknappheit einher mit intensiver Sonneneinstrahlung. Die Umkehrosmose ist zur Zeit das kostengünstigste Verfahren zur Trinkwasseraufbereitung. So ist der Gedanke naheliegend, solare Meerwasserentsalzungsanlagen nach dem Prinzip der Umkehrosmose zu bauen, solche Anlagen gibt es bereits.

    Meerwasser ist reichlich vorhanden. Die Aufbereitung und Verteilung darf nicht nach privaten Geschäftsinteressen erfolgen, sie muß ein öffentliches Gut sein. Unsere Entwicklungshilfepolitik und wirtschaftliche Zusammenarbeit sollte diese Form der Trinkwasserversorgung besonders fördern.

  6. Mit unserer geballten Ingenieurskunst werden wir auch dieses, das Bevölkerungswachstumsproblem, "managen" können, wir sind ja gewarnt! Neue, beeindruckende technische Erfolge werden es möglich machen, noch sicherer und in die Höhe zu bauen, vertikale Agrarwirtschaften zu errichten, eine zweite bewässerte und nuklear mit Energie versorgte Etage über verwüstete Sandgebiete oder durch Sturmfluten/Erdbeben "veränderte" Landstriche zu ziehen.
    Warten Sie ab! Wir haben doch bereits berechnet: unser Planet kann sogar 12 Milliarden Menschen ertragen! Es ist nur eine Frage der cleveren Quadratmeterzuteilung, lassen Sie sich überraschen. Alles wird gut! :-) Vertrauen Sie uns!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service