Amoklauf Winnenden "Da hat sich was angebahnt"
Die Leiche von Tim K. ist obduziert, er starb durch einen Kopfschuss aus der eigenen Waffe. Laut Baden-Württembergs Innenminister Rech hat sich der Amoklauf von Winnenden angekündigt

© Miguel Villagran/Getty Images
"Die Ermittlungsbeamten sind bis an die Grenze der Belastbarkeit gegangen", sagt Innenminister Heribert Rech (CDU)
Eine Woche nach dem Amoklauf von Winnenden sehen die Ermittler einen deutlichen Zusammenhang zwischen den Computerspielen von Tim K. und dem Blutbad mit 16 Toten. Bei der Durchsuchung des Zimmers des 17-Jährigen waren Gewaltfilme und so genannte Killerspiele wie Counter-Strike gefunden worden. "Da hat sich was angebahnt", sagte Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) in Stuttgart. Tim K. hatte am vergangenen Mittwoch 15 Menschen erschossen, darunter neun Schüler und drei Lehrerinnen seiner ehemaligen Schule. Zuletzt tötete er sich selbst.
Experten bestreiten seit Jahren, dass es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Gewaltspielen und Amokläufen gibt. Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sprach sich für ein hartes Vorgehen gegen Gewalt in elektronischen Medien aus: "Ich bin zu sehr restriktiven Maßnahmen bereit." Der Bundestag will am Mittwoch über die Konsequenzen des Amoklaufs beraten.
Unter großer Anteilnahme von Schülern, Kollegen, Freunden und Angehörigen wurden am Dienstag zwei der erschossenen Lehrerinnen beigesetzt. Eine von ihnen wäre an diesem Tag 25 Jahre alt geworden. Die andere war 26 Jahre alt und mit einem Polizisten verheiratet, der beim Einsatz gegen den Amokläufer vom Tod seiner Frau erfahren hatte. Bei der zentralen Trauerfeier für die Opfer werden am Samstag bis zu 100.000 Besucher in Winnenden erwartet – darunter Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).
Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis hat sich Tim K. am Ende seiner Flucht mit einem Kopfschuss selbst getötet. Seine Leiche wurde bereits am Freitag freigegeben. Wann Tim K. beigesetzt wird, ist nicht bekannt.
Die Polizei prüft weiter, ob Tim K. die Tat im Internet angekündigt hat. Rech sagte, "vieles spricht dafür", dass in einem Web-Forum die Ankündigung gefälscht wurde. Dennoch werde derzeit der beschlagnahmte Computer der Mutter überprüft. Es gebe auch Hinweise, dass der 17-Jährige Internet-Cafés aufsuchte. Die Ermittler warten auf Informationen des in den USA ansässigen Betreibers des Online-Forums, um den Sachverhalt zu klären.
Rech räumte ein, dass es bei der Weitergabe von Informationen über die Internet-Ankündigung eine "Panne" gegeben habe. Allerdings mache er der Polizei keinen Vorwurf: "Ich halte den Ermittlungsbeamten zugute, dass sie persönlich bis an die Grenze der eigenen Belastbarkeit gearbeitet haben." Er ergänzte: "Da passiert schon einmal so etwas." Über personelle Konsequenzen mache er sich derzeit keine Gedanken.
- Datum 18.03.2009 - 07:49 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, 17.03.2009
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soooo, nochmal für alle zum mitschreiben:
es sind SOGENANNTE "Killerspiele", aber TATSÄCHLICH Ego-Shooter, die mal wieder ohne empirische Grundlage verantwortlich gemacht werden. Macht also keinen Sinn, von "sogenannten Ego-Shootern" zu reden.
So, jetzt wissma's wieder alle: "Es hat sich etwas angebahnt". Da schau' her. What the hell - und warum hat keiner was dagegen getan, wenn es "sich schon angebahnt hat"? Eltern - Lehrkräfte! - Mitschüler?
Und es sind halt wieder die Killerspiele, die müsse man verbieten. Aha, selber nix mit Internetfälschungen checken und dann aber halleluja pfeifen. Verbietet ruhig die Killerspiele, diese sind dann Selbstläufer im Netz. So was trauriges habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Wie hat Schimanski mal gesagt: "Keinen Arsch in der Hose, aber halleluja pfeifen!" Huch, Schimanski - so ein Negativvorbild. Und die Jugend ist sowieso verrottet, schlecht und blabla.
Werter Minister Oettinger, werte geneigte ministeriale Dummschwätzer: Fassen Sie sich doch mal an die eigene Nase! Was haben wir denn hier an den Schulen hoch drei: MOBBING! Und Lehrer, die sich wegdrehen, die nimmer hinschauen wollen. Genau - weil Druck von oben kommt! Das interne Schulsystem und die Hierarchie besteht doch nur aus draufhaun, stechen und Politik.
Und die Lehrkräfte (alle engagierten, die mitlesen jetzt auf die Schulter klopfen und sagen: "Guad bin i!") die sich einsetzen werden versetzt, verheizt oder sonst noch was. Die Lehrkräfte, die ihren Beruf wahrlich verfehlt haben werden auch wieder versetzt. In Bayern sogt ma: "Buachbinda-Wanninger".
Aber Hauptsach' mia an wieda guad beinand und hom a Ausred gfundn. A Ausred für das eigenen Versagen. Prost Mahlzeit!
Diese Formulierung scheint allgemeine Sprachregelung zu sein, was einem schon fast unheimlich ist. Sie impliziert etwas, was man gar nicht weiß, nämlich warum Tim K. das getan hat, was er getan hat und sich dann erschossen hat. Sie impliziert, dass er hauptsächlich ein Verbrechen begangen und in Anerkennung seiner Schuld dann "sich gerichtet hat". Vielleicht war aber eher der geplante Selbstmord die Hauptsache und der Amoklauf eine Aufschrei der Rache auf alles, was ihm die Welt angetan hat?
Wenn man das so sähe, dann müßte man nämlich auch die enorme Anzahl der Selbstmorde unter Jugendlichen sehen und die werden zwar nicht von einem Amokläufer erschossen, aber tot sind sie genauso. Das sind zwei Winnenden pro Monat, jeden Monat. Von ihnen redet irgendwie niemand.
Bringen die sich auch wegen "Killerspielen" um? Natürlich sind "Killerspiele" auch ein Ausdruck einer allgemeinen romantischen Gewaltfaszination, die ja auch aus allen Medien herausstarrt. Sowas kann einem sicherlich einen ausdruckstarken Abgang nahelegen, wenn man dann auch noch Zugang zu Waffen hat. Aber letztlich läuft niemand Amok, der nicht sein Leben wegwerfen will.
Und vielleicht sollte man auch mal dem Täter gedenken. In was für einer Situation muß jemand sein, in der ihm als einziger Ausweg der erscheint, zig Menschen und sich selbst zu töten? Das war eine soziale Katastrophe, in der es nur Opfer gab. Die wirklichen Täter leben noch und sind sich wahrscheinlich keiner Schuld bewußt.
uhuznaa schrieb:
"Das war eine soziale Katastrophe, in der es nur Opfer gab. Die wirklichen Täter leben noch und sind sich wahrscheinlich keiner Schuld bewußt."
Sei es nun Eltern, die eine Schusswaffe rumliegen ließen, wie Obst im Obstkorb, sei es Lehrkräfte, die bei mobbing immer noch das zielgerichtete: "Schaugn ma weg" haben, sei es unsere Politik"riege", die von Medienkompetenz keinen Peil haben, aber dazu jeweils das passende Programmle abspulen. Ehrlich gesagt ich kann es nicht mehr hören.
Als Mutter von zwei Ptt's (Pubertistenterrroristen), als Ausbilderin im Bereich Gewaltprävention kann ich dieses Dummgeschwätz der alt "gedienten" Riege nicht mehr hören.
Wisst's was: Ab ins Altersheim, Rollator um die Ecke schieben und Memoiren schreiben, die eh' keine Sau interessiert. Da lob' ich mir doch noch unser aller "Schmidt-Schnauze". By-the-way würde mich sehr interessieren, was Herr Schmidt dazu sagt.
...wer glaubt das denn?
Die öffentliche Presse möchte natürlich zu gern glauben, dass der reuige Täter die Schuld zuletzt nicht aushielt und sich selbst richtete. Wie mein Vorredner schon schrieb, alles stark behaftete Begriffe. Und natürlich darf und kann eine Polizei deren Aufgabe es ist die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten nicht zugeben, dass der Junge einfach erschossen wurde weil er anders nicht aufzuhalten war, auch um das bestehende Bild des Verrückten und Schuldigen aufrecht zu erhalten.
uhuznaa schrieb:
"Das war eine soziale Katastrophe, in der es nur Opfer gab. Die wirklichen Täter leben noch und sind sich wahrscheinlich keiner Schuld bewußt."
Sei es nun Eltern, die eine Schusswaffe rumliegen ließen, wie Obst im Obstkorb, sei es Lehrkräfte, die bei mobbing immer noch das zielgerichtete: "Schaugn ma weg" haben, sei es unsere Politik"riege", die von Medienkompetenz keinen Peil haben, aber dazu jeweils das passende Programmle abspulen. Ehrlich gesagt ich kann es nicht mehr hören.
Als Mutter von zwei Ptt's (Pubertistenterrroristen), als Ausbilderin im Bereich Gewaltprävention kann ich dieses Dummgeschwätz der alt "gedienten" Riege nicht mehr hören.
Wisst's was: Ab ins Altersheim, Rollator um die Ecke schieben und Memoiren schreiben, die eh' keine Sau interessiert. Da lob' ich mir doch noch unser aller "Schmidt-Schnauze". By-the-way würde mich sehr interessieren, was Herr Schmidt dazu sagt.
...wer glaubt das denn?
Die öffentliche Presse möchte natürlich zu gern glauben, dass der reuige Täter die Schuld zuletzt nicht aushielt und sich selbst richtete. Wie mein Vorredner schon schrieb, alles stark behaftete Begriffe. Und natürlich darf und kann eine Polizei deren Aufgabe es ist die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten nicht zugeben, dass der Junge einfach erschossen wurde weil er anders nicht aufzuhalten war, auch um das bestehende Bild des Verrückten und Schuldigen aufrecht zu erhalten.
egal warum und weshalb, weg mit dem zeug, wer braucht so was. bevor es diese killerspiele gab, hat es amokläufe in diesem ausmaß kaum gegeben.
außerdem die eltern bestrafen, denn ohne die pistole und der munition wären alle noch am leben.
Wenn Sie "Killerspiele" verbieten wollen, weil es davor keine Amokläufe gegeben haben soll, müssen Sie Ihr Handy auch wegwerfen. Bevor es "Killerspiele" gab, hat es die nämlich auch nicht in dem Ausmaß gegeben. Außerdem sollte die Sowjetunion wieder errichtet werden. Als es die noch gab, hat es auch weniger Amokläufe gegeben. /Ernst: on
Bitte legen Sie Quellen für die Behauptung vor, es habe früher weniger Amokläufe gegeben. Wenn Sie das getan haben, können Sie auf Stammtischniveau anfangen, diese mit "Killerspielen" zu korellieren.
P. S.: Niemand sollte Entscheidungen auf Stammtischniveau fällen.
Zum ersten: Ich muss schon sagen... sehr fundierte Aussage.
Zum zweiten: Wenigstens etwas brauchbarer Beitrag.
Manche denken jetzt sicher: "Oma, bist du's?"
mehr oder minder gleichzeitig mit den Egoshootern kam auch diese extreme medial Überschwemmung durch Massenmedien (Yellowpress / Privatfernsehen; obwohl die ÖR und ehemals respektierte Blätter wie der Spiegel da mittlerweile auch nicht mehr zurückstehen).
Sollen wir also parallel auch die Pressefreiheit einschränken?
NOCHMALS: Was spricht dagegen, dass Waffenbesitzer maximal 1 Magazin (für bspw Selbstverteidigung) zu Hause haben dürfen, alles andere muss an zentraler Stelle gelagert werden.
Kein normaler Mensch braucht 4.000 Schuss Munition & 15 Waffen zu Hause zur Selbstverteidigung
Ein einfaches Verbot von Killerspielen wird das Problem nicht lösen. Diese Art von Spiele sind wohl eher ein Symptom für die Brutalisierung der Gesellschaft, als ein Auslöser für diese. Wir bekommen den "Präventiv"-Krieg live von "embedded journalists" ins Wohnzimmer geliefert. Die Boulevardmedien wetteifern, wer die reißerischste Story schreibt. Die Bilder dazu werden, wenn es keine passenden gibt einfach mit dem Computer illustriert (Report Mainz Beitrag "Der Amoklauf und die Medien" in der ARD Mediathek). Hier müssen sich Politiker, die Medien und jeder Einzelne von uns seiner Verantwortung des eigenen Handels und dessen Auswirkung auf andere bewusst werden.
Früher war alles besser, als es Killerspiele nicht gab. Da hätte Tim stundenlang mit Zinnsoldaten gespielt, hätte sich wilde Spielzeugpistolengefechte mit den Jungs im Wald geliefert oder Phantasieindianer abgeknallt. Außerdem gab es für jede Generation von Männern einen zünftigen, echten Krieg. Wem das noch nicht reichte, um seine Soziopathie auszuleben, der fand Gleichgesinnte in Selbsthilfegruppen wie der SS.
Was meinen Sie, welches dieser Schundcomputerspiele mag wohl der Psychopath von Volkhoven (Anno 1964) gespielt?
Dieu me pardonnera, c'est son metier.(Heine)
Wenn Sie "Killerspiele" verbieten wollen, weil es davor keine Amokläufe gegeben haben soll, müssen Sie Ihr Handy auch wegwerfen. Bevor es "Killerspiele" gab, hat es die nämlich auch nicht in dem Ausmaß gegeben. Außerdem sollte die Sowjetunion wieder errichtet werden. Als es die noch gab, hat es auch weniger Amokläufe gegeben. /Ernst: on
Bitte legen Sie Quellen für die Behauptung vor, es habe früher weniger Amokläufe gegeben. Wenn Sie das getan haben, können Sie auf Stammtischniveau anfangen, diese mit "Killerspielen" zu korellieren.
P. S.: Niemand sollte Entscheidungen auf Stammtischniveau fällen.
Zum ersten: Ich muss schon sagen... sehr fundierte Aussage.
Zum zweiten: Wenigstens etwas brauchbarer Beitrag.
Manche denken jetzt sicher: "Oma, bist du's?"
mehr oder minder gleichzeitig mit den Egoshootern kam auch diese extreme medial Überschwemmung durch Massenmedien (Yellowpress / Privatfernsehen; obwohl die ÖR und ehemals respektierte Blätter wie der Spiegel da mittlerweile auch nicht mehr zurückstehen).
Sollen wir also parallel auch die Pressefreiheit einschränken?
NOCHMALS: Was spricht dagegen, dass Waffenbesitzer maximal 1 Magazin (für bspw Selbstverteidigung) zu Hause haben dürfen, alles andere muss an zentraler Stelle gelagert werden.
Kein normaler Mensch braucht 4.000 Schuss Munition & 15 Waffen zu Hause zur Selbstverteidigung
Ein einfaches Verbot von Killerspielen wird das Problem nicht lösen. Diese Art von Spiele sind wohl eher ein Symptom für die Brutalisierung der Gesellschaft, als ein Auslöser für diese. Wir bekommen den "Präventiv"-Krieg live von "embedded journalists" ins Wohnzimmer geliefert. Die Boulevardmedien wetteifern, wer die reißerischste Story schreibt. Die Bilder dazu werden, wenn es keine passenden gibt einfach mit dem Computer illustriert (Report Mainz Beitrag "Der Amoklauf und die Medien" in der ARD Mediathek). Hier müssen sich Politiker, die Medien und jeder Einzelne von uns seiner Verantwortung des eigenen Handels und dessen Auswirkung auf andere bewusst werden.
Früher war alles besser, als es Killerspiele nicht gab. Da hätte Tim stundenlang mit Zinnsoldaten gespielt, hätte sich wilde Spielzeugpistolengefechte mit den Jungs im Wald geliefert oder Phantasieindianer abgeknallt. Außerdem gab es für jede Generation von Männern einen zünftigen, echten Krieg. Wem das noch nicht reichte, um seine Soziopathie auszuleben, der fand Gleichgesinnte in Selbsthilfegruppen wie der SS.
Was meinen Sie, welches dieser Schundcomputerspiele mag wohl der Psychopath von Volkhoven (Anno 1964) gespielt?
Dieu me pardonnera, c'est son metier.(Heine)
ist die Bereitschaft, ja das Bemühen, die Antriebe und Motive des Täters in unpersönlichen, technokratischen Bereichen zu suchen und zu finden. Ist es wirklich wichtig festzustellen, ob der Täter seine Tat im Internet angekündigt hat oder nicht?? Sind Computerspiele, Waffengesetze usw. wirklich das Thema?
Entscheidend ist doch, daß der Täter nich irgendwo irgend jemanden getötet hat, sondern sich gezielt sein direktes und für ihn dominierendes soziales Umfeld gewählt hat. Wer das will, der kann ebenso gut mit dem Auto des Vaters in den Pausenhof rasen...
Also: Pistole hin, Internet her, solange wir uns den sozialen Fragen nicht stellen wollen, wird es keine Antworten geben.
uhuznaa schrieb:
"Das war eine soziale Katastrophe, in der es nur Opfer gab. Die wirklichen Täter leben noch und sind sich wahrscheinlich keiner Schuld bewußt."
Sei es nun Eltern, die eine Schusswaffe rumliegen ließen, wie Obst im Obstkorb, sei es Lehrkräfte, die bei mobbing immer noch das zielgerichtete: "Schaugn ma weg" haben, sei es unsere Politik"riege", die von Medienkompetenz keinen Peil haben, aber dazu jeweils das passende Programmle abspulen. Ehrlich gesagt ich kann es nicht mehr hören.
Als Mutter von zwei Ptt's (Pubertistenterrroristen), als Ausbilderin im Bereich Gewaltprävention kann ich dieses Dummgeschwätz der alt "gedienten" Riege nicht mehr hören.
Wisst's was: Ab ins Altersheim, Rollator um die Ecke schieben und Memoiren schreiben, die eh' keine Sau interessiert. Da lob' ich mir doch noch unser aller "Schmidt-Schnauze". By-the-way würde mich sehr interessieren, was Herr Schmidt dazu sagt.
Könnte nämlich auch meine sein.
Der Junge war zum Suizid entschlossen, allerdings zum erweiterten, der, ganz abstrakt, »die Gesellschaft« meinte, die ihn sich selbst als lebensunwert erleben ließ. Und das ist vorrangig die peergroup, die ihn nicht aufnahm, also die Schule (wo es auch einige Lehrer gegeben haben mag, die den Daumen gesenkt haben). Was nach der Flucht passierte, war wohl ein Resultat der vorangegangenen Taten, die ihn außerhalb der Gesellschaft katapultiert hatten. Von nun an war alles egal.
Ich glaube, daß es der sehr besonnene Zeuge Igor Wolf ist, der von dem Täter bedroht, ihn zwei Stunden durch die Gegend fuhr und mit ihm nicht nur reden, sondern auch weitere Taten verhindern konnte, der als einziger Aussagen über die Gefühlswelt des Tim K. machen kann. Jedem von uns wird sie verschlossen bleiben. Wir alle haben noch nie vor einem Selbstmordentschluß aus Verzweiflung und Rache gestanden, und kennen das Vakuum nicht, das da entsteht und das Ich und das Über-Ich aussaugt. Bis nur noch der Sog der Tat existiert, der letzten vor dem eigenen Verlöschen.
Den Politikern, die alles ins Verständliche und Regelbare hinabzerren, sei ins Stammbuch geschrieben: es sind nicht Spiele, die solche Taten anregen, sondern die real existirenden Fälle und deren mediale Verbreitung & Begleitung, die zum Vorbild dienen (wie ja die 52 Trittbrettfahrer im aktuellen Fall, die derlei Aktionen ankündigen, hinreichend belegen). Das sind alles Jungs, die auch nach Bedeutung gieren, und ähnlich frustriert sind wie Tim K., der zu erinem der seltenen Täter wurde.
Wenn ein depressiver Tatgeneigter dann auch noch als Jugendlicher schießen lernen darf und Waffen für ihn leicht greifbar sind, werden Gedankenspiele zur Realität.
Aber wir sollten alle Jugendlichen betrauern, die sich in dieser schwierigen Lebensphase umbringen. Wenn ich meine Tagebücher aus dieser Lebenszeit lese... Man war damals wirklich nah dran.
Könnte nämlich auch meine sein.
Der Junge war zum Suizid entschlossen, allerdings zum erweiterten, der, ganz abstrakt, »die Gesellschaft« meinte, die ihn sich selbst als lebensunwert erleben ließ. Und das ist vorrangig die peergroup, die ihn nicht aufnahm, also die Schule (wo es auch einige Lehrer gegeben haben mag, die den Daumen gesenkt haben). Was nach der Flucht passierte, war wohl ein Resultat der vorangegangenen Taten, die ihn außerhalb der Gesellschaft katapultiert hatten. Von nun an war alles egal.
Ich glaube, daß es der sehr besonnene Zeuge Igor Wolf ist, der von dem Täter bedroht, ihn zwei Stunden durch die Gegend fuhr und mit ihm nicht nur reden, sondern auch weitere Taten verhindern konnte, der als einziger Aussagen über die Gefühlswelt des Tim K. machen kann. Jedem von uns wird sie verschlossen bleiben. Wir alle haben noch nie vor einem Selbstmordentschluß aus Verzweiflung und Rache gestanden, und kennen das Vakuum nicht, das da entsteht und das Ich und das Über-Ich aussaugt. Bis nur noch der Sog der Tat existiert, der letzten vor dem eigenen Verlöschen.
Den Politikern, die alles ins Verständliche und Regelbare hinabzerren, sei ins Stammbuch geschrieben: es sind nicht Spiele, die solche Taten anregen, sondern die real existirenden Fälle und deren mediale Verbreitung & Begleitung, die zum Vorbild dienen (wie ja die 52 Trittbrettfahrer im aktuellen Fall, die derlei Aktionen ankündigen, hinreichend belegen). Das sind alles Jungs, die auch nach Bedeutung gieren, und ähnlich frustriert sind wie Tim K., der zu erinem der seltenen Täter wurde.
Wenn ein depressiver Tatgeneigter dann auch noch als Jugendlicher schießen lernen darf und Waffen für ihn leicht greifbar sind, werden Gedankenspiele zur Realität.
Aber wir sollten alle Jugendlichen betrauern, die sich in dieser schwierigen Lebensphase umbringen. Wenn ich meine Tagebücher aus dieser Lebenszeit lese... Man war damals wirklich nah dran.
Solange unsere politischen Eliten zu den denkbar einfachsten Erklärungen greifen ("es hat sich angebahnt", zuerst im internet, leider falsch vermutet, Herr Rech!, jetzt: angebahnt auf der Schiene der "Killerspiele", wohl auch nicht besser), wird es um jeden tatsächlich Gefährdeten, dessen Fall immer ein Einzelfall ist und sich durch Stereotype eben nicht erklären lässt, schlecht bestellt bleiben.
Mit dieser unglaublich vereinfachenden Sicht ist der nächste "unvorhersehbare" Amoklauf vorprogrammiert.
Offenbar hatten nicht nur die Eltern, sondern auch Profis, nämlich die Therapeuten der Klinik, die Gefahr völlig unterschätzt, Herr Rech. Ohne Killerspiele wird aber die offensichtliche Bahn zum Amoklauf unterbrochen.... Wenn es so einfach ist, sollten wir es auf einen Feldversuch ankommmen lassen und die Spiele einfach mal verbieten. Aber bitte nicht wundern, wenn der simple Plan nicht aufgeht.
Na klar, die "Killerspiele". Wenigstens werden die Waffen auch erwähnt. Denn ein Zusammenhang mit den "Killerspielen" ist fachlich bestenfalls umstritten. Ein klarer Zusammenhang besteht allerdings im Zugang zu legalen Schusswaffen. Auch der Amokläufer von Erfurt war im Schützenverein: einer Ansammlung von Menschen die in ihrer Freizeit gerne mit ECHTEN Mordinstrumenten rumspielen und diese gerne in großen Mengen im Keller sammeln. Auch Tim K. war Sohn eines solchen Waffennarren. Das Problem scheint daher nicht das Gedaddel der Kinder zu sein, sondern die morbide Begeisterung hunderttausender erwachsener Männer für Tötungswerkzeuge. Offenbar ziehen diese Herren die psychisch Kranken und Problembeladenen magisch an. Ich schlage vor, den rechtlichen Status solcher Vereine zu überdenken, von gemeinnützig kann ja wohl keine Rede mehr sein, nach zwei Massakern, verübt von Teenagern, denen das "soziale" Engagement solcher Vereine zuteil wurde.
Dieu me pardonnera, c'est son metier.(Heine)
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