Nach dem Amoklauf Debatte um Waffenrecht geht weiter
Politiker streiten über die Konsequenzen aus dem Amoklauf. In Winnenden versuchen Schüler und Lehrer, ein wenig Normalität zurückzugewinnen. Der Unterricht beginnt wieder
Die Schüler der Albertville-Realschule sollen sich in Gemeinde- und Sporthallen der näheren Umgebung zum Unterricht treffen, der von Psychologen begleitet wird. Die Teilnahme bleibt jedoch freiwillig. Das Schulhaus bleibt vorerst geschlossen.
Der 17-jährige Tim K., ein ehemaliger Schüler der Albertville-Schule, hatte am vergangenen Mittwoch im Schulgebäude und auf der Flucht 15 Menschen erschossen, bevor er sich selbst tötete . Das Motiv für seine Tat ist immer noch unklar. Anhaltspunkte für die Suche danach könnten Killerspiele und Gewaltpornos liefern, die Ermittler auf dem heimischen PC des Todesschützen gefunden haben. Solche Darstellungen standen auch nach früheren Amokläufen, etwa in Emsdetten und Erfurt, im Mittelpunkt der Debatte um die möglichen Gründe für die Tat. Ihre Rolle ist jedoch umstritten.
Unterdessen debattieren Politiker weiter über die Konsequenzen, die aus dem Amoklauf zu ziehen seien . Während sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für schärfere Kontrollen von Waffenbesitzern starkmachte, nannte die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Roth, diesen Vorschlag unzureichend. "In Deutschland befinden sich rund sieben Millionen gefährliche Schusswaffen legal in privater Hand. Bei dieser Zahl kann die Forderung nach Winnenden nur lauten: Abrüstung und Entwaffnung!", sagte sie in der Fernsehsendung MDR aktuell . Die Politik müsse ein Zeichen setzen zum Schutz der Kinder und gegen die Interessen der Waffenlobby.
Einem Zeitungsbericht zufolge hat der Amokläufer nicht regelmäßig im Schützenverein seines Vaters trainiert. "Der Jugendliche hat nur ein Mal im Oktober 2008 auf der Pistolenschießbahn im Beisein des Vaters mit dessen Neun-Millimeter-Pistole geschossen", sagte Detlef Lindacher, Vorstandsvorsitzender des Schützenvereins SSV Leutenbach, den Stuttgarter Nachrichten . Drei Wochen vor der Bluttat wollen Zeugen den 17-Jährigen dann mit einer großkalibrigen Waffe auf der Schießbahn gesehen haben. Der entsprechende Eintrag im Schießbuch fehle aber.
Die vermeintliche Ankündigung des Blutbads im Netz sorgt weiter für Wirbel. Die Betreiber der betroffenen Internetseite krautchan.net sprachen von einer Fälschung und vermuteten den Urheber in Düsseldorf. Ob er tatsächlich dafür verantwortlich ist, muss die Kontrolle der IP-Adresse des Computers ergeben.
Streit zwischen Ermittlern und Eltern gibt es darüber, ob Tim K. psychotherapeutisch behandelt wurde . Das könnte Einfluss auf mögliche strafrechtliche Ermittlungen gegen den Vater des Amokläufers haben. Der Sohn des Sportschützen hatte die Bluttat mit einer Beretta begangen, die im Schlafzimmer der Eltern statt im Waffenschrank lag.
- Datum 16.03.2009 - 16:09 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 4
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Wie viele Kinder und unschuldige Bürger sollen noch hingerichtet werden?
Hingerichtet im Sinne einer Auffassung von "Freiheit", die es erlaubt, Waffen zu besitzen?
Jeder Tote an der innerdeutschen Grenze wurde beweint und bemitleidet und das System der Grenzsicherung der DDR als inhuman und menschenfeindlich gebrandmarkt - was es ja auch war.
Ist dieses freiheitlich-demokratische Rechtssystem aber humaner, in dem es den Waffenbesitz per Gesetz legalisiert?
Jeder Tote an der innerdeutschen Grenze war ein Toter zu viel - wie viele Tote aber kommen durch den Privatbesitz an Schusswaffen auf einen Mauer-Toten?
Stellt sich nur noch die Frage der Schuld:
Im Osten war es die Politik einer Führungsclique, die fernab jeglicher objektiver Realität ein Volk zu regieren versuchte.
Im Westen ist man vom Willen der Mehrheit noch weiter entfernt.
Wenn unsere Politiker schon nicht den "Arsch in der Hose" haben, eindeutig Stellung zu beziehen, dann sollten sie das Volk per Volksabstimmung entscheiden lassen!
Der Unterschied zwischen einem Mauer-Toten und einem toten Schüler besteht darin, dass die Mauer-Toten wussten, worauf sie sich einließen und eine Alternative hatten - den Ausreiseantrag.
Welche Alternative haben wir, die Menschen, die täglich auf die Straße gehen müssen?
Eigentlich haben wir keine Alternative - außer bei der nächsten Wahl denen die Stimme zu verweigern, die uns weiterhin ins offene Messer laufen lassen.
Wie war das doch, Frau Merkel:
Wir sind das Volk und Schwerter zu Pflugscharen oder waren Sie damals aus Angst etwa nicht dabei?
Natürlich wird zu Aktionismus gegriffen und natürlich kann es passieren, dass Falschmitteleiungen auch von einem Innenminister öffentlich bekannt gegeben werden. Das hängt zum Einen mit der Art des Verbrechens, welches schockt und empört, und zum Anderen mit unserer gesellschaftlichen Informationsgier ohne Grenzen zusammen.
Wo die Vergleichbarkeit mit Mauertoten liegt, ist mir nicht klar, in meinen Augen ist ein solcher Vergleich gegenüber beiden, die umgekommen sind, respektlos - oder schweben Sie noch immer in einer DDR-Nostalgie ?
...eine Gesellschaft, die sich dazu hergibt, die Interessen einer Minderheit in den Vordergrund zu stellen und sich somit über die Sicherheit und die körperliche und geistige Unversehrtheit der Mehrheit hinweg setzt.
Es ist keine Respektlosigkeit, beide Zahlen zu vergleichen, weil dieser Vergleich zwar unterschiedliche Ausgangssituationen beinhaltet und unterschiedliche Geschichts- und Rechtsauffassungen trägt, aber die Opfer eine Gemeinsamkeit besitzen:
Es sind Opfer verfehlter Innen- und Sicherheitspolitik - das ist so tragisch, wie wahr!
Was hier und heute passiert, das ist gegenüber der Bevölkerung ohne Respekt:
Der persönliche Besitz von Waffen zum Zweck der Freizeitgestaltung, aber nicht zum Schutz der eigenen Person.
Das können Sie nur vergleichen, wenn Sie die Ideologie der DDR und die Staatsraison der DDR für richtig halten und auf die Bundesrepublik übertragen. Wenn dem so ist, sind Ihre Kommentare allerdings eh von vorneherein unbrauchbar!
Das können Sie nur vergleichen, wenn Sie die Ideologie der DDR und die Staatsraison der DDR für richtig halten und auf die Bundesrepublik übertragen. Wenn dem so ist, sind Ihre Kommentare allerdings eh von vorneherein unbrauchbar!
Das können Sie nur vergleichen, wenn Sie die Ideologie der DDR und die Staatsraison der DDR für richtig halten und auf die Bundesrepublik übertragen. Wenn dem so ist, sind Ihre Kommentare allerdings eh von vorneherein unbrauchbar!
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