Kunstmesse Art Dubai zwischen Umsatz und Anspruch
In den kommenden Jahren sollen Kunst und Kultur in mehreren Staaten der Vereinigten Emirate an Bedeutung gewinnen. Die Art Dubai ist dafür das Aushängeschild
Krise, Krise, Krise. Auf der Art Dubai können die Veranstalter das Wort kaum noch hören. Für vier Tage möchten sie das Schreckgespenst, das die in den vergangenen Jahren boomende Immobilienbranche des Landes schwer getroffen hat , einfach aussperren. Hinter vorgehaltener Hand erzählen sie von Journalisten, die mit dem festen Vorhaben nach Dubai reisen, die düsteren Prognosen einfach fortzuschreiben.
Wer mit dem Auto durch die Stadt am Persischen Golf fährt, vorbei an all den prestigeträchtigen Wolkenkratzern, Shoppingmalls und Vorzeigebauten, merkt von einer stockenden Entwicklung wenig. Kaum ein Fleck, an dem nicht gebaut wird, kaum ein Ausblick, der nicht an der einen oder anderen Stelle von einem Baukran verstellt ist. Rege Betriebsamkeit herrscht selbst in der Nacht. Überall prangen vor dem geistigen Auge Hinweisschilder: Burj Dubai, der höchste Turm der Welt, Dubai Mall, das größte Einkaufszentrum, der höchste Springbrunnen.
Gegenüber dieser zur Schau gestellten Gigantomanie nimmt sich die Ausstellungsfläche der Art Dubai im Madinat Jumeirah Hotel bescheiden aus. Zwei Säle sind für die Galeristen reserviert. Dennoch ist die Kunstmesse in ihrem dritten Jahr besser aufgestellt denn je. Rund 70 Galerien aus aller Herren Länder haben Stände bezogen – darunter L & M Arts aus New York, die Galerie Thomas aus München oder Gimpel Fils aus London. Viele von ihnen sind am Ende mit dem Geschäft zufrieden.
"Was unsere Messe einzigartig macht, ist schon allein die Lage", sagt John Martin, Direktor der Art Dubai. "Im Umkreis von drei Flugstunden gibt es keine andere bedeutende internationale Messe, dafür aber viel Kunst in dieser Region." Tatsächlich hat sich die Art Dubai innerhalb von zwei Jahren zur bedeutendsten Messe im arabischen Raum entwickelt. Die Direktoren der großen Museen halten hier Ausschau nach zeitgenössischer Kunst aus den islamischen Ländern. Als Martin als Galerist aus London 2007 die erste Kunstschau in Dubai organisierte, hätte er das nicht zu hoffen gewagt. Die Region verändere sich rasend schnell, und damit die Kunst. "Wir versuchen Schritt zu halten oder besser noch einen Schritt voraus zu sein, uns vorzustellen, was kommen könnte. Deshalb versuchen wir die Kunst-Plattform ebenso wie die Auswahl der vertretenen Galerien so offen wie möglich zu halten."
Ähnlich wie die ungleich größere Art Basel wird auch die Art Dubai von einem " Global Art Forum " begleitet, in dem neben den wichtigsten Galeristen und Kunstmaklern der islamischen Gegenwartskunst Museumsdirektoren wie Glenn Lowry vom New Yorker MoMA oder Max Hollein vom Städel in Frankfurt vertreten sind. "Die Idee ist es, auf diese Weise eine Akademie des intellektuellen Austauschs zu schaffen", erläutert Michael Schindhelm, der zwar nicht direkt mir der Art Dubai verbunden ist, aber als Kulturmanager der Regierung in Dubai in den vergangenen Jahren die Messe sehr genau verfolgt hat.
Als Kulturmanager sieht er die entscheidende Aufgabe der kommenden Jahre im Übergang von der "Hardware zur Software". Es gehe darum, die Gebäude mit Inhalten zu füllen. "Wir möchten öffentliche Räume schaffen, in denen die Menschen, die in dieser Stadt leben, einen kulturellen Austausch pflegen können." Die Art Dubai könnte ein Mosaiksteinchen dieser Entwicklung sein. Schon jetzt sind zahlreiche Galerien der Stadt auf der Messe vertreten. Die von mehreren Golfstaaten initiierte Kunstwoche Contemparabia , die die Biennale in Sharjah mit der Art Dubai verbindet und auf weitere kulturelle Veranstaltungen in Doha und Abu Dhabi aufmerksam macht, könnte ein Weiteres sein.
- Datum 24.03.2009 - 19:55 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Welch eine schizophrene Gesellschaft und noch viel schlimmer – keiner der hier involvierten Ausländer scheint sich für einen verantwortlichen Dialog und kulturellen zu engagieren.
"Was unsere Messe einzigartig macht, ist schon allein die Lage"
Die Lage, ja natürlich – die Abwesenheit von jeglicher Nachhaltigkeit und die Tatsache, daß es sich hier um das Land mit dem weltweit höchsten ökologischen Fußabdruck handelt, macht dies natürlich zu einer "Prime Location".
Der Aufruf diverser Menschrechtsorganisationen sich einmal näher mit der Situation derjenigen, die diese Kunstpaläste tatsächlich bauen, zu beschäftigen fällt ebensowenig ins Gewicht.
Als wenn die Situation der Journalisten bzw. Wissenschaftler, die verzweifelt versuchen sich hier kritisch zu äußern nicht schon schlimm genug wäre, aber jetzt auch noch Kunst mit Zensur – ach bitte nicht!
Na ja, vielleicht kann man den Menschenhandel ja mal "künstlerisch" verewigen!
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