US-Rettungspläne Die Fed ist die "Bad Bank"

US-Finanzminister Timothy Geithner will die Banken von faulen Krediten befreien. Doch genau das tut die Notenbank bereits - bislang ohne rechte Wirkung

Es ist noch nicht lange her, da führte die Öffentlichkeit eine heiße Diskussion über die Vor- und Nachteile einer "Bad Bank". In den USA plant US-Finanzminister Geithner, ein solches Institut einzurichten, um die Geschäftsbanken von ihren faulen Krediten zu erlösen. Wie genau die Bad Bank funktionieren soll, will er an diesem Montag verkünden. 

Dabei gibt es eine solche Bad Bank schon. Es ist die Notenbank selbst, die Fed. Mit einem Paukenschlag hat ihr geldpolitisches Gremium in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass sie weitere Papiere im Wert von mehr als einer Billion Dollar aufkaufen will – ein großer Teil davon basiert auf faulen Krediten.

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Das Programm der Notenbank zur Stabilisierung der Asset Backed Securiets, also jener Papiere, die die ganze Krise erst verursacht haben, stockte sie von 500 Milliarden auf 1,25 Billionen Dollar auf. Das Programm für Agencies, also die Papiere, die von Freddie Mac und Fannie Mae emittiert werden, verdoppelte sie locker von 100 auf 200 Milliarden Dollar.

Hinzu kommt der neue Plan, Staatsanleihen im Wert von 300 Milliarden Dollar aufzukaufen. Das sind immerhin etwa fünf Prozent aller US-Staatsanleihen, die am Markt zu haben sind.

Das alles sind Beträge, die zusätzlich zu den bislang beschlossenen Summen ausgegeben werden. Das Gesamtvolumen ist nun fast nicht mehr zu überblicken. Aber das ist auch gar nicht notwendig. Die 1.150.000.000.000 Dollar, die nun neu im Spiel sind, sind beeindruckend genug.

Es scheint wie ein Spiel, das sich einem fulminanten Showdown nähert. Fed-Präsident Bernanke hat in den Jahren 2002 bis 2004 eine Reihe an Maßnahmen aufgezeigt, die eine Notenbank umsetzen kann, falls die Zinsen bereits auf Null gefallen und weitere Zinsschritte nicht mehr möglich sind. Zu ihnen zählt der Aufkauf von Papieren durch die Notenbank, der zu einer massiven Ausweitung der Bilanz führt.

Leser-Kommentare
  1. 1. ...

    All-in mit 2 7...?! lol

  2. 1. Die Fed-Notenbank kauft auf dem freien Markt laufend ihre eigenen Staatsanleihen zurück und druckt dafür Dollar im Gegenwert.
    2. Geithner arbeitet nicht mehr für die Fed. Er ist der Finanzminister, der jetzt aus Steuergeldern zusammen mit privatem Kapital den Banken die "toxischen" Schulden- und Hypothekenpakete abkaufen wird.

  3. Das Land ist doch nur ein Polizeistaat auf Pump gebaut.

  4. "bislang ohne rechte Wirkung."
    Ich geb ja zu dass ich evtl. nicht ganz mitrden kann, da ich kein studierter Ökonom bin, aber was wäre denn eine rechte Wirkung und wie schnell kann diese realistisch eintreffen?

    Ich meine man sollte mal schauen was die bislang (in meinen Augen eh schon unverhältnismässig zu hohen) Konjunkturmassnahmen überhaupt bewirken?

    Ich persönlich habe das Gefühl (und meine Intutition hat mich bisher selten falsch beraten), dass momentan weltweit die Steuerzahler - durch unverhältnismäßige Panikmache begründet - abkassiert werden...

    • Anonym
    • 23.03.2009 um 15:04 Uhr

    Ich fühle mich zu der Annahme hingerissen das die Menschheit aktuell in allen Bereichen Überkapazitäten hat, sei es Produktion, Weltbevölkerung oder Umweltzerstörung.
    Den Grund sehe ich in einer falschen Grundannahme unseres Wirtschaftssystem: Das die Wirtschaft dauerhaft (mit kleinen Einbrüchen) und mit gleichen Zuwachsraten wächst. Mathematisch dargestellt würde das exponentielles Bedeuten B(t)=B(0)*a^t.
    Betrachtet man aber die Zuwachsraten seit dem zweiten Weltkrieg, so kommt man zu dem Schluss das es entweder beschränktes oder logistisches Wachstum sein muss, in der Ökonomie nennt man das Phänomen abnehmender Zuwachsraten mit zeitlichem Verlauf "Basiseffekt".

    Aber die Medien schüren Panik, sobald das prozentuale Wachstum abnimmt. Dementsprechend wird die unrealistische Annahme nicht korrigiert.

    Vielleicht muss unsere Wirtschaft gesundschrumpfen und wir brauchen keine Konjunkturmaßnahmen, da diese die nächste Blase befördern.

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