US-Rettungspläne Die Fed ist die "Bad Bank"Seite 2/2
Die Bilanzsumme der Fed stieg innerhalb weniger Wochen von unter 900 Milliarden auf zwischenzeitlich mehr als 2,2 Billionen Dollar. Hinzu kommen nun weitere 1,15 Billionen Dollar. Das ist, als hätte Bernanke beim Pokern ein "All in" gefordert. In einem Schritt der Verzweiflung wirft er alle Karten, die er hat, auf den Tisch – in der Hoffnung, dass sein Blatt doch nicht so schlecht sei.
Scheitert Bernanke, bleiben ihm kaum noch Mittel – es sei denn, er will seinem Spitznahmen "Helikopter-Ben" Ehre machen und das Geld per Abwurf aus der Luft unter die Leute bringen. Angesichts der bereits zur Krisenbekämpfung aufgewendeten Summen würde das aber auch nicht viel helfen.
Man muss Bernanke in einem weiteren Punkt kritisieren. Er betreibt eine katastrophale Kommunikationspolitik. Vor wenigen Tagen hat er bei einer Anhörung vor dem Kongress das Ende der Rezession noch für das Jahr 2009 in Aussicht gestellt und für 2010 wieder einen gesunden Aufschwung prognostiziert. Nun beschließt er Maßnahmen, die eher darauf hindeuten, dass die US-Volkswirtschaft zur Hälfte bereits über dem Abgrund schwebt und die Fundamente immer weiter wegbrechen.
Es sieht so aus, als werde die Unabhängigkeit der Notenbank den Ängsten des Finanzministers untergeordnet. Die Sprunghaftigkeit der Fed-Offiziellen, deren Worte häufig nicht zu ihren Taten passen, verstärken diesen Eindruck. Timothy Geithner ist für seinen ersten, noch sehr unkonkreten Plan zur Rettung der Banken harsch kritisiert worden. Vielleicht widerlegen die Details, die er jetzt präsentieren will, die Argumente seiner Kritiker. Sehr wahrscheinlich ist das nicht.
Conrad Mattern ist Vorstand der Conquest Investment Advisory AG und Lehrbeauftragter an der Ludwig-Maximilians-Universität, München. Auf ZEIT ONLINE beleuchtet er immer montags die aktuelle Entwicklung an den Finanzmärkten.
- Datum 31.08.2009 - 16:20 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, 23.3.2009 - 12:24 Uhr
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All-in mit 2 7...?! lol
1. Die Fed-Notenbank kauft auf dem freien Markt laufend ihre eigenen Staatsanleihen zurück und druckt dafür Dollar im Gegenwert.
2. Geithner arbeitet nicht mehr für die Fed. Er ist der Finanzminister, der jetzt aus Steuergeldern zusammen mit privatem Kapital den Banken die "toxischen" Schulden- und Hypothekenpakete abkaufen wird.
Das Land ist doch nur ein Polizeistaat auf Pump gebaut.
"bislang ohne rechte Wirkung."
Ich geb ja zu dass ich evtl. nicht ganz mitrden kann, da ich kein studierter Ökonom bin, aber was wäre denn eine rechte Wirkung und wie schnell kann diese realistisch eintreffen?
Ich meine man sollte mal schauen was die bislang (in meinen Augen eh schon unverhältnismässig zu hohen) Konjunkturmassnahmen überhaupt bewirken?
Ich persönlich habe das Gefühl (und meine Intutition hat mich bisher selten falsch beraten), dass momentan weltweit die Steuerzahler - durch unverhältnismäßige Panikmache begründet - abkassiert werden...
Ich fühle mich zu der Annahme hingerissen das die Menschheit aktuell in allen Bereichen Überkapazitäten hat, sei es Produktion, Weltbevölkerung oder Umweltzerstörung.
Den Grund sehe ich in einer falschen Grundannahme unseres Wirtschaftssystem: Das die Wirtschaft dauerhaft (mit kleinen Einbrüchen) und mit gleichen Zuwachsraten wächst. Mathematisch dargestellt würde das exponentielles Bedeuten B(t)=B(0)*a^t.
Betrachtet man aber die Zuwachsraten seit dem zweiten Weltkrieg, so kommt man zu dem Schluss das es entweder beschränktes oder logistisches Wachstum sein muss, in der Ökonomie nennt man das Phänomen abnehmender Zuwachsraten mit zeitlichem Verlauf "Basiseffekt".
Aber die Medien schüren Panik, sobald das prozentuale Wachstum abnimmt. Dementsprechend wird die unrealistische Annahme nicht korrigiert.
Vielleicht muss unsere Wirtschaft gesundschrumpfen und wir brauchen keine Konjunkturmaßnahmen, da diese die nächste Blase befördern.
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