Autoindustrie Arabischer Staatsfonds steigt bei Daimler ein

Abu Dhabi wird zum wichtigsten Anteilseigner des Stuttgarter Autobauers Daimler. Über eine Investmentgesellschaft übernimmt das Emirat 9,1 Prozent der Aktien

Das Emirat Abu Dhabi steigt mit 1,95 Milliarden Euro beim Stuttgarter Autobauer Daimler ein. Das entspricht einem Anteil von 9,1 Prozent an dem Konzern. Abgewickelt wird das Geschäft über Aabar, eine vom Staatsfonds International Petroleum Investment Company (IPIC) kontrollierte Investmentgesellschaft. Am Montagmittag wollen sich Daimler-Chef Dieter Zetsche und der Aabar-Vorsitzende Khadem Al Qubaisi zu weiteren Einzelheiten des Deals äußern.

Am Sonntagabend hatte Daimler in einer Pflichtveröffentlichung über die Beteiligung informiert. Diese geschieht durch die Ausgabe neuer Aktien, durch deren Kauf 1,95 Milliarden Euro in Daimlers Kasse fließen. Damit verweist Abu Dhabi als nun größter Anteilseigner den zweiten arabischen Investor bei Daimler, Kuwait, auf den zweiten Platz. Das Emirat Kuwait ist bereits mit 7,6 Prozent an der deutschen Traditionsfirma beteiligt.

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Bei einer stillen Teilhabe Aabars soll es nicht bleiben. Beide wollen strategisch zusammenarbeiten: Gemeinsam soll die Entwicklung von Elektroautos sowie von Verbundwerkstoffen vorangetrieben werden. "Über konkrete Projekte wird gerade gesprochen", sagte ein Sprecher. In Abu Dhabi selbst soll ein Ausbildungszentrum für junge Ingenieure gegründet werden. Finanziert werden soll dies nicht zuletzt mit dem Milliardenerlös der Kapitalerhöhung.

Mit den knapp zwei Milliarden Euro aus dem Einstieg stärke Daimler seine Kapitalbasis und bekomme zusätzlich Flexibilität für Investitionen in neue Fahrzeugtechnologien, erklärte der Konzern. "Wir freuen uns sehr, in Aabar einen neuen Großaktionär begrüßen zu können, der unsere Unternehmensstrategie unterstützt und mit uns gemeinsam strategische Projekte auf den Weg bringt", sagte Zetsche. Ähnlich äußerte sich der Aabar-Verwaltungsratschef Khadem Al Qubaisi: "Wir sind erfreut, dass wir die Möglichkeit zu diesem Investment bekommen haben."

Einfluss auf die Unternehmensstrategie von Daimler will IPIC nicht nehmen. "Das Management macht einen hervorragenden Job, wir wollen von ihnen lernen und werden uns aus dem Tagesgeschäft heraushalten." Neben dem Management lobte Al Qubaisi auch die Daimler-Fahrzeuge: "Das sind die besten Autos der Welt."

Leser-Kommentare
    • peto1
    • 23.03.2009 um 8:22 Uhr

    Das gehört auch zum Globalisierung.

    • Chali
    • 23.03.2009 um 8:36 Uhr

    Dass die FDP das mitmacht!

  1. Kann nicht jemand bei dem Fond anrufen und denen sagen, dass Opel auch einen Investor sucht?
    Denn wenn die Investoren dass wüsssten, wären sie doch dort bestimmt eingestiegen? Ist doch so ein gesundes Unternehmen. Aber nee, besser nicht anrufen. So macht unser Staat den Riesenreibach bei Opel. Meine Vorfreude auf meinen Teil vom Riesengewinn ist unermesslich

  2. 4. Opel

    Das Problem im Moment ist wohl weniger Opel als General Motors: Wenn die Unternehmen getrennt werden könnten wäre Opel ein Kandidat für Tata-Motors. Aber es gibt ja
    1. keine Möglichkeit, sich zu beteiligen; nur alles oder nichts und
    2. welche Altlasten - auch von General Motors - sind zu übernehmen: welche Leuchen gibt's im Keller sowie
    3. wer verfügt real über die Patente und andere Rechte.

    Das Problem dürfte wohl sein: General Motors wurde an die Wand gefahren und Opel gehört mit dazu, es hört sich nur noch deutsch an.

    M. Flöger

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    ...außer Wirklichkeitsverweigerung bei Politikern und Gewerkschaften.

    Wer schlau war hat sich schon bei der letzten Opel-Krise einen neuen Arbeitgeber gesucht.

    ...außer Wirklichkeitsverweigerung bei Politikern und Gewerkschaften.

    Wer schlau war hat sich schon bei der letzten Opel-Krise einen neuen Arbeitgeber gesucht.

  3. ...außer Wirklichkeitsverweigerung bei Politikern und Gewerkschaften.

    Wer schlau war hat sich schon bei der letzten Opel-Krise einen neuen Arbeitgeber gesucht.

    Antwort auf "Opel"
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    sondern Kalkül. Die Jungs DA OBEN wissen besser als wir normale Bürger, was los ist. Mit DA OBEN sind auch diese Gewerkschafter gemeint, die Arm in Arm mit den Politikgrößen auf den Bildschirmen zu sehen sind.
    Es ist für mich entsetzlich mit anzusehen, wie diese Kaste auf den drohenden Untergang reagiert.
    Bin ich eigentlich der Einzige, der langsam richtig Angst bekommt?

    sondern Kalkül. Die Jungs DA OBEN wissen besser als wir normale Bürger, was los ist. Mit DA OBEN sind auch diese Gewerkschafter gemeint, die Arm in Arm mit den Politikgrößen auf den Bildschirmen zu sehen sind.
    Es ist für mich entsetzlich mit anzusehen, wie diese Kaste auf den drohenden Untergang reagiert.
    Bin ich eigentlich der Einzige, der langsam richtig Angst bekommt?

  4. und warum ginge das nicht mit einem deutschen Staatsfond, der den Steuerzahlern gehören würde !?

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    Es geht doch nicht um die Wirtschaft, sondern nur um Wählerstimmen. Und sich jetzt bei Mercedes zu beteiligen würde eine Lawine nach sich ziehen. Außerdem müsste unser Staat dann bald ein eigenes Ministerium für Staatsfonds einrichten, denn dann kämen alle.

    Es geht doch nicht um die Wirtschaft, sondern nur um Wählerstimmen. Und sich jetzt bei Mercedes zu beteiligen würde eine Lawine nach sich ziehen. Außerdem müsste unser Staat dann bald ein eigenes Ministerium für Staatsfonds einrichten, denn dann kämen alle.

  5. sondern Kalkül. Die Jungs DA OBEN wissen besser als wir normale Bürger, was los ist. Mit DA OBEN sind auch diese Gewerkschafter gemeint, die Arm in Arm mit den Politikgrößen auf den Bildschirmen zu sehen sind.
    Es ist für mich entsetzlich mit anzusehen, wie diese Kaste auf den drohenden Untergang reagiert.
    Bin ich eigentlich der Einzige, der langsam richtig Angst bekommt?

  6. Es geht doch nicht um die Wirtschaft, sondern nur um Wählerstimmen. Und sich jetzt bei Mercedes zu beteiligen würde eine Lawine nach sich ziehen. Außerdem müsste unser Staat dann bald ein eigenes Ministerium für Staatsfonds einrichten, denn dann kämen alle.

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