Die internationalen Fußballverbände haben ihre Ablehnung in einer schriftlichen Erklärung zum Ausdruck gebracht: "Die führenden Organe von Fifa und Uefa lehnen die Haltung der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) zur Meldepflicht und speziell zur genauen Nennung der Aufenthaltsorte von Mannschaftssportlern ab", hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung, die am Dienstagabend im Anschluss an eine Uefa-Exekutivsitzung veröffentlicht wurde.

Fußball-Profis müssen seit Beginn des Jahres ihre Aufenthaltsorte für mögliche Dopingproben fortlaufend drei Monate im Voraus angeben. Diese Regelung war unter anderem vom deutschen Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack als unverhältnismäßig kritisiert worden. "Der Zweck ist positiv. Aber es wird teilweise massiv ins Privatleben eingegriffen", hatte Ballack von seinen Erfahrungen mit dem computergestützten System berichtet. "Teilweise ist das System auch ein nervendes Instrument, was die Privatsphäre verletzt", urteilte Philipp Lahm.

Die Wada reagierte enttäuscht und mit deutlichen Worten auf die Erklärung der beiden Verbände. "Eines der Grundprinzipien effizienter Doping-Kontrollen ist der Überraschungseffekt und die Möglichkeit, einen Athleten ohne vorherige Ankündigung 365 Tage im Jahr testen zu können", sagte Wada-Präsident John Fahey. Die Forderung von Fifa und Uefa, dass Tests nur an Trainingsstätten und nicht während der Ferienzeiten durchgeführt werden sollten, "ignoriert die Realität des Dopings im Sport".

Zur Begründung der Ablehnung wiesen Fifa und Uefa auf die "fundamentalen Unterschiede" zwischen Individualsportlern, die alleine trainieren, und Teamathleten, die "an sechs von sieben Tagen der Woche im Stadion präsent sind" und dadurch leicht zu erreichen seien. Das individuelle Meldesystem solle daher für Teamsportler durch ein Mannschafts-Meldesystem ersetzt werden, von dem nur gesperrte oder verletzte Spieler ausgenommen seien. Während der Saisonpause sollten Fußballer in ihrer "kurzen Urlaubsphase" grundsätzlich nicht den Meldeauflagen unterliegen.

Fifa und Uefa kritisierten den "fehlenden Respekt vor dem Privatleben der Spieler". Zwischen 25.000 und 30.000 Dopingtests pro Jahr belegten, dass der Anti-Doping-Kampf im Fußball mit aller Konsequenz betrieben werde. Im "Geiste des gemeinsamen Kampfes gegen Doping" werde die Wada aufgefordert, die neue Regelung zu überdenken.