Integration Wanderer zwischen zwei Welten

Mehr als 16.000 Nordkoreaner leben im Bruderstaat Südkorea. Schlecht gerüstet für ein Leben in einem hochtechnisierten Land, versuchen sie, ihre Identität zu finden

Die Schule

Die Sennet-Schule in Seoul befindet sich nur wenige Minuten von den Glas- und Betontürmen des Geschäftsviertels Yeouido entfernt, und ist doch eine halbe Weltreise weit weg. Im zweiten Stock des etwas verfallenen, vierstöckigen Gebäudes leitet Park Sang Young eine "Bildungsgruppe". Der Direktor nimmt Jugendliche auf, die vor dem repressiven Regime des Nachbarstaats geflohen sind. In seiner Schule beginnen die jungen Nordkoreaner, sich ein neues Leben aufzubauen. Und werden dabei mit der Erkenntnis konfrontiert, dass die lang ersehnte Freiheit auch viele Herausforderungen mit sich bringt.

Die meisten Schüler sind schlecht gerüstet für die Härten des südkoreanischen Bildungswesens, das stark auf Konkurrenzkampf ausgerichtet ist. Zwar sprechen Koreaner auf beiden Seiten dieselbe Sprache, doch haben 60 Jahre der Teilung auch eine sprachliche Kluft geschaffen. Das kommunistische Regime im Norden hat jeden fremden Einfluss auf die Sprache abgeblockt, während im Süden inzwischen viele Worte englischen Ursprungs gebraucht werden. Die Benutzung von Mobiltelefonen und Computern müssen die jungen Leute neu lernen. Südkorea gehört zu den technologiegläubigsten Gesellschaften der Welt, da kann man sich vorstellen, was es für einen Nordkoreaner heißt, dort mithalten zu können.   

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Zwischen der Schulküche und dem Ruheraum hängen Bilder und Zeichnungen der Schüler. Das vorherrschende Thema ist, wenig überraschend, "Heimat". Die Motive sind immer idyllisch: Sonne scheint über einem blauen Himmel, man sieht Gärten, Bäume, blühende Blumen. Vielleicht symbolisieren diese Bilder den fortwährenden Einfluss eines Landes, in dem Kunst ein wesentliches Mittel der Idealisierung ist, vielleicht manifestiert sich in ihnen auch nur die Sehnsucht nach einem besseren Leben. Die meisten Flüchtlinge haben viel Leid erlebt auf ihrem Weg in die Freiheit, und die Narben sitzen tief.

Im Ruheraum haben sich die Schüler zu einer Abschlussfeier versammelt. Lee Eun-hee, eine junge Frau, die eine lange Irrfahrt durch China und die Trennung von ihrer Familie hinter sich hat, bekommt einen Preis für herausragende Noten. Als der Direktor das Mädchen nach dem Sinn des Lernens fragt, antwortet Eun-hee: "Ich fühle mich dadurch menschlicher."

Der Arbeiter

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