Verdienst Frauen noch immer stark benachteiligt
Berufstätige Frauen verdienen in Deutschland nach wie vor fast ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen. Ursula von der Leyen will nun, dass sich Unternehmen einer Kontrolle unterziehen
Im Schnitt betrage der Unterschied im Brutto-Stundenlohn 23 Prozent, erklärte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen am Donnerstag in Berlin. Damit habe Deutschland im Jahr 2007 EU-weit auf dem siebtletzten Platz gelegen. Als Grund für die Lohnlücke nannte von der Leyen unter anderem das Fehlen von Frauen "auf den höheren Stufen der Karriereleiter". Zudem würden typische "Frauenberufe" noch immer weniger geschätzt und niedriger bezahlt als "Männerberufe".
Einen großen Anteil am Lohnunterschied haben laut von der Leyen auch familienbedingte Auszeiten der Frauen und Teilzeitarbeit. Hier müsse die Politik aktiver werden. "Das will ich nicht kleinreden." Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte in einer Mitteilung, Fortschritte in diesem Bereich seien "essenziell, um die Modernisierung unseres Landes voranzubringen und seine Zukunftsfähigkeit zu sichern."
Der entscheidende Teil aber spiele sich nicht in der Politik, sondern in den Unternehmen ab, sagte von der Leyen. Laut einer Untersuchung des Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bekommen Frauen bei gleicher Ausbildung, gleichem Alter und gleichem Beruf im selben Betrieb im Schnitt zwölf Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. An dieser Situation habe sich - anders als in allen übrigen EU-Ländern - in den vergangenen 15 Jahren nichts geändert.
Von der Leyen sagte: "Eine Krankenschwester verdient im Monat 100 Euro weniger als ein Krankenpfleger. Das ist nicht zu erklären." Um diese Lohnlücken aufzudecken und zu beseitigen, sollten sich die Unternehmen nach dem Vorbild der Schweiz einer freiwilligen Kontrolle unterziehen. Ein entsprechendes Computerprogramm werde derzeit bereits von mehreren Unternehmen getestet.
Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Christel Humme erklärte dagegen: "Die Zeit für freiwillige Maßnahmen der Wirtschaft ist für uns vorbei." Die SPD-Fraktion fordert eine gesetzliche Quote für die Besetzung von Aufsichtsräten und einen verbindlichen "Diskriminierungs-Check" für Tarifverträge. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz will laut Tagesspiegel gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen, mit denen "eine gerechte Bezahlung eingeklagt werden kann".
Auch die stellvertretende Linkspartei-Vorsitzende, Katja Kipping, forderte neben einem gesetzlichen Mindestlohn ein "Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft". Die Hälfte der Jobs stehe den Frauen zu, teilte sie mit. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände dagegen hält "gesetzlichen Aktionismus" für überflüssig. Es sei bereits gesetzlich geregelt, dass gleiche Arbeit beim gleichen Arbeitgeber gleich entlohnt werden müsse.
- Datum 19.03.2009 - 15:31 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Macht nix - hier die Gegendarstellungen von:
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 285 vom 13.07.2006
„Aus dem geschlechterspezifischen Verdienstabstand kann nicht geschlossen werden, dass Frauen im gleichen Unternehmen für die gleiche Tätigkeit anders bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen. Die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern lassen sich vielmehr durch Unterschiede in der männlichen und weiblichen Arbeitnehmerstruktur erklären. Diese sind beispielsweise gekennzeichnet durch Unterschiede im Anforderungsniveau, der Verteilung auf besser und schlechter bezahlte Wirtschaftszweige, der Größe der Unternehmen, der Zahl der Berufsjahre, der Dauer der Betriebszugehörigkeit und des Ausbildungsniveaus.“
- BMFSJF:
„Die in der Rede vom 8. März 2007 enthaltene Aussage von Frau Ministerin von der Leyen, dass ‚Frauen noch immer nur 77 % des männlichen Einkommens verdienen, wohlbemerkt für gleiche Arbeit’ ist daher in dieser Form nicht richtig und missverständlich, auch wenn er sich in den Medien oft so oder ähnlich findet.“
- Renate Schmidt im Tagesschau-Chat am 3.6.2003
„Frauen verdienen ja nicht weniger: bei gleicher Tätigkeit, gleicher Qualifikation und gleicher Berufserfahrung wird es sehr schwer nachzuweisen sein, dass es tatsächlich in nennenswertem Umfang (von Einzelfällen abgesehen) eine ungleiche Bezahlung gibt. ... Ansonsten ist Lohndiskriminierung auch heute schon bei uns verboten. Und jede Frau hat die besten Chancen, eine Klage zu gewinnen, wenn es eine ungleiche Bezahlung bei sonst gleichen Voraussetzungen gibt.“
Mehr solche Artikel, werte ZEIT. Auf diese Weise gelingt es garantiert eines Tages, dass Äußerungen sexistischer Personen/Institutionen dieser Art vollständig unter den Tisch fallen und sich die Behauptung der Lohnungerechtigkeit, sei sie auch noch so falsch, endlich "habitualisiert".
aber mit der stückweisen Abschaffung der "0815"-Regelung durch gestriges Urteil des BGH werden die Ladies keine üppigen Betreuungsunterhaltsansprüche (800 Ois ! extra zum Lehrerinnengehalt) gegen Männe parallel zum soooo geringen Verdienst für die Teilzeitstelle mehr geltend machen können und künftig Vollzeit arbeiten müssen. Schauen wir uns die Zahlen bezüglich Verdienst doch in 2-3 Jahren noch mal an.
aber mit der stückweisen Abschaffung der "0815"-Regelung durch gestriges Urteil des BGH werden die Ladies keine üppigen Betreuungsunterhaltsansprüche (800 Ois ! extra zum Lehrerinnengehalt) gegen Männe parallel zum soooo geringen Verdienst für die Teilzeitstelle mehr geltend machen können und künftig Vollzeit arbeiten müssen. Schauen wir uns die Zahlen bezüglich Verdienst doch in 2-3 Jahren noch mal an.
Wann kommt endlich der Wehrdienst für Frauen? Ich bin für völlige Gleichberechtigung.
Diese 25% weniger für Frauen sind eher ein Beweis dafür, wie unehrlich die Gleichberechtigungsdebatte geführt wird als dafür, dass Frauen benachteiligt werden.
Schaut man sich die Details näher an (siehe u.a. Financial Times Deutschland) dann stellt man fest, dass von den 25% nichts über bleibt:
1) Frauen arbeiten in schlecht bezahlten Berufen, obwohl seit vielen Jahren Mädchen lukrativere Jobs schmackhaft gemacht werden. Ich weiß wovon ich rede, ich mache seit Jahren Werbung für das Ingenieurstudium und es werden immer! die Mädchen extra angesprochen.
2) Frauen machen eine Babypause, bzw Erziehungspause das mag ja karrieremäßig ein Nachteil sein, aber in punkto Lebensqualität sieht das schon ganz anders aus. Ich kenne keine Familie, in der die Frau nicht freiwillig zu hause geblieben ist. Aber ich kenne mehrere Familien, wo vom Mann verlangt wird, mehr Geld reinzuholen.
3) Frauen arbeiten oft Teilzeit. Hier gilt das Gleiche wie unter 2).
Damit bleiben von den 25% deutlich weniger übrig und das wird auch von von der Leyen bestätigt. Bei den übriggebliebenen Differenzen handelt es sich aber nicht um weniger geld für gleiche Arbeit, sondern um weniger Geld für gleiche Ausbildung. Kommen wir jetzt zu den nächsten Punkten:
4) Männer sind sehr oft zu Überstunden bereit, was sich in höherem Einkommen und in der Chance, Teamleiter, Vorarbeiter, ... zu werden.
5) Frauen riskieren weniger, d.h. keine agressiven Gehaltsverhandlungen, neue Jobs, ...
Mit diesen Punkten lassen sich alle Lohnunterschiede erklären und zwar ohne Benachteiligung. Wenn man sich feiwillig für eine Sache entscheidet, dann ist das keine Benachteiligung!
Ein Mann, der sich so verhalten würde, würde auch weniger verdienen.
Finanziell benachteiligt sind nämlich diejenigen, die Kinder haben und sich um sie kümmern.
PS
Wieso ist es eigentlich kein Zeichen von Jungenbenachteiligung, dass Mädchen bessere Noten bekommen und die weit überwiegende Anzahl der Schulversager Jungen sind?
aber mit der stückweisen Abschaffung der "0815"-Regelung durch gestriges Urteil des BGH werden die Ladies keine üppigen Betreuungsunterhaltsansprüche (800 Ois ! extra zum Lehrerinnengehalt) gegen Männe parallel zum soooo geringen Verdienst für die Teilzeitstelle mehr geltend machen können und künftig Vollzeit arbeiten müssen. Schauen wir uns die Zahlen bezüglich Verdienst doch in 2-3 Jahren noch mal an.
Zudem würden typische "Frauenberufe" noch immer weniger geschätzt und niedriger bezahlt als "Männerberufe".
Angleichung von Bezahlung bei gleicher Funktion / Verantwortung / Leistung: ja, Haken dran.
Gleiche Bezahlung bei unterschiedlichen Berufsbildern? Da können wir gleich den zentral vorgegebenen Einheitslohn einführen. Mindestlohn war gestern, heute ist egalité totale.
Frauen sind heute in der Arbeitswelt unverzichtbar. Auf ihre Kompetenz kann nicht verzichtet werden. Sie müssen im Gegenzug aber damit aufhören, sich von Unternehmen ausbeuten zu lassen. Das Problem besteht darin, dass Frauen mehr arbeiten, ohne ihre Leistungen auszustellen. Im Gegesatz zu Männern, die nicht nur tatsächliche, sondern auch eingebildete Leistungen zur Schau stellen.
(...entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik differenzierter. Die Redaktion/jk)
denn diese erhalten sie (siehe Kommentar 1).
Was sie aber tatsächlich nicht länger dürfen können sollten, ist Exmänner ausbeuten.
(...entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik differenzierter. Die Redaktion/jk)
denn diese erhalten sie (siehe Kommentar 1).
Was sie aber tatsächlich nicht länger dürfen können sollten, ist Exmänner ausbeuten.
(...entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik differenzierter. Die Redaktion/jk)
denn diese erhalten sie (siehe Kommentar 1).
Was sie aber tatsächlich nicht länger dürfen können sollten, ist Exmänner ausbeuten.
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