Genveränderte Pflanzen Wir Kolbenfresser
Genmanipulierter Mais ist natürlich, pestizidarm, ertragreich und bekömmlich. Doch eine mächtige Lobby bekämpft ihn erbittert – warum?
Es geschieht, wenn Sie in ein saftiges Steak beißen, sich einen Apfel schmecken lassen oder eine Fischsuppe schlürfen: Fremdes Erbgut in Form von DNS entert Ihren Körper. Nimmt man alles zusammen, was der Mensch so am Tag isst und trinkt, kommt man auf bis zu ein Gramm DNS. Das bedeutet, dass wir täglich viele Billionen fremder Gene in uns aufnehmen. Ganz abgesehen von den unzähligen Bakterien und Pilzen, die unseren Körper besiedeln und die nach nichts anderem trachten, als ihre Gene zu vermehren. Gene allerorten.
So viel steht fest: Gene sind etwas völlig Normales. Kein Leben ohne Gene. Sie enthalten die Rezepturen des Lebens. In gewisser Hinsicht sind sie das Natürlichste, was es überhaupt gibt. Doch in Deutschland ist das Wort "Gen" zum Schimpfwort geworden. "Genfood" und "Genmais" heißen die Schlagworte. Der Streit um die Zulassung genetisch veränderter Nutzpflanzen ist neu entbrannt. Ein endloses Tauziehen zwischen Welthandelsorganisation, EUKommission, Ministerien und Behörden ist die Folge. Jenseits der juristischen Dimension geht es um etwas anderes: einen Glaubenskrieg um die Zukunft der Landwirtschaft.
Bleiben wir beim "Genmais". Er besitzt ein zusätzliches Gen, das ihn widerstandsfähig gegen Insektenschädlinge wie den Maiszünsler macht. Der Mais produziert seinen Pflanzenschutz gewissermaßen selbst. Trotzdem sind Umweltgruppen wie Greenpeace oder der "Bund" ebenso wie die Grünen und Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) erklärte Gegner der grünen Gentechnik. Sie wollen, dass der von der Firma Monsanto angebotene schädlingsresistente "Genmais" nicht in Deutschland angebaut wird.
Selbst die CSU ist auf einen Anti-Gentechnik-Kurs eingeschwenkt. Die grüne Gentechnik bringe "keinen erkennbaren Nutzen", argumentierte die Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner, noch schärfer äußerte sich ihr Parteikollege, der bayrische Umweltminister Markus Söder ("Das moderne Bürgertum will keine gentechnisch veränderten Lebensmittel"). Der Schwenk erstaunt umso mehr, als die Partei bislang nicht als Kritikerin von Technik und Wissenschaft aufgetreten ist. In Bayern hat sie kein Problem mit Kernenergie, Chemiefabriken, Auto- oder Rüstungsindustrie. Nur der Mais soll draußen bleiben.
Die Geschichte der Pflanzenzüchtung beginnt vor 10000 Jahren. Damals begannen die Menschen sesshaft zu werden. Sie zähmten Tiere und züchteten Pflanzen. Um beim Mais zu bleiben: Ureinwohner im Süden Mexikos waren es, die vor 9000 Jahren eine unscheinbare Graspflanze namens Teosinte kultivierten. Der moderne Mais sieht seinem Urahn Teosinte so wenig ähnlich, dass die Abstammung bis vor wenigen Jahren umstritten war.
Wer züchtet, überlässt die Natur nicht mehr sich selbst, sondern manipuliert sie. Nur jene Tiere oder Pflanzen werden vermehrt, die die erwünschten Eigenschaften haben. So gesehen waren die Steinzeitbauern die ersten Gentechniker. Über die Jahrtausende entwickelten sich vom Menschen geprägte Kulturlandschaften.
Züchtung bedeutet Veränderung des Erbguts, Mutation. Anfang des 20. Jahrhunderts beschleunigte sich dieser Prozess. Forscher bestrahlten Saatgut oder behandelten es mit erbgutverändernden Chemikalien, um Mutationen zu erzeugen – mit Erfolg. Etwa 70 Prozent unserer heutigen Feldfrüchte verdanken sich einem solchen Ereignis. Biobauern haben damit, anders als mit der heutigen Gentechnik, keine Probleme.
Die Geschichte der modernen Pflanzen-Biotechnik geht zurück bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts. Damals gelang es erstmals, neue Gene in einen lebenden Organismus einzuschleusen. Diese Technik wurde immer weiter perfektioniert. Zudem ist die Entzifferung kompletter Erbgutsequenzen von Pflanzen, also von Genomen, ein entscheidender Schritt, um die Lebens- und Stoffwechselprozesse zu verstehen. Der Mais ist durchsichtig geworden.
Mit Hilfe der grünen Gentechnik ist es heute möglich, Pflanzen gezielter und rascher als bisher jene Eigenschaften zu geben, die erwünscht sind. Also etwa die Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge wie die gefräßigen Raupen des Maiszünslers, oder aber größere Erträge oder gesündere Inhaltsstoffe. Die Holzhammermethoden früherer Züchtergenerationen lassen sich durch mikrochirurgische Eingriffe im Pflanzenerbgut bislang zwar nicht ersetzen, aber doch wirksam ergänzen. Statt Tausende von Genen durcheinanderzuwirbeln, werden nur wenige verändert oder eingefügt.
Innerhalb weniger Jahre begann ein Siegeszug der gentechnisch veränderten "transgenen" Pflanzen. 2008 wurden weltweit bereits auf 125 Million Hektar gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut, Tendenz steigend. Das entspricht etwa dem Dreieinhalbfachen der Fläche Deutschlands und ist mehr als die gesamte Ackerfläche Europas. Überwiegend werden Soja, Mais und Baumwolle angepflanzt.
Nord- und Südamerika, Indien und China sind die Hauptanbaugebiete. In Europa herrscht dagegen weitgehend Gen-Brachland. Der Grund ist eine einflussreiche Opposition gegen die Pflanzen-Biotechnik. Ihr gelang es, den Anbau transgener Pflanzen weitgehend zu blockieren. Auch Afrika hat sich dem Boykott angeschlossen, mit Ausnahme Südafrikas und neuerdings von Burkina Faso und Ägypten.
"Wovor haben wir Angst?" fragte die Entwicklungsbiologin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard kürzlich in einer Rede. Kein einziger Fall sei bestätigt worden, der einen durch grüne Gentechnik auf die Menschen und die Umwelt verursachten Schaden dokumentiere. In der Pflanzenzüchtung habe die Gentechnik "ein noch unausgeschöpftes Potenzial für den ökologischen Landbau, für verbesserten Umweltschutz, die Erhaltung der Artenvielfalt und für die Gesundheit".
Nüsslein-Volhards Worte werden bei vielen Deutschen auf Unverständnis stoßen. Haben nicht etliche Medien hierzulande berichtet, die "Genpflanzen" seien überflüssig und bedenklich? Ein legitimer Anlass für Gruselattacken? Aber die Tübinger Wissenschaftlerin ist nicht übergeschnappt, sondern hat lediglich die aktuelle Faktenlage wiedergegeben. Die wichtigste Erkenntnis nach mehr als zehn Jahren intensiver Nutzung: Die Pflanzen-Biotechnik stellt kein neues, bislang ungekanntes Risiko dar. Im Gegenteil, die größere Präzision bei der Züchtung und die schärferen Kontrollen machen sie sogar sicherer.
Transgenes Saatgut ist teurer als herkömmliches. Trotzdem entscheiden sich immer mehr Landwirte für den Anbau. Ein Grund ist der geringere Bedarf an Pestiziden, wie das Beispiel China zeigt. Gentechnisch veränderte Baumwolle führte dort zu einem deutlichen Anstieg der Erträge und zu einem drastischen Rückgang des Pestizidverbrauchs. Das Ergebnis war höherer Profit – und 75 Prozent weniger Vergiftungen durch Insektenschutzmittel und damit auch weniger Todesfälle unter den chinesischen Baumwollfarmern.
Ein anderer Vorteil: Weil gentechnisch veränderter Mais von Insekten weniger angefressen wird, wird er auch seltener von gesundheitsschädlichen Pilzen befallen. Was die Folgen des Anbaus für die Umwelt angeht, unterscheiden sich diese nicht grundsätzlich von dem konventioneller Pflanzen. Unterm Strich lässt sich nicht nur sagen, dass die Landwirte besser mit ihnen verdienen, sondern es werden auch chemische Pflanzenschutzmittel eingespart und es gelangen weniger Treibhausgase in die Atmosphäre.
Transgene Pflanzen lösen nicht alle Probleme der Landwirtschaft oder Ernährung, aber sie können einen Beitrag leisten. Umso mehr erstaunt, mit welchem Fanatismus Anti-Gentechnik-Aktivisten diesen Zweig der Landwirtschaft bekämpfen – bis hin zum Verwüsten von Versuchsfeldern und damit dem Zerstören oft jahrelanger wissenschaftlicher Arbeit. Tobt sich hier das von Söder umworbene "moderne Bürgertum" aus?
Immer wieder gab und gibt es Studien mehr oder minder guter Qualität, auf die sich die Kritiker stützten. So hieß es, der "Genmais" würde den Monarchfalter, einen in Amerika legendären Schmetterling, gefährden. Ein andermal wurde behauptet, "Genpflanzen" könnten neuartige Allergien hervorrufen, die Resistenz von Krankheitserregern gegen Antibiotika fördern oder Superunkraut erzeugen.
Ein britischer Forscher stürzte das Vereinigte Königreich gar in eine Hysterie über "Frankenfood" ("Frankenstein-Nahrungsmittel"), als er vorschnell behauptete, Ratten vertrügen transgene Kartoffeln nicht. Selbst am Bienensterben sollten "Gen-Pollen" schuld sein. Zwar erwiesen sich all diese Vorwürfe als nicht stichhaltig, aber die Saat der Angst ging auf.
Es ist absurd: Je mehr den Gegnern die Argumente abhandenkamen, umso radikaler wurden ihre Forderungen und umso größer ihr politischer Einfluss. Und die deutsche Politik tut heute ihr Bestes, um es den Gentechnik-Kritikern so weit wie möglich recht zu machen. Mit immer neuen Auflagen und Bestimmungen wurde die Entwicklung der Pflanzen-Biotechnik zumindest in Deutschland weitgehend verhindert. So soll Getreide aus herkömmlicher Zucht vor der "Kontamination" durch "artfremde" Pollen um jeden Preis geschützt werden. "Artfremd" – ein interessanter Ausdruck. Er stammt von Alois Glück, Vorsitzender der CSU-Grundsatzkommission. Ist es dennoch zur Verunreinigung durch "artfremdes" Leben gekommen, wird Schadensersatz fällig.
Für die Kritiker geht es darum, den "Gen-Dreck" aus der Welt zu schaffen. Harmlose Maiskolben sind in ihren Augen längst zu Streitkolben mutiert, mit denen Saatgut-Multis die Welt unterjochen wollen. Und weil die meisten Wissenschaftler anderer Meinung sind, werden sie kurzerhand zu Bütteln der Industrie erklärt. Wo die Tatsachen nicht passen, werden sie eben passend gemacht.
Einiges spricht dafür, dass es sich bei der Anti-Gentechnik-Lobby um eine quasireligiöse Bewegung handelt. Der Schriftsteller Michael Crichton brachte das 2003 auf den Punkt. "Heute ist der ,Umweltismus’ (environmentalism) eine der mächtigsten Religionen der westlichen Welt", sagte Crichton in einer Rede. In der sehnsuchtsvollen Vorstellung der "Umweltisten" existierte in ferner Vergangenheit ein Garten Eden, in dem der Mensch in Einheit mit der Natur lebte. Das Essen vom Baum der Erkenntnis ließ die Zivilisation und mit ihr die Umweltverschmutzung entstehen. Der moderne Mensch ist nur zu retten, indem er in den Schoß der Natur – sprich: den ökologischen Landbau – zurückkehrt. Wie es sich für eine Religion gehört, ist die Welt in Engel und Dämonen aufgeteilt. Hier die gute Öko-Landwirtschaft, dort die böse Gentech-Agroindustrie.
Deutsche Politiker argumentieren gern damit, dass "die überwältigende Mehrheit" der Bevölkerung gegen die grüne Gentechnik sei. Ganz abgesehen davon, dass diese Mehrheit nicht gar so überwältigend ist (der aktuelle Stand liegt bei unter 60 Prozent) – den meisten Menschen ist, anders als den Umweltisten, die Gentechnik herzlich egal. Sie wollen ganz einfach sichere, preiswerte und gesunde Nahrungsmittel, notfalls auch ohne Gene. Weil die Gentechnik ein schlechtes Image hat und Produkte "mit" Gentechnik bislang keinen offenkundigen Vorteil bieten, fallen sie in Umfragen eben durch.
In Deutschland und Europa sind Lebensmittel im Überfluss vorhanden, die Zeiten des Mangels vergessen. Und Produkte aus genetisch veränderten Nutzpflanzen, die einen direkten gesundheitlichen Vorteil für den Verbraucher bringen, wie bekömmlicheres Sojaöl oder Getreide, das weniger Allergien auslöst, brauchen Zeit, wenn sie denn überhaupt zugelassen werden. Aber der Klimawandel, der Bedarf nach besseren Energiepflanzen und die wachsende Weltbevölkerung sind Probleme, bei deren Lösung die Pflanzen-Gentechnik helfen kann. Oder, um mit dem amerikanischen Agrarwissenschaftler Norman Borlaug zu sprechen: "Wir brauchen sowohl die herkömmliche Züchtung als auch biotechnische Methoden, um die Herausforderungen dieses Jahrhunderts zu meistern."
Borlaug, mittlerweile fast 95, muss es wissen. Er war die treibende Kraft hinter der "grünen Revolution", mit der in den 1960er und 70er Jahren eine Hungerkatastrophe in Entwicklungsländern wie Indien und Pakistan verhindert wurde. Millionen von Menschen verdanken ihm ihr Leben. Es wäre töricht, Borlaugs Rat in den Wind zu schlagen.
- Datum 22.09.2009 - 17:52 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel, 23.3.2009 - 18:29 Uhr
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Fast kam es mir vor, als hätte jemand meine Gedanken aufgegriffen und hier formuliert. Die Frage, warum Gentechnik so erbittert bekämpft wird, habe ich mir immer selber damit beantwortet, dass das Deutsche Volk nicht unbedingt für seine Technikaffinität bekannt ist.
Es wäre absolut falsch, sich kopflos in Technologien zu verrennen, die man weder versteht noch wirklich begreift, bei denen man sich über die nachhaltigen Folgen für die ökologische Balance nicht nicht im klaren ist. Dies ist absolut unbestritten.
Aber das Wort "Gen" ist, wie es in dem Artikel erwähnt wird, zu einem Schimpfwort verkommen.
"Einiges spricht dafür, dass es sich bei der Anti-Gentechnik-Lobby um eine quasireligiöse Bewegung handelt. Der Schriftsteller Michael Crichton brachte das 2003 auf den Punkt. "Heute ist der ,Umweltismus’ (environmentalism) eine der mächtigsten Religionen der westlichen Welt", sagte Crichton in einer Rede."
Der Dogmatismus wird wahrscheinlich nie ein Ende finden und wenn die Teilnehmer der Diskussionen die Debatten verfolgt und die Kommentare gelesen haben, dann wird man schnell feststellen, dass nicht nur ich, sondern viele Kritiker der Gentechnik-Gegner ganz besonders diesen Punkt angesprochen haben.
Ein wunderbarer, ein wahrhaft mächtiger Artikel.
Problem nicht erkannt und deshalb auch keine Lösungs präsentiert.
Die PP-Abteilung des Volksverdummer hat wieder zugeschlagen ;-).
Problem nicht erkannt und deshalb auch keine Lösungs präsentiert.
Die PP-Abteilung des Volksverdummer hat wieder zugeschlagen ;-).
Ich finde es bedenklich, wenn das Argument, dass bislang kein ernsthafter Schaden nachweisbar war, als Beweis der Unbedenklichkeit genügt.
Contergan galt auch Jahre lang als sicher!
Man muss auch sicher zugestehen, dass es ein Unterschied ist, ob ein Omnivore (Allesfresser) wie der Mensch mit Lebensmitteln tierischer und pflanzlicher Herkunft mittels eines über Generationen mehr oder weniger gut adaptierten Verdauungsapparates zuerst denaturiert und anschließend energetisch verwertet oder ob Arten-übergreifend fremdes Erbgut in Zellkerne eingebaut und dann vermehrt wird.
Nach wie vor ist nicht zur Gänze geklärt, wie BSE entstanden ist und übertragen wird, aber es scheint Konsens zu herrschen, dass die Fütterung reiner Pflanzenfresser mit tierischen Produkten ursächlich beteiligt ist. Dies als ein Beispiel dafür, dass die Materie noch gar nicht wirklich verstanden ist. Aber Wissenschaftler maßen sich an, die Tragweite ihres Tuns hier zu überblicken??
Fortpflanzung findet erfolgreich innerhalb von Arten statt. Chimären wie das Maultier sind zwar lebensfähig aber unfruchtbar, weil ihre Elterntiere nicht mehr artgleich und noch zu eng verwandt waren. Artfremde Gene zu implantieren kommt in der Natur außer durch Viren und einige andere Mikroorganismen kaum vor und ist dann für den Wirt zumeist von Nachteil.
Die Wissenschaft hat auch in der Vergangenheit schon oft mit den ehrbarsten Zielen Erkenntnisse hervorgebracht, die dann ungeahnte negative Folgen hatten. Einerseits ist natürlich eine wissenschaftliche Erkenntnis per se weder gut noch böse und für die Möglichkeit des Missbrauchs seiner Forschung ist der Forscher nicht (voll?) verantwortlich- wohl aber für die meiner Meinung nach grundlegende Arroganz, ein komplexes Problem in allen seinen Konsequenzen durchschaut haben zu wollen.
Angesichts der Potenzen der Gentechnologie wundere ich mich, dass es überhaupt jemanden gibt, der keine Angst davor hat, dass diese Büchse der Pandora immer weiter geöffnet wird. Und je mehr man sich damit beschäftigt, um so mehr zeigt sich, was alles nicht verstanden ist, was Grund zu noch mehr Sorge gibt.
Zunächst mein Kompliment an die Verantwortlichen der ZEIT-online, den Befürwortern von “Frankenfood” mehrfach Raum zu bieten, mal ihre Meinung zu sagen. Ein Danke auch an den Autor Wewetzer für seine auf den Punkt Analyse.
Zu ihrem Kommentar, eyespy39. Der gipfelt in:
"Die Wissenschaft hat auch in der Vergangenheit schon oft mit den ehrbarsten Zielen Erkenntnisse hervorgebracht, die dann ungeahnte negative Folgen hatten. Einerseits ist natürlich eine wissenschaftliche Erkenntnis per se weder gut noch böse und für die Möglichkeit des Missbrauchs seiner Forschung ist der Forscher nicht (voll?) verantwortlich- wohl aber für die meiner Meinung nach grundlegende Arroganz, ein komplexes Problem in allen seinen Konsequenzen durchschaut haben zu wollen."
Ihre Angst vor der grundlegenden Arroganz des “Forschers” ist in der heutigen Zeit nicht mehr gerechtfertigt. Es gibt schon sehr lange nicht mehr (und hat es vielleicht nie gegeben) den einzelnen Forscher im Elfenbeinturm, so wie ein Frankenstein. Forscher an Universitäten und auch in der Industrie ergänzen sich, teilen sich ihre Forschungsergebnisse mit, und haben sehr verschiedene Meinungen, wenn es an die Interpretation ihrer Forschungsergebnise kommt. Sie sind dabei gegenseitig ihre härtesten Kritiker und Wiedersacher, wenn es an die Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis geht.
Was mich in der “Frankenfood” Diskussion immer wieder überrascht ist der religiöse Glaube an die Richtigkeit des einen “Forschers”, der den Weltuntergang vor uns sieht, wenn "wir" so weiter machen. Die 999 Forscher, die ihm widersprechen, sind alle von der “Industriekapitalisten gekauft”. Diese Ignoranz ist schwer zu verdauen und zu ertragen.
Beides, Arroganz und Ignoranz sind mir zuwider, aber was ist ist destruktiver ? Gibt ein einziges Beispiel für Ignoranz, das uns Menschen weiter gebracht hat ?
Sie vergleichen hier Aepfel mit Birnen (oder sollt ich besser sagen: Gene mit Proteinen?)!
Erstens scheint es Konsenz zu sein dass BSE durch Prione ausgeloest wird. Prione sind fehlgefaltete Proteine. Und diese haben die Eigenschaft andere noch nicht fehlgefaltete Proteine (und zwar NICHT beliebige) in Prione zu verwandeln. Jedes Saeugetier scheint diese Praeprionen zu besitzen, und zwar im EIGENEM Genom kodiert: Rind, Schaf, Mensch .... Frisst Mensch BSE verseuchtes Rinderhirn, werden Mensch-Praeprionen zu Menschenprionen gefaltet und er bekommt CFK. Also nix mit fremden Genen.
Zweitens existiert sogenannter horizontaler Gentransfer. Und dafuer brauchts keinen Esel und Eselin sondern kann auch ueber Esel, irgendeine Mikrobe und Hund laufen. Also auch keine heile Bienchen und Bluemchen Welt (oder gerade).
Gruss,
pu
Zunächst mein Kompliment an die Verantwortlichen der ZEIT-online, den Befürwortern von “Frankenfood” mehrfach Raum zu bieten, mal ihre Meinung zu sagen. Ein Danke auch an den Autor Wewetzer für seine auf den Punkt Analyse.
Zu ihrem Kommentar, eyespy39. Der gipfelt in:
"Die Wissenschaft hat auch in der Vergangenheit schon oft mit den ehrbarsten Zielen Erkenntnisse hervorgebracht, die dann ungeahnte negative Folgen hatten. Einerseits ist natürlich eine wissenschaftliche Erkenntnis per se weder gut noch böse und für die Möglichkeit des Missbrauchs seiner Forschung ist der Forscher nicht (voll?) verantwortlich- wohl aber für die meiner Meinung nach grundlegende Arroganz, ein komplexes Problem in allen seinen Konsequenzen durchschaut haben zu wollen."
Ihre Angst vor der grundlegenden Arroganz des “Forschers” ist in der heutigen Zeit nicht mehr gerechtfertigt. Es gibt schon sehr lange nicht mehr (und hat es vielleicht nie gegeben) den einzelnen Forscher im Elfenbeinturm, so wie ein Frankenstein. Forscher an Universitäten und auch in der Industrie ergänzen sich, teilen sich ihre Forschungsergebnisse mit, und haben sehr verschiedene Meinungen, wenn es an die Interpretation ihrer Forschungsergebnise kommt. Sie sind dabei gegenseitig ihre härtesten Kritiker und Wiedersacher, wenn es an die Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis geht.
Was mich in der “Frankenfood” Diskussion immer wieder überrascht ist der religiöse Glaube an die Richtigkeit des einen “Forschers”, der den Weltuntergang vor uns sieht, wenn "wir" so weiter machen. Die 999 Forscher, die ihm widersprechen, sind alle von der “Industriekapitalisten gekauft”. Diese Ignoranz ist schwer zu verdauen und zu ertragen.
Beides, Arroganz und Ignoranz sind mir zuwider, aber was ist ist destruktiver ? Gibt ein einziges Beispiel für Ignoranz, das uns Menschen weiter gebracht hat ?
Sie vergleichen hier Aepfel mit Birnen (oder sollt ich besser sagen: Gene mit Proteinen?)!
Erstens scheint es Konsenz zu sein dass BSE durch Prione ausgeloest wird. Prione sind fehlgefaltete Proteine. Und diese haben die Eigenschaft andere noch nicht fehlgefaltete Proteine (und zwar NICHT beliebige) in Prione zu verwandeln. Jedes Saeugetier scheint diese Praeprionen zu besitzen, und zwar im EIGENEM Genom kodiert: Rind, Schaf, Mensch .... Frisst Mensch BSE verseuchtes Rinderhirn, werden Mensch-Praeprionen zu Menschenprionen gefaltet und er bekommt CFK. Also nix mit fremden Genen.
Zweitens existiert sogenannter horizontaler Gentransfer. Und dafuer brauchts keinen Esel und Eselin sondern kann auch ueber Esel, irgendeine Mikrobe und Hund laufen. Also auch keine heile Bienchen und Bluemchen Welt (oder gerade).
Gruss,
pu
Ein Problem liegt darin, dass Mais zu den Gräsern gehört, die Bestäubung der weiblichen Blüten also durch Windtransport der Pollen erfolgt. D.h. ist der Mais einmal großflächig angebaut, bekommt man ihn nicht mehr los. Was das für die Biolandwirtschaft bedeutet, ist wohl klar.
Das weitaus größere Problem stellt aber der Konzern dar, dem der Genmais gehört, MONSANTO!
Ich möchte hier nicht auflisten, für welche Dinge dieser Marktführer in Sachen genmanipulierter Nutzpflanzen in seiner Geschichte und aktuell verantwortlich zu machen ist, aber schon ein Blick auf Wikki oder auch auf youtube (http://www.youtube.com/wa...) reicht für einen ersten Überblick.
Schade dass Sie sich die fünf Minuten nicht genommen haben!
irgendwann muessen wir Genmais essen, wenn naecmlich die Resourcen nicht mehr ausreichen, um die Bevoelkerung zu versorgen. Dann wird kein Mensch merh fragen, welcher Mais das ist.
weil der Gen-Reis oder die Gen-Kartoffel vorher einer Krankheit wegen fast ausgerottet wurden, weil die genetische Monotonie eine perfekte Voraussetzung für solche Zusammenbrüche ist…
bisher.
Wie kommen Sie bitte auf den Gedanken, "Genmais" wäre resourcenschonend?
Es gibt bei weitem sinnvollere Wege hinreichend Nahrungsmittel zu produzieren.
weil der Gen-Reis oder die Gen-Kartoffel vorher einer Krankheit wegen fast ausgerottet wurden, weil die genetische Monotonie eine perfekte Voraussetzung für solche Zusammenbrüche ist…
bisher.
Wie kommen Sie bitte auf den Gedanken, "Genmais" wäre resourcenschonend?
Es gibt bei weitem sinnvollere Wege hinreichend Nahrungsmittel zu produzieren.
nur um die Kapitalinteressen einiger weniger Großkonzerne zu bedienen? Zigtausende von Arbeitsplätzen in der hierzulande florierenden Bio-Branche wären in Gefahr, wenn es Monsanto und Co. gelänge, ihre Produkte gegen den Wunsch der Konsumenten per natürlicher Auskreuzung in den Markt zu zwingen. Die kleinfächige bäuerliche Landwirtschaft hat auf den Märkten nur Chancen, in dem sie auf qualitativ hochwertige Pordukte setzt, die den Ansprüchen der Verbraucher genügen. Dazu ist sie auf die vielfältiges, frei vermehrbares Saatgut angewiesen, statt sich den Knebelverträgen der Agrarkonzerne zu unterwerfen und per reiner Kostenkonkurrenz ein völlig standardisiertes Massenprodukt anzubieten.
Es stände den gentechnischen Unternehmen ja völlig frei, endlich mal eines der solande schon versprochenen Produkte auf den Markt zu bringen, die z.B. auch nur irgendeinen klitzekleinen Beitrag gegen den Hunger in Entwicklungsländern leisten könnte. Stattdessen gibt es es nur zwei, drei Massenprodukte (Raps, Mais, Soja), die den Anbau etwas erleichtern, aber keinerlei Vorteile für die Konsumenten bieten und die Sortenvielfalt (und damit Produktvielfalt) enorm reduzieren.
Warum sollen wir also enorem Nachteile an wirtschaftlicher Freiheit und Lebensqualität hinnehmen, nur damit Konzerne mehr Profit machen und unsere landschaften noch eintöniger machen?
weil der Gen-Reis oder die Gen-Kartoffel vorher einer Krankheit wegen fast ausgerottet wurden, weil die genetische Monotonie eine perfekte Voraussetzung für solche Zusammenbrüche ist…
Krebszellen entstehen seit Jahrtausenden jeden Tag durch natürliche Genmutationen in einer Größenordnung, die für den Menschen nicht zu begreifen ist. Also sind Krebszellen gute Gene, da sie auf natürlichem Weg entstehen?
Die Natur ist wunderbar und wir Menschen müssen lernen noch mehr Ehrfurcht vor ihr zu haben. Aber sie ist auch gnadenlos, keine Freundin der Menschen. Sie folgt ihren eigenen Gesetzen, die oftmals tausenden Menschen das Leben kostet.
Da wir jahrzehntelang die Natur mit "natürlichen" Züchtungen (radioaktive Bestrahlung, chemische Behandlung, Wärmebehandlung...) die Natur vergiftet haben, bleiben uns nur 2 Wege. Die Wege zurück zur Ursprungsnatur mit wenig Erträgen udn damit dem Hungertod von Millionen Menschen oder eine intelligente Züchtung, die es ermöglicht Gifte zu reduzieren und Erträge zu steigern ohne Bodenflächen gnadenlos auszubeuten.
Eine asolute Garantie wird es nie geben. Auch die Natur bringt ungeahnte Mutationen hervor, ohne die wir immer noch als Einzeller in der Ursuppe schmoren würden.
Der Artikel gefällt mir, weil er versucht endlich mit einigem Aberglauben aufzuräumen, der viel zu oft in den Köpfen der Menschen festsitzt. Aber natürlich ist auch dieser Artikel wieder nur subjektiv und vermutlich von der gentech Industrie bezahlt.
Vielleicht ist es an der Zeit, dass die Gentechnik Gegner ihre Quellen offen legen, damit wir alle überprüfen könne, wie viel dran ist an ihren Behauptungen.
Es gab zu diesem Thema vor einiger Zeit einen Themenabend auf Arte. Dieser hat meine Meinung, die bis dahin neutral war, um 180° gedreht. Die Beiträge sind z.B. auf youtube zu finden. Gib doch dort einfach mal Monsanto ein und schau dir den ersten Link (dauert nur wenige Minuten) an.
Es gab zu diesem Thema vor einiger Zeit einen Themenabend auf Arte. Dieser hat meine Meinung, die bis dahin neutral war, um 180° gedreht. Die Beiträge sind z.B. auf youtube zu finden. Gib doch dort einfach mal Monsanto ein und schau dir den ersten Link (dauert nur wenige Minuten) an.
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