Online-Wahlkampf Grünes Feuerwerk im Netz
Jünger, schicker, schneller – die Grünen haben ihren Internetauftritt überarbeitet. Und dabei fast alles richtig gemacht
Neu und alt, online und offline: Die Grünen machen sich auf den Weg in die virtuelle Moderne und haben dazu nun auch ihre Website überarbeitet. Vorgestellt wurde sie am Freitag im Postfuhramt Berlin. Vor 120 Jahren befand sich dort das deutsche Zentrum der Kommunikation, mit damaliger Hightech wie Rohrpost und Telegrafen. Wohl eine beabsichtigte Symbolik. Wenn auch nicht ungefährlich, immerhin wirkt das Postfuhramt heute reichlich heruntergekommen.
Nun also startete dort das grüne Mitmach-Web. Bündnis 90/Die Grünen sind die Bundestagspartei, die für den Europa- und den Bundestagswahlkampf den kleinsten Etat haben. Gleichzeitig sind sie laut einer eigenen Umfrage die Partei mit den meisten Internetbegeisterten unter ihren Anhängern. Kein Wunder also, dass die Grünen große Hoffnungen auf den Wahlkampf im Netz setzen und dafür viel investieren. Wie viel, will niemand sagen, aber es seien erhebliche Teile des Wahlkampf-Budgets, das insgesamt fünf Millionen Euro groß ist, heißt es.
"Das Internet spielt für unsere Kampagne eine entscheidende Rolle", sagte Jürgen Trittin, einer der beiden Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl und "Mr. Atomausstieg", wie er auf der Website genannt wird. Der laxe Umgangston ist Programm. Denn nicht nur will man bei neuen Medien wie Facebook oder Twitter Kompetenz beweisen, sondern gleich den gesamten Web-Auftritt etwas verjüngen. "Wir bereiten die Texte anders auf als früher", sagte Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke. Das gehe bis hin zum Wahlprogramm. Verständlicher vor allem sollen die Botschaften sein. Denn die Grünen hätten schon "einen leichten Hang zum Parteisprech entwickelt", räumt Lemke ein. Daher habe man eine Onlineredaktion engagiert, die "journalistischer" formuliere.
Mitsprache und Mitbestimmung sollen ebenfalls ein Schwerpunkt sein. Jeder Text könne nun kommentiert werden, jeder dürfe Vorschläge für das Wahlprogramm machen. Man wolle eine "permanente Feedbackfunktion", sagte Lemke. Trittin beeilte sich, zu ergänzen, dass dies für die Grünen nichts wirklich Neues sei. Die zweite Spitzenkandidatin, Renate Künast, assistierte: "Wir Grünen sind schon im Internet. Wir bauen das jetzt nur aus." So sind beispielsweise alle Grünen, die unter irgendeinem Namen twittern, dort gesammelt. Ihre "tweets" fließen in ein Fenster auf der Seite. Eine gute Idee.
Klarer und schicker also? Ziemlich voll wirkt www.gruene.de auf den ersten Blick. Zehn Teaser stehen allein auf der Startseite, jeder von ihnen bietet Zugang zu einem anderen Thema oder einem anderen Kanal. Aber auch das ist gewollt. "Wir stellen die Inhalte absolut ins Zentrum", sagte Lemke. Und erwähnte nicht ohne Stolz, dass ein Kommentator geschrieben habe, die Grünen würden auf der Seite "ein Contentfeuerwerk abbrennen".
Doch gibt es auch andere Stimmen. Auf Twitter beispielsweise, einem der Kanäle, den die Grünen für sich nutzen wollen. Der Tenor dort zur neuen Seite: "Ziemlich schick" und "tolle Features". Aber auch "unübersichtlich" und mit "Reizüberflutung".
- Datum 07.09.2009 - 14:51 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Was nützt eine toll gestaltete Homepage, wenn kein Inhalt existiert?
Würden die Grünen nur halb so viel Mühe für ihre Programmatik aufwenden, die nur so vor emotional besetzten Themen und dogmatischen Standpunkten strotzt (kein Genfood, Kernenergieausstieg usw.), dann würden sie vielleicht etwas dazu beitragen, um in Deutschland Wohlstand, Fortschritt und Arbeitsplätze zu erhalten. Wenn man sich dagegen aber mit Händen und Füßen wehrt und nach einer Post 68er Mentalität Politik gestaltet, kann nichts sinnvolles dabei entstehen.
Der pragmatisch-wissenschaftliche Blick ist den Grünen genauso fremd, wie der SPD das Wort Glaubwürdigkeit.
Mit so viel Ideologie in einem Gestaltungsprozess, wie die Politik es ist, mitzuwirken, kostet mehr, als es bringt. Wir brauchen keine weiteren Experimente. Deutschland hat mehr verdient, vor allem eine Politik, die sich glaubhaft mit Themen wie Atomenergie, Stammzellenforschung und Genfood auseinandersetzt und sie nicht auf der Grundlage von eigenen Weltbildern ablehnt. Wir brauchen Perspektiven und keine Ideologien!
bin wirklich mal gespannt auf Ihre ideologiefreien Perspektiven.
Sagen Sie doch einfach: "Mir paßt der grüne Kram nicht", wozu der überflüssige ideologische Müll von Ideolodiefreiheit?
Mir paßt der grüne Kram auch nicht, das ist FDP mit Gänseblümchen, aber weder Sie noch ich sind frei von Wertsystemen, also was soll dieser Dünnsinn?
Frei nach Clinton: Es sind die Interessen, Dummkopf.
bin wirklich mal gespannt auf Ihre ideologiefreien Perspektiven.
Sagen Sie doch einfach: "Mir paßt der grüne Kram nicht", wozu der überflüssige ideologische Müll von Ideolodiefreiheit?
Mir paßt der grüne Kram auch nicht, das ist FDP mit Gänseblümchen, aber weder Sie noch ich sind frei von Wertsystemen, also was soll dieser Dünnsinn?
Frei nach Clinton: Es sind die Interessen, Dummkopf.
Beides nicht. Seit Jahrzehnten die gleichen Köpfe!
bin wirklich mal gespannt auf Ihre ideologiefreien Perspektiven.
Sagen Sie doch einfach: "Mir paßt der grüne Kram nicht", wozu der überflüssige ideologische Müll von Ideolodiefreiheit?
Mir paßt der grüne Kram auch nicht, das ist FDP mit Gänseblümchen, aber weder Sie noch ich sind frei von Wertsystemen, also was soll dieser Dünnsinn?
Frei nach Clinton: Es sind die Interessen, Dummkopf.
Die Forderung nach Freisein von Ideologie als Ideologie zu bezeichnen ist mit Sicherheit ideologisch und daher lehne ich diesen Gedanken aus ideologischen Gründen ab!
Die Forderung nach Freisein von Ideologie als Ideologie zu bezeichnen ist mit Sicherheit ideologisch und daher lehne ich diesen Gedanken aus ideologischen Gründen ab!
Feuerwerk? Hab das Feuerwerk nicht gefunden, ist wohl mehr ein Tischfeuerwerk.
Auch die Kommentarfunktion scheint nicht besonders entwickelt zu sein. Auf die Schnelle hab ich nur einen Beitrag gefunden, wo ein Kommentar überhaupt möglich ist.
Vermutlich möchten die Grünen nicht so direkt und öffentlich nach ihrem aktiven neoliberalen Beitrag - gemeinsam mit dem Genossen der Bosse - gefragt werden.
Kann ich verstehen, da gibt es eine Menge unbewältigter Vergangenheit.
War Trittin nicht damals Umweltminster, angeblich der beste, den Deutschland jemals hatte?
Merkwürdig, bei mir ist nur die jahrelange Diskussion zum Dosenpfand hängengeblieben. Ist ja auch ein weltbewegendes Thema.
... aber ihre neue Webseite ist irgendwie "zu grün", also rein ästhetisch betrachtet zu "massiv". Zu undezent. Das ist einfach nur eine Design-Frage, meiner Meinung nach.
Und in der Tat wirken manche Aussagen/Ansagen einfach zu plakativ und altbekannt, obwohl sie eigentlich sehr wichtig sind und richtig.
Ob Claudia Roth und Cem Özdemir oder Sylvana Koch-Mehrin und Guido Westerewlle, ob Grün oder Gelb: "Es kommt darauf an , was hinten raus kommt." (Ex-Bundeskanzler Kohl).
Bei allen denkbaren "Koalitionen" in der Einheitspartei CDSUSPDFDPGRÜNE: NO CHANGE!
Also können mir diese superdupermegageilen Internetauftritte gestohlen bleiben: Bunte Verpackung für olle Kamellen.
Offenbar ist diese anbiedernd und gewollt wirkende Auffrischung des Internetaufritts der verzweifelte Versuch der Grünen, junge Wähler anzusprechen. Doch das Gegenteil dürfte eintreten: Innerhalb der bunten Aufmachung sehen die altgewordenen Grünen noch älter aus. Alte Werberegel: Ein schlechtes Produkt läßt sich auch durch eine schöne Verpackung nicht besser verkaufen. Politik von gestern ebenfalls nicht.
Ich würde eher sagen fast alles falsch gemacht.
1. Die Farben tun in den Augen weh
2. Es gibt keine Gewichtung auf der Seite
3. Die Slogans sind schlecht plaziert
4. Die Slogans sind eher abschreckend als anregend
5. Unwichtiges ist riesengroß, wichtiges verschwindet im Wirrwar der Farben
6. Der Einbezug der Community ist mehr als fadenscheinig dargestellt, das ist zu gezwungen, zu möchtegern cool.
7. Die Seite ist hochgradig unruhig
8. Am unteren Rand erwartet den User ein Linkwald in mini Schrift
9. Und und und
Also die Seite fällt unter "wollen aber nicht können". Die Vermutung liegt nahe das die Seite aus einer der "jungen, hippen, coolen" und völlig überteuerten Designschmieden aus Berlin stammt. Blick ins Impressum: Jaaa Berlin, wo auch sonst. Den Preis für diesen Grafikwahnsin müssen die Grünen nun scheinbar mit Spenden wieder reinbetteln.... Lächerlich
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