Michael Nyman "Das interessanteste Konzert des Festivals"

Der britische Minimal-Pionier Nyman spielt bei der Berliner MaerzMusik. In seiner Remix-Oper "Pretty Talk" lässt er einen Wellensittich sprechen, im Interview spricht er selbst

Der englische Komponist Michael Nyman sitzt in seinem Londoner Arbeitszimmer. Auf dem Flügel stehen Familienbilder zwischen Notenpapieren und Büchern. Darunter auch Werke von Brecht und Eisler. Immer wieder ist Nyman nach Berlin gereist und auf Spurensuche gegangen, eng verknüpft mit seiner eigenen Geschichte als jüdischer Künstler, Komponist und Autor.

Nach dem Erfolg seiner Filmmusiken, u.a. zu "Das Piano", wird er von vielen seiner Komponistenkollegen kritisiert, die dem experimentellen Minimalisten den Ausverkauf der Kunst vorwerfen. Geradezu trotzig spannt Nyman den Bogen zur Populärkultur und anderen Spielarten der Kunst. Mit dem Berliner Techno-Künstler, Musiker und Produzenten Carsten Nicolai wird er beim Berliner Festival MaerzMusik eine Remix-Oper aufführen.


ZEIT ONLINE: Herr Nyman, Sie wollten das Interview um acht Uhr morgens führen. Sind Sie ein Frühaufsteher?

Michael Nyman: Ich bin gerade aus Mexiko zurückgekommen und noch im Jetlag. Dort bin ich um vier Uhr morgens aufgestanden, um zu arbeiten. Jetzt bereite ich mich gerade vor auf ein Treffen mit Carsten Nicolai, der jeden Moment klingeln wird.

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ZEIT ONLINE: Sie arbeiten gemeinsam an einer Oper über einen sprechenden Wellensittich, eine Idee des im Dezember letzten Jahres verstorbenen amerikanischen Fluxus-Künstlers George Brecht.

Nyman: Die Idee basiert auf einem Stück, das ich 1978 geschrieben habe, mit dem Titel Pretty Talk For George Brecht. Ein Achtminutenstück, das mit Texten von einer Platte arbeitet, die George mir geschickt hat. Ich kannte ihn aus seiner Londoner Zeit aus der experimentellen Musikszene der späten sechziger und frühen siebziger Jahre. Damals arbeitete ich als Musikkritiker, und als er nach Deutschland zog, besuchte ich ihn für ein Interview.

ZEIT ONLINE: Bürgerlich hieß er George MacDiarmid, nannte sich aber als Künstler nach Bertolt Brecht.

Nyman: Ja, und ich glaube, es belustigte ihn, als er hörte, ich sei Komponist geworden. Und so schickte er mir diese kuriose Platte aus flexiblem Kunststoff, die er in einer Vogelfutterpackung gefunden hatte. Eine Werbung, wie Vögeln das Sprechen beigebracht werden kann. Mit acht Titeln, jeder eine Minute lang. Die ersten sieben waren von einer Frau namens Mattie Williams. Und im letzten Titel ist dann der sprechende Wellensittich Sparkie Williams zu hören.

ZEIT ONLINE: Auch Steve Reich hatte zu dieser Zeit bereits mit Sprachaufzeichnungen experimentiert. Hat Sie das beeinflusst?

Leser-Kommentare
    • FahadA
    • 21.03.2009 um 19:56 Uhr

    Ich habe lange ueberlegt, ob ich einen Kommentar zu diesem grottenschlechten Interview abgeben soll. Der Komponist (ich gestehe, etwa 20 CDs von seiner manchmal wirklich grossartigen Musik zu besitzen) erzaehlt nichts Wesentliches. Praktisch nur liner notes, selbstreferentiell, wie man ihn halt kennt. Klappern gehoert zum Handwerk. Dass es sich um einen der zeitgenoessisch 'Grossen' handelt, wird ueberhaupt nicht klar. Was bitte hat die Musik Reichs (auch von ihm habe ich etwa 20 CDs hier in meinem Domizil. Ich schaetze ihn ungleich hoeher) oder des unsaeglichen Glass mit Nyman zu tun, der meines Wissens den Begriff Minimal Music lediglich kreierte?

  1. michael nyman wurde am 23.märz 65 jahre alt!

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