Schwangerschaft Spätgebärende werden allein gelassen
Je später eine Frau ein Kind bekommt, desto stärker wird der Druck zur Vorsorge. Bezahlt werden müssen diese Tests selbst - und beraten werden die Betroffenen wenig

© Alberto E. Rodriguez/Getty Images
Prominente Spätgebärende: Pop-Sängerin Madonna bekam ihr erstes Kind mit 38 Jahren
Der Bundestag debattiert in diesen Tagen über ein neues Gesetz zur verbesserten Beratung von Spätgebärenden. Bei den sogenannten Spätgebärenden handelt es sich nicht um eine Randgruppe: In Deutschland zählen mittlerweile über 20 Prozent der Schwangeren zu den Über-35-Jährigen.
Eine verbesserte Beratung im Umgang mit möglichen Fehlbildungen und unter Umständen gewünschten Spätabtreibungen ist mehr als überfällig - im Dschungel all der pränatalen Untersuchungen und ihren nicht immer leicht zu interpretierenden "Ergebnissen" findet sich kaum noch jemand zurecht. Und wenn Experten schon heillos zerstritten sind, wie und woran sollen sich dann Laien orientieren?
Die Möglichkeiten des medizinischen Fortschritts bringen für viele Paare, nicht nur für die älteren unter ihnen, neue Unsicherheiten und ungeahnte finanzielle Auflagen mit sich. Aber es sind gerade die über 35-jährigen, die sich im Pharmadschungel und angesichts von höchst unterschiedlichen Expertenmeinungen zurechtfinden müssen, denn sie sind diejenigen, die besonders beargwöhnt und pathologisiert werden.
Wobei im Zuge des um sich greifenden Gesundheitsbewussteins und Sicherheitsbedürfnisses der Trend derzeit dahin geht, jede Schwangere von vorneherein als Kranke zu betrachten. Dass es vor wenigen Jahrzehnten noch möglich war, ohne Feinultraschall, Blut- und Genuntersuchungen Kinder zu gebären, erscheint vielen mitunter geradezu rätselhaft. Deutschland ist weltweit das Land mit dem aufwendigsten und teuersten Vorsorgesystem für Schwangere. Teuer nicht nur für die Krankenkassen, sondern auch und vor allem für die Schwangere selber, denn viele, bisweilen auch dubiose Tests, zu denen "dringend" angeraten wird, müssen selbst getragen werden.
Was sowohl die Fertilität als auch die Gefahr von Fehlentwicklungen angeht, verändert sich der weibliche – und auch der männliche – Organismus mit zunehmendem Alter sukzessive. Die Möglichkeit, noch ein (gesundes) Kind zu zeugen, variiert je nach Person sehr stark. In Kinderwunschpraxen sitzen Endzwanziger, bei denen sich der ersehnte Nachwuchs seit Jahren nicht einstellt. Manche Mittvierzigerin bekommt ohne Schwierigkeiten ihr zweites oder drittes Kind. Die Altersangabe 35 ist also fiktiv. Dennoch wird dieses Alter von Ärzten als "magische Grenze" dämonisiert. Ist die Schwangere über 35 gilt ihre Schwangerschaft als "Risikogeburt" und bestimmte Untersuchungen sind "unerlässlich".
Entsprechend überschätzen Frauen im Allgemeinen die Gefahr, ein fehlgebildetes Kind zu bekommen. Viele dieser teuren Tests sind zudem in ihrer Aussagefähigkeit sehr begrenzt. Von den Ergebnissen solcher Untersuchungen machen Paare aber die Entscheidung abhängig, ob sie ein Kind austragen wollen oder nicht.
Einer der am häufigsten empfohlenen Tests ist die sogenannte Nackenfaltenmessung, mittels derer die Gefahr, dass der Fötus an Trisomie 21 ("Downsyndrom") oder an anderen Trisomien erkrankt ist, festgestellt werden soll. Doch das Ergebnis der Nackenfaltenmessung ergibt nur ein 85 bis 90-prozentig sicheres Ergebnis. Aufgrund solch einer vagen Diagnose würde wohl kaum jemand über Leben und Tod entscheiden wollen - jenseits der ethischen Frage, ob ein Downsyndromkind (heutzutage gibt es viel bessere Fördermöglichkeiten als noch vor dreißig Jahren) nun unbedingt abgetrieben werden muss.
Um genauer abzuklären, ob das Kind beispielsweise an Trisomie 21 leidet, muss eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) durchgeführt werden, die aber auch zum Verlust des Embryos führen kann. Die Zahlen sind unter Ärzten umstritten. Aber manche gehen davon aus, dass bei zwei Prozent der Fruchtwasseruntersuchungen der Eingriff zum Kindverlust führt; wobei selbst bei einer 40-jährigen Frau das Risiko, ein Kind mit Trisomie 21 auszutragen, nur knapp ein Prozent beträgt.
Viele Frauen verzichten also auf die möglicherweise lebensgefährdende Untersuchung – ein invasiver Vorgang, bei dem mit einer Nadel durch die Bauchdecke gestochen wird.
- Datum 25.03.2009 - 12:52 Uhr
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- Serie opi
- Quelle ZEIT ONLINE
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Grad wer bei so einer wichtigen Entscheidung allein gelassen wird und alles selbst berappen muss, wird sich ein Kind dann 2x überlegen.
Nicht mal einen Test wie den auf Schwangerschaftsdiabetes, dessen Sinn außer Frage steht und den – seltene Einigkeit - jeder Arzt empfiehlt, tragen noch die Krankenkassen.
Unfassbar.
Das bekommt man eben, wenn man eine Regierung wählt die sich "christlich" und/oder "sozial" nennt....
Nur gut das für die "Diabetes der Casino-Banken" so schnell Milliarden locker gemacht werden konnte.
Auch mit den tollsten Vorsorgeuntersuchungen bleibt eine "Spätgeburt" ein Risiko-da lässt sich nunmal nicht dran rütteln.
Mit geht dieser Diagnostikwahn langsam auf den Zeiger, für jeden Furz am besten drei Spezialexperten, die ihn therapieren. Das Darmwinde einfach dazugehören, geht völlig unter. Es wird also therapiert, was im eigentlichen nie einer Therapie bedurfte.
Und auch bei diesen Schwangerschaftsgeschichten-ja nun, wenn ich mit 70 nochmal Boxweltmeister werden will, dann muss ich eben damit rechnen, dass mir das nicht gut bekommt. Gleiches gilt für Frauen, die meinen, sie könnten der Natur einreden, dass erst die Karriere kommt. Vielleicht sollte man so langsam für die Karriere danach kämpfen, da haben wir alle was davon, keiner wird hier jünger!
Der Vergleich ist ja wohl an den Haaren herbeigezogen. Es geht um Frauen, die aelter sind als 35!
Und was Risikofaktoren angeht: das ist doch eine individuelle Sache. Eine 22-jaehrige Frau, die raucht oder uebergewichtig ist, hat wahrscheinlich eine risikoreichere Schwangerschaft als eine sportliche 40-jaehrige.
Ansonsten sehe ich das wie Schneewitzchen. Gelassenheit ist das Stichwort!
Der Vergleich ist ja wohl an den Haaren herbeigezogen. Es geht um Frauen, die aelter sind als 35!
Und was Risikofaktoren angeht: das ist doch eine individuelle Sache. Eine 22-jaehrige Frau, die raucht oder uebergewichtig ist, hat wahrscheinlich eine risikoreichere Schwangerschaft als eine sportliche 40-jaehrige.
Ansonsten sehe ich das wie Schneewitzchen. Gelassenheit ist das Stichwort!
kaum anzunehmen, dass Madonna sich in prekärer situation befand.
ein anderes, zutreffenderes foto konnte die ZEIT nicht finden?
dann bitte demnächst bei artikeln zu lohnrückgängen ein konterfei von ackermann.
ausgereift, wirklich.
...es gleicht sich im Leben alles aus. Je älter man als Gebärende ist, um so gelassener und abgeklärter wird man und verläßt sich auf nichts als seinen eigenen Verstand, seine eigene Erfahrung, sein eigenes Gefühl, seinen eigenen Bauch. - und nutzt ganz gezielt, was einem geboten wird, oder auch nicht. Und der Rest der Welt kann tun, reden oder posten oder vermeintliche Risiken (die bis auf Down-Syndrom laut Statistiken in keiner Weise existieren) beschwören, wie er will. Who cares.
Sie sollten überdies mal ein paar Foren mit sog. Spätgebärenden verfolgen. Die sind schon längst viel weiter als Ihr Artikel. Der wäre vor 10 jahren noch leidlich interessant gewesen. Jetzt leider nimmer.
für diesen Kommentar.
Ganz meine Meinung und Erfahrung: Die meisten Frauen lassen sich immer noch einreden, zu alt für dieses und jenes zu sein, für ein Baby, für einen Minirock, ..., und das hält tatsächlich viele Frauen davon ab, nach 38 noch Kinder zu kriegen. Ab diesem Alter habe ich noch 5 weitere Kinder zu meinen beiden ersten bekommen, ich fahre bzw. schiebe heute einen zwar alten Teutonia-Kinderwagen, aber immerhin noch keinen Rollator.
für diesen Kommentar.
Ganz meine Meinung und Erfahrung: Die meisten Frauen lassen sich immer noch einreden, zu alt für dieses und jenes zu sein, für ein Baby, für einen Minirock, ..., und das hält tatsächlich viele Frauen davon ab, nach 38 noch Kinder zu kriegen. Ab diesem Alter habe ich noch 5 weitere Kinder zu meinen beiden ersten bekommen, ich fahre bzw. schiebe heute einen zwar alten Teutonia-Kinderwagen, aber immerhin noch keinen Rollator.
Der Vergleich ist ja wohl an den Haaren herbeigezogen. Es geht um Frauen, die aelter sind als 35!
Und was Risikofaktoren angeht: das ist doch eine individuelle Sache. Eine 22-jaehrige Frau, die raucht oder uebergewichtig ist, hat wahrscheinlich eine risikoreichere Schwangerschaft als eine sportliche 40-jaehrige.
Ansonsten sehe ich das wie Schneewitzchen. Gelassenheit ist das Stichwort!
gerade die entsprechenden Vorsorgeleistungen aus eigener Tasche bezahlen muss und das nicht will...?
Im ungünstigsten Fall kann eine Schwangerschaftsdiabetes tödlich für Mutter UND Kind sein.
Es ist schlicht und ergreifend eine Schande, wenn der vergleichsweise billige Test nicht zu den Leistungen gehört, die einer Schwangeren in einem der reichsten Länder der Welt zur Verfügung stehen könnte.
Dabei sollte es nun wirklich egal sein, ob die werdende Mutter "Frau Dückers" oder "Frau Müller" heisst.
Ein positives Resultat hingegen könnte den Arzt rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten lassen, so dass keine Schädigungen für Mutter und Kind zu befürchten wären.
Man muss sich wirklich wundern, warum dass von der Politik nicht gewollt ist.
Im ungünstigsten Fall kann eine Schwangerschaftsdiabetes tödlich für Mutter UND Kind sein.
Es ist schlicht und ergreifend eine Schande, wenn der vergleichsweise billige Test nicht zu den Leistungen gehört, die einer Schwangeren in einem der reichsten Länder der Welt zur Verfügung stehen könnte.
Dabei sollte es nun wirklich egal sein, ob die werdende Mutter "Frau Dückers" oder "Frau Müller" heisst.
Ein positives Resultat hingegen könnte den Arzt rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten lassen, so dass keine Schädigungen für Mutter und Kind zu befürchten wären.
Man muss sich wirklich wundern, warum dass von der Politik nicht gewollt ist.
Im ungünstigsten Fall kann eine Schwangerschaftsdiabetes tödlich für Mutter UND Kind sein.
Es ist schlicht und ergreifend eine Schande, wenn der vergleichsweise billige Test nicht zu den Leistungen gehört, die einer Schwangeren in einem der reichsten Länder der Welt zur Verfügung stehen könnte.
Dabei sollte es nun wirklich egal sein, ob die werdende Mutter "Frau Dückers" oder "Frau Müller" heisst.
Ein positives Resultat hingegen könnte den Arzt rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten lassen, so dass keine Schädigungen für Mutter und Kind zu befürchten wären.
Man muss sich wirklich wundern, warum dass von der Politik nicht gewollt ist.
Einfaches Mittel: fragen Sie Ihren Apotheker. Dieser macht auch die Untersuchung, für ein paar Euro mehr als das Blutdruckmessen kostet. Wo ist da das Problem für die Frauen? Ein Ersatzschlauch für einen teuren Trend-Kinderwagen ist teurer.
Einfaches Mittel: fragen Sie Ihren Apotheker. Dieser macht auch die Untersuchung, für ein paar Euro mehr als das Blutdruckmessen kostet. Wo ist da das Problem für die Frauen? Ein Ersatzschlauch für einen teuren Trend-Kinderwagen ist teurer.
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