Schwangerschaft Spätgebärende werden allein gelassenSeite 2/2
Doch wenn, was statistisch sehr unwahrscheinlich ist, durch die Fruchtwasseruntersuchung tatsächlich eine Pathologie des Embryos (so der Begriff des Ungeborenen in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten) oder des Fötus (ab Vollendung des dritten Monats bis zur Geburt) vorliegt, wird die Schwangere beziehungsweise das Paar mit der nun anstehenden existenziellen Entscheidung weitgehend allein gelassen: Sollen wir dieses Kind austragen oder nicht?
Dem medizinischen Maximalaufwand in Deutschland folgt eine psychologische Leerstelle. Das ist, was der Bundestag nun auch erkannt hat. In Deutschland finden jährlich an die 2000 Spätabbrüche statt – eine geringe Zahl angesichts von 114.000 Abtreibungen im Jahr 2008 insgesamt, aber dennoch eine nachdenklich stimmende Zahl – zumal nicht wenige Paare solch eine schwierige Entscheidung für oder gegen ein Leben ohne ausreichende Informationen und Bedenkzeit, oft direkt im Anschluss an eine Untersuchung und in emotionalem Aufruhr, ohne Zweit- oder Drittmeinung, fällen.
Aus juristischen Gründen halten Ärzte sich immer mehr mit klaren Aussagen bezüglich der Erkrankungswahrscheinlichkeit und dem genauen Ausmaß eines pathologischen Befunds zurück. Immer öfter müssen Paare, nicht nur "Risikopaare", angesichts dieser Beratungsleerstelle selbst zu Experten mutieren, um Entscheidungen über den Sinn der Durchführung eines Tests bis hin zur Fortsetzung einer Schwangerschaft selbst zu übernehmen.
In Deutschland werden keineswegs nur Föten abgetrieben, die keinerlei Überlebenschance nach der Geburt hätten (manch fehlgebildeter Fötus hat schon seine eigene Abtreibung überlebt). Das Kriterium, nach dem ein Spätabbruch in Deutschland legal ist, ist, ob die Krankheit des Kindes für die Frau (warum wird eigentlich nicht von beiden Elternteilen gesprochen?) eine "unzumutbare seelische Belastung" darstellen könnte.
Einerseits ist es gut, dass die Entscheidung für oder gegen ein (schwer) behindertes Kind letztendlich bei dem betroffenen Paar und niemand anderem liegt, andererseits ist dieser Entscheidungsspielraum, gerade die Freiheit zur Entscheidung, für medizinische Laien besonders belastend.
Manchem Paar, das sich für eine Abtreibung eines schwer kranken Fötus' entschlossen hat, wäre es im Nachhinein lieber gewesen, sie hätten das Baby zur Welt gebracht und es einen natürlichen Todes sterben lassen. Denn es ist etwas anderes, bewusst den Tod des eigenen Kindes angeordnet zu haben, als von einem traurigen Schicksalsschlag heimgesucht worden zu sein. Der "Fetozid" wird mittels einer Kaliumchloridspritze in den Mutterleib durchgeführt.
Das zweite Problem – neben der fehlenden Beratung – berührt den Kostenaufwand für (Spät-)Gebärende: Nicht mal einen Test wie den auf Schwangerschaftsdiabetes, dessen Sinn außer Frage steht und den – seltene Einigkeit - jeder Arzt empfiehlt, tragen noch die Krankenkassen.
Lediglich die Techniker Krankenkasse übernimmt eine Teilsumme. Viele andere Tests werden der Schwangeren, insbesondere der "risikobehafteten“ Spätgebärenden, mit Dringlichkeit empfohlen - lehnt sie ab, wird sie scheel angeguckt, als würde sie ihr Baby allein in der U-Bahn liegenlassen. Bezahlt werden muss aber alles selber. Wer es sich nicht leisten kann, erfährt nicht einmal, ob er an Schwangerschaftszucker leidet - beziehungsweise erst dann, wenn Hilfe für Mutter und Kind zu spät kommt.
Leider wird eine Neuregelung der Kostenübernahme in der Schwangerenvorsorge nicht im Bundestag diskutiert. Dies ist vollkommen unverständlich, wenn schon vonseiten der Politik das angeblich kurz bevorstehende Aussterben der Deutschen ständig heraufbeschworen wird. Und wenn überhaupt schon mal an so etwas wie eine Verbesserung der Situation für Spätgebärende gedacht wird – und nicht nur an ihre Verteufelung.
- Datum 25.03.2009 - 12:52 Uhr
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- Serie opi
- Quelle ZEIT ONLINE
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Grad wer bei so einer wichtigen Entscheidung allein gelassen wird und alles selbst berappen muss, wird sich ein Kind dann 2x überlegen.
Nicht mal einen Test wie den auf Schwangerschaftsdiabetes, dessen Sinn außer Frage steht und den – seltene Einigkeit - jeder Arzt empfiehlt, tragen noch die Krankenkassen.
Unfassbar.
Das bekommt man eben, wenn man eine Regierung wählt die sich "christlich" und/oder "sozial" nennt....
Nur gut das für die "Diabetes der Casino-Banken" so schnell Milliarden locker gemacht werden konnte.
Auch mit den tollsten Vorsorgeuntersuchungen bleibt eine "Spätgeburt" ein Risiko-da lässt sich nunmal nicht dran rütteln.
Mit geht dieser Diagnostikwahn langsam auf den Zeiger, für jeden Furz am besten drei Spezialexperten, die ihn therapieren. Das Darmwinde einfach dazugehören, geht völlig unter. Es wird also therapiert, was im eigentlichen nie einer Therapie bedurfte.
Und auch bei diesen Schwangerschaftsgeschichten-ja nun, wenn ich mit 70 nochmal Boxweltmeister werden will, dann muss ich eben damit rechnen, dass mir das nicht gut bekommt. Gleiches gilt für Frauen, die meinen, sie könnten der Natur einreden, dass erst die Karriere kommt. Vielleicht sollte man so langsam für die Karriere danach kämpfen, da haben wir alle was davon, keiner wird hier jünger!
Der Vergleich ist ja wohl an den Haaren herbeigezogen. Es geht um Frauen, die aelter sind als 35!
Und was Risikofaktoren angeht: das ist doch eine individuelle Sache. Eine 22-jaehrige Frau, die raucht oder uebergewichtig ist, hat wahrscheinlich eine risikoreichere Schwangerschaft als eine sportliche 40-jaehrige.
Ansonsten sehe ich das wie Schneewitzchen. Gelassenheit ist das Stichwort!
Der Vergleich ist ja wohl an den Haaren herbeigezogen. Es geht um Frauen, die aelter sind als 35!
Und was Risikofaktoren angeht: das ist doch eine individuelle Sache. Eine 22-jaehrige Frau, die raucht oder uebergewichtig ist, hat wahrscheinlich eine risikoreichere Schwangerschaft als eine sportliche 40-jaehrige.
Ansonsten sehe ich das wie Schneewitzchen. Gelassenheit ist das Stichwort!
kaum anzunehmen, dass Madonna sich in prekärer situation befand.
ein anderes, zutreffenderes foto konnte die ZEIT nicht finden?
dann bitte demnächst bei artikeln zu lohnrückgängen ein konterfei von ackermann.
ausgereift, wirklich.
...es gleicht sich im Leben alles aus. Je älter man als Gebärende ist, um so gelassener und abgeklärter wird man und verläßt sich auf nichts als seinen eigenen Verstand, seine eigene Erfahrung, sein eigenes Gefühl, seinen eigenen Bauch. - und nutzt ganz gezielt, was einem geboten wird, oder auch nicht. Und der Rest der Welt kann tun, reden oder posten oder vermeintliche Risiken (die bis auf Down-Syndrom laut Statistiken in keiner Weise existieren) beschwören, wie er will. Who cares.
Sie sollten überdies mal ein paar Foren mit sog. Spätgebärenden verfolgen. Die sind schon längst viel weiter als Ihr Artikel. Der wäre vor 10 jahren noch leidlich interessant gewesen. Jetzt leider nimmer.
für diesen Kommentar.
Ganz meine Meinung und Erfahrung: Die meisten Frauen lassen sich immer noch einreden, zu alt für dieses und jenes zu sein, für ein Baby, für einen Minirock, ..., und das hält tatsächlich viele Frauen davon ab, nach 38 noch Kinder zu kriegen. Ab diesem Alter habe ich noch 5 weitere Kinder zu meinen beiden ersten bekommen, ich fahre bzw. schiebe heute einen zwar alten Teutonia-Kinderwagen, aber immerhin noch keinen Rollator.
für diesen Kommentar.
Ganz meine Meinung und Erfahrung: Die meisten Frauen lassen sich immer noch einreden, zu alt für dieses und jenes zu sein, für ein Baby, für einen Minirock, ..., und das hält tatsächlich viele Frauen davon ab, nach 38 noch Kinder zu kriegen. Ab diesem Alter habe ich noch 5 weitere Kinder zu meinen beiden ersten bekommen, ich fahre bzw. schiebe heute einen zwar alten Teutonia-Kinderwagen, aber immerhin noch keinen Rollator.
Der Vergleich ist ja wohl an den Haaren herbeigezogen. Es geht um Frauen, die aelter sind als 35!
Und was Risikofaktoren angeht: das ist doch eine individuelle Sache. Eine 22-jaehrige Frau, die raucht oder uebergewichtig ist, hat wahrscheinlich eine risikoreichere Schwangerschaft als eine sportliche 40-jaehrige.
Ansonsten sehe ich das wie Schneewitzchen. Gelassenheit ist das Stichwort!
gerade die entsprechenden Vorsorgeleistungen aus eigener Tasche bezahlen muss und das nicht will...?
Im ungünstigsten Fall kann eine Schwangerschaftsdiabetes tödlich für Mutter UND Kind sein.
Es ist schlicht und ergreifend eine Schande, wenn der vergleichsweise billige Test nicht zu den Leistungen gehört, die einer Schwangeren in einem der reichsten Länder der Welt zur Verfügung stehen könnte.
Dabei sollte es nun wirklich egal sein, ob die werdende Mutter "Frau Dückers" oder "Frau Müller" heisst.
Ein positives Resultat hingegen könnte den Arzt rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten lassen, so dass keine Schädigungen für Mutter und Kind zu befürchten wären.
Man muss sich wirklich wundern, warum dass von der Politik nicht gewollt ist.
Im ungünstigsten Fall kann eine Schwangerschaftsdiabetes tödlich für Mutter UND Kind sein.
Es ist schlicht und ergreifend eine Schande, wenn der vergleichsweise billige Test nicht zu den Leistungen gehört, die einer Schwangeren in einem der reichsten Länder der Welt zur Verfügung stehen könnte.
Dabei sollte es nun wirklich egal sein, ob die werdende Mutter "Frau Dückers" oder "Frau Müller" heisst.
Ein positives Resultat hingegen könnte den Arzt rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten lassen, so dass keine Schädigungen für Mutter und Kind zu befürchten wären.
Man muss sich wirklich wundern, warum dass von der Politik nicht gewollt ist.
Im ungünstigsten Fall kann eine Schwangerschaftsdiabetes tödlich für Mutter UND Kind sein.
Es ist schlicht und ergreifend eine Schande, wenn der vergleichsweise billige Test nicht zu den Leistungen gehört, die einer Schwangeren in einem der reichsten Länder der Welt zur Verfügung stehen könnte.
Dabei sollte es nun wirklich egal sein, ob die werdende Mutter "Frau Dückers" oder "Frau Müller" heisst.
Ein positives Resultat hingegen könnte den Arzt rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten lassen, so dass keine Schädigungen für Mutter und Kind zu befürchten wären.
Man muss sich wirklich wundern, warum dass von der Politik nicht gewollt ist.
Einfaches Mittel: fragen Sie Ihren Apotheker. Dieser macht auch die Untersuchung, für ein paar Euro mehr als das Blutdruckmessen kostet. Wo ist da das Problem für die Frauen? Ein Ersatzschlauch für einen teuren Trend-Kinderwagen ist teurer.
Einfaches Mittel: fragen Sie Ihren Apotheker. Dieser macht auch die Untersuchung, für ein paar Euro mehr als das Blutdruckmessen kostet. Wo ist da das Problem für die Frauen? Ein Ersatzschlauch für einen teuren Trend-Kinderwagen ist teurer.
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