Regierungskrise Tschechiens Regierung muss Rücktritt einreichen
Die tschechische Regierung hat im Parlament eine Misstrauensabstimmung verloren und muss zurücktreten. Derzeit hat das Land die Führung in der Europäischen Union

© Dominique Faget/AFP/Getty Images
Muss gehen: Tschechiens Premier Topolanek
Das Parlament in Prag sprach am Dienstag Ministerpräsident Mirek Topolanek das Misstrauen aus. 101 der in Prag anwesenden Abgeordneten stimmten für den Antrag der Opposition und erreichten damit exakt die notwendige absolute Mehrheit.
Laut Verfassung muss die Mitte-rechts-Regierung von Topolanek nun ihren Rücktritt einreichen. Bis Staatspräsident Vaclav Klaus den Auftrag zur Regierungsbildung neu vergibt, bleibt das Kabinett geschäftsführend im Amt. Topolanek führt derzeit auch den EU-Vorsitz bis Mitte Juni.
Die Regierung Topolanek hatte zuvor seit ihrem Amtsantritt im Januar 2007 vier Misstrauensvoten überstanden. Im Parlament mit 200 Sitzen hatte Topolaneks Mitte-rechts-Koalition 96 Mandate, die Opposition verfügt über 97 Sitze. Sieben fraktionslose Abgeordnete hatten sich vor der Abstimmung nicht klar festgelegt.
In der Debatte vor der Abstimmung warf der sozialdemokratische Oppositionsführer Jiri Paroubek dem Regierungschef vor, er könne "die Folgen der globalen Krise nicht mildern". Hunderttausende Tschechen müssten deshalb unter einem "Kapitalismus des 19. Jahrhunderts" leiden, sagte er.
- Datum 25.03.2009 - 15:54 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, 24.03.2009
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und sollte niemanden wundern. Tschechien hat, glaub ich, das erste Mal den Vorsitz in der EU. Einen Lehrling lässt man auch die Arbeit selbst erledigen damit er was lernt. Und wenn was schief geht steht man die erste Zeit, Aufgrund der Erfahrung, bereit um helfend einzugreifen. Ganz normal.
Haben die Tschechen im Vergleich zur DDR den Übergang zur sozialen Marktwirtschaft nicht recht ordentlich hinbekommen, obwohl ihnen keine Billionentransfers aus dem Westen zur Verfügung standen? Keine nennenswerte Arbeitslosigkeit, keine verschärften sozialen Verwerfungen -- und das in einem internationalen wirtschaftspolitischen Umfeld, das gelinde gesagt nicht eben sozial eingestellt ist.
Als symptomatisch für die relativ geglückte tschechische Politik empfinde ich die Duldung der sogenannten Vietnamesenmärkte: Obwohl jeder weiß, daß dort praktisch nur "Raubkopien" von Markenwaren zu haben sind, drückt die Staatsmacht alle Augen zu -- damit sich die ärmere Bevölkerung überhaupt was kaufen kann. Das ist soziale Politik, dem Zorn der globalen Elite zum Trotz.
Natürlich wird es jetzt in der Weltwirtschaftskrise noch schwieriger. Es ist die bekannte Tragödie, daß die daran Unschuldigen die ersten Opfer sind.
Mit dieser politischen Entwicklung wird der Ratifizierungsprozess wohl endgültig erlahmen. Glaube kaum, dass in der zweiten parlamentarischen Kammer, wo der Vertrag jetzt noch vorgelegt werden soll, eine Zustimmung erfolgen wird.
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