GeldanlageBausparen ist nichts für Kinder

Bausparen gilt als sicher und solide. Es sei der ideale Vermögensaufbau auch für Kinder und Jugendliche, werben viele Anbieter. Verbraucherschützer halten nichts davon

Das Geschäft der Bausparkassen boomt – mitten in der Finanzkrise. In den vergangenen Monaten überschlugen sich die Positivmeldungen. Schwäbisch Hall schloss 2008 Verträge über ein Volumen von 32 Milliarden Euro ab. Das entsprach einem Zuwachs von knapp 17 Prozent: "Das beste Neugeschäft in der Geschichte des Unternehmens", wie der Vorstandsvorsitzende Matthias Metz auf der Jahrespressekonferenz im Januar 2009 verkündete. Konkurrent Wüstenrot verzeichnet sogar eine Steigerungsrate von 24 Prozent auf rund zehn Milliarden Euro Bausparsumme.

Die Anleger versprechen sich von den Bausparkassen Sicherheit. Den Kassen ist es gesetzlich verboten, mit riskanten Papieren zu spekulieren. Zudem fördert der Staat Bausparverträge seit Anfang des Jahres nur noch, wenn ihr Inhaber mit dem angesparten Geld tatsächlich baut oder modernisiert. Deshalb schlossen viele Kunden noch im vergangenen Jahr ab.

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Auch ein Klassiker wird von den Bausparkassen wieder offensiv beworben: Der Bausparvertrag für Kinder und Jugendliche. Er lasse sich jederzeit teilen, aufstocken oder aussetzen, argumentieren die Kassen. Vor allem für junge Menschen unter 25 gebe es kaum ein flexibleres Instrument, um Geld anzulegen. Zumal die Neuregelung der staatlichen Bausparprämie für 16 bis 24jährige nicht gilt. Jugendliche dürfen nach einer Sperrfrist von sieben Jahren auch weiterhin frei über das Guthaben verfügen. Das heißt: Sie könnten sich davon ein Auto kaufen oder eine große Reise unternehmen – der Zuschuss vom Staat bliebe ihnen auf jeden Fall erhalten. Studien zeigen allerdings, dass sie es dennoch zu fast 80 Prozent in Wohneigentum investieren.

"Wer für sein Kind einen Bausparvertrag abschließt, transportiert damit auch die Grundhaltung, dass ein eigenes Haus ein solider Baustein für die eigene Altersvorsorge ist", sagt Joachim Klein, Sprecher der Bayern LBS.

Verbraucherschützer und unabhängige Finanzberater hingegen ziehen schon seit Jahrzehnten gegen Bausparangebote für Kinder zu Felde. Sie bleiben skeptisch. Eine gewisse Flexibilität könne man dem Bausparen zwar nicht absprechen, räumt Jörg Sahr ein, in der Redaktion der Zeitschrift Finanztest zuständig für Bauen und Wohnen. Noch vor ein paar Jahren konnte man deshalb auch in Finanztest lesen, dass Bausparverträge zumindest eine Option für Eltern seien, die Geld für ihre Kinder anlegen möchten.

Leserkommentare
  1. Als reine Ansparform oder Vermögungsbildung sind Baussparvertäge eher zweifelhaft. Aber Bausparverträge können m. E. durchaus vorteilhaft sein, vor allem wenn zu dem Zeitpunkt, wenn das angesparte Geld samt zusätzlichem Kredit benötigt wird, die Zinsen sehr hoch sind. Im Prinzip ist Bausparen auch eine Wette auf die Zinsen in ca 5 oder 10 Jahren.

    Darüber hinaus sollte man wie im Beitrag beschrieben einige individuelle Voraussetzungen erfüllen, bzw genau prüfen. Wichtig sind gute, flexible Tarife.

    Aufgrund der momentan sehr niedrigen Zinsen sind derzeit "fertig besparte" Verträge im Rückblick bzw. in der Bilnaz tatsächlich "nichts" wert. Beim Vertrag meiner Frau kein größeres Problem - ohne Frist gabe es den ordentlichen Bonus für Nicht Inanspruchnahme des Baussparkredites und somit eine immerhin noch akzeptable Gesamtverzinsung. Bei meinem Vertrag dagegen ein Jahr Kündigungsfrist bei Bonuszahlung (Verzicht auf Dahrlehen), oder alternativ eine extrem geringe Zinsgutschrift (Vergleichbar mit normalem Sparbuch)

    Baussparverträge können die Spardisziplin in jüngeren Jahren etwas fördern- Allerdings können dies andere Anlagen auch.

    Das Hauptproblem sehe ich jedoch im Vetriebssystem der Bausparkassen. Viele Verträge sind nicht individuell kundenoptimiert, sondern wegen der Provisionen extrem berateroptimiert. Was ich da schon erlebt habe spricht Bände!

    • peto1
    • 01.04.2009 um 9:52 Uhr

    Dieser Artikel ist so rosarot geschrieben da habe ich mich wieder in den 80 Jahren gefühlt. "Voraussetzung", ist nicht nur gesetzliche Förderung, man hat die Aktuelle wirtschaftliche Situation und Gesetze die dies beeinflussen können oder könnten völlig Rausgelassen aus dem Artikel, sprich als beispiel ,bei Arbeitslosigkeit.

    • zetti
    • 01.04.2009 um 10:52 Uhr

    Bausparen ist auch nichts für Erwachsene, es verhindert nur, daß das nötige Eigenkapital für den Erwerb einer Immobilie fehlt. Bei 1 oder 2 % Guthabensverzinsung läuft einen die Preisentwicklung von Immobilien davon, die Schere Immobilienpreis zum benötigtem Eigenkapital wächst somit jedes Jahr und der zu finanzierende Kreditanteil damit auch.

    Bausparen macht also nur Sinn, wenn die kaufkraftvernichtende Ansparphase vermeidet und eventuell eine nachrangiges Darlehn nötig ist.

    Also alternativ Kapital ansparen, dieses mit einer Einmalzahlung in den Bausparer einzahlen, die Zuteilung abwarten (ca. 1 Jahr) und dann in die Finanzierung mit einbinden.

    Erhöht den Eigenkapitalanteil, weniger Kredit für das eigene Heim wird benötigt, damit die monatliche Belastung gesenkt, bzw, das Eigentum schneller entlastet und damit die Bank schneller aus dem Grundbuch entfernt.

    Gefällt natürlich weder den Bausparkassen noch den Kreditinstituten.

  2. dann bekam ich gar kein Darlehen.. viel Gebühr für lau...Außerdem ist zu beobachten, dass mir aufgrund dieses Fehlers immer wieder versucht wird ein neuer Bausparer zu verkaufen, die denken sich also, dass ich immer wieder den gleichen Fehler machen werde.. seltsam.

  3. ... wie der Vertrag gestrickt wird. Ich empfehle Bausparverträge als reinen Sparvertrag (ohne Darlehensinanspruchnahme) bei jungen Leuten zwischen 16 und 24 (wegen der freien Verwendbarkeit) und bei Personen, die die vermögenswirksamen Leistungen Ihres Arbeitgebers verwenden wollen, aber die Anlage in einen Aktienfonds scheuen. Wenn dann die Bausparsumme niedrig genug bemessen wird (4000-4500 Euro) erhalte ich bei meiner favorisierten Bausparkasse zur Zeit gut 5 % Rendite pro Jahr mit förderbedingten sieben Jahren Bindungsfrist und insgesamt acht Jahre lang garantiertem Zinssatz.

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