Union CSU bricht mit Merkels Gesundheitsreform
Seehofers Partei geht erneut auf Konfrontationskurs zur großen Schwester. Sie will den Gesundheitsfonds und die von der CDU angestrebte Kopfpauschale kippen
"Es braucht einen grundlegenden Neuanfang", sagte der bayerische Gesundheitsminister Markus Söder der Süddeutschen Zeitung. Die 2007 beschlossene Gesundheitsreform sei ohnehin nur eine Zwischenlösung gewesen. "Wir als CSU brauchen eine eigene Linie in der Gesundheitspolitik. Das sind wir den bayerischen Ärzten und Patienten schuldig", sagte Söder.
Die Gesundheitsreform gilt als ein zentraler Teil der Regierungsarbeit von Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel. Sie hatte den Gesundheitsfonds immer wieder gegen Kritik verteidigt. Der CSU-Vorstand will die Vorschläge am Freitag kommender Woche auf einer Klausurtagung in Kloster Banz beraten.
"Der Gesundheitsfonds hat keine Probleme gelöst, sondern nur neue geschaffen", betonte Söder. Alle mit ihm verbundenen Versprechen seien nicht eingehalten worden, alle Befürchtungen hätten sich bestätigt. "Der Fonds muss weg."
Auch die noch im Wahlkampf 2005 von CDU und CSU gemeinsam propagierte Kopfpauschale will die CSU nach den Worten des Ministers nicht mehr. Sie sei gescheitert, wie auch das Gegenmodell der Sozialdemokraten, die Bürgerversicherung. "Es sind untaugliche Instrumente", sagte Söder. Bei der Kopfpauschale zahlen alle Versicherten unabhängig von ihrem Einkommen den gleichen festen Beitrag.
Der Vorstoß von Söder dürfte mit dem Parteichef und bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer abgestimmt sein. Unklar ist allerdings, welches neue Modell die CSU dem der CDU entgegensetzen will. Sie hatte sich schon in der Vergangenheit gegen den Gesundheitsfonds gewandt, weil der ihrer Ansicht nach die Ärzte und Beitragszahler in Bayern benachteiligt. Deshalb wurden die Belastungen für das Land eigens gedeckelt.
- Datum 27.03.2009 - 12:52 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Diese Gesundheitsreform ist unglaublich schlecht. Jede Konkurrenz der Krankenkassen um gesunde Beitragszahler ist eingeschlafen. Jetzt kloppen sich dank Morbi-RSA die Krankenkassen um schlechte Diagnosen. Gleichzeitig wird bei den Ärzten eine beispiellose Umverteilung. betrieben. Fachärzte werden benachteiligt, vor allem in kleinen Fächern (Augen, HNO, Orthopädie, Neuro, Psychiatrie), Länder werden benachteiligt (BW, Bayern, NRW) usw.
Es wird bald keine niedergelassene Fachmedizin mehr geben, wenn das so weiter geht.
Dann können die Patienten in die Polikliniken, Ambulanzen und MVZn gehen. Und das wird teuer:
Beispiel: Regelleistungsvolumen für einen psychiatrischen Fall in Nordrhein im 2. Quartal: 40.-€ Gleichzeitig Begrenzung der Medikamente für diesen Pat. auf ca. 100.-€ pro Quartal. Beschränkung der Medikamentenauswahl durch Me-Too-Quote und Generikaquote.
Geht der gleiche Patient in die psychiatrische Institutsambulanz, so bezahlt die Krankenkasse direkt 150.-€ pro Quartal. Die Medikation kann wirtschaftlich risikofrei verordnet werden.
Noch ein Beispiel für den Wahnsinn: Ein schwerkranker, schizophrener Patient erhält ein auf seinen Fall bezogenes RLV von 40.-€ im Quartal in Nordrhein. Ein Pat. mit einer Konfliktreaktion, der zum Psychotherapeuten geht, erhält 960.-€ im Quartal (12 Sitzungen à 80.-€). Da sieht man, wo die Lobby sitzt; quatschen über Konflikte wird fürstlich honoriert, konkrete Medizin an bitter Erkrankten wird absolut unterbezahlt.
Es ist höchste Zeit, das vernünftige Politiker diesen Saustall ausmisten, den die Politiker der letzten Legislaturperioden angerichtet und zu verantworten haben. Wenn ich mir dann noch vorstelle, dass Leute wie Ulla Schmidt eine Pension beziehen werden, von der alle anderen nur träumen können, dann denke ich nur noch an die französische Revolution.
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