Geldanlage Verspekuliert mit Rentenfonds
Gerade in turbulenten Börsenzeiten setzen Anleger gerne auf Rentenfonds: Sie versprechen zwar weniger Rendite als andere Papiere, bieten dafür aber mehr Sicherheit - bisher. Doch im vergangenen Jahr rutschten etliche dieser Fonds tief ins Minus. Finanztest sagt, was Anleger tun können

© Scott Olson/Getty Images
Hektik an den Börsen: Hier ein Händler in Chicago
Gerade in turbulenten Börsenzeiten setzen Anleger gerne auf Rentenfonds: Sie versprechen zwar weniger Rendite als andere Papiere, bieten dafür aber mehr Sicherheit - bisher. Doch im vergangenen Jahr rutschten etliche dieser Fonds tief ins Minus. Finanztest sagt, was Anleger tun können
Unterschiedliche Strategien
Verantwortlich für den Kursrutsch waren neben der Finanzkrise auch riskante Strategien der Fondsmanager. Generell sind die Anlagestrategien von Rentenfonds Euro unterschiedlich: Einige kaufen nur sichere Papiere, die auf Euro lauten, wie etwa Staatsanleihen erstklassiger Bonität. Andere Fondsmanager legen den Schwerpunkt dagegen auf Pfandbriefe, wieder andere mischen zusätzlich Bank- und Unternehmensanleihen bei. Je nach Zusammensetzung ist das Verlustrisiko der Fonds höher oder niedriger. Die höchsten Verluste von mehr als 30 Prozent verzeichneten Rentenfonds, die ausschließlich in Genusscheine investierten. Diese aktienähnlichen Papiere werden meist von Banken ausgegeben und sind in der Finanzkrise stark gebeutelt worden.
Problem ABS-Papiere
Andere riskante Anlagen, in die einige Rentenfonds investiert haben, sind so genannte ABS-Papiere. Das sind Anleihen, die mit Kreditforderungen gesichert sind. Sie laufen nur so lange gut, wie die Kreditnehmer ihre Raten zahlen. Mit dem Ausbruch der Immobilienkrise in den USA 2007 brachen auch die Kurse einiger ABS-Papiere ein. Hinzu kam: Auch ABS-Papiere, die nichts mit dem amerikanischen Markt zu tun haben, wollte keiner mehr anfassen - der Handel brach zusammen.
Beispiel DWS Inrenta
Das bekam etwa der Rentenfonds DWS Inrenta zu spüren. In der Vergangenheit präsentierte er sich immer solide: Noch vor einem Jahr führte er im Produktfinder Investmentfonds die Gruppe „Rentenfonds Euro mit geringem Risiko“ an. Die Wertentwicklung lag im fünfjährigen Untersuchungszeitraum bei durchschnittlich 3,7 Prozent pro Jahr. Jetzt liegt sie nur noch bei 0,6 Prozent, der Verlust im vergangenen Jahr betrug 9,8 Prozent (Stichtag 31. Januar 2009). Ein Hauptgrund: Die massive Investition in ABS-Papiere ab Herbst 2007 - einer Zeit, in der andere aus den Papieren flohen. Über die riskante Strategie informierte der Fonds die Anleger nicht - sie müssen nun das Minus verkraften. Allerdings: Laut Fondsmanager Johannes Müller ist derzeit kein ABS-Papier im Bestand des Fonds zahlungsunfähig. Werden die Papiere fällig, würde aus dem Kursverlust von 30 Prozent eine Rückzahlung von 100 Prozent. Tipp: Wenn Sie Anteile des Fonds besitzen, müssen Sie sich nun entscheiden. Befürchten Sie eine Verschärfung der Finanzkrise, sollten Sie Ihre Anteile am DWS Inrenta verkaufen. Denn dann würden die Kurse weiter einbrechen. Wenn Sie aber dem Management vertrauen und das Risiko eingehen wollen, können Sie die Anteile behalten.
Beispiel Allianz Pimco Euro Bond Total Return
Ein weiterer Rentenfonds, der ABS-Papiere und ähnliche Investments gekauft hat, ist der Allianz Pimco Euro Bond Total Return. Der Verlust auf Jahressicht zum 31.01.2009: 7,3 Prozent. Allerdings weist die Fondsgesellschaft im Prospekt darauf hin, dass der Rentenfonds auch in riskantere Papiere investieren darf. Ähnlich dem Management des DWS Inrenta gibt sich auch dieser Fonds zuversichtlich, was die eingekauften ABS-Papiere betrifft. Die Bestände sollen gehalten werden. Hier gilt dasselbe für Anleger: Wem das Risiko zu groß wird, der sollte aussteigen.
Beispiel Gerling Rendite Fonds
Der Gerling Rendite Fonds weist zum 31. Januar 2009 einen Jahresverlust von 10,6 Prozent aus. Größtes Problem war hier die Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers. Der Fonds war selbst im Besitz einer Lehman-Anleihe. Hinzu kam eine weitere Anleihe von der ebenfalls Pleite gegangenen US-Bank Washington Mutual. Der Fonds hat zwar sein Vermögen breit über verschiedene Anleihen verteilt. Doch nach dem Zusammenbruch der Lehman-Bank sind die Kurse aller Bankenpapiere gefallen. Der Fondsmanager glaubt aber an die gute Qualität der Papiere im Fonds und ist sicher, dass der Gerling Rendite Fonds aufholen wird.
- Datum 09.04.2009 - 11:49 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, FINANZtest 31.3.2009
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Ich glaube niemand, der eine Geldanlage hat, gewinnt groß in Zeiten der Finanzkrise. Die immer noch sicherste Geldanlage ein Sparbuch -entsprechend je nach Bank- gut verpackt, gewinnt zwar momentan immer noch, jedoch gehen die Guthabenzinsen so langsam gegen null. Aber das Sparbuch als Einlage, ist in der Regel 100% einlagengesichert. Zumindest bei den Genossenschaftsbanken.
Alle anderen Geldanlagen sind momentan sicher, wenn sich die Talfahrt in Grenzen hält. Jeder Geldexperte wird mir recht geben, wenn ich sage, es kommen auch wieder bessere Zeiten. Geschickt wäre der Anleger, der zur Zeit noch wartet, wie es mit den Verlusten weitergeht. Und dann bei einem niedrigen Kurs einsteigt.
Ich bin allerdings überzeugt, dass diese Finanzkrise noch einige Jahre nachwirken wird. Auf dem Kapitalmarkt und in Unternehmen wurde soviel Kapital vernichtet, dass ich kaum glauben kann, die Krise sei Ende 2010 beendet.
Die Folgen der Bankenkrise werden jedenfalls noch einige Jahre zu spüren sein. Die Wirtschaft könnte ich mir vorstellen, erholt sich schneller.
Warten wir ab, was die "Experten" meinen. Denn die wissen es meistens nicht immer besser!
Rentenfonds eignen sich als Beimischung im Depot durchaus. Es müssen aber nicht immer die bekannten von DWS und Co sein. Zum Beispiel hat der BW Renta International Universal (DE0008483678) über einen Zeitraum von 15 Jahren eine jährliche Wertentwicklung von 6 % erreicht. Beim Kauf des Rentenfonds über einen Fondsvermittler im Internet spart man sich die vollen Kaufgebühren und beim Anbieter profinance-direkt.de erhält der Anleger zusätzlich eine jährliche Treueprämie von 0,05% ausbezahlt.
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