G-20 Eine Schmutzquote für den KlimawandelSeite 2/2

Die Nachhaltigkeit wird über die Emissionsquoten für Treibhausgase geregelt. Politiker können sich darauf konzentrieren, die neuen Spielregeln durchzusetzen, und weniger darauf, die umweltfreundlichsten Projekte ausfindig zu machen.

Im Laufe der Zeit werden die Kosten für die CO2-Emissionen wahrscheinlich sinken, da neue Techniken und Verhaltensweisen entstehen. Menschen und Unternehmen werden sich auf neue relative Preise einstellen. Das Wirtschaftswachstum wird sich fortsetzen. Aber der Inhalt, das Produzierte, wird sich drastisch ändern.

In diesem neuen Umfeld mit gleichen Schadstoffquoten für jede Einzelperson werden internationale Hilfsleistungen beträchtlich eingeschränkt. Die Geschichte zeigt, dass Entwicklungshilfe nie viel zur Entwicklung beitrug. Geldgeschenke machen Länder eher abhängig anstatt die Entwicklung zu fördern.

Das Konzept der Quoten muss eingerichtet werden, um die Tragik der Allmende im Allgemeinen zu vermeiden. Die Nutzung der Ozeane über Landesgrenzen hinaus sollte auf ähnlichen handelbaren Quoten basieren, die proportional zu den jeweiligen Bevölkerungszahlen vergeben werden.


Prof. Arne Jon Isachsen ist Direktor am Zentrum für Geldwirtschaft und Professor der Norwegischen School of Management in Oslo. Seine Spezialthemen sind Geld-Ökonomie, Bankwesen und und Weltwirtschaft. Zuvor war er Berater beim Norwegischen Finanzministerium und Chefökonom von Elcon Securities A/S.

 

 
Leser-Kommentare
    • otto_B
    • 28.03.2009 um 9:55 Uhr

    Das Konzept des norwegischen Professors klingt interessant, aber er weicht vor sich selbst zurück. Seine Sicht auf negative Erfahrungen mit klassischer Entwicklungshilfe ist ja im Grunde populär geworden. Aber die Erlöse aus verkauften Quoten, sind die in ihrem Effekt wirklich so sehr verschieden von den kritisierten Geldgeschenken? Der Norden diktiert dem Süden: "Tut dies", oder "Tut jenes nicht", und dafür bekommt Ihr Geld. Nach aller Erfahrung wird dieses System eher Bürokratie und Korruption als Demokratie fördern.
    Und mit den verkauften Speichern im Wald ("Forstwirtschaft") überhaupt. Wielange soll das System denn gutgehen? Der Zugriff auf fossilen Kohlenstoff wird legalisiert über wachsende Speicher in Boden und Biosphäre. Nach meiner Kenntnis sind Ökosysteme, also auch Wirtschaftswälder, in erster Linie Fließgleichgewichte. Und die sollen jetzt massiv in die Richtung "wachsender Speicher" getrimmt werden. Naja. Man meint, daß das funktioniert. Eine Weile. ..... Was passiert denn, wenn so ein "Klimawald" mal runterbrennt? Gibt es dann irgendjemand, der die Zertifikate bezahlt? Oder nach der nächsten Wahl in dem Land wird der herangewachsene Wald definiert als Rohstoff, auch zum Verfeuern, und die verkauften Zertifikate sind vergessen und vorbei.
    Wenn, dann schon konsequent. Quote pro Kopf und Basta. Das könnte auch manchem gutverdienenden Biofood- und Ökostrom-Konsumenten bei uns an die Nieren gehen. Fernreisen sind ja in diesen Kreisen durchaus nicht unbeliebt (das ganze natürlich "sanft", und "kultur-sensitiv" und was nicht noch alles.....).
    Interessant auch, wie der Professor das Bevölkerungswachstum als eine politisch verhandelbare Größe betrachtet. Wie das funktioniert, das würde mich mal im Detail interessieren.
    mfg

  1. ... brauchen Unternehmen eine "Lizenz zum Verschwenden", und zwar dringend!

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