Iran und G 20 Iran ist doppelt getroffen

Eine Teilnahme Irans am G-20-Gipfel hätte der internationalen Gemeinschaft genutzt. Das Volk leidet heute unter der Wirtschaftskrise wie auch unter den Folgen der internationalen Sanktionen

Die Wirtschaftskrise und der sinkende Ölpreis haben auch Iran getroffen: Die Ölraffinerie von Bandar-Abbas am Persischen Golf

Die Wirtschaftskrise und der sinkende Ölpreis haben auch Iran getroffen: Die Ölraffinerie von Bandar-Abbas am Persischen Golf

Iran ist in der G-20-Gruppe nicht vertreten. Zwar gehört das Land weltweit nicht zu den größten Volkswirtschaften, doch unsere Bevölkerung zählt inzwischen über 72 Millionen Menschen und unser Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Zeitraum 2008/2009 betrug immerhin 270 Milliarden US-Dollar.

Irans geopolitischer Einfluss auf die Weltwirtschaft ist sogar noch größer. Die Frage der Atomkraft und die Veränderungen in den Beziehungen zwischen Iran und den USA in den letzten Jahren zeigen, dass das Land Wellen schlägt. Iran mit einzubeziehen, das Land in die internationale Gemeinschaft einzugliedern, wäre schon unter diesem Gesichtspunkt von Nutzen gewesen.

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Iran erfreut sich eines schnellen Wirtschaftswachstums, doch die Krise hat das Land stark getroffen. Zum einen ist Irans Ölpreis von 128 US-Dollar pro Barrel im Juli 2008 auf 40 US-Dollar in den letzten Monaten gefallen. Damit ist auch das nationale Einkommen aus Ölexporten von 300 auf 100 Millionen US-Dollar abgesunken. Das Inlandsprodukt wird voraussichtlich um 60 Milliarden US-Dollar niedriger ausfallen als im Jahr 2007. Ein derartiger Rückgang des BIP eines Landes um ganze 15 bis 20 Prozent ist äußerst ungewöhnlich, selbst in heutigen Krisenzeiten. Zum anderen ist die Krise nicht das einzige Problem, mit dem Iran zurzeit zu kämpfen hat.

Unserem Land wurden Sanktionen auferlegt, die seiner Wirtschaft und Gesellschaft schaden. Die G-20-Gruppe sollte sich darüber klar werden, dass Sanktionen den "kleinen Mann" in Iran weit härter treffen, als sie der Regierung schaden. Dass sie religiösen Fundamentalismus und Radikalismus eindämmen könnten, ist unwahrscheinlich. Radikale in Iran, wie Radikale überall, haben nichts dagegen, isoliert zu werden, und dank der Wirtschaftskrise können sie ihre Anhängerschaft noch vergrößern.

Sanktionen stärken auch die Korruption in Regierungskreisen. Durch eine Lockerung der Sanktionen würden die übrigen G-20-Länder die USA dazu anregen, es ihnen gleich zu tun, und damit die Möglichkeit für einen echten Dialog zwischen den beiden Nationen schaffen. Unabhängig von dem, was Präsident Mahmoud Ahmadinejad der Welt vortäuschen mag, die Wirtschaftskrise hat Iran aufgrund seiner verminderten Öleinkünfte verwundbar gemacht.

Falls die Krise sich noch lange hinziehen sollte, wird Iran einen starken Rückgang seiner nationalen Einnahmen hinnehmen müssen. Wären wir zu dem G-20-Gipfel eingeladen worden, hätte Iran helfen können, Lösungen zu finden. Für Iran hätte sich damit die Möglichkeit bieten können, wieder in die internationale Gemeinschaft aufgenommen zu werden und eine einflussreichere, konstruktivere Rolle in der Welt spielen zu können.

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