G 20 in London Gipfelgegner stürmen Royal Bank of Scotland
Schwere Ausschreitungen in der Londoner Innenstadt, Zentrum der Randale ist das Bankenviertel. Tausende Demonstranten fordern vom G-20-Gipfel: "Bestraft die Plünderer"

© Matt Cardy/Getty Images
Tausende Gipfelgegner protestieren in London - nicht immer friedlich
Die Demonstrationen von Gipfelgegnern in der britischen Hauptstadt sind am Mittwoch in Gewalt umgeschlagen. Krawallmacher belagerten dabei das Bankenviertel und gerieten heftig mit der Polizei aneinander. Randalierer schleuderten Flaschen und andere Wurfgeschosse auf Banken, Scheiben gingen zu Bruch. Die Demonstranten skandierten: "Diese Straßen sind unsere Straßen. Diese Banken sind unsere Banken."
Zunächst versuchten hunderte Protestierende, sich einen Weg in die Englische Notenbank zu bahnen. Anschließend stürmte eine Gruppe Randalierer eine Filiale der Royal Bank of Scotland, warf Gegenstände aus dem Gebäude und beschmierte die Wände. Berittene Polizisten mit Schlagstöcken drängten Angreifer ab, die die Beamten mit Farbbeuteln und Flaschen attackierten. Die Sicherheitskräfte sprachen von zahlreichen Verletzten in den eigenen Reihen. Mindestens 13 Menschen wurden nach Angaben von Scotland Yard festgenommen.
Insgesamt hatten sich nach offiziellen Angaben 4.000 Demonstranten zu den lautstarken Protesten gegen Kapitalismus, Kriege und Umweltzerstörung zusammengefunden. Mit Sprüchen wie "Bestraft die Plünderer" und "Wir brauchen sauberen Kapitalismus" zogen sie zunächst zur Notenbank. Zahlreiche Straßen und Eingänge zu Bahnhöfen wurden gesperrt. "Stürmt die Bank" und "Schande über Euch", hieß es in Sprechchören. Die Protestierenden machten sowohl ihrem Unmut über das Finanzsystem als auch über Jobverluste Luft.
Die Royal Bank of Scotland stand im Fokus der Proteste, da ihr früherer Chef Fred Goodwin sich wegen üppiger Pensionszahlungen den besonderen Zorn der Bankengegner zugezogen hat. Die Bank hatte sich verspekuliert und musste im Oktober von der Regierung mit Steuergeldern vor der Pleite gerettet werden.
Hinter den Protesten in der Londoner City steht die Anarchisten-Gruppe G-20-Meltdown. Trotz der Ausschreitungen protestierte ein Großteil der Menschen friedlich. Unabhängig davon startete auch eine weitere Demonstration von Anti-Kriegs-Gegnern vor der US-Botschaft.
- Datum 01.04.2009 - 18:07 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 118
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... aber das ist erst der Anfang vom Anfang. Ich sage seit 2006, daß der Mob durch die Straßen gehen und den überfälligen "System-Reset" umsetzen wird. In Griechenland und Frankreich gabs ja auch schon die ersten Ausschreitungen. Noch zwei Jahre Rezession im aktuellen Ausmaß, und wir gehen auf 20% Arbeitslosigkeit zu - während gleichzeitig die buchstäblich geraubten Billionen in Sicherheit gebracht wurden.
Welche Gesellschaft soll sowas überstehen?
Wofür werden wohl Bundeswehr im Inneren, Feindstrafrecht und Überwachungsstaat gebraucht? Sicher nicht gegen die Bedrohung von Außen oder gegen Kinderpornos ...
Ich weiß, daß es auch nicht überall auf Verständnis stößt, aber: so traurig das ist, ich habe sogar Verständnis für die Gewalt. Hmm. Zumindest kann ich das sehr gut nachvollziehen. Mit demokratischen Mitteln erreicht man ja anscheinend nichts mehr in den etablierten Parteien-Lobbykraturen. 40% Nichtwähler, Tendenz stark steigend, malen ein eindrucksvolles Bild vom Ausmaß des "Politik-Frusts".
Wer will, angesichts von Ohnmacht, Zorn, sowie dem Gefühl von Hilf- und Hoffnungslosigkeit beim täglichen Bad-News-Hagel der letzten 6 Monate, einem da noch den Reflex zum Steinewerfen übel nehmen - wenn er gerade zu "totem Humankapital" entsorgt und damit in unserer Gesellschaft de facto sowohl Existenzgrundlage wie zunehmend auch -berechtigung verloren hat.
Wer nichts mehr zu verlieren hat wird radikal, ganz klare Sache.
"These times are changing".
...so kommt mir das eigentlich vor. Die Eliten tagen hinter verschlossenen Türen, die Betrogenen, Bestohlenen und Belogenen sind auf der Straße. Eigentlich würde es Zeit, eine west- und nordeuropäische Nationalversammlung einzuberufen. Ansonsten schwant mir Böses.
ist der Anfang jeder Barbarei, egal, woher sie kommt.
Kein Verständnis habe ich deshalb für Steinewerfer, Randalierer und Molotow-Kids - die im übrigen keineswegs die Befreiung des Proletariats oder die Beseitigung globaler Ungerechtigkeit im Sinn haben, sondern einfach nur wie Hooligans irgendeinen Grund zur Gewalt suchen.
aber ohne Gewalt hätten wir immer noch die Feudalherrschaft. Weder Charles I und James II noch Louis XIV, Louis Philippe, Charles X, Napoleon III noch Wilhelm II oder Nikolaus II wären ohne Gewalt gegangen, und auch die USA wären ohne Gewalt nicht zustande gekommen.
Das heisst nicht, dass sowas gut schön und richtig ist, sondern vielmehr, dass die jeweils Mächtigen ein bisschen aufpassen sollten, was in der Bevölkerung vor sich geht, und sich nicht arrogant darüber hinwegsetzen, wie z.B. unsere Agenda-Päbste von der SPD es lange getan haben.
Was also, wenn die Mehrheit zur Überzeugung gelangt, dass diese Wirtschaftsordnung unerträglich wird, aber auf friedlichem Wege nicht mehr zu reformieren ist? Dieses verrückte Wirtschaftssystem, das als globalisierter Kapitalismus präsentiert wird, ist ja schon längst zu sowas wie einer weltumspannenden Staatsreligion geworden. (Auch in der Zeit wurde das goldene Kalb fleißig angebetet.)
und wo fängt gewalt an?
aber ohne Gewalt hätten wir immer noch die Feudalherrschaft. Weder Charles I und James II noch Louis XIV, Louis Philippe, Charles X, Napoleon III noch Wilhelm II oder Nikolaus II wären ohne Gewalt gegangen, und auch die USA wären ohne Gewalt nicht zustande gekommen.
Das heisst nicht, dass sowas gut schön und richtig ist, sondern vielmehr, dass die jeweils Mächtigen ein bisschen aufpassen sollten, was in der Bevölkerung vor sich geht, und sich nicht arrogant darüber hinwegsetzen, wie z.B. unsere Agenda-Päbste von der SPD es lange getan haben.
Was also, wenn die Mehrheit zur Überzeugung gelangt, dass diese Wirtschaftsordnung unerträglich wird, aber auf friedlichem Wege nicht mehr zu reformieren ist? Dieses verrückte Wirtschaftssystem, das als globalisierter Kapitalismus präsentiert wird, ist ja schon längst zu sowas wie einer weltumspannenden Staatsreligion geworden. (Auch in der Zeit wurde das goldene Kalb fleißig angebetet.)
und wo fängt gewalt an?
Ich bin mal gespannt, wie die hiesigen Systembüttel, die 1989-90 noch die Stürmung der Stasi-Zentralen bejubelt haben, diese Aktionen verurteilen werden. Wahrscheinlich werden sie aber Verständnis heucheln, so wie derzeit ja haufenweise Wendehälse auf einmal Regulierungen fordern und gierige Banker verurteilen.
Die Barbaren befinden sich bestens ausgestattet und vertraglich abgesichert z.Zt. im Wartestand
So ist es. Barbaren sind sicher nicht die, die so wütend wie ohnmächtig auf die Straße gehen.
Und da wir gerade beim name-calling sind: Krawallmacher, Randalierer nennt die ZEIT die Demonstranten. Fände die Demo in Peking oder Moskau statt, gäbe es sicherlich andere Namen wie "Regimegegner" oder "Dissidenten".
Jaja, wes Brot ich eß, des Lied ich sing.
Während auf der einen Seite einige Damen und Herren debattieren (und, wer würde es anzweifeln wollen, wieder einmal zu keinen greifbaren Ergebnissen kommen), stehen auf der anderen Seite enthemmte, gewaltbereite und mit geradezu programmäßiger Unterbelichtetheit stets zur Stelle seiende Randalierer, die nichts anderes wollen als ihren niederen Trieben freien Lauf zu lassen - der Anlaß ist eigentlich egal, Hauptsache, es kracht.
Ich nenne das eine sinnlos - das andere unzivilisiert.
So ist es. Barbaren sind sicher nicht die, die so wütend wie ohnmächtig auf die Straße gehen.
Und da wir gerade beim name-calling sind: Krawallmacher, Randalierer nennt die ZEIT die Demonstranten. Fände die Demo in Peking oder Moskau statt, gäbe es sicherlich andere Namen wie "Regimegegner" oder "Dissidenten".
Jaja, wes Brot ich eß, des Lied ich sing.
Während auf der einen Seite einige Damen und Herren debattieren (und, wer würde es anzweifeln wollen, wieder einmal zu keinen greifbaren Ergebnissen kommen), stehen auf der anderen Seite enthemmte, gewaltbereite und mit geradezu programmäßiger Unterbelichtetheit stets zur Stelle seiende Randalierer, die nichts anderes wollen als ihren niederen Trieben freien Lauf zu lassen - der Anlaß ist eigentlich egal, Hauptsache, es kracht.
Ich nenne das eine sinnlos - das andere unzivilisiert.
und auf andere Staaten übergreifen. Was dann kommt, ist wahrscheinlich nicht die Revolution hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit und Frieden, sondern ein Rechtsruck zu dem, der verspricht, Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. Wie so etwas enden kann, muss ich ja wohl nicht großartig ausführen.
So ist es. Barbaren sind sicher nicht die, die so wütend wie ohnmächtig auf die Straße gehen.
Und da wir gerade beim name-calling sind: Krawallmacher, Randalierer nennt die ZEIT die Demonstranten. Fände die Demo in Peking oder Moskau statt, gäbe es sicherlich andere Namen wie "Regimegegner" oder "Dissidenten".
Jaja, wes Brot ich eß, des Lied ich sing.
küt vun Tünnes un Schäl, Hi :-)
aber mir wäre ehrlich gesagt ziemlich egal, wer da versucht mich oder meine Familie zu verletzen, umzubringen oder sich an meinem Eigentum zu schaffen machen will. Ob er Terrorist, Randalierer oder Freiheitskämpfer genannt würde, ich wüsste die BGB-Paragraphen mit Notwehr und Notstand recht gut zu nutzen.
küt vun Tünnes un Schäl, Hi :-)
aber mir wäre ehrlich gesagt ziemlich egal, wer da versucht mich oder meine Familie zu verletzen, umzubringen oder sich an meinem Eigentum zu schaffen machen will. Ob er Terrorist, Randalierer oder Freiheitskämpfer genannt würde, ich wüsste die BGB-Paragraphen mit Notwehr und Notstand recht gut zu nutzen.
küt vun Tünnes un Schäl, Hi :-)
aber mir wäre ehrlich gesagt ziemlich egal, wer da versucht mich oder meine Familie zu verletzen, umzubringen oder sich an meinem Eigentum zu schaffen machen will. Ob er Terrorist, Randalierer oder Freiheitskämpfer genannt würde, ich wüsste die BGB-Paragraphen mit Notwehr und Notstand recht gut zu nutzen.
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