Internettelefonie Skype erobert die Smartphones

Der Kampf der Telefonanbieter gegen den kostenlosen Dienst aus dem Netz ist verloren: iPhones können nun skypen - solange es keine deutschen sind

Der Internettelefondienst Skype ist dabei, sich einen mächtigen Markt zu erschließen und alteingesessenen Telefonanbietern Angst zu machen. Wie Skype bestätigte , wird man am Dienstag auf der Mobilfunkmesse CTIA in Las Vegas ein Programm vorstellen, dass es erlaubt, mittels iPhone zu skypen. Auch der eigentlich nicht als Telefon gedachte iPod Touch kann damit Nachrichten und Sprache übermitteln.

Klingt kryptisch, bedeutet aber nichts anderes, als dass Apple-Telefone künftig nicht mehr auf teure Tarife von Telekom et al. angewiesen sind. Stattdessen wird man fast umsonst über das Internet telefonieren können. Und das weltweit.

Skype ist eine kostenlose Software, die Datenübertragung, Nachrichtendienste und Videotelefonie möglich macht, indem sie das Internet nutzt. Untereinander können "Skyper" damit umsonst reden. Erst wenn Verbindungen zu normalen Telefonen aufgebaut werden, fallen Gebühren an. Die aber kassiert zum großen Teil Skype und nicht die Telefonfirmen.

Derzeit hat der Dienst 405 Millionen registrierte Nutzer. Einsetzen konnte man ihn bislang aber nur auf Computern mit Internetverbindung. Das wird sich nun ändern: Skype wird mobil, oder noch mobiler.

Denn schon seit einiger Zeit ließ sich der Voice-Over-IP-Dienst auf dem iPhone über einen Umweg nutzen: Im AppStore gibt es das Programm "Nimbuzz". Die Chat-Software verwaltet die Benutzerdaten der gängigsten Messengerdienste, darunter Google Talk, Microsoft Messenger, ICQ, Yahoo und auch Skype. Nach der Installation kann der User seine Login-Daten in die vorgegeben Masken eintragen. Nimbuzz meldet das Iphone dann beim jeweiligen Dienst an. Ist ein "Freund" gerade online, kann mit ihm gechattet oder über das Skype-Netzwerk telefoniert werden. Bisher jedoch nur im W-Lan-Modus, den auch der iPod-Touch nutzt. Und eben nur unter Skypern. Die neue Software macht nun auch Gespräche von und zu normalen Nummern möglich.

Als nächsten Schritt will die zu eBay gehörende Firma im Mai dann auch für Blackberrys Voice over IP (VoIP) zur Verfügung stellen. Und sie hat angekündigt, ihre Software demnächst auch für Nokia-Mobiltelefone anzubieten und für alle Geräte, die die Betriebssysteme Android und Windows Mobile nutzen, also praktisch für alle Smartphones.

Telefonanbietern dürften bei dieser Nachricht die Haare zu Berge stehen, immerhin wildert der Dienst in ihrem angestammten Hoheitsgebiet - zumal auch die Sprachqualität besser ist als beim normalen Telefonieren. Zwar verdienen die Mobilfunkanbieter noch an der Datenübertragung, wenn die Kundschaft künftig über Skype telefoniert. Das klassische Geschäft mit den Minutenpreisen aber könnte sich damit längerfristig erledigt haben. Sitzt der Mobiltelefonierer dann noch in der Nähe eines offenen Wlan-Hotspots oder eines Firmennetzes, gehen die Telefonanbieter gänzlich leer aus. 

Der Kampf, den die Telekommunikationsbetreiber seit zwei Jahren gegen Skype führen, scheint damit verloren. Nur die deutsche Telekom will ihn noch nicht aufgeben. Sie will den Dienst blockieren, wie es hieß. VoIP und Instant Messaging seien bei T-Mobile vertraglich ausgeschlossen, sagte ein T-Mobile-Sprecher. Damit solle die Qualität des eigenen Netzes geschützt werden. Denn die Dienste überlasteten das Netz, und man könne nicht die gleiche Sprachqualität garantieren. Der enttäuschte Kunde trenne aber nicht zwischen der Telekom und Skype als Anbieter.

Anzeige
 
Leser-Kommentare
  1. Die Telekom hat gegenüber der Wirtschaftswoche bestätigt, dass sie die Skype-Funktion zum "Schutz unserer Netz-Performance" blockiert wird.

    Also Skypen in Deutschland?! - Fehlanzeige. -.-'

    http://www.wiwo.de/untern...

  2. Technisch funktioniert die Sprachübertragung bei Skype über das iPhone aber nicht - sondern nur via Textchat oder im WLAN. Mal ganz davon abgesehen, dass die Telekom das komplett im Datennetz verbietet. Also ist die Angst unberechtigt und der Artikel geht von einer falschen Annahme aus.

    http://reviews.cnet.com/8...

    • clubby
    • 30.03.2009 um 17:55 Uhr

    Also:

    1. Skype funktioniert nicht nur auf dem iPhone. Es gibt auch für symbian und unter windows mobile sowieso skype clients. Das so darzustellen, daß das nur geht weils jetzt auf dem iPhone geht hebt das iPhone in eine Position, die es gar nicht hat. Kiregen Sie eigentlich von Aplle Geld für diese Art der subtilen Werbung?

    2. Nur weil Skype auf nem Phone läuft sind die Mobilfunkanbieter nicht tot. Skype ist z.b NICHT für Notrufnummern zu gebrauchen. Sagt auch skype selber!!

    3. Ich brauche eine mobile Datenflatrate! Das ist richtig geschrieben nur viel zuwenig herausgehoben. Diese mobilen Flatrates sind doch viel teuere als das reine Telefonieren! Schön für die Mobilfunkanbieter, machen sie so doch viel mehr Kohle. Intern hier in Ösiland zahle ich für Gespräche innerhalb des gleichen Netzes GAR NICHTS MEHR. Die Datenflatrates sind dagegen teilweise noch sehr teuer.

    4. Viele Mobilfunkanbieter haben das erkannt und horchen die Ports ab. Damit definieren sie dann die Datenusage als "not-fair" um, drehen die Ports einfach ab oder kündigen die Verträge (in denen übrigen voipen untersagt wird), wenn man sich beim überproportionalen Skypen(oder voipen, gibt ja auch andere Anbieter) erwischen läßt.

    Und warum schreiben sie sowas nicht ....?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...und die gehört zweifelsohne dem einzig echten Smartphone, das es auf dem Markt gibt und das ist das iPhone. Der Rest sind Nachahmer, die konzeptionell und strategisch um mindestens 2 Jahre im Rückstand sind. Siehe den App-Store, der jetzt ebenfalls kopiert wurde. Von der Benutzerfreundlichkeit mal ganz zu schweigen, da sind es wohl 5 oder mehr Jahre Abstand.

    (entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)

    ...und die gehört zweifelsohne dem einzig echten Smartphone, das es auf dem Markt gibt und das ist das iPhone. Der Rest sind Nachahmer, die konzeptionell und strategisch um mindestens 2 Jahre im Rückstand sind. Siehe den App-Store, der jetzt ebenfalls kopiert wurde. Von der Benutzerfreundlichkeit mal ganz zu schweigen, da sind es wohl 5 oder mehr Jahre Abstand.

    (entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)

  3. Redaktion

    der Text wurde aktualisiert - wenn auch noch nicht um alle Hinweise. Die Telekom ist nun drin und dass Skype auch schon auf anderen Wegen lief.

    Herzlichen Dank
    Kai Biermann

  4. ...und die gehört zweifelsohne dem einzig echten Smartphone, das es auf dem Markt gibt und das ist das iPhone. Der Rest sind Nachahmer, die konzeptionell und strategisch um mindestens 2 Jahre im Rückstand sind. Siehe den App-Store, der jetzt ebenfalls kopiert wurde. Von der Benutzerfreundlichkeit mal ganz zu schweigen, da sind es wohl 5 oder mehr Jahre Abstand.

  5. (entfernt wg. Doppelpostings. Die Redaktion/jk)

  6. wenn jetzt doch sicher wieder die verkäufe in die höhe schiessen werden.
    welchen nachrichtenwert dieser ausführliche werbespot hat, erschliesst sich mir nicht (aber nachdem nun sogar bild bei der zeit inseriert ...).

    dsa getue, als gäbe es nur skype und nur iphone its genauso widerlich -- es gibt andere smartphones, die ihre besitzer weder so gängeln noch so ausspionieren noch so abzocken. und es gibt andere (echte) voip-anbieter (skype ist_keiner_!), die im gegensatz zu skype offene protokolle (eben voip, nicht sowasd geschlossens wie skype) verwenden und die nicht davon leben, nutzerdaten zu erheben und zu verwerten.

    wie skype die sprache übermittelt, ist unbekannt, da die firma dazu keine informationen freigibt -- aber seit letzten jahr weiss man zumindest, dass skype gerne zb die chinesische regierung mithören lässt, wenn die mal wieder dissidenten jagt (die die zeit dann wortreich bedauern kann).

    apple schreibt seinen kunden bis in's detail vor, was sie mit ihren teuer erworbenen spielzeugen machen dürfen (soviel zum "eigentumsbegriff") -- und sammelt kräftig daten.

    jüngst hat die zeit eine jämmerlichen artikel wegen des bösen datenkraken google veröffentlicht -- irgendeine auch nur ansatzweise kritische bemerkung zu skype's oder apple's datenhunger sucht man in diesem marketinggeschwafel vergeblich.
    erbärmlich.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service