Obamas Chat 100.000 Fragen an den Präsidenten Seite 2/2
Das Experiment einer digitalen Bürgersprechstunde ist zudem als eine Art Kommentar und Fortsetzung der offiziellen Pressekonferenz vom vergangenen Dienstag zu verstehen – im Fernsehen hatte die zweite Fragestunde der Obama-Ära erstaunliche 40 Millionen Zuschauer erreicht. Die TV-Debatten in der heißen Wahlkampfphase hatten etwa 58 Millionen Zuschauer verfolgt.
Einige Beobachter der Pressekonferenz hatten mokiert, dass der Präsident zwar Fragen von den großen TV-Netzwerken angenommen hatte, nicht aber von großen Zeitungen wie New York Times, Washington Post und Wall Street Journal. Die Reaktionen auf den Umgang mit dem elitären Journalistenzirkel im Weißen Haus zeigen deutlich, dass die Art und Weise, wie Barack Obama seine Politik präsentiert, selbst zum öffentlichen Thema geworden ist.
Die online town hall fügt sich sehr gut in diese Situation, man könnte diese Strategie auch als den Versuch eines "Regierens mit der Öffentlichkeit" verstehen. Das Privileg des Zugangs zur kleinen Gruppe des White House Press Corps wird auf diese Weise aufgeweicht.
Allerdings ist diese Öffnung hin zur interessierten Bürgerschaft keine Garantie für eine qualitativ hochwertige Debatte um politisch relevante Inhalte – wie die überaus hoch bewerteten Fragen zur Legalisierung von Marihuana und der insgesamt nur geringe Anteil "echter" Wirtschaftsfragen zeigten.
- Datum 27.03.2009 - 10:11 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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