Debatte um Leitwährung Chinas Angriff auf den Dollar

Machtkampf um die Weltfinanzordnung: Kurz vor dem G20-Gipfel drängt China darauf, den US-Dollar als Leitwährung abzulösen. Die USA wehren sich gegen eine neue "Super-Währung"

Noch regiert der US-Dollar die Welt – obwohl die Krise ihn geschwächt hat

Noch regiert der US-Dollar die Welt – obwohl die Krise ihn geschwächt hat

Wohl kalkuliert feuerte Zentralbankchef Zhou Xiaochuan mit dem Vorschlag eine volle Breitseite gegen die USA und ihre Dominanz im globalen Finanzsystem. Das alte Währungsgefüge habe ausgedient, eine Reform sei nötig: "Der Ausbruch der Krise und ihre Auswirkungen auf die ganze Welt spiegeln die inhärente Verletzlichkeit und systemimmanenten Risiken des internationalen Währungssystems wider", schrieb der oberste Banker in einem ausführlichen Papier.

Das neue Währungssystem mit einer globalen Reservewährung, die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) verwaltet werden solle, müsse unabhängig von einzelnen Ländern sein. Die Grundlage könnten die Sonderziehungsrechte (SDR) des Fonds bilden. Das ist eine 1969 geschaffene, buchhalterische Einheit, die heute auf vier Währungen basiert – dem US-Dollar und Euro sowie in geringerem Maß dem japanischen Yen und britischen Pfund. Zhou Xiaochuan sieht darin "das Licht am Ende des Tunnels". Ihr zugrunde liegender Währungskorb müsse erweitert werden. Dann soll die neue Geld-Einheit international im Zahlungsverkehr und für Kapitalanlagen eingeführt werden.

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Die USA wiesen den Vorschlag zunächst zurück: Sowohl Finanzminister Timothy Geithner als auch Zentralbankchef Ben Bernanke lehnten es am Dienstag kategorisch ab, vom Dollar als internationaler Leitwährung abzuweichen. Am Mittwoch äußerte sich Geithner in Washington dann etwas gemäßigter: Er sei "eigentlich ziemlich offen" für eine Anregung Pekings, den Sonderziehungsrechten des Internationalen Währungsfonds eine größere Rolle einzuräumen. Nach Meinung von Fachleuten würde dies bedeuten, dass die Position des
Dollar als internationale Leit- und Reservewährung geschwächt wird.

Chinas oberster Banker räumte ein, eine neue Leitwährung sei eine  "außerordentliche politische Vision", die viel Zeit braucht. Die Idee ist auch keineswegs so neu. Schon der britische Ökonom John Maynard Keynes hatte in den vierziger Jahren eine globale Währung vorgeschlagen. Indem China die USA aber völlig unerwartet vor dem Gipfel mit der Forderung nach einer Abkehr vom US-Dollar konfrontiert, demonstriert die Führung in Peking selbstbewusst, dass sie in der Neugestaltung der Weltfinanzordnung ein gehöriges Wort mitreden will. "Es geht um die Neuverteilung der Machtverhältnisse", sagt ein Bankenexperte.

Leser-Kommentare
    • Fokko
    • 26.03.2009 um 11:35 Uhr

    Eigentlich sollten die USA sich freuen: Immerhin dürften sie mit ihren grünen Papierln noch mitmischen im Währungskorb. Der Russische Bär würde vor Freude brummen, wenn er das mit seinem Rubel auch dürfte.

    Denn in WIrklichkeit taugt der Dollar auch nicht mehr als der Rubel...

    Fokko
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    weil man ja Euro fast als die neue Leitwährung angesehen hat. Nun verflüchtigt die Hoffnung, weil USA, China und Russland daran kein Interesse haben. Zu dem droht ein Zusammenbrechen der Euro-Zonen. Die zweite Welle der Krise ist gerade im Kommen, und danach wird es in Europa nicht unbedingt so gut aussehen.

    weil man ja Euro fast als die neue Leitwährung angesehen hat. Nun verflüchtigt die Hoffnung, weil USA, China und Russland daran kein Interesse haben. Zu dem droht ein Zusammenbrechen der Euro-Zonen. Die zweite Welle der Krise ist gerade im Kommen, und danach wird es in Europa nicht unbedingt so gut aussehen.

  1. das ist eine gute Sicherheit. Eine Aufwertung von Yuan ist unausweichlich.

    • Chali
    • 26.03.2009 um 11:42 Uhr
    3. *hust*

    Praktisch sei eine neue "Super-Währung" schon allein deswegen nicht umzusetzen, weil es faktisch eine Bindung des US-Dollars an den Ölhandel gibt.

    Gerade habe ich das Buch Crashkurs (Dirk Müller) gelesen - seine These stimmt dann ja wohl doch. Nix Verschwörungstheorie.

  2. Na ja, eigentlich obliegt es ja den Verkäufern von Waren zu bestimmen, welche Währung sie für die Bezahlung akzeptieren, und wenn man sich auf Knöpfe einigt - warum nicht. Niemand zwingt doch China dazu, z.B. Waren nach Europa gegen Dollar zu verkaufen. Was soll also der Vorschlag? "Toxische Wertpapiere" in Euro oder einer Phantasiewärung

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    wären heute genauso viel wert - nichts.

    wären heute genauso viel wert - nichts.

  3. [Entfernt wegen Doppelpostings. / Die Redaktion as]

  4. weil man ja Euro fast als die neue Leitwährung angesehen hat. Nun verflüchtigt die Hoffnung, weil USA, China und Russland daran kein Interesse haben. Zu dem droht ein Zusammenbrechen der Euro-Zonen. Die zweite Welle der Krise ist gerade im Kommen, und danach wird es in Europa nicht unbedingt so gut aussehen.

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    Die zweite Welle der Krise ist gerade im Kommen, und danach wird es in Europa nicht unbedingt so gut aussehen.
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    Warum spucken Sie denn schon im Vorfeld so große Töne? Warten wir es doch erst einmal ab, wie sich die wirtschaftliche Situation in China nach der "zweiten Welle" darstellt. Um wie viele Prozentpunkte ist der Ex- sowie der Import in China denn bereits eingebrochen?
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    In der Zwischenzeit kann ihre Regierung ja weiterhin fleißig den "getoasteten" Dollar durch massenhafte Käufe stützen, da ja die Billionen Währungsreserven ansonsten in Gefahr wären.
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    Die zweite Welle der Krise ist gerade im Kommen, und danach wird es in Europa nicht unbedingt so gut aussehen.
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    Warum spucken Sie denn schon im Vorfeld so große Töne? Warten wir es doch erst einmal ab, wie sich die wirtschaftliche Situation in China nach der "zweiten Welle" darstellt. Um wie viele Prozentpunkte ist der Ex- sowie der Import in China denn bereits eingebrochen?
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    In der Zwischenzeit kann ihre Regierung ja weiterhin fleißig den "getoasteten" Dollar durch massenhafte Käufe stützen, da ja die Billionen Währungsreserven ansonsten in Gefahr wären.
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  5. wären heute genauso viel wert - nichts.

  6. Die zweite Welle der Krise ist gerade im Kommen, und danach wird es in Europa nicht unbedingt so gut aussehen.
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    Warum spucken Sie denn schon im Vorfeld so große Töne? Warten wir es doch erst einmal ab, wie sich die wirtschaftliche Situation in China nach der "zweiten Welle" darstellt. Um wie viele Prozentpunkte ist der Ex- sowie der Import in China denn bereits eingebrochen?
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    In der Zwischenzeit kann ihre Regierung ja weiterhin fleißig den "getoasteten" Dollar durch massenhafte Käufe stützen, da ja die Billionen Währungsreserven ansonsten in Gefahr wären.
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    Antwort auf "Europa ärgert sich"
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    nur, ein Zusammenbruch von Euro macht Dollar wieder zur unangefochtenen Nr. 1 in der Währung und kann fröhlich weiter die Alleinherrschaft behalten. Davon profitiert China auch wieder ungemein. Am Ende könnte Asien Europa endlich überholen. Natürlich muss man das abwarten. Wir wünschen letztendes ja nicht so zwingend eine schlechte Euro-Zone.

    nur, ein Zusammenbruch von Euro macht Dollar wieder zur unangefochtenen Nr. 1 in der Währung und kann fröhlich weiter die Alleinherrschaft behalten. Davon profitiert China auch wieder ungemein. Am Ende könnte Asien Europa endlich überholen. Natürlich muss man das abwarten. Wir wünschen letztendes ja nicht so zwingend eine schlechte Euro-Zone.

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