Phantom von Heilbronn Polizei überprüft Tausende Wattestäbchen

Der Polizistenmord von Heilbronn und andere Kapitalverbrechen müssen nach der DNS-Panne neu untersucht werden. Justizminister Goll: "Das hätte nicht passieren dürfen."

Eine einfache Speichelprobe mit einem Wattestäbchen reicht aus, um das Erbgut eines Menschen zu analysieren. Doch wenn die DNA eines anderen daran haftet, wird das Ergebnis verfälscht

Eine einfache Speichelprobe mit einem Wattestäbchen reicht aus, um das Erbgut eines Menschen zu analysieren. Doch wenn die DNA eines anderen daran haftet, wird das Ergebnis verfälscht

Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll (FDP) hält das Rätsel um das "Heilbronner Phantom" für gelöst. Die an Dutzenden Tatorten gefundenen DNA-Spuren stammten vermutlich nicht von der angeblichen Serientäterin und Polizistenmörderin, sondern seien eher auf Verunreinigungen von Wattestäbchen der Spurensicherung zurückzuführen: Dies habe "eine hohe Plausibilität", sagte Goll am Donnerstag in Stuttgart. Er stelle sich darauf ein, dass es tatsächlich so war.

Indirekt räumte der Minister bereits eine mögliche Panne ein. "Das hätte natürlich nicht passieren dürfen", sagte Goll.

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Die Polizei in Baden-Württemberg will wegen der Zweifel an der Existenz der Gesuchten nun alle Wattestäbchen für die Spurensicherung in ihren Lagern überprüfen. Denn Verunreinigungen könnten die Ursache für die vielen DNA-Treffer an Dutzenden Tatorten sein, die der angeblichen Serienverbrecherin und Heilbronner Polizistenmörderin zugeschrieben wurden.

Die bereits vorhandenen Wattestäbchen werden zur Spurensicherung nicht mehr eingesetzt. "Wir versuchen, die Herstellungswege und -stationen der Wattestäbchen nachzuvollziehen. Die Komponenten stammen nicht von ein- und demselben Hersteller", sagte der Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) in Stuttgart, Horst Haug.

In den Fällen, die der bislang gesuchten Unbekannten zugeschrieben werden, müssen nun neue Ermittlungsansätze gefunden werden: Ende April 2007 wurde in Heilbronn eine 22 Jahre alte Polizistin kaltblütig erschossen. Das "Phantom von Heilbronn" wurde außerdem mit fünf weiteren Morden und einem anderen Tötungsdelikt in Verbindung gebracht.

In dem von Beginn an mysteriösen Fall räumte die Polizei schon seit einiger Zeit ein, zunehmend ratloser zu sein. An mindestens 40 verschiedenen Tatorten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Österreich waren die DNA-Spuren des "Phantoms" gefunden worden. Die Spur der Gewalt geht bis in das Jahr 1993 zurück.

 
Leser-Kommentare
  1. Sicher nicht. Das wäre sicher eine Beleidigung des schwarzen Kontinents.

    In den letzten 4 Wochen

    - ist in Köln eine halbe Häuserzeile eingestürzt. Die Retter brauchen mehrere Tage um einen Toten zu bergen. Alte Bücher können sofort gerettet werden. Verantwortliche werden noch gesucht.
    - ermordet ein psychisch Kranker 15 Menschen. Die Medienmeute belagert die Stadt. Der Innenminister läßt sich von einer Internetseite in die Irre führen. Jeder Zehnjährige hätte ihm sagen können, daß diese Spur kaum verwertbar ist.
    - muß Landkreis um Landkreis, Großstadt um Großstadt eingestehen, daß sie in Millionenhöhe Verträge abgeschlossen haben, die offenbar niemand gelesen geschweige denn verstanden hat.
    - leistet sich der Finanzminister zu Lasten der fast ausgerotteten indianischen Urbevölkerung Amerikas verbale Ausfälle gegen einen Nachbarstaat. Währenddessen wird schamlos der Schuldenberg des Bundeshaushaltes über die Wolkengrenze aufgetürmt.
    - muß der Justizminister, d.h. der Kollege des mitteilungsfreudigen Innenministers eine Fahndungspanne einräumen. Die Panne erweckt Zweifel am ganzen System der neuzeitlichen Test-Religion. Bis hin zu Bluttests, Vaterschaftstests, Dopingtests.

    Denn die Begründung der Ergebisse der Teststatistiken ist in den überwiegenden Fällen falsch.

    Nur am Rande, falls sich die Vermutung wirklich bewahrheitet:
    Es ist kein Wunder, daß viele Studenten mit dem Fach Statistik Schwierigkeiten haben. Die Konstruktion aussagefähiger Teststatistiken ist schwierig. Allerdings sind schon Studenten wegen solcher Patzer exmatrikuliert worden, wenn der Fehler in der Wiederholungsklausur passiert. Deshalb ist das Vertrauen in die hohe Kompetenz der Behörden wichtig.

    Bleibt festzuhalten: Angesichts der Häufung dieser extremen Ausfälle steht die Hypothese im Raume:

    Deutschland ist akademisches Entwicklungsland

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    Generell ist Ihrem Artikel ja wirklich beizupflichten, nur bzgl. des akademischen Entwicklungslandes und eyplizit dieses Falles gehe ich da nicht ganz konform, da Polizisten, sowohl im mittleren, als auch im gehobenen Dienst nicht studiert haben. Da sitzen einfach überforderte Möchterngern-CSI-Miami-Genies (Staatsdiener/Beamte ;-)), deren einziger Fehler nicht ihre fehlende Kompetenz, sondern ihr absolut unberechtigt großes Ego ist.

    Generell ist Ihrem Artikel ja wirklich beizupflichten, nur bzgl. des akademischen Entwicklungslandes und eyplizit dieses Falles gehe ich da nicht ganz konform, da Polizisten, sowohl im mittleren, als auch im gehobenen Dienst nicht studiert haben. Da sitzen einfach überforderte Möchterngern-CSI-Miami-Genies (Staatsdiener/Beamte ;-)), deren einziger Fehler nicht ihre fehlende Kompetenz, sondern ihr absolut unberechtigt großes Ego ist.

  2. Generell ist Ihrem Artikel ja wirklich beizupflichten, nur bzgl. des akademischen Entwicklungslandes und eyplizit dieses Falles gehe ich da nicht ganz konform, da Polizisten, sowohl im mittleren, als auch im gehobenen Dienst nicht studiert haben. Da sitzen einfach überforderte Möchterngern-CSI-Miami-Genies (Staatsdiener/Beamte ;-)), deren einziger Fehler nicht ihre fehlende Kompetenz, sondern ihr absolut unberechtigt großes Ego ist.

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    • OG65
    • 28.03.2009 um 21:56 Uhr

    Gott sei Dank, dass Raoul_Duke nur Kommentare schreibt, ohne über den erforderlichen Hintergrund zu verfügen und nicht auch noch bei der Polizei - den von ihm so genannten "Möchtegern-CSI-Miami-Genies (Staatsdiener/Beamte ;-)" - "arbeitet". Was da alles durch Unwissen bzw. Besserwissen angerichtet würde. Ich weiß nicht, was er für Erfahrungen gemacht hat, offensichtlich keine guten - aber an wem das wohl lag?

    Wenn dem Autor schon nicht bekannt ist, dass der Meister der Detektive "Holmes" genannt wurde und nicht "Homes", sollte er sich zumindest mit der ungeprüften Abqualifzierung der Polizeibeamten doch etwas zurückhalten. Der Großteil der Polizeibeamten im gehobenen Dienst hat ein Fachhochschulstudium absolviert. Natürlich kann nicht jeder von Ihnen ein "CSI-Miami-Genie" sein, dafür hat der Polizeiberuf zu viele Facetten; da werden auch ganz normale Ermittler gebraucht. Darüber hinaus brauchen wir ja auch noch Polizisten, die einem Gewalttäter in einer belebten Fußgängerzone die Pistole aus der Hand schießen oder das Messer aus der Hand treten... die haben das ja alle mal gelernt... wie realistisch!!!

    Übrigens - so komplexe Fälle wie in den Fernsehkrimis in weniger als einer Stunde zu lösen, insbesondere, wenn noch DNA-Spuren abzugleichen sind, das schaffen wirklich nur Kommentatoren, die zuviele Krimis gesehen haben und das auch nur im Traum.

    OG65

    • OG65
    • 28.03.2009 um 21:56 Uhr

    Gott sei Dank, dass Raoul_Duke nur Kommentare schreibt, ohne über den erforderlichen Hintergrund zu verfügen und nicht auch noch bei der Polizei - den von ihm so genannten "Möchtegern-CSI-Miami-Genies (Staatsdiener/Beamte ;-)" - "arbeitet". Was da alles durch Unwissen bzw. Besserwissen angerichtet würde. Ich weiß nicht, was er für Erfahrungen gemacht hat, offensichtlich keine guten - aber an wem das wohl lag?

    Wenn dem Autor schon nicht bekannt ist, dass der Meister der Detektive "Holmes" genannt wurde und nicht "Homes", sollte er sich zumindest mit der ungeprüften Abqualifzierung der Polizeibeamten doch etwas zurückhalten. Der Großteil der Polizeibeamten im gehobenen Dienst hat ein Fachhochschulstudium absolviert. Natürlich kann nicht jeder von Ihnen ein "CSI-Miami-Genie" sein, dafür hat der Polizeiberuf zu viele Facetten; da werden auch ganz normale Ermittler gebraucht. Darüber hinaus brauchen wir ja auch noch Polizisten, die einem Gewalttäter in einer belebten Fußgängerzone die Pistole aus der Hand schießen oder das Messer aus der Hand treten... die haben das ja alle mal gelernt... wie realistisch!!!

    Übrigens - so komplexe Fälle wie in den Fernsehkrimis in weniger als einer Stunde zu lösen, insbesondere, wenn noch DNA-Spuren abzugleichen sind, das schaffen wirklich nur Kommentatoren, die zuviele Krimis gesehen haben und das auch nur im Traum.

    OG65

  3. was für eine Blamage!

    Da hat der Mensch es geschafft, Atome zu spalten und zum Mond zu fliegen, ist aber noch nicht einmal imstande, ein paar Wattestäbchen sauber zu halten - ich fasse es nicht!

  4. Sehr peinlich! Obwohl man schon auch zur Kenntnis nehmen muss das die Polizei nicht wirklich was dafür kann das die Hersteller unfähig sind. Ob man das nicht bereits vorher hätte rausfinden können ist allerdings eine berechtigte frage.
    Ein akademisches Entwicklungsland sind wir deswegen noch lange nicht.

  5. Wenn sich diese These bestätigt, wäre es schon blamabel. Nur finde ich es besser, Fehler zu erkennen und zu beheben, als Schuldzuweisungen zu machen oder mit anderen Misständen zu bündeln, um eine negative Grundhaltung zu (pseudo-)erklären.

    Was den Juristen Probleme bereiten dürfte, ist der Zweifel an der Zuverlässigkeit von Gentests. Die gerade geschehene Freilassung der mutmaßlichen KaDeWe-Einbrecher ist da ein gutes Beispiel.

    Insofern: Gut, dass sich jemand traut, den Kopf einzuschalten.

    Alles Gute
    Kai Hamann

    • OG65
    • 28.03.2009 um 21:56 Uhr

    Gott sei Dank, dass Raoul_Duke nur Kommentare schreibt, ohne über den erforderlichen Hintergrund zu verfügen und nicht auch noch bei der Polizei - den von ihm so genannten "Möchtegern-CSI-Miami-Genies (Staatsdiener/Beamte ;-)" - "arbeitet". Was da alles durch Unwissen bzw. Besserwissen angerichtet würde. Ich weiß nicht, was er für Erfahrungen gemacht hat, offensichtlich keine guten - aber an wem das wohl lag?

    Wenn dem Autor schon nicht bekannt ist, dass der Meister der Detektive "Holmes" genannt wurde und nicht "Homes", sollte er sich zumindest mit der ungeprüften Abqualifzierung der Polizeibeamten doch etwas zurückhalten. Der Großteil der Polizeibeamten im gehobenen Dienst hat ein Fachhochschulstudium absolviert. Natürlich kann nicht jeder von Ihnen ein "CSI-Miami-Genie" sein, dafür hat der Polizeiberuf zu viele Facetten; da werden auch ganz normale Ermittler gebraucht. Darüber hinaus brauchen wir ja auch noch Polizisten, die einem Gewalttäter in einer belebten Fußgängerzone die Pistole aus der Hand schießen oder das Messer aus der Hand treten... die haben das ja alle mal gelernt... wie realistisch!!!

    Übrigens - so komplexe Fälle wie in den Fernsehkrimis in weniger als einer Stunde zu lösen, insbesondere, wenn noch DNA-Spuren abzugleichen sind, das schaffen wirklich nur Kommentatoren, die zuviele Krimis gesehen haben und das auch nur im Traum.

    OG65

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