Viele offizielle Musikvideos von deutschen Künstlern sind bald auf Youtube nicht mehr erreichbar. Der Besitzer des Portals YouTube, der Konzern Google, streitet sich mal wieder mit den Erstellern der Inhalte über deren Urheberrechte.

Buchautoren weltweit bietet Google inzwischen nach langem Kampf an, ihnen 63 Prozent von jedem Dollar zu überweisen, den die Suchmaschine an der digitalisierten Version ihrer Werke verdient. Google jedoch macht Gewinn.

Beim Thema Musik haben sich beide Seiten noch längst nicht geeinigt, auch weil das Portal nicht unbedingt Geld verdient. Vor kurzem erst waren die Videos britischer Labels gesperrt , weil die dortige Verwertungsgesellschaft nach Meinung von Youtube zu viel Geld für die Verwendung im weltgrößten Videoportal verlangte. Auch mit dem Rechteinhaber Warner Music streitet sich der Konzern schon länger .

Die Reaktion des Portals ist dabei immer die gleiche: entsprechende Filme werden gesperrt oder man dreht ihnen den Ton ab. Gleichzeitig betonen beide Seiten jedes Mal, man sei zu Verhandlungen bereit. Taktik also. Nun ist Deutschland dran.

Ein Sprecher erklärte, man werde noch am Dienstag beginnen, "mehrere tausend" Videos zu blockieren, die vom Streit betroffen sein könnten. Erst all jene, die von den Plattenfirmen selbst veröffentlicht wurden, dann auch Kopien davon, die Fans und Nutzer publizierten. Das Ganze könne mehrere Tage dauern.

Zwar hat Youtube längst mit vielen Labels Vereinbarungen getroffen, die mühsam ausgehandelte mit der Verwertungsgesellschaft Gema aber ist gerade ausgelaufen. 2007 erst hatte man diese geschlossen und anschließend war die deutsche Version von Youtube gestartet. Die Verhandlungen über eine Fortsetzung aber sind schwierig. Die Gema fordert einen Cent für jedes abgespielte Video der von ihr vertretenen rund 60.000 Künstler, Youtube hält das für Wahnsinn. Um Nachforderungen zu verhindern, habe man sich zu der Aktion entschlossen, hieß es.

Google-Sprecher Kay Oberbeck nannte die Forderungen "völlig inakzeptabel", da YouTube damit bei jedem Abspielen eines Videos Verluste machen würde. Der von der Gema genannte Tarif von einem Cent sei nicht hinnehmbar, sagte Oberbeck. Außerdem habe sich die Gema geweigert, eine Liste der von ihr vertretenen Künstler zur Verfügung zu stellen. Mit genau den gleichen Argumenten hatte man bereits die britischen Forderungen abgelehnt.

Die Gema erklärte , sie wolle sich der Auseinandersetzung stellen. Es ist nicht ihre erste. Zu Beginn des Jahres hatte die Gesellschaft zu deren Erschrecken versucht, von Konzertbetreibern mehr Geld zu bekommen.

All diese Streits zeigen nur, dass der Kampf umso härter wird, je kleiner die Krümel des Kuchens sind. Sie werden weitergehen, bis irgendwann eine praktikable Lösung gefunden ist, um digitale Kopien und Urheberrechte zu vereinbaren.