Elterngeld Das Ende der Patchworkpolitik

Die sinkenden Geburtenzahlen widerlegen das Elterngeld nicht. Trotzdem bleibt dessen Wirkung auf die Familientauglichkeit der Gesellschaft beschränkt. Kommentar

Die Schelte für ihr voreiliges Selbstlob hat Ursula von der Leyen schon eingesteckt. Da wurde ruchbar, was jetzt amtlich ist: Die Geburtenzahl ist 2008 gesunken. Aber damit ist das Elterngeld, das die Ministerin bei der Vorstellung des jüngsten Familienberichts zur Ursache eines zunächst erwarteten, nun aber doch ausgebliebenen neuen Baby-Booms erklärt hatte, nicht widerlegt. 2007, im ersten Jahr des Elterngeldes, sind mehr Kinder als in den Vorjahren geboren worden. 2008 hat sich allerdings bestätigt, was Familien- und Bevölkerungspolitiker immer gesagt haben, dass nämlich Geburtenraten nicht von Einzelmaßnahmen abhängen.

Der Wert des Elterngeldes liegt darin, dass es für gut qualifizierte, berufstätige Frauen die Hürden zum Kind tiefer legt. Elterngeld mindert den Einkommensverlust und – vielleicht noch wichtiger – es vermeidet die individuelle Abhängigkeit von einem Mann, die im Selbstverständnis junger Frauen zu Recht nicht vorgesehen ist. Kulturell erleichtert das Elterngeld damit eine Entscheidung der emanzipierten Frau für die Mutterschaft. Sozial ist es eindeutig selektiv: Es nützt den Frauen, die den langen Weg von Ausbildung und Berufseinstieg zum guten Job geschafft haben. Elterngeld nützt den Bessergestellten – und auch denen nur während der Babyzeit.

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Wenn Ursula von der Leyen Schelte verdient hat, dann eine härtere als die für den Kurzschluss zwischen Kinderzahl und Elterngeld. So wichtig das Elterngeld als bevölkerungspolitischer Schwellensenker ist, so beschränkt bleibt seine Wirkung auf die Familientauglichkeit der Gesellschaft insgesamt – und auf die der Frauen, die unverändert die Hauptlasten der Kindererziehung tragen. Von der Leyens Bild suggeriert eine modern-heile Familie, nicht die tatsächliche.

Unstrittig der Star in der christdemokratischen Ministerriege unter Angela Merkel, hat von der Leyen die Union mit Elterngeld und Betreuungsausbau auf die Höhe der Zeit gebracht. Doch sie verkauft und erzählt das neue Frauen- und Familienbild als eine bürgerliche Erfolgsgeschichte, die in der Lebensrealität der Familien nicht eingelöst wird, weder in den Mittelschichten noch anderswo. Wenn von der Leyen dabei bleiben will, von den Kehr- und Schattenseiten nicht zu laut zu reden, dann ist ihre Mission eigentlich erfüllt: Die Rückständigkeit der Union auf diesem Feld ist abgeräumt. Doch mit der modernen Familie ist kein neues Ufer für die Union zu gewinnen.

Erstaunlich, wie unbemerkt geblieben ist, dass von der Leyen offenbar auch selbst die Grenzen ihres Amtes sieht: Im Spiegel-Interview dieser Woche hat sie eine recht unverblümte Bewerbung für einen neuen, einen anderen Posten im nächsten Merkel-Kabinett eingereicht.

Auf der Höhe der Zeit finden sich eben auch Probleme, für die mancher Familienpatriarch der Union eine so gute Witterung hat, dass die christdemokratische Ministerin vorsorglich nicht darüber redet. Zum Normalfall gehört heute die Kleinstfamilie, in der rund zwei Millionen Kinder aufwachsen, meist bei ihren Müttern. Alleinerziehend kann die geschiedene Akademikerin ebenso werden wie die Teenagermutter ohne Beruf. Erstere repräsentiert die Kehrseiten der emanzipierten Moderne, letzte die Schattenseite der neuen sozialen Spaltung der Gesellschaft.

Leser-Kommentare
    • Piepe
    • 07.04.2009 um 19:37 Uhr

    (entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk)

  1. (entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/jk)
    Ob eine Familienministerin überhaupt ernst genommen werden kann,
    wenn sie selbst die eigene Grossfamilie nur aufgrund bester finanzieller Ausstattung
    über die Runden bringen kann, bleibt auch nur eine rhetorische Fragestellung.
    Ausserdem würde ich wetten, dass in den nächsten 10 Jahren keine Geburtenzahl über 700.000 mehr erreicht werden kann. Es fehlen einfach die Eltern aus den 70 er, 80er und 90er Jahren, die nicht in diese Welt gesetzt wurden.
    Also kann man vielleicht noch eine grosszügigere Einwanderung (siehe Frankreich) vorschlagen.
    Das wiederum wird die CDU/CSU und auch die SPD nicht mittragen.
    Ja, dann kann man sich mal ausrechnen, welche tollen Vorschläge da noch in den nächsten Wahlk(r)ämpfen so entstehen.

    • Tobi_G
    • 07.04.2009 um 20:08 Uhr

    Mein erster Gedanke dazu war, dass es ähnlich ist wie bei der Abwrackprämie: Die Eltern, die eh ein Kind wollten, haben den Wunsch dank des staatlichen Zuschusses früher realisiert als geplant. Dadurch entsteht erstmal ein "Loch", weil der Kinderwunsch dieser Menschen vorerst erfüllt ist - wie bei den Autos halt auch, nur dass das PKW-Loch vermutlich noch erschreckend viel tiefer sein wird (und die Leasing-Krise hat noch nichtmal richtig angefangen...).

    Der zweite Grund könnte eben diese allgegenwärtige Krise sein (die wir nicht zuletzt den feigen Politikern zu verdanken haben - denn diese haben sich seit mindestens 10 Jahren nicht getraut, Amerika mit offensichtlichen Fakten zu konfrontieren). Jedenfalls sind die heutigen Zeiten deutlich schlechter einzuschätzen als die vergangenen paar Jahre - viele schrecken davor zurück, in diesen unsicheren Zeiten ein Kind in die Welt zu setzen. Wer weiß schon, wie lange es a) Jobs und b) staatliche Hilfen gibt? Der Staat ist de facto pleite - aber niemand will es wahr haben. Da wundert sich im Ernst jemand über sinkende Geburtenraten?

    __________________
    Errare humanum est...

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    • giobio
    • 07.04.2009 um 23:14 Uhr

    und für sich selbst. Das von Ihnen beschriebene "Loch" existierte schon immer, weil Eltern in der Praxis, sprich im Alltag mit dem ersten Kind gegen Ende dessen ersten Lebensjahres sozusagen Inventur machen und sich natürlich fragen, wie es weitergehen soll, ein zweites oder kein weiteres Kind, was hat uns dieses eine schon gekostet etc. etc.
    Wenn man diese Tage vormittags durch die Innenstädte läuft, begegnen einem auffallend viele Mütter, die entweder ein Kind unter 18 Monaten haben und schwanger sind bzw. die zwei kleine Kínder unter zwei Jahren im Wagen schieben. Das sind nicht etwa 48-jährige, die sich spät aber zügig noch den Kinderwunsch erfüllen, sondern Frauen aller Altersstufen, die dank (!?) der 14-Monats-Mogelpackung entweder den Sprung noch nicht wieder an den Arbeitsplatz geschafft haben, weil sie sich nicht vorstellen können und gefunden haben, wie ihr Baby in einer dieser Krippen in diesem Alter großwerden wird, pardon: erzogen wird, oder weil sie sich diese Krippen ganz einfach im Moment nicht leisten können, weil das Kind so viele Veränderungen mit sich gebracht hat, mit denen man fertig werden muss. Weil das Elterngeld von 300 Euro über zwei Jahre für Frauen mit mittleren und niedrigen Einkommen wenigstens die kleine Unterstützung brachte, zwei ganze Jahre (mit Landeserziehungsgeld auch drei Jahre unterstützt) zu Hause bei dem Kleinen zu bleiben. Nur: das "Loch" tritt für viele schon früher auf. Selbst Mütter, die nach einem halben Jahr wieder teilzeit arbeiteten, hatten mehr Zeit für die Kleinen mit dem früheren EZG. Die Entscheidung für ein weiteres Kind hatte eben auch etwas mehr Zeit. Ich kenne Frauen, die dieser Zeitdruck dazu bewegt hat, die nächste Schwangerschaft so zu planen, dass der nächste Mutterschutz im Anschluss an die 14 Monate Elterngeld fiel.

    Ich fordere die Abwrackprämie für Waschmaschinen

    Ja, aber eine schrumpfende Bevoelkerung wird Deutschlands Lage verschlimmern. Das Geld, das wir jetzt ausgeben wurde von der kommenden (groesseren) Generation geliehen. Diese wird jetzt aber viel kleiner sein, wie sollen dann die Schulden bezahlt und jedem eine (noch nicht einmal menschenwuerdige) Rente garantiert werden?

    Wenn man sich mit diesem Thema auseinandersetzt und ein wenig schaetzt, wird man zu dem Entschluss kommen: Unter heutigen Bedingungen werden wir in der fernen Zukunft mit Staatsinsolvenz konfrontiert sein um fuer das Rentengeld aufzukommen. Das bedeutet unter anderem
    -den Zwangsverkauf staatlicher Unternehmen (damit haben wir bereits angefangen)
    - Zwangsverkauf staatlicher Gebaeude
    -die Vermietung/Verkauf von Boeden fuer die Nutzung von Ressourcen an private oder auslaendische Firmen oder Regierungen
    -Outsourcing staatlicher Dienstleistungen - Dienstleistungen werden durch das Ausland oder guenstigere inlaendische Privatfirmen angeboten
    -Und natuerlich gewaltige langfristige Kuerzungen bei Sozialleistungen trotz hoher Steuern, die dafuer genutzt werden die restlichen Schulden zu bezahlen

    Jeder, der jetzt sagt, dass ich masslos uebertreibe, hat sich schlicht und einfach noch nicht umfangreich mit dem Thema auseinandergesetzt. Ich persoehnlich moechte Deutschland nicht in dieser Lage sehen, auch wenn ich vor 6 Monaten ins sonnige Kalifornien gezogen bin. Die Abzahlung der Schulden in Hoehe von 10 Billionen(!) Dollar in den USA werden ein noch groesseres Unterfangen sein. Da die Bevoelkerung, Wirtschaft und Besteuerung aber generell waechst wird man das Problem in einigen Jahrhunderten loesen konnen.

    • giobio
    • 07.04.2009 um 23:14 Uhr

    und für sich selbst. Das von Ihnen beschriebene "Loch" existierte schon immer, weil Eltern in der Praxis, sprich im Alltag mit dem ersten Kind gegen Ende dessen ersten Lebensjahres sozusagen Inventur machen und sich natürlich fragen, wie es weitergehen soll, ein zweites oder kein weiteres Kind, was hat uns dieses eine schon gekostet etc. etc.
    Wenn man diese Tage vormittags durch die Innenstädte läuft, begegnen einem auffallend viele Mütter, die entweder ein Kind unter 18 Monaten haben und schwanger sind bzw. die zwei kleine Kínder unter zwei Jahren im Wagen schieben. Das sind nicht etwa 48-jährige, die sich spät aber zügig noch den Kinderwunsch erfüllen, sondern Frauen aller Altersstufen, die dank (!?) der 14-Monats-Mogelpackung entweder den Sprung noch nicht wieder an den Arbeitsplatz geschafft haben, weil sie sich nicht vorstellen können und gefunden haben, wie ihr Baby in einer dieser Krippen in diesem Alter großwerden wird, pardon: erzogen wird, oder weil sie sich diese Krippen ganz einfach im Moment nicht leisten können, weil das Kind so viele Veränderungen mit sich gebracht hat, mit denen man fertig werden muss. Weil das Elterngeld von 300 Euro über zwei Jahre für Frauen mit mittleren und niedrigen Einkommen wenigstens die kleine Unterstützung brachte, zwei ganze Jahre (mit Landeserziehungsgeld auch drei Jahre unterstützt) zu Hause bei dem Kleinen zu bleiben. Nur: das "Loch" tritt für viele schon früher auf. Selbst Mütter, die nach einem halben Jahr wieder teilzeit arbeiteten, hatten mehr Zeit für die Kleinen mit dem früheren EZG. Die Entscheidung für ein weiteres Kind hatte eben auch etwas mehr Zeit. Ich kenne Frauen, die dieser Zeitdruck dazu bewegt hat, die nächste Schwangerschaft so zu planen, dass der nächste Mutterschutz im Anschluss an die 14 Monate Elterngeld fiel.

    Ich fordere die Abwrackprämie für Waschmaschinen

    Ja, aber eine schrumpfende Bevoelkerung wird Deutschlands Lage verschlimmern. Das Geld, das wir jetzt ausgeben wurde von der kommenden (groesseren) Generation geliehen. Diese wird jetzt aber viel kleiner sein, wie sollen dann die Schulden bezahlt und jedem eine (noch nicht einmal menschenwuerdige) Rente garantiert werden?

    Wenn man sich mit diesem Thema auseinandersetzt und ein wenig schaetzt, wird man zu dem Entschluss kommen: Unter heutigen Bedingungen werden wir in der fernen Zukunft mit Staatsinsolvenz konfrontiert sein um fuer das Rentengeld aufzukommen. Das bedeutet unter anderem
    -den Zwangsverkauf staatlicher Unternehmen (damit haben wir bereits angefangen)
    - Zwangsverkauf staatlicher Gebaeude
    -die Vermietung/Verkauf von Boeden fuer die Nutzung von Ressourcen an private oder auslaendische Firmen oder Regierungen
    -Outsourcing staatlicher Dienstleistungen - Dienstleistungen werden durch das Ausland oder guenstigere inlaendische Privatfirmen angeboten
    -Und natuerlich gewaltige langfristige Kuerzungen bei Sozialleistungen trotz hoher Steuern, die dafuer genutzt werden die restlichen Schulden zu bezahlen

    Jeder, der jetzt sagt, dass ich masslos uebertreibe, hat sich schlicht und einfach noch nicht umfangreich mit dem Thema auseinandergesetzt. Ich persoehnlich moechte Deutschland nicht in dieser Lage sehen, auch wenn ich vor 6 Monaten ins sonnige Kalifornien gezogen bin. Die Abzahlung der Schulden in Hoehe von 10 Billionen(!) Dollar in den USA werden ein noch groesseres Unterfangen sein. Da die Bevoelkerung, Wirtschaft und Besteuerung aber generell waechst wird man das Problem in einigen Jahrhunderten loesen konnen.

    • TDU
    • 07.04.2009 um 20:34 Uhr

    Anfang der Neunziger hat mal jemand die Brasilianisierung der Arbeitsverhältnisse vorausgesagt. Später konnte man in der Zeit vom Tod der Familie lesen, der dann aber wieder aufgehoben wurde.

    Dann wurden von der Politik Regelungen für die bestehende Patchwork Gesellschaft gefordert. Hat sie bei Hartz IV auch gemacht. Bedarfsgemeinschaften sind jetzt alle, die mehr als einer unter einem Dach leben. Das Grundgesetz im Hinblick auf den Schutz der Famile dürfte da nicht mehr gelten. Patchworker geht es nimmer.

    Nun soll sie das wieder ändern. Was denn eigentlich. Mehr Lehrer, damit die Jungs wieder Vorbilder haben?. Zwangsweiser Aufenthalt der Väter, die sich nach Kindes Geburt verdrücken. Hausarbeitsnachweis für Väter, die allein verdienend überall tätig sind.

    Vielleicht aber auch Streikrecht, wenn der Chef die notwendige Erziehungszeit des Vaters bei Berufstätigkeit der Mutter nicht anerkennt und er von den kinderlosen Kollegen und Kolleginnen zum Dank als Drückeberger beschimpft wird.

    So geht die Patchwork Gesellschaft ihrer Spaltung entgegen, was manche Politiker, glaube ich, wenig interessiert solange die Wahlquote und das Abgabenaufkommen stimmt und alle dazu beitragen.

    Damit hat die Politik doch wohl viel erreicht, sie hat den Bürger im Griff, was interessieren da Strukturen. Wie der Einzelne damit zurecht kommt interessiert, wie bereits gesagt, sowieso ncht.

    Am besten wäre es, wir nähmen das Elterngeld, alle sonstigen Leistungen, die uns zustehen und machen ansonsten sollten Frauen, Männer und Kinder zusammen tun, was sie wir wollen und für sich gemeinsam als richtig erachten. Was brauchen wir dann das Ministerium für das "Gedöns".

    • Anonym
    • 07.04.2009 um 20:37 Uhr

    Mich wundert jedesmal wenn man das Heil im unfehlbaren "Ausland" sucht, vornehmlich in Nordeuropa, wenn man sich nicht traut neue Wege zu gehen und was kopieren will dann nur die Idee kopiert aber gar nicht die Menschen in den jeweiligen Ländern befragt ob es denn wirklich was bringt und nicht zB nur Zufallseffekte waren wie bei den britischen JobCentre die darum nach Einführung in England solchen Erfolg hatten weil schlicht zur selben Zeit der britische Arbeitsmarkt einen enormen Aufschwung erlebt hat.

    Das Elterngeld kommt aus Schweden. Es ist kein Geheimnis dass dort Väter bevorzugt dann ihre Elternzeit nehmen wenn gerade große Fußballturniere stattfinden, was für ein Zufall. Und die Geburtenquote von Schweden ist bis auf wenige Nachkommastellen exakt die selbe wie in der Bundesrepublik, da sind die Unterschiede zwischen Bayern und Schleswig-Holstein in der Geburtenrate erheblich größer. Dass die Erklärungsansätze allesamt nicht taugen zeigt ebenfalls der Ist-Zustand.
    In den USA, wo es weder Elterngeld, noch Kindergeld, noch sonstige staatlichen Ausgabenprogramme gibt gibt es als EINZIGES westliches Industrieland eine stabile Geburtenrate welche die Bevölkerungszahl auf dauer stabil halten kann. Einen demographischen Wandel kennen die USA daher nicht, denn gleichzeitig zur steigenden Lebenserwartung hält die Zuwanderung von jungen Menschen aus aller Welt unvermindert an. Es ist also hier zB mit Sicherheit die positive Lebenseinstellung der Amerikaner die das Glas eher halb voll sehen, daher setzen sie gerne ein Kind in die Welt - nur wer an die Zukunft glaubt macht das gerne. Und nur wenn man an die Zukunft eines Landes glaubt will man auch dort leben, weswegen nach wie vor die USA DAS Einwanderungsland sind, u.a. auch von Hochqualifizierten.

    Dann in Europa. Man hat ja viele viele Klischees in Europa, wie jedes Land angeblich sei. Von Dolce Vita ist da u.a. die Rede bei Italien, und natürlich von Großfamilien und Kinderfreundlichkeit. Nun ist es aber ein Fakt dass die Geburtenrate in Italien und Spanien VIEL VIEL niedriger als in Deutschland ist. Die spanische Großfamilie gibt es nur noch als Einzelfall. Die Fakten sprechen also eine ganz andere Sprache als diese gefühlten Klischees.

    Es lässt sich schlicht kein klares Muster erkennen und ich denke in einer individualistischen Gesellschaft gibt es soviele Gründe für oder gegen Kinderwunsch wie man Leute dazu befragt. Aber ich bin mir sicher dass eine positive Lebenseinstellung wie man sie in den USA vorfindet sinnvoller ist als jedes bürokratische Programm mit dem implitzien Befehl jetzt doch endlich ordentlich Kinder für die Rente zu zeugen. Freilich spricht man bei den sauertöpfischen Deutschen da gegen eine Betonwand.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Es ist kein Geheimnis dass dort Väter bevorzugt dann ihre Elternzeit nehmen wenn gerade große Fußballturniere stattfinden, was für ein Zufall."

    Das kannst du auch irgendwie belegen?

    "Und die Geburtenquote von Schweden ist bis auf wenige Nachkommastellen exakt die selbe wie in der Bundesrepublik..."

    Das ist schonmal falsch:
    Schweden
    Deutschland

    Auch hier wird das bestätigt. Klar betrifft das idR nur die Nachkommastellen, wäre auch tragisch, wenn sich die Vorkammastellen bei "Kindern pro Frau" nennenswert ändern würden, nicht wahr? Laut CIA Worldbook ist sie in Schweden ca. 25% höher als in Deutschland.

    "Es ist also hier zB mit Sicherheit die positive Lebenseinstellung der Amerikaner die das Glas eher halb voll sehen, daher setzen sie gerne ein Kind in die Welt - nur wer an die Zukunft glaubt macht das gerne."

    Was natürlich auch nichts weiter als eine billige Spekulation ist. Ebenso könnte man die kinderreichen Zuwanderer verantwortlich machen, die billigeren Grundstückspreise, die Religion, .etc...

    Und stabil ist sie auch dort nicht, sie sinkt ebenso.

    "Die Fakten sprechen also eine ganz andere Sprache als diese gefühlten Klischees."

    Das trifft auf die USA offensichtlich auch zu. Dass die Geburtenrate in sehr konservativen (zumindest europäischen) Ländern besonders katastrophal aussieht, ist schon länger bekannt und wohl eher ein Argument für Schwedens Politik. Die Frage ist, warum auch dort die Geburtenrate in den Neunzigern derart zurückgegangen ist. Hängt vielleicht mit der weltweiten Neoliberalisierungswelle zusammen, keine Ahnung.

    "Es lässt sich schlicht kein klares Muster erkennen und ich denke in einer individualistischen Gesellschaft gibt es soviele Gründe für oder gegen Kinderwunsch wie man Leute dazu befragt."

    Auch das: wieder nur eine haltlose Spekulation. Es gibt sehr wohl größere Hinderungsgründe, mag sein, dass die in den einzelnen Ländern unterschiedlich stark gewichtet sind, aber Fakt ist, dass es sie gibt. Es gibt dazu sogar entsprechende Studien: etwa diese.

    "Aber ich bin mir sicher dass eine positive Lebenseinstellung wie man sie in den USA vorfindet sinnvoller ist als jedes bürokratische Programm mit dem implitzien Befehl jetzt doch endlich ordentlich Kinder für die Rente zu zeugen. Freilich spricht man bei den sauertöpfischen Deutschen da gegen eine Betonwand."

    Deutschen-Bashing, wie niedlich, hab ich schon lange nicht mehr gelesen. Bist du kein Deutscher? Oder mal wieder die einzige Ausnahme? Falls es dir entgangen sein sollte: der blauäugige Optimismus der Amis zieht gerade die Weltwirtschaft mit in den Gulli, mit den "sauertöpfigen" Deutschen wäre das vielleicht nicht passiert.

    • Anonym
    • 24.04.2009 um 10:26 Uhr

    Wenn sie von sauertöpfischen Deutschen reden, so haben sie recht.

    Aber Stimmungen, vor allem dauerhafte Grundstimmungen, haben Ursachen.
    Es wäre wirklich interessant, warum diese Einstellung in den USA trotz geringerem sozialen Schutz soviel besser diesbezüglich ist.

    Ich persönlich kann da nur aufgrund von Indizien Folgendes spekulieren:

    1. Der Amerikaner fühlt sich viel freier und deutlich weniger mit Kindern belastet als der Europäer. Viel mehr offizielle Gelassenheit und weniger konkrete Vorschriften, Gestaltungen.
    2. Die Solidarität und das Verständnis für berufstätige Eltern soll deutlich ausgeprägter sein.
    3. Die Abschöpfung der Mehrwerte aus dem Zusammenschluss zweier Eltern scheint bei weitem nicht so massiv.
    4. Keine massive Subvention der Kinderlosigkeit durch die sozialen Sicherungssysteme.
    5. Wenn man sich mit Menschen unterhält, die in mehreren Staaten außerhalb Deutschlands mit Kindern gelebt haben, so bekommt man die einheitliche Aussage, das die finanzielle Belastung mit Kindern in Deutschland mit Abstand am größten ist, ebenso wie die gefühlte Kinderfeindlichkeit bei Institutionen und gesellschaftlichen Umfeld, sowie die diesbezügliche bürokratische Belastung.

    Berthold Grabe

    "Es ist kein Geheimnis dass dort Väter bevorzugt dann ihre Elternzeit nehmen wenn gerade große Fußballturniere stattfinden, was für ein Zufall."

    Das kannst du auch irgendwie belegen?

    "Und die Geburtenquote von Schweden ist bis auf wenige Nachkommastellen exakt die selbe wie in der Bundesrepublik..."

    Das ist schonmal falsch:
    Schweden
    Deutschland

    Auch hier wird das bestätigt. Klar betrifft das idR nur die Nachkommastellen, wäre auch tragisch, wenn sich die Vorkammastellen bei "Kindern pro Frau" nennenswert ändern würden, nicht wahr? Laut CIA Worldbook ist sie in Schweden ca. 25% höher als in Deutschland.

    "Es ist also hier zB mit Sicherheit die positive Lebenseinstellung der Amerikaner die das Glas eher halb voll sehen, daher setzen sie gerne ein Kind in die Welt - nur wer an die Zukunft glaubt macht das gerne."

    Was natürlich auch nichts weiter als eine billige Spekulation ist. Ebenso könnte man die kinderreichen Zuwanderer verantwortlich machen, die billigeren Grundstückspreise, die Religion, .etc...

    Und stabil ist sie auch dort nicht, sie sinkt ebenso.

    "Die Fakten sprechen also eine ganz andere Sprache als diese gefühlten Klischees."

    Das trifft auf die USA offensichtlich auch zu. Dass die Geburtenrate in sehr konservativen (zumindest europäischen) Ländern besonders katastrophal aussieht, ist schon länger bekannt und wohl eher ein Argument für Schwedens Politik. Die Frage ist, warum auch dort die Geburtenrate in den Neunzigern derart zurückgegangen ist. Hängt vielleicht mit der weltweiten Neoliberalisierungswelle zusammen, keine Ahnung.

    "Es lässt sich schlicht kein klares Muster erkennen und ich denke in einer individualistischen Gesellschaft gibt es soviele Gründe für oder gegen Kinderwunsch wie man Leute dazu befragt."

    Auch das: wieder nur eine haltlose Spekulation. Es gibt sehr wohl größere Hinderungsgründe, mag sein, dass die in den einzelnen Ländern unterschiedlich stark gewichtet sind, aber Fakt ist, dass es sie gibt. Es gibt dazu sogar entsprechende Studien: etwa diese.

    "Aber ich bin mir sicher dass eine positive Lebenseinstellung wie man sie in den USA vorfindet sinnvoller ist als jedes bürokratische Programm mit dem implitzien Befehl jetzt doch endlich ordentlich Kinder für die Rente zu zeugen. Freilich spricht man bei den sauertöpfischen Deutschen da gegen eine Betonwand."

    Deutschen-Bashing, wie niedlich, hab ich schon lange nicht mehr gelesen. Bist du kein Deutscher? Oder mal wieder die einzige Ausnahme? Falls es dir entgangen sein sollte: der blauäugige Optimismus der Amis zieht gerade die Weltwirtschaft mit in den Gulli, mit den "sauertöpfigen" Deutschen wäre das vielleicht nicht passiert.

    • Anonym
    • 24.04.2009 um 10:26 Uhr

    Wenn sie von sauertöpfischen Deutschen reden, so haben sie recht.

    Aber Stimmungen, vor allem dauerhafte Grundstimmungen, haben Ursachen.
    Es wäre wirklich interessant, warum diese Einstellung in den USA trotz geringerem sozialen Schutz soviel besser diesbezüglich ist.

    Ich persönlich kann da nur aufgrund von Indizien Folgendes spekulieren:

    1. Der Amerikaner fühlt sich viel freier und deutlich weniger mit Kindern belastet als der Europäer. Viel mehr offizielle Gelassenheit und weniger konkrete Vorschriften, Gestaltungen.
    2. Die Solidarität und das Verständnis für berufstätige Eltern soll deutlich ausgeprägter sein.
    3. Die Abschöpfung der Mehrwerte aus dem Zusammenschluss zweier Eltern scheint bei weitem nicht so massiv.
    4. Keine massive Subvention der Kinderlosigkeit durch die sozialen Sicherungssysteme.
    5. Wenn man sich mit Menschen unterhält, die in mehreren Staaten außerhalb Deutschlands mit Kindern gelebt haben, so bekommt man die einheitliche Aussage, das die finanzielle Belastung mit Kindern in Deutschland mit Abstand am größten ist, ebenso wie die gefühlte Kinderfeindlichkeit bei Institutionen und gesellschaftlichen Umfeld, sowie die diesbezügliche bürokratische Belastung.

    Berthold Grabe

    • vlad
    • 07.04.2009 um 20:38 Uhr

    Da das Elterngeld fuer den Staat kostenneutral ist, verwundert es keinesfalls, dass sich an den Geburtenzahlen nicht viel aendert. Frueher gabs 2 Jahre lang 300 EUR pro Kind, heute gibt es ein Jahr lang ungefaehr das doppelte (siehe http://dip21.bundestag.de..., man muss sich nur mal den Mittelwert ausrechnen, bzw. Ober- und Untergrenze anhand der Tabelle zwischen denen sich der Mittelwert befinden muss). Warum sollte das zu mehr Kindern fuehren?

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    ist jetzt danran kostenneutral?

    ist jetzt danran kostenneutral?

  2. ist jetzt danran kostenneutral?

    Antwort auf "Kostenneutral"
  3. Die katastrophale Geburtenrate der Deutschen ist die Folge der verhängnisvollsten Fehlentscheidung eines deutschen Politikers in Friedenszeiten, nämlich die Höhe der Rente nur nach der Arbeitsleistung und nicht auch nach Erziehungsleistungen zu bemessen. Natürlich sind die Leute nicht blöde und sehen, daß wer keine Kinder hat, mehr Geld ausgeben kann und später eine höhere Rente bekommt. Ich bin überzeugt, würde man die Umverteilung von Familien zu Kinderlosen stoppen und auch Rente nach Erziehungsleistung bemessen (z.B. an der Anzahl der Kinder mit abgeschlossener Berufsausbildung), würde es sofort einen Geburtenboom geben.

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    • TDU
    • 07.04.2009 um 22:01 Uhr

    Wann wieder anfangen damit. Sie wollen doch ncht die bestrafen, die ab dem Ende der 1970iger Jahre dem allgemeinen Zeitgeist gefolgt sind.

    • TDU
    • 07.04.2009 um 22:01 Uhr

    Wann wieder anfangen damit. Sie wollen doch ncht die bestrafen, die ab dem Ende der 1970iger Jahre dem allgemeinen Zeitgeist gefolgt sind.

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