Eigentlich komisch, dass der Manta immer den ganzen Spott abbekam. Denn es war ja nicht so, dass dieses Opel-Modell das einzige Großseriencoupé war, das seinerzeit gerne von Schnauzbart-Trägern mit Vokuhila gefahren wurde. Während seiner Bauzeit hatte es einen Konkurrenten, der in Sachen Proll-Image mindestens gleichwertig war: den Ford-Capri.

Der kam sogar ein paar Jahre vor dem Manta auf dem Markt. Ab 1969 konnte man das bei einem bestimmten Männertyp begehrte Modell kaufen. In diesem Jahr feiert er also seinen 40. Geburtstag. Beide Wagen funktionierten nach dem gleichen Rezept: Man nehme die klassische, leicht an Porsche, Ferraris oder Corvettes erinnernde Coupé-Form mit langer Haube und kurzem Heck und packe einfache, beherrschbare Großserientechnik unter die Haube.

So landeten die Volks-Sportwagen zu sozialverträglichen Preisen in den Schaufenstern der Autohäuser. Auch die Unterhaltskosten hielten sich im Rahmen. Aber jeder, der einen der Wagen kaufte, konnte sich an Form und Image freuen. Über letzteres zumindest solange, bis die Sprüche vom "Schlosser-Porsche" die Runde machten, weil die Besitzer ihre Schlitten gnadenlos aufmotzten.

Die Idee für beide Modelle stammte weder von Ford oder Opel. Aber zumindest hatte der Capri ein Vorbild in der eigenen Konzernfamilie: den Ford Mustang der amerikanischen Konzernmutter, der es ab Mitte der Sechziger mit ähnlichem Konzept zum Verkaufsschlager gebracht hatte. Außerdem konnten die Kölner für den Capri etwas vorweisen, das der Konkurrenz während der gesamten Bauzeit nicht gelang: einen echten Sechszylinder. Auch wenn dieser in der stärksten Version am Anfang nur harmlose 108 PS auf die Straße brachte.

Wem das zu wenig war, der konnte sich bereits früh an Tuning-Firmen wenden: Michael May in der Schweiz montierte sogar einen Turbolader unter die Haube seiner Kunden. Anfang der Siebziger sorgte das für 180 PS, selbst ein Porsche 911 stellte da keine ernsthafte Herausforderung dar. Verbürgt sind sogar Exemplare mit bis zu 300 PS.  Auch V8-Motoren amerikanischer Bauart fanden manchmal ihren Weg unter die Capri-Haube.