Frühgeburten Zu klein fürs Leben?

Auch extrem Frühgeborene kommen heute durch - oft mit bleibenden Schäden

Von einer Frühgeburt spricht man, wenn ein Kind vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt

Von einer Frühgeburt spricht man, wenn ein Kind vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt

Eine Handvoll Mensch, nur 558 Gramm schwer. Ein "Frühchen", das schon nach 24 Schwangerschaftswochen auf die Welt gekommen ist. Das Baby, dem 16 Wochen Geborgenheit im Bauch seiner Mutter zur normalen Entwicklung fehlen, wirkt noch nicht wie von dieser Welt. "Wenn wir nichts machen würden, würde es in kürzester Zeit sterben", sagt Christoph Bührer.

Der Chefarzt der Klinik für Neonatologie der Charité in Berlin hat das Foto des Frühgeborenen auf der Bühne des Maxim-Gorki-Theaters an die Wand geworfen. In der Reihe "Kosmos und Mensch" spricht er zum Thema: "Zu klein für diese Welt?"

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Im besten Fall stehen die Chancen dafür, dass ein so kleines Neugeborenes gesund überleben wird, bei eins zu drei, im schlechtesten fast nur bei eins zu 20.

Mehrlinge und Jungen haben es schwerer, umgekehrt verbessern sich die Ergebnisse, wenn die Reifung der Lunge des Ungeborenen kurz vor der Geburt mit Medikamenten angeregt wird. Dafür ist es wichtig, dass die Schwangere schon vor der Entbindung in ein spezialisiertes Perinatalzentrum kommt.

Bei Kindern, die die schützende Gebärmutter noch früher verlassen, sieht die Bilanz noch einmal trauriger aus: Einer Statistik zufolge, die im Jahr 2000 im Fachblatt New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, sterben rund 45 Prozent der Kinder, die nach 23 Schwangerschaftswochen geboren werden, sofort nach der Geburt, weitere 45 Prozent später auf der Intensivstation. Und von den letztlich Überlebenden ist nur die Hälfte ohne bleibende Beeinträchtigung.

"Doch auch ein Kind, das nur 30 Minuten gelebt hat, lebt 30 Jahre später noch in der Familie weiter", weiß Bührer aus zahlreichen Gesprächen mit Eltern.

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