G-20-Ergebnisse Ein neuer Stil für die Politik

Aus London sind nur strahlende Sieger abgereist. Tatsächlich ist dem G-20-Gipfel Entscheidendes gelungen: Er hat die Machtverhältnisse in der Welt verschoben. Kommentar

Am Ende siegten alle. Doch am charmantesten formulierte es der amerikanische Präsident Barack Obama. "Ich glaube, wir haben das ganz gut hinbekommen", bewertete er mit fröhlichem Understatement und jugendlichem Grinsen die Ergebnisse des G-20-Gipfels in London und lag damit voll im Trend.

Einen "historischen Kompromiss" hatte da zuvor schon Bundeskanzlerin Angel Merkel die Abschlusserklärung genannt. Es sei eine "neue Seite aufgeschlagen worden", fand der französische Präsident Nikolas Sarozy, der Brite Gordon Brown sprach gar von einem "neuen globalen Konsens", und über "mehr Geld für Afrikas Infrastruktur" freute sich der Südafrikaner Kgalema Motlanthe. Zufrieden strahlten dabei alle.

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Ende gut, Welt gerettet? Dass es ganz so einfach nicht ist, weder im Leben, noch in der Politik, wissen natürlich auch die Regierungschefs. Doch sie wussten an diesem Tag in den Londoner Docks auch, dass sie zumindest zum verbalen Erfolg gezwungen waren. Mitten in der größten Finanzkrise aller Zeiten hätte ein Treffen mit offenem Streit und unterschiedlichen Erklärung eine fatale Wirkung gehabt, politisch und ökonomisch. Und so entschieden sie sich für Harmonie, Optimismus und auch dafür, die Gemeinsamkeiten zu suchen, trotz mancher auch weiter existierender Meinungsverschiedenheiten.

Vergessen war am Ende der Streit der derzeitigen Lieblingsdisputanten Merkel/Sarkozy versus Obama/Brown, der noch am Tag vor dem Gipfel die höchst unterschiedlichen Ansichten über die richtigen Lehren aus der Krise erneut offen gelegt hatte. Da hatten die Angelsachsen noch munter vor allem über Konjunkturprogramme geredet, auf dass die Wirtschaft damit wieder anspringt.

Das deutsch-französische Paar hielt indes klar dagegen, forderte als Schwerpunkt des Gipfels neue Regeln für die Finanzmärkte. Und Sarkozy, der immer für eine kleine Aufregung gut ist, hatte gar mit einem leeren Stuhl gedroht.

Leser-Kommentare
  1. ist nicht Präsident, sondern Ministerpräsident ...

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    Sehr geehrte JosefineH,
    vielen Dank für Ihren richtigen Hinweis – der Fehler wurde inzwischen korrigiert.
    Mit freundlichen Grüßen,

    Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE

    Sehr geehrte JosefineH,
    vielen Dank für Ihren richtigen Hinweis – der Fehler wurde inzwischen korrigiert.
    Mit freundlichen Grüßen,

    Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE

  2. In kleinen, aber feinen Randbemerkungen wird klar: das, was man da in London 'beschlossen' hat, ist reine Psychologie. Allen am Gipfel beteiligten war schon von Beginn des Gipfels klar: hätte es nur die kleinste Mißstimmung am Ende des Gipfels gegeben, wäre auch nur einer ausgeschert und hätte nicht mit gemacht, hätte es gewaltigen Ärger gegeben. List man dann zwischen den Zeilen, dann wird man bezüglich des Ergebnisses sehr sekptisch, was den Wert der sogenannten Beschlüsse angeht. So sagte z.B. Gordon Brown am Ende des Gipfels, man hätte sich auf "sechs Versprechen" geeinigt. Nun sind aber 'sechs Versprechen' etwas ganz anderes, als sechs Beschlüsse. Auch auf der sogenannten "Schwarzen Liste" der Steueroasen finden sich lediglich vier Staaten - die Philippinen, Malaysia, Co sta Rica und Uruguay - andere 'nette' Oasen, wie etwa die Cayman Islands oder Überseegebiete einiger Europäischer Staaten - wie etwa Niederländischen Antillen, die Kanalinseln etc. fehlen ganz einfach. Wie will man das erklären? Und ob die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Haltung ändern würden? Auch dort ist man angesichts der ernormen Investitionen der vergangenen Jahrzehnte auch auf Schwarzgeld aus dem Westen angewiesen. Man sieht - es bleiben viele Fragen offen.

    P.S.: warum nur erinnern mich die Jubelrufe nach dem G20-Gipfel in London nur so sehr an die Jubelerklärungen der Parteitage der SED oder der KPdSU, wenn man wieder einmal die Übererfüllung der Fünfjahrespläne verkündigte?

    Ein Witz aus der alten DDR hier am Rande - Parallelitäten sind rein zufällig:

    Die staatliche Planungskommission der DDR beschloß in ihrem neuen Fünfjahresplan die Produktion von 1 Million Watt Glühbirnen. Das VEB Kombinat 'Glühbirnen Wilhelm Piek" stellte daraufhin eine einzige Glühbirne mit einer Leistung von Einer Million und einem Watt her. Damit war der Plan schon am ersten Tag nach seinem Inkrafttreten übererfüllt und die Glühbirnenproduktion konnte für fünf Jahre eingestellt werden. Die Werktätigen des gesamten Kombinats wurden als Helden der Arbeit ausgezeichnet.

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    die Steuerzahler sind zur Zahlung von 5000 Mrd. $ verurteilt worden - das erwähnt der ZEITartikel nicht einmal - aber Frau Pinzler sieht bessere Zeiten für "die Welt" anbrechen?!

    Pravda oder "Neues Deutschland" hätten das vor 20 Jahren nicht besser hinbekommen.
    (Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)
    _______________________________________________________
    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    die Steuerzahler sind zur Zahlung von 5000 Mrd. $ verurteilt worden - das erwähnt der ZEITartikel nicht einmal - aber Frau Pinzler sieht bessere Zeiten für "die Welt" anbrechen?!

    Pravda oder "Neues Deutschland" hätten das vor 20 Jahren nicht besser hinbekommen.
    (Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)
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    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    • Liman
    • 03.04.2009 um 8:22 Uhr

    Zapatero redet mit, der man der Israelis hasst ...wegen seiner ultranationalistischen Koalitionspartner

    Die Saudis...und deshalb darf keiner mehr Schweinfleisch essen

    Argentinien...mal locker einen Staatsbankrott verursachen und dann wieder Geld einkassieren

    Türkei mit einem Ministerpräsident, der endgültig Atatürks Erbe beseitigen will
    Selber wohl Nachfahre von Konvertiten aus dem Judentum "Dönmeh" ruiniert wegen seines Ego die guten Beziehungen zum südlichen nachbarn

    über China und Russland schweigen wir lieber....

    LS

  3. Sehr geehrte JosefineH,
    vielen Dank für Ihren richtigen Hinweis – der Fehler wurde inzwischen korrigiert.
    Mit freundlichen Grüßen,

    Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE

    Antwort auf "Zapatero ..."
  4. die Steuerzahler sind zur Zahlung von 5000 Mrd. $ verurteilt worden - das erwähnt der ZEITartikel nicht einmal - aber Frau Pinzler sieht bessere Zeiten für "die Welt" anbrechen?!

    Pravda oder "Neues Deutschland" hätten das vor 20 Jahren nicht besser hinbekommen.
    (Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)
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    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

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    Es ist schon erbärmlich, wie man schwammige Absichtserklärungen als ganz große Beschlüsse verkauft. Es erinnert alles fatal an den letzten Parteitag der SED oder das Gezerre in den Generalständen in Frankreich am Vorabend der französischen Revolution. Auch da hat man versucht, den Großteil der Bevölkerung von staatstragenden Beschlüssen auszuschließen. Damals rekelten sich Klerus und Aristokratie genussvoll in Sesseln, für die Vertreter des einfachen Volkes waren nicht einmal Stühle da.

    Es ist schon erbärmlich, wie man schwammige Absichtserklärungen als ganz große Beschlüsse verkauft. Es erinnert alles fatal an den letzten Parteitag der SED oder das Gezerre in den Generalständen in Frankreich am Vorabend der französischen Revolution. Auch da hat man versucht, den Großteil der Bevölkerung von staatstragenden Beschlüssen auszuschließen. Damals rekelten sich Klerus und Aristokratie genussvoll in Sesseln, für die Vertreter des einfachen Volkes waren nicht einmal Stühle da.

  5. Einfach traurig was unsere Regierungschefs medial verbreiten. Wir halten fest an alten Mustern und setzen alles wieder auf Wachstum. Mal sehen, was diese Herren in spätestens einem Jahr zu sagen haben, wenn sich bis dahin noch jemand an diesen G20 Gipfel erinnert.

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    Dann werden sie dasitzen und behaupten, es wären die anderen gewesen und man selbst hätte das alles nicht gewollt und von nichts gewusst. Das Theater, was dann ansteht kennen wir bereits: es wurde nach 1945 und nach 1989 bereits aufgeführt - mit anderen Darstellern.

    Dann werden sie dasitzen und behaupten, es wären die anderen gewesen und man selbst hätte das alles nicht gewollt und von nichts gewusst. Das Theater, was dann ansteht kennen wir bereits: es wurde nach 1945 und nach 1989 bereits aufgeführt - mit anderen Darstellern.

  6. Es ist schon erbärmlich, wie man schwammige Absichtserklärungen als ganz große Beschlüsse verkauft. Es erinnert alles fatal an den letzten Parteitag der SED oder das Gezerre in den Generalständen in Frankreich am Vorabend der französischen Revolution. Auch da hat man versucht, den Großteil der Bevölkerung von staatstragenden Beschlüssen auszuschließen. Damals rekelten sich Klerus und Aristokratie genussvoll in Sesseln, für die Vertreter des einfachen Volkes waren nicht einmal Stühle da.

  7. Dann werden sie dasitzen und behaupten, es wären die anderen gewesen und man selbst hätte das alles nicht gewollt und von nichts gewusst. Das Theater, was dann ansteht kennen wir bereits: es wurde nach 1945 und nach 1989 bereits aufgeführt - mit anderen Darstellern.

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