Israel Außenminister Lieberman sieben Stunden lang verhörtSeite 2/2
Ex-Außenministerin Zipi Livni verfolgte den ersten Auftritt ihres Nachfolgers zuerst verblüfft. Später verrieten ihr abschätziges Mienenspiel und die Körpersprache das ganze Ausmaß ihrer Verärgerung. Die 50-Jährige tippte Lieberman am Ende an die Schulter und sagte: "Nach dieser Rede bin ich mehr denn je mit meiner Entscheidung im Reinen, nicht dieser Regierung anzugehören". Später bezeichnete sie die Bemerkungen Liebermans als schädlich für den Staat Israel und forderte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf, sich von den Äußerungen seines Außenministers zu distanzieren.
Auch die ägyptische Führung reagierte verärgert. Was Lieberman über die Annapolis-Konferenz gesagt habe, sei "der erste Rückschritt in den Bemühungen um Frieden seit dem Amtsantritt der neuen israelischen Regierung", sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Nun müsse man genau verfolgen, wie die EU-Staaten und die USA auf diesen Kurswechsel in Israel reagierten, "und zwar nicht nur, weil sie Freunde Israels sind, sondern auch, weil sie Verpflichtungen eingegangen sind und eine große Verantwortung tragen", fügte er hinzu.
Zu den freundlichen Bemerkungen Liebermans über Ägypten, das er als "Stabilitätsfaktor" und "strategischen Partner" gewürdigt hatte, hieß es aus Kairo: "Ägypten braucht sich von niemandem sagen zu lassen, was seine Position ist und welche Rolle es spielt." Dass die ägyptische Regierung Lieberman mit Misstrauen begegnet, hat unter auch damit zu tun, dass der Rechtspopulist im Oktober vergangenen Jahres erklärt hatte, der ägyptische Präsident Husni Mubarak solle endlich zu einem Staatsbesuch nach Israel kommen, "oder zur Hölle fahren".
- Datum 03.04.2009 - 08:20 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters 02.04.2009
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Dieses Lachkabinett wird wohl noch schneller abgebrannt sein als alle seine Vorgänger. Hofft man zumindest.
Nichts und niemand kann die radikalzionistischen Phantasmen so schön lächerlich machen wie Herr Liebermann mit seinem Geschrei. Bitte weiter so, Herr Außenminister, wir sehen doch gern zu, wie Sie dem Schrotthaufen der Geschichte zusteuern. Und vergessen Sie nicht, Bibi Netanyahu gleich mitzunehmen!
Frau Livnis *Frühstück von Wolfratshausen* bestand darin, sich dieser Koalition zu verweigern. Ihre Stunde wird kommen.
Hoffentlich ist es die Stunde eines endlich modernen Staatsverständnisses.
Es interessiert wenig, ob ein langatmiges Untreue-Verfahren zu einer Anhörung (das Wort "Verhör" ist falsch in diesem Zusammenhang, liebe dpa) gerade nach Amtsantritt führt. Auch einige Phrasen der Amtsantrittsrede aus dem Zusammenhang gerissen interessieren wenig.
Wir kennen die grundsätzlichen Pateiprogramme von Netanyahu und Lieberman, insbesondere deren Palästina-Strategie. Diese unterscheidet sich stark von der Politik Israels der letzten 10 Jahre.
Nun schauen wir gespannt zu, ob sie es schaffen, die Aufgaben, für die sie gewählt wurden, zu erfüllen :
die Hamas zu entwaffnen, den dauernden Raketenbeschuss zu verhindern und die Palästinenser & Co (Iran, Syrien) zu zwingen, an einer funktionierenden Gesellschaft zu arbeiten.
In jedem Fall kommt Bewegung in den Nahen Osten. Ich gebe auch zu, daß ich mich auf Wortgefechte zwischen Lieberman und Ahmadinejad freue.
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