Belletristik Jenseits der PyramidenSeite 2/2

Karnak-Café wurde erst 1974, drei Jahre nach der Fertigstellung veröffentlicht. Weshalb so spät, lässt sich, wie das Nachwort erklärt, heute nicht mehr feststellen. Machfus hat zunächst selbst an den Nasser'schen Sozialismus geglaubt. Im Gegensatz zu vielen anderen ägyptischen Schriftstellern ist er jedoch nach der Niederlage im Sechstagekrieg nicht verstummt, sondern begann sofort, eine Reihe von Erzählungen zu veröffentlichen und diesen Roman zu schreiben.

Ein Roman, dessen Ende auf beunruhigende Weise offen bleibt, so wie noch heute die Frage nach der Zukunft des Nahen Ostens. Ein Buch jenseits der Pharaonenromantik – obwohl sich Machfus mit dieser Vergangenheit Ägyptens auseinandergesetzt hat. Im Gegensatz zu den religiös geprägten Ägyptern, die sich nicht für die vorislamische Periode ihres Landes interessieren, war die Zeit der Pharaonen historischer Anknüpfungspunkt der Unabhängigkeitsbewegung im Kampf gegen die Kolonialmächte. Unter ihrem Einfluss hat Machfus in den dreißiger und vierziger Jahren mehrere historische Pharaonen-Romane verfasst. Und in Karnak, nachdem das Café von Korunfula benannt ist, steht die größte Tempelanlage aus pharaonischer Zeit.

 
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