Medienkonsum Süchtig nach der ScheinweltSeite 2/2
Es ist eine neue Form der Abhängigkeit, zu der es noch wenig wissenschaftliche Daten gibt. "Wir sehen in letzter Zeit zunehmend junge Patienten mit Medienauffälligkeiten bei uns in der Klinik", sagt Bilke. Sechs bis neun Prozent der aktiven Spieler seien von den Online-Spielen abhängig, schätzt der Psychologe Klaus Wölfling von der Abteilung Medizinische Psychologie und Soziologie der Uni-Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Mainz, wo gerade ein "Kompetenzzentrum Verhaltenssucht" aufgebaut wird. Noch streiten die Ärzte allerdings darüber, ob eine solche Abhängigkeit ohne "echten Stoff" überhaupt als Sucht bezeichnet werden kann.
Aber ob man nun von "multipler Medienabhängigkeit" oder von "Online-Spielsucht" spricht: Wichtiger ist, dass sich die Erwachsenen ein wenig mit den Spielen oder in den Chatrooms auskennen. "Wer einen Jugendlichen mit einem Medienproblem behandelt, sollte sich mit den Inhalten dessen auseinandersetzen, was er dort macht", fordert Bilke. Das haben er und seine Mitarbeiter, darunter auch Klaras Therapeutin, getan. Der Psychiater wünscht sich, dass die Spiele im Hinblick auf ihr Abhängigkeitspotenzial klassifiziert werden. Denn das, was an den Spielen abhängig macht, sind die Erfolgserlebnisse. Die Therapeuten müssen also verstehen, welche Belohnungen, die Spiele bieten. "Schließlich wird auch keiner von der Flasche abhängig, sondern vom Alkohol, den sie enthält", sagt Bilke.
Entscheidend ist auch, auf welche jugendlichen Persönlichkeiten solche Inhalte treffen. Stille, zu Depressionen neigende Jugendliche wie Klara kompensieren mit ihren Erfolgen in fiktiven Welten oft soziale und schulische Enttäuschungen. Viele haben Teilleistungsstörungen wie etwa eine Legasthenie. Daneben gibt es aber auch eine zweite Gruppe von Spielern: Die quirligen, oft hyperaktiven Jugendlichen, die ständig nach neuen Attraktionen suchen und sich sonst nicht lange konzentrieren können. Im Netz punkten sie mit Schnelligkeit. Wenn solche Auffälligkeiten hinter der krankhaften Mediennutzung stehen, reicht Erziehungsberatung, die Eltern den Rücken stärkt, meist nicht aus. Nur eine Therapie, die an verschiedenen Punkten gleichzeitig ansetzt, kann helfen.
Eine Internetabstinenz auf Dauer verordnen die Kinder- und Jugendpsychiater ihren Patienten dabei jedoch nicht. Für immer offline zu leben kann nicht die Lösung sein, das ist anders als bei Zigaretten, Joints und Alkohol. Als geheilt können Jugendliche gelten, wenn sie das Netz wieder nutzen, ohne dass es ihre Entwicklung beeinträchtig.
- Datum 06.04.2009 - 17:04 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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zu Hause nichts zu suchen. Ja, diese radikale Einstellung habe ich.
All diese Wireless Lans, High-Speed Verbindungen, Multimediale Welten, machen auf Dauer nicht gluecklich, weder Jugendliche noch Erwachsene, ja es besteht in einer Hinsicht Suchtgefahr, wobei der Stoff - die Droge - dauernd und unbgrenzt zur Verfuegung steht. Das Internet kann man besser gezielt nutzen, zum Beispiel um etwas zu bestellen, oder sich zu informieren. Das kann man aber auch im Webcafe oder woanders.
Und man ist gleich noch mehr "Probleme" los. Keine Stunden mehr vergeudet um nach irgentwelchen Computerviren zu suchen.
lassen Sie es eben. Ja, diese radikale Einstellung vertrete ich. Wenn "All diese Wireless Lans, High-Speed Verbindungen, Multimediale Welten" Sie auf Dauer nicht glücklich machen, dann zwingt Sie keiner, sich an ihnen zu beteiligen. Sie sagten zwar, dass diese Dinge allgemein auf Dauer nicht glücklich machen, aber einfach so von sich auf Andere zu schließen, ist wohl meist ein Fehlschuss. Soso, es es besteht also Suchtgefahr... Sie plädieren also auch dafür, Alkohol oder Zigaretten zu verbannen. (Btw.: Weder rauche, noch trinke ich.)
Außerdem denke ich, dass Onlinespielen durchaus einer gezielten Nutzung gleichkommt. Es ist so, wie gezielt ein Video einzulegen und dieses gezielt zu schauen, anstatt zufällig ein Video einzulegen und dieses anzusehen. Dass ungezielte Internetnutzung süchtig macht, halte ich sogar für recht unwahrscheinlich. Weitere Frage: Warum soll man ins Webcafe gehen, um etwas zu bestellen, wenn man dies auch per Telefon tun kann? Ich könnte mir aber vorstellen, dass Ihrer Logik zufolge auch Telefone zu Hause nichts verloren haben. Ein wichtiger Punkt ist aber, dass das Internet einfach als Kommunikationsinstrument für viele Menschen zu wichtig ist, als dass darauf verzichtet werden könnte.
Für einen verantwortungsvollen Umgang mit Computerspielen zu plädieren ist ja richtig, aber jemanden sofort das ganze Medium dämonisieren zu sehen, hat schon etwas nostalgisches... Es erinnert mich einfach stark an das Mittelalter.
lassen Sie es eben. Ja, diese radikale Einstellung vertrete ich. Wenn "All diese Wireless Lans, High-Speed Verbindungen, Multimediale Welten" Sie auf Dauer nicht glücklich machen, dann zwingt Sie keiner, sich an ihnen zu beteiligen. Sie sagten zwar, dass diese Dinge allgemein auf Dauer nicht glücklich machen, aber einfach so von sich auf Andere zu schließen, ist wohl meist ein Fehlschuss. Soso, es es besteht also Suchtgefahr... Sie plädieren also auch dafür, Alkohol oder Zigaretten zu verbannen. (Btw.: Weder rauche, noch trinke ich.)
Außerdem denke ich, dass Onlinespielen durchaus einer gezielten Nutzung gleichkommt. Es ist so, wie gezielt ein Video einzulegen und dieses gezielt zu schauen, anstatt zufällig ein Video einzulegen und dieses anzusehen. Dass ungezielte Internetnutzung süchtig macht, halte ich sogar für recht unwahrscheinlich. Weitere Frage: Warum soll man ins Webcafe gehen, um etwas zu bestellen, wenn man dies auch per Telefon tun kann? Ich könnte mir aber vorstellen, dass Ihrer Logik zufolge auch Telefone zu Hause nichts verloren haben. Ein wichtiger Punkt ist aber, dass das Internet einfach als Kommunikationsinstrument für viele Menschen zu wichtig ist, als dass darauf verzichtet werden könnte.
Für einen verantwortungsvollen Umgang mit Computerspielen zu plädieren ist ja richtig, aber jemanden sofort das ganze Medium dämonisieren zu sehen, hat schon etwas nostalgisches... Es erinnert mich einfach stark an das Mittelalter.
lassen Sie es eben. Ja, diese radikale Einstellung vertrete ich. Wenn "All diese Wireless Lans, High-Speed Verbindungen, Multimediale Welten" Sie auf Dauer nicht glücklich machen, dann zwingt Sie keiner, sich an ihnen zu beteiligen. Sie sagten zwar, dass diese Dinge allgemein auf Dauer nicht glücklich machen, aber einfach so von sich auf Andere zu schließen, ist wohl meist ein Fehlschuss. Soso, es es besteht also Suchtgefahr... Sie plädieren also auch dafür, Alkohol oder Zigaretten zu verbannen. (Btw.: Weder rauche, noch trinke ich.)
Außerdem denke ich, dass Onlinespielen durchaus einer gezielten Nutzung gleichkommt. Es ist so, wie gezielt ein Video einzulegen und dieses gezielt zu schauen, anstatt zufällig ein Video einzulegen und dieses anzusehen. Dass ungezielte Internetnutzung süchtig macht, halte ich sogar für recht unwahrscheinlich. Weitere Frage: Warum soll man ins Webcafe gehen, um etwas zu bestellen, wenn man dies auch per Telefon tun kann? Ich könnte mir aber vorstellen, dass Ihrer Logik zufolge auch Telefone zu Hause nichts verloren haben. Ein wichtiger Punkt ist aber, dass das Internet einfach als Kommunikationsinstrument für viele Menschen zu wichtig ist, als dass darauf verzichtet werden könnte.
Für einen verantwortungsvollen Umgang mit Computerspielen zu plädieren ist ja richtig, aber jemanden sofort das ganze Medium dämonisieren zu sehen, hat schon etwas nostalgisches... Es erinnert mich einfach stark an das Mittelalter.
sie ihre zeilen geschrieben haben kiki1969????
Wenn man sich die ganzen Diskussionen um "Killerspiele" anschaut, sieht man schnell, dass es hier kaum wirklich um objektive Gefahren geht, als vielmehr um den Versuch, eigene Geschmacksurteile und Normvorstellungen allen anderen mit Verboten aufzunötigen. Auch, wenn man sich die ganzen vermeintlich wissenschaftlichen Ausführungen anschaut, die eine Schädlichkeit belegen sollen, sieht man recht schnell, dass der Ausgangspunkt die moralische Ablehnung der Spielinhalte ist, auf deren Basis dann die Untersuchungen und Ausarbeitungen angefertigt werden.
Das Suchtthema ist dagegen ernst zu nehmen, und zwar nicht erst seit "World of Warcraft". Wenn die echte Welt nichts mehr zu bieten hat, geht man halt in die Spielwelt, und da kommen dann so Sachen wie vernachlässigte Schule, schlechtes Essen, mangelnde Hygiene, wirtschaftliche Not usw. zusammen.
Mir fällt nur unangenehm auf, dass das Suchtthema in der Öffentlichkeit in hohem Maße von journalistischen und forschenden Instanzen behandelt wird, die auch durch moralinsaure Hetze, Zensurforderungen und pseudo- und propagandawissenschaftliche Agitation im Zusammenhang mit gewalthaltigen Spielen auffallen (z.B. TV-Magazine, Institute wie das KFN). Da deutet doch einiges auf Missbrauch der Problematik für generelle Medienfeindlichkeit, autoritäre Gesellschaftsmodelle und repressive Politik hin.
internetcafe, pardon: webcafe - in den letzten 24 stunden gefunden?????
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