Kraftprobe Nordkorea provoziert mit Raketenstart
Die Rakete flog am frühen Morgen über Japan hinweg. Die USA sprachen von einer Provokation Nordkoreas, auf die sie mit "angemessenen Schritten" reagieren würden
Man werde Nordkorea wissen lassen, dass das Land nicht ungestraft die Sicherheit anderer bedrohen dürfe, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums. Auch Japan und Südkorea protestierten gegen den Raketentest ihres kommunistischen Nachbarlandes.
Im Gegensatz zur nordkoreanischen Darstellung ist es dem Land offenbar nicht gelungen den Satelliten ins All zu schießen. Die erste, zweite und dritte Trägerstufe der am Sonntag gestarteten Rakete seien nach bisherigen Erkenntnissen ins Meer gefallen, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo den südkoreanischen Verteidigungsminister Lee Sang Hee. Es sei nichts in der Erdumlaufbahn angekommen.
Auch das Northern Command der US-Streitkräfte teilte mit, dass kein Teil der Rakete den Weltraum erreicht habe. Die erste Trägerstufe sei ins Japanische Meer gestürzt, die anderen Teile inklusive der Ladung in den Pazifik. Die Rakete habe keine Bedrohung für den US-Bundesstaat Hawaii oder Nordamerika dargestellt, deshalb sei auch nichts unternommen worden.
Nach Angaben des US-Außenministeriums wurde die Rakete um 4.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit abgefeuert. "Wir hatten einen Start, ich weiß aber nicht, um welchen Raketentypus es sich handelt", sagte der Sprecher. Die USA, Japan und Südkorea vermuten, dass Nordkorea eine Langstreckenrakete vom Typ Taepodong testen will. Damit würde Nordkorea gegen UN-Resolutionen verstoßen.
Nordkorea selbst hat erklärt, es wolle mit der Rakete einen Satelliten auf die Erdumlaufbahn bringen.
"Ein rücksichtsloser Schritt"
- Datum 14.04.2009 - 08:23 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
- Kommentare 13
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einen Satelliten in eine Erdumlaufbahn zu bringen ist eine bedeutende technologische Leistung für solch ein kleines Land.
Warum das Geschrei der USA?
Hat Uncle Sam wieder mal so ein "Schurkenstaat" die Grenzen ihrer Macht aufgezeigt? Ach so, die heißen jetzt ja nicht mehr Schurkenstaaten - in der Obama-Sprache sind das glaube ich "den USA unfreundlich gesonnene Gebilde". Der junge US-Präsident, der mit so viel Tra-ra ins Amt kam, läuft weiter seinem ersten außenpolitischen Erfolg hinterher.
Und das ist gut so!
Die Amerikaner machen doch genauso Ihre Raketentests. Fragwürdiger Gerechtigkeitssinn, den die Amerikaner hier immer wieder zur Schau stellen. Den Irak haben Sie auch angegriffen obwohl der Rest der Welt dagegen war - mir geht die amerikanische Regierung mit ihrer selbstgerechten, ignoranten Art langsam ziemlich auf den Sack.
Sowohl Südkorea als auch Japan konnen von Nordkorea mit Kurzstreckenraketen erreicht werden. Bis Hokkaido brauchte man dann MRBMs (Medium Range Ballistic Missiles) d.h. Mittelstreckenraketen mittlerer Reichweite. Selbst IRBMs (Intermediate Range Ballistic Missile), Mittelstreckenraketen größerer Reichweite würden schon über beide Länder hinwegfliegen.
Das alles hat Norkorea seit langem. Was soll also die künstliche Aufregung. Der einzige, der jetzt auch in den Zielbereich gerät ist die USA. Dummerweise ist da im Moment kein Geld mehr da für "Star-Wars" und ähnlichen Grössenwahn. Überhaupt soll aus Geldmangel der ganze sündhaft teure Hightech Kram auf den Prüfstand. Da sehen wohl einige Rüstungsmanager ihre Boni unnd einige Aktionäre ihre Dividenden dahinschwinden. Kein Wunder, dass jetzt ein Popanz aufgebaut wird.
Ich stimme Ihnen in dem Punkt zu, dass die USA grad kein Geld für noch mehr Kriege oder Star Wars-Programme haben und daher Gefahren für die ganze Welt heraufbeschwören, damit der Rest der Welt seine Rüstungsausgaben hochfährt. Oder dass der Rest der Welt wieder GEld springen lässt wie im zweiten Golfkrieg um Kuwait (damals ein gutes Geschäft für die Amis: 40 Mrd. $ hatte der Krieg gekostet und 60Mrd. $ haben sie bei den Verbündeten eingesammelt).
Aber - Nordkorea dürfte in naher Zukunft funktionsfähige Atomsprengköpfe haben, und DAS ist eher das Problem. Was ist, wenn Nordkorea eine nuklear bestückte Rakete auf Japan abfeuert? Selbst wenn der Sprengkopf nicht richtig funktionieren sollte, wäre das immer noch eine "dirty bomb", die womöglich weite Teile Japans unbewohnbar macht. Insofern ist die Aufregung berechtigt.
Allerdings hoffe ich, dass die USA nicht gleich den nächsten Krieg vom Zaun brechen.
Besser für alle Beteiligten wäre es, China um weitere bilaterale Verhandlungen zu bitten und z.B. Nordkorea im Gegenzug zum Verzicht auf Atomwaffen und TRägerraketen Infrastrukturhilfe anzubieten.
Ich stimme Ihnen in dem Punkt zu, dass die USA grad kein Geld für noch mehr Kriege oder Star Wars-Programme haben und daher Gefahren für die ganze Welt heraufbeschwören, damit der Rest der Welt seine Rüstungsausgaben hochfährt. Oder dass der Rest der Welt wieder GEld springen lässt wie im zweiten Golfkrieg um Kuwait (damals ein gutes Geschäft für die Amis: 40 Mrd. $ hatte der Krieg gekostet und 60Mrd. $ haben sie bei den Verbündeten eingesammelt).
Aber - Nordkorea dürfte in naher Zukunft funktionsfähige Atomsprengköpfe haben, und DAS ist eher das Problem. Was ist, wenn Nordkorea eine nuklear bestückte Rakete auf Japan abfeuert? Selbst wenn der Sprengkopf nicht richtig funktionieren sollte, wäre das immer noch eine "dirty bomb", die womöglich weite Teile Japans unbewohnbar macht. Insofern ist die Aufregung berechtigt.
Allerdings hoffe ich, dass die USA nicht gleich den nächsten Krieg vom Zaun brechen.
Besser für alle Beteiligten wäre es, China um weitere bilaterale Verhandlungen zu bitten und z.B. Nordkorea im Gegenzug zum Verzicht auf Atomwaffen und TRägerraketen Infrastrukturhilfe anzubieten.
Ich stimme Ihnen in dem Punkt zu, dass die USA grad kein Geld für noch mehr Kriege oder Star Wars-Programme haben und daher Gefahren für die ganze Welt heraufbeschwören, damit der Rest der Welt seine Rüstungsausgaben hochfährt. Oder dass der Rest der Welt wieder GEld springen lässt wie im zweiten Golfkrieg um Kuwait (damals ein gutes Geschäft für die Amis: 40 Mrd. $ hatte der Krieg gekostet und 60Mrd. $ haben sie bei den Verbündeten eingesammelt).
Aber - Nordkorea dürfte in naher Zukunft funktionsfähige Atomsprengköpfe haben, und DAS ist eher das Problem. Was ist, wenn Nordkorea eine nuklear bestückte Rakete auf Japan abfeuert? Selbst wenn der Sprengkopf nicht richtig funktionieren sollte, wäre das immer noch eine "dirty bomb", die womöglich weite Teile Japans unbewohnbar macht. Insofern ist die Aufregung berechtigt.
Allerdings hoffe ich, dass die USA nicht gleich den nächsten Krieg vom Zaun brechen.
Besser für alle Beteiligten wäre es, China um weitere bilaterale Verhandlungen zu bitten und z.B. Nordkorea im Gegenzug zum Verzicht auf Atomwaffen und TRägerraketen Infrastrukturhilfe anzubieten.
Es würde nicht einer gewissen Ironie entbehren, wenn sich die USA Sorgen über Atomsprengköpfe über Japan machte ...
Ich halte dieses Szenario "Nordkorea schießt Atomsprengköpfe auf Japan ab" für total unglaubwürdig. Vor allem habe ich bis jetzt in diesem Zusammenhang noch nie eine einleuchtende Motivationsformulierung gehört.
WAS HAT NORDKOREA DAVON JAPAN BZW. NATO ANZUGREIFEN?????????????
Kann mir das bitte jemand erklären.
Es würde nicht einer gewissen Ironie entbehren, wenn sich die USA Sorgen über Atomsprengköpfe über Japan machte ...
Ich halte dieses Szenario "Nordkorea schießt Atomsprengköpfe auf Japan ab" für total unglaubwürdig. Vor allem habe ich bis jetzt in diesem Zusammenhang noch nie eine einleuchtende Motivationsformulierung gehört.
WAS HAT NORDKOREA DAVON JAPAN BZW. NATO ANZUGREIFEN?????????????
Kann mir das bitte jemand erklären.
weil sie immer mehr bei einem Angriff auf Nordkorea riskieren müsste. Ich glaube, dass der Rakettenschuß von Nordkorea erstmal das Säbelrasseln der Amerikaner zum Schweigen gebracht hat und der Region mehr Stabilität verleiht. Vielleicht kommt man dann zu einem vernünfitigen Gespräch, und weniger unnützliche Beschimpfung über den Schurkenstaat und usw.
Mit dem paranoiden "großer Führer" Kim Jong il und seiner Führungsclique können noch nicht einmal die Chinesen, die eigentlich Verbündete sind, vernünftige Gespräche führen. Was sollte dabei auch herauskommen? Abrüstung? Für die Nordkoreaner unmöglich, fürchten sie doch (zu Recht?) eine militärische Intervention der USA. Die Herren wollen mit allen Mitteln an ihrer Macht festhalten, und sind bestimmt auch bereit dafür Atomwaffen einzusetzen. Nun weiß man, das sie in der Lage sind auch die USA mit einer Langstreckenrakete zu erreichen. Wie lange soll man warten? Dieses Land wird sich unter der Führung von Kim Jong il nie in die Weltgemeinschaft integrieren!
Mit dem paranoiden "großer Führer" Kim Jong il und seiner Führungsclique können noch nicht einmal die Chinesen, die eigentlich Verbündete sind, vernünftige Gespräche führen. Was sollte dabei auch herauskommen? Abrüstung? Für die Nordkoreaner unmöglich, fürchten sie doch (zu Recht?) eine militärische Intervention der USA. Die Herren wollen mit allen Mitteln an ihrer Macht festhalten, und sind bestimmt auch bereit dafür Atomwaffen einzusetzen. Nun weiß man, das sie in der Lage sind auch die USA mit einer Langstreckenrakete zu erreichen. Wie lange soll man warten? Dieses Land wird sich unter der Führung von Kim Jong il nie in die Weltgemeinschaft integrieren!
Es würde nicht einer gewissen Ironie entbehren, wenn sich die USA Sorgen über Atomsprengköpfe über Japan machte ...
Mit dem paranoiden "großer Führer" Kim Jong il und seiner Führungsclique können noch nicht einmal die Chinesen, die eigentlich Verbündete sind, vernünftige Gespräche führen. Was sollte dabei auch herauskommen? Abrüstung? Für die Nordkoreaner unmöglich, fürchten sie doch (zu Recht?) eine militärische Intervention der USA. Die Herren wollen mit allen Mitteln an ihrer Macht festhalten, und sind bestimmt auch bereit dafür Atomwaffen einzusetzen. Nun weiß man, das sie in der Lage sind auch die USA mit einer Langstreckenrakete zu erreichen. Wie lange soll man warten? Dieses Land wird sich unter der Führung von Kim Jong il nie in die Weltgemeinschaft integrieren!
Ich halte dieses Szenario "Nordkorea schießt Atomsprengköpfe auf Japan ab" für total unglaubwürdig. Vor allem habe ich bis jetzt in diesem Zusammenhang noch nie eine einleuchtende Motivationsformulierung gehört.
WAS HAT NORDKOREA DAVON JAPAN BZW. NATO ANZUGREIFEN?????????????
Kann mir das bitte jemand erklären.
"WAS HAT NORDKOREA DAVON JAPAN BZW. NATO ANZUGREIFEN?????????????"
durchgehed grossbuchstaben und 13 fragezeichen? ich glaube kaum, dass sie wirklich an einer erklärung interessiert sind (bzw gelten liessen).
aber sei's drum:
das regime in nordkorea ist schon längst an dem punkt angekommen, wo nur noch die beschwörung äusserer bedrohung den zusammenbruch im inneren aufhält.
nun ist aber eine äussere bedrohung, die nie eintritt irgendwann nicht mehr disziplinierend wirksam -- nach dem propagandafeldzug gegen südkorea im vergangenen jahr inkl abbruch der kommunikationskanäle (wobei das kommunistische regime genau weiss, dass allein der gedanke an eine implosion der diktatur dem politiker des südens den schlaf raubt -- millionen verelendeter, unterernährter und weit hinter der modernen welt zurückgebliebener nordkoreaner würden die soziale und wirtschaftliche leistungskraft südkoreas weit überfordern), ist mit dem raketenstart eine neue stufe der eskalation erreicht worden.
hätten japan oder die usa die rakete abgeschossen (wegen gefährdung) hätte das regime dies als offene kriegserklärung zur mobilisierung der massen nutzen können. hätteb die rakete tatsächlich eine satelliten in's all gebracht ("keine butter, keine sahne, aber auf'm mond die rote fahne"), hätte sich das wiederum als grossartige leistung des regimes verkaufe lassen (ähnlich wie der erste microchip der ddr, der honecker, der legende nach, auf einem handwagen überreicht wurde).
wenn, was tatsächlich am plausibelsten erscheint, eine rakete getest wurde, so hat das regime mindestens drei fliegen mit einer klappe geschlagen: man hat daten über die tauglichkeit der rakete gesammelt, man hat die aggressivität des bösen imperialismus eindrücklich belegt und man hat der welt gezeigt, dass man anders tickt -- nämlich nicht nach simplen kosten-nutzen-rechnungen, auf deren grundlage die multilateralen verhandlungen in peking geführt wurden.
zuletzt: was hätte nordkorea von einem angriff? was hatte nordkorea 1950 von einem anriff? hätten die vereinten nationen sich vom yalu ferngehalten, hätten die chinesen kaum eingegriffen und eine republik nordkorea wäre randnotiz der geschichte.
andereseits können sich die nordkoreanischen grosskopferten darauf verlassen, dass es schon _sehr_ hart kommen muss, damit die usa tatsächlich militärische massnahmen ergreifen -- dh sie haben einen immensen spielraum, in dem sie sich in szene setzen können, allen internationalen protesten zum trotz (über den witzverein un-sicherheitsrat muss man kein wort verlieren, den nimmt eh kaum wer ernst, wie auch?)
"WAS HAT NORDKOREA DAVON JAPAN BZW. NATO ANZUGREIFEN?????????????"
durchgehed grossbuchstaben und 13 fragezeichen? ich glaube kaum, dass sie wirklich an einer erklärung interessiert sind (bzw gelten liessen).
aber sei's drum:
das regime in nordkorea ist schon längst an dem punkt angekommen, wo nur noch die beschwörung äusserer bedrohung den zusammenbruch im inneren aufhält.
nun ist aber eine äussere bedrohung, die nie eintritt irgendwann nicht mehr disziplinierend wirksam -- nach dem propagandafeldzug gegen südkorea im vergangenen jahr inkl abbruch der kommunikationskanäle (wobei das kommunistische regime genau weiss, dass allein der gedanke an eine implosion der diktatur dem politiker des südens den schlaf raubt -- millionen verelendeter, unterernährter und weit hinter der modernen welt zurückgebliebener nordkoreaner würden die soziale und wirtschaftliche leistungskraft südkoreas weit überfordern), ist mit dem raketenstart eine neue stufe der eskalation erreicht worden.
hätten japan oder die usa die rakete abgeschossen (wegen gefährdung) hätte das regime dies als offene kriegserklärung zur mobilisierung der massen nutzen können. hätteb die rakete tatsächlich eine satelliten in's all gebracht ("keine butter, keine sahne, aber auf'm mond die rote fahne"), hätte sich das wiederum als grossartige leistung des regimes verkaufe lassen (ähnlich wie der erste microchip der ddr, der honecker, der legende nach, auf einem handwagen überreicht wurde).
wenn, was tatsächlich am plausibelsten erscheint, eine rakete getest wurde, so hat das regime mindestens drei fliegen mit einer klappe geschlagen: man hat daten über die tauglichkeit der rakete gesammelt, man hat die aggressivität des bösen imperialismus eindrücklich belegt und man hat der welt gezeigt, dass man anders tickt -- nämlich nicht nach simplen kosten-nutzen-rechnungen, auf deren grundlage die multilateralen verhandlungen in peking geführt wurden.
zuletzt: was hätte nordkorea von einem angriff? was hatte nordkorea 1950 von einem anriff? hätten die vereinten nationen sich vom yalu ferngehalten, hätten die chinesen kaum eingegriffen und eine republik nordkorea wäre randnotiz der geschichte.
andereseits können sich die nordkoreanischen grosskopferten darauf verlassen, dass es schon _sehr_ hart kommen muss, damit die usa tatsächlich militärische massnahmen ergreifen -- dh sie haben einen immensen spielraum, in dem sie sich in szene setzen können, allen internationalen protesten zum trotz (über den witzverein un-sicherheitsrat muss man kein wort verlieren, den nimmt eh kaum wer ernst, wie auch?)
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