Gipfeltreffen Tolle Bilder aus Eurobama

Der neue US-Präsident hat für die Woche der Gipfeltreffen die Show geliefert, die Europäer die Kulisse. Und schon scheinen alle Probleme lösbar zu sein

Umjubelt von Tausenden: Michelle und Barack Obama in Prag

Umjubelt von Tausenden: Michelle und Barack Obama in Prag

Prag ist eine wunderschöne Stadt. Doch wo liegt sie? Im Schatten des Prager Hradschin träumte der amerikanische Präsident von einer atomwaffenfreien Welt, und 30.000 Menschen jubelten ihm zu. Die Rede galt also der Welt, der Jubel dem Mann aus der großen, weiten Welt, und die Bilder und Worte der Beobachter gingen auch rundum die Welt.

Europa? Kein Thema, diesmal nicht. Aber war da nicht was, hatten sich die tschechischen Spitzenpolitiker nicht gerade noch wegen der Zukunft Europas heillos zerstritten, hatte nicht der geschasste Ministerpräsident des Landes eben noch den europäischen Ratspräsidenten gemimt?
Überhaupt: Endete an diesem Sonntag in Prag schon die Europa-Reise von Barack Obama – oder nicht erst in der Hauptstadt der Türkei, das Obama nur zu gern in der Europäischen Union sähe, sehr zum Verdruss des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und auch Angela Merkels?

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Weltwirtschaft, Nato, Nuklearwaffen, es ging bei Obamas erster Präsidentenreise in die alte Welt um die Umrisse einer neuen – also nicht um Europa. Doch auch wieder nur darum, ohne diesen amerikanischen Präsidenten wird die Europäische Union ihre eigene Zukunft nicht gestalten können. Und er die eigene nicht ohne die Europäer.

Das ist nicht neu, weshalb auch weniger der EU-US-Gipfel von Prag die Akzente setzte als der Londoner G-20-Gipfel – die Umrisse einer neuen Welt wurden dort deutlich sichtbar, mit Russen und Chinesen, Saudis und Mexikanern, Indonesiern und Brasilianern. Was im Fußball längst Alltag ist, es findet in der Politik erst jetzt statt: Weltmeisterschaft, jeder mit jedem auf gleicher Augenhöhe, jeder gegen jeden nach Spielplan, nur dass es in der Politik am Ende nicht den einen Sieger geben wird und darf.

Selbst in den Jahren mit oder vielmehr gegen George W.Busch waren Gipfeltreffen zwischen Amerikaner und Europäern immer routineverdächtig. Um so mehr dieses Mal, als das grelle Welt-Licht aus London alles andere in den Schatten stellte. Was dort wortgewaltig erklärt und versprochen wurde, kann jedes Prager Schlusskommuniqué nur blässlich wirken lassen.

Macht nichts, diesmal nicht. Zumal von der T-Frage abgesehen kaum Kontroversen aufbrachen. Und überhaupt, warum soll sich ein Amerikaner in Prag nicht für die Türkei als EU-Mitglied stark machen dürfen, wo doch das etliche EU-Mitglieder ihrerseits auch tun, selbst wenn Paris und Berlin oder Wien das anders sehen?

Leser-Kommentare
  1. Vor den Regierungschefs der EU entwickelte Obama durchaus eine Vision für die EU: http://www.nytimes.com/ap....

  2. ja,ja, Busch meinte , dass man das "alte Europa" auf Vordermann, sprich Bush Linie bringen muesste. Was muessen DEM die Ohren klingeln wenn der die Publikumserfolge von OBAMA sieht oder hoert, aber was soll bei DEM
    eigentlich noch klingeln.
    HEUTE muss man Frau Merkel auch mal loben: international gesehen gibt sie eine blendende Figur ab, warum aber auch nicht NATIONAL ? Ein bravo, dass es (natuerlich) Obama geschafft hat Herrn Erdogan "umzudrehen". Als STIMME DES ISLAM fehlt DER gerade noch in der E.U. wann begreift man das in Bruessel, es ist eine Zeitbombe die da tickt.
    Mich wunderte wenig, dass die Mundwinkel unserer Angela bei diesen Ovationen fuer Obama mal wieder leicht nach unten gingen gehen, was muss denn unsere "Polit-Elite bei diesem Charismatiker denken. Niemand aber auch wirklich niemand in dieser Republik ist derzeit in der Lage die Massen so zu begeistern; denken wir mal an Westerwelle, Roth oder Struck,es ist schon ein Aergernis, dass ich die hier erwaehne, und unser Gerhard...........mein GOTT ! und trozdem: einen schoenen Abend.

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    Da fehlt etwas ? Erdogan hat Obama ins Stammbuch geschrieben, dass der Nahost-Konflikt nicht nur die eine Seite hat, der die USA den Hof macht.

    Da fehlt etwas ? Erdogan hat Obama ins Stammbuch geschrieben, dass der Nahost-Konflikt nicht nur die eine Seite hat, der die USA den Hof macht.

  3. - vor allem wenn die NATO nicht einmal hierzulande ein Garant für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie ist. Richter des Hessischen Verwaltungsgerichtshof kassierten eine gerichtliche Anordnung mit der Begründung, "es sei unwahrscheinlich, dass die Nato als überstaatliche Organisation seine Entscheidung zurücknehme. "
    http://www.spiegel.de/pol...

    Nicht nur im Kosovo oder Afghanistan werden Hoheitsrechte an die NATO abgetreten...
    _______________________________________________________
    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

  4. Es scheint, daß analog Heiligendamm 2007 große Truppenverbände paramilitärischer Polizei die Demonstrantenzüge weit vor dem eigentlichen Ziel abgefangen, zersplittert und unterschiedslos mit Schock- und Tränengasgranaten belegt haben.

    http://www.trueten.de/per...
    http://alles-schallundrau...
    http://alles-schallundrau...
    _______________________________________________________
    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

  5. Hier ein Video: CRS-Leute (franz. Bereitschaftspolizei) werfen mit Steinen auf Demonstranten:
    http://www.dailymotion.co...
    Auf deutscher Seite hat man es verstanden mit Einschüchterungen und falschen Versprechungen das Entstehen eines großen Demonstrationszuges in Straßburg zu verhindern.
    Es waren ziemlich zwielichtige Gestalten vor Ort -Geheimdienst oder Zivilpolizisten: braungebrannt, kurze angegraute Haare, drahtig und um Mitte 40, Knopf im Ohr, ziemlich böse Gesichter- Solche Leute könnten auch die Feuer auf der französischen Seite gelegt haben, siehe in diesem Bericht das Zitat einer Anwohnerin ("Auto mit deutschem Kennzeichen, Männer mit kurzgeschorenen Haaren, Benzinkanister" (NICHT Molotowcocktails):
    http://www.heise.de/tp/r4...
    Deswegen war es auch klug von der Einsatzleitung die Demo an der leicht zu blockierenden Europa-Brücke enden zu lassen. Glückwunsch also an die Einsatzleitung zu ihrem erfolgreich geführten Psychokrieg! Da muß sich die Zivilgesellschaft was einfallen lassen.

  6. Da fehlt etwas ? Erdogan hat Obama ins Stammbuch geschrieben, dass der Nahost-Konflikt nicht nur die eine Seite hat, der die USA den Hof macht.

  7. Es ist erschreckend zu shen, wie gross das Bedürfnis auch der europäischen Bevölkerung nach einem Messias, nach einem Erlöser, nach einem Führer ist.
    Man hätte glauben mögen, dass wenigstens noch ein schwacher Hauch des Geistes der Aufklärung in Europa weht - aber viel ist davon nicht mehr übrig.

    Was hat Obama denn bisher geboten? Selbst seine Reden bestehen überwiegend aus hohlen Floskeln - allerdings vorgetragen mit viel Pathos. Er versteht seine "Botschaft" publikumswirksam zu präsentieren.
    Aber sie ist weitgehend inhaltsleer.
    Die Bilder sagen: Seht her: Ich bin jung (relativ), habe eine schöne Frau. Wir sind schwarz. Ich bin der Präsident der USA. Wir können das.
    Er sagt: "Yes we can".
    Ganz grosse Seifen-Oper.
    Aber bitte was? Worum geht es eigentlich? Der Auftritt auf der Bühne kann ja wohl nicht alles sein.
    Guantanamo geschlossen? Nein.
    Folter im Gefängnis in Bagram beendet? Nein.
    Entführungen aus Europa gerichtlich untersucht? Nein.
    Beim irakischen Volk entschuldigt, das für die US-Agression mit ca 1 Million Menscheleben und der de facto Aufgabe seiner Souveränität bezahlen musste? Nein.

    Nichts desto trotz ist das Volk überwiegend begeistert. Der neue strahlende Held hilft, die Verbrechen des Vorgängers zu verdrängen. Endlich darf man wieder glauben.
    Und der Glaube ist stark.
    Obama wird es erreichen, dass in den USA die Schwarzen auch dann nicht rebellieren, wenn sie im Tiefpunkt der Krise in Heerscharen auf der Strasse leben werden. Das mag der Hauptgrund sein, wesshalb man ihm den Job gegeben hat.
    Er findet den in Europa ersehnten freundlichen, verbindlichen Ton. Dass er das gleiche blutige Kriegs-Geschäft fortführt, das sein Vorgänger begonnen hat - das will in Europa niemand wissen.
    Noch mehr Soldaten nach Afghanistan.
    Noch mehr Bomben auf Pakistan.
    Obama hat für die Nato neue Aufgaben.

    Was aber ist aus der Nato geworden? Einst ein Verteidigungsbündnis, das einem waffenstarrenden Ostblock gegenüber stand.
    Heute führt das Bündnis kleine schmutzige Kriege gegen arme schlecht bewaffnete Einheimische in fernen Ländern.
    Wenn einen der Hafer sticht, dann schickt man einen Maniak wie Saarkaschwilli vor, um den "russischen Bären" in den kaukasischen Po zu piesken. Kann der noch beissen?
    Oh doch! Ist der aber böse böse böse.

    Heute hat die Nato zwei Gegner:
    Die Taliban,
    und wie man beim Gipfel sah:
    Die eigene Bevölkerung - so sie denn demonstriert.

    Das sollte uns zu denken geben.
    Schwarz gekleidete Polizei-"Spezialkräfte" prügeln die demonstrierende Bevölkerung und verjagen sie mit Tränengas zur Verhinderung ihres Grundrechts auf Demonstration, während auf der Bühne vor den Kameras der Medien die "Regierenden" ihr Händchenhalten- und immer-Lächeln-Schauspiel aufführen.

    Ein Gipfel der Heuchelei!
    Obama beherrscht diese Spiel hervorragend.

  8. Groß wurde uns das Präsidentenpaar während seiner Europareise präsentiert. Händchenhalten stürzten sie aus dem Flugzeug auf das Begrüssungskomitee. Aber wo ist Michelle während Baracks Türkeibesuch?
    Mag Sie vielleicht keine Kopftuchträger? Oder ist sie dort unerwünscht? Es wird doch niemand glauben, dass sie dringend zu den lieben Kinderlein musste.

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