Internetkultur Müll gibt's online und offlineSeite 2/2

Was sich so im Gewand eines Buches, gar der Literatur kleidet, ähnelt zuweilen den jammervollen Plattitüden der unzähligen Online-Tagebücher, über die Netzkritiker die Nase rümpfen. Mit dem einen Unterschied, dass diese besagten Bücher lektoriert, gedruckt und verkauft werden und dergestalt papierener Beweis sind, dass Kontrolle, Geld und Qualität nicht unweigerlich zusammenhängen müssen.

Ob Blogs, Twitter und Chatforen – so wie einige Internetuser leider vergessen, dass nicht jede Klitzekleinigkeit der Welt mitgeteilt werden muss, vergessen die beflissenen Kulturschützer, dass das Internet keine Naturkatastrophe ist, der jeder sich hilflos ausliefert, wer bloß den Monitor anschaltet. Für Papier und Digitales gilt das Gleiche: Was ich nicht lesen will, das lese ich nicht.

 Freilich: Einige der neuen Textgattungen im Internet müssen sich als adäquate Form noch beweisen. Doch die Zeit sollte man ihnen geben, anstatt reflexhaft "Verflachung, Verflachung" zu rufen. Auf der anderen Seite sollten Internetfans nicht sofort darin die Zukunft des Journalismus vermuten, wenn Erdbebenopfer, kaum dass sie den Trümmern entstiegen, über ihre Erlebnisse twittern.

Wie immer hilft: Reden! Einen Beitrag zu dieser Annäherung zwischen Online und Offline, zwischen neu und alt leistete kürzlich vielleicht Ulrich Raulff, der Direktor des Marbacher Literaturarchivs. Als er zu Friedrich Schiller befragt wurde, sagte er: Vermutlich würde Schiller heute bloggen oder twittern. Er würde einfach das Medium wählen, das die "größte Power" habe.

Obwohl, wer weiß, ob das nicht  wieder Streit gibt.

 
Leser-Kommentare
    • CB89
    • 03.04.2009 um 16:31 Uhr
    1. Toll

    Schöner Artikel. Muss ich sagen.
    Manch einer mag behaupten, dass man es sich bzw. der Autor er sich einfach macht und den Weg des geringsten Widerstands wählte, den Mittelweg.
    Ja diesen hat er gewählt, aber warum bietet er wohl den geringsten Widerstand? Weil er schlicht und ergreifend der sinnvollste ist.
    Wer hat nicht auch alles die Nase voll von dem ewigen Gezanke und Gezeter, wer hat nicht alles keine Lust mehr darauf, zwischen dem Geschrei der "Extremisten" beider Seiten, seine eigene Stimme nicht mehr wahr nehmen zu können.

    Erinnert mich immer etwas an Hagen Rether, "weniger Spalter, mehr Versöhner" brauchen wir. Wenn das nur mehr verstehen würden...

  1. ...gegen Müll im Internet befindet sich an der rechten oberen Ecke des Fensters und ist (zumindest bei meiner Linux-Kiste) mit einem roten X gekennzeichnet.

  2. 3. Danke

    Ein Lesevergnügen.

  3. Müll hier und Müll da, schon klar, aber man kann trotzdem bei beidem auch manchen Edelstein ausgraben. Ums mal kurz zusammen zu fassen.
    Eines fehlt aber, und zwar dieser Vergleich zwischen unkontrolliertem und kontrolliertem Medium direkt. Und da komm ich persönlich immer auf meine subjektive Objektivität, dazu hab ich meinen ersten Artikel hier überhaupt verfasst.
    Bei einem recherchierten Fachbuch bekomme ich eine subjektive Meinung, bei der der Autor versucht, möglichst das Maximum an Objektivität raus zu holen. Dafür ist er auch meistens Experte auf dem Gebiet und recherchiert intensiv.
    Im Internet hingegen bekomme ich nicht nur eine Meinung, sondern hunderte Meinungen. Die meisten davon auch ganz bewusst subjektiv gehalten, auch wenn derjenige ein Experte auf dem Gebiet sein mag.
    Wenn ich jetzt aus diesen hunderten subjektiven Meinungen und meiner eigenen versuche, eine Schnittmenge zu bekommen, einen Mittelweg, meinetwegen auch einen Weg kreuz und quer, solange es nachvollziehbar ist, dann hab ich mich ebenfalls der objektivität Angenähert. Wenn ich das Fachbuch lese, treffen auch erstmal die Meinung des Autors und meine eigene zusammen, ich nähere mich hier also auch nur einer Objektivität zwischen meiner Meinung und der des Autors.
    Welche Schnittmenge, welche Objektivität ist nun objektiver? Die aus zwei oder die aus hundert? Hängt vielleicht von der Fachkompetenz des Autors eines Buches ab, von seinem Können. Ich glaub aber irgendwie, dass es die größere Masse aus Meinungen deutlicher schafft. Sie ist im Gegensatz zu dem Autor völlig unbeeinflusst. Grad hier verwehrt die Kontrolle die entscheidende Objektivität, denn eine Kontrolle ist eben eine Festlegung auf eine Meinung, als wäre diese die einzig anerkennbare.
    Natürlich ist auch der Büchermarkt, auch die Presse und auch andere Medien wie Fernsehen und Radio ein Gemisch aus unterschiedlichsten Meinungen, mal solche und mal solche, und auch hier ergibt sich letztenendes eine Schnittmenge. Ich kann also meinetwegen 10 Bücher zu einem bestimmten Thema lesen, und daraus meine Schlußfolgerungen ziehen. Ich kann im Internet 100 Meinungen lesen, und dann auf ähnliche Schlußfolgerungen kommen. So wird das vermutlich am häufigsten auch der Fall sein. Aber grade bei den groß aufgemachten Themen unserer Medienwelt ist a) die Kontrolle umso ärger und b) die Vielfalt der Meinungen im Internet umso größer und weiter auseinander gehend.

    Also aus meiner Sicht: Vote Internet. Und das sag ich als Buchhändler :S

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    Man sollte auch bei Rot über die Ampel gehen dürfen, zumindest wenn kein Auto kommt und auf der anderen Straßenseite jemand Hilfe braucht.

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    Vote Internet?
    Nein. Gerade diese Einseitigkeit der Streiterei ist für mich so unbegreiflich.
    Vote: Sowohl als auch.
    Wäre für mich die bessere Lösung.

    Es geht m.E. auch nicht um "Subjektivität" und "Objektivität", sondern um Schwerpunkte, Argumentation und Fokus. Und der ist im Internet immer noch anders als beim Printmedium. Wenn ein Wikipedia-Artikel über Paris Hilton zehnmal detailierter ist als ein Artikel zur parakonsistenten Logik, dann ist das zwar eine interessante Gesellschaftsspiegelung, aber auf Dauer nicht ausreichend, um das Internet dem Buch vorzuziehen.
    Ich befürworte Digitalisierungsprojekte von Büchern, Papyri u.a. Dingen, die Datenbanken für Artiel etc. - aber ich würde dennoch nicht auf den Gedanken verfallen, ein einseitiges Votum abzugeben.
    Schon allein, weil eine gewisse Vielfalt im Medium vielfältigere Arbeitsweisen erlaubt. Wissen in Büchern ist langlebiger - aus dem Grund, weil man es sich anders erarbeitet als einen Artikel im Internet. Wissen im Internet ist hilfreich, weil es einen schnellen Überblick über begriffliche Zusammenhänge ermöglicht. Warum also nicht beides? Dies ist für lebendiges Wissen und Wissensvermittlung wichtig.

    Vote Internet?
    Nein. Gerade diese Einseitigkeit der Streiterei ist für mich so unbegreiflich.
    Vote: Sowohl als auch.
    Wäre für mich die bessere Lösung.

    Es geht m.E. auch nicht um "Subjektivität" und "Objektivität", sondern um Schwerpunkte, Argumentation und Fokus. Und der ist im Internet immer noch anders als beim Printmedium. Wenn ein Wikipedia-Artikel über Paris Hilton zehnmal detailierter ist als ein Artikel zur parakonsistenten Logik, dann ist das zwar eine interessante Gesellschaftsspiegelung, aber auf Dauer nicht ausreichend, um das Internet dem Buch vorzuziehen.
    Ich befürworte Digitalisierungsprojekte von Büchern, Papyri u.a. Dingen, die Datenbanken für Artiel etc. - aber ich würde dennoch nicht auf den Gedanken verfallen, ein einseitiges Votum abzugeben.
    Schon allein, weil eine gewisse Vielfalt im Medium vielfältigere Arbeitsweisen erlaubt. Wissen in Büchern ist langlebiger - aus dem Grund, weil man es sich anders erarbeitet als einen Artikel im Internet. Wissen im Internet ist hilfreich, weil es einen schnellen Überblick über begriffliche Zusammenhänge ermöglicht. Warum also nicht beides? Dies ist für lebendiges Wissen und Wissensvermittlung wichtig.

    • dacapo
    • 04.04.2009 um 9:21 Uhr

    An Herrn David Hugendick als Verfasser des Artikels ein Kompliment. Die Dinge sehr gut dargestellt und da^rüber hinaus auch sehr nett argumentiert.

  4. Vote Internet?
    Nein. Gerade diese Einseitigkeit der Streiterei ist für mich so unbegreiflich.
    Vote: Sowohl als auch.
    Wäre für mich die bessere Lösung.

    Es geht m.E. auch nicht um "Subjektivität" und "Objektivität", sondern um Schwerpunkte, Argumentation und Fokus. Und der ist im Internet immer noch anders als beim Printmedium. Wenn ein Wikipedia-Artikel über Paris Hilton zehnmal detailierter ist als ein Artikel zur parakonsistenten Logik, dann ist das zwar eine interessante Gesellschaftsspiegelung, aber auf Dauer nicht ausreichend, um das Internet dem Buch vorzuziehen.
    Ich befürworte Digitalisierungsprojekte von Büchern, Papyri u.a. Dingen, die Datenbanken für Artiel etc. - aber ich würde dennoch nicht auf den Gedanken verfallen, ein einseitiges Votum abzugeben.
    Schon allein, weil eine gewisse Vielfalt im Medium vielfältigere Arbeitsweisen erlaubt. Wissen in Büchern ist langlebiger - aus dem Grund, weil man es sich anders erarbeitet als einen Artikel im Internet. Wissen im Internet ist hilfreich, weil es einen schnellen Überblick über begriffliche Zusammenhänge ermöglicht. Warum also nicht beides? Dies ist für lebendiges Wissen und Wissensvermittlung wichtig.

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    Da muss ich nun doch trotz meines Kommentars zustimmen. Mein Vote für das Internet war eher darauf bezogen, wo man eben mehr Objektivität heraus holen könnte. Sofern man das natürlich will, und da haben sie recht, manchmal muss man nicht zwangsweise das Objektivste wollen, sondern das, was einem im Moment am meisten anspricht. In meiner Buchhandlung entdecke ich da immer wieder was, liegt natürlich auch an meiner Arbeit dort, aber ich stolper geradezu über interessante Bücher. Im Internet find ich schon auch was, aber ich muss mich oft mühsam durch die Masse an Informationen kämpfen, die so groß ist, dass man kaum noch über etwas stolpern kann, beziehungsweise dass man über so vieles stolpert, dass man es einfach nicht mehr alles aufnehmen kann, zu viel Input.
    Deswegen zumindest mein beruflicher Vote: Buchhändler ;-)
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    Man sollte auch bei Rot über die Ampel gehen dürfen, zumindest wenn kein Auto kommt und auf der anderen Straßenseite jemand Hilfe braucht.

    Zitat
    "Ich befürworte Digitalisierungsprojekte von Büchern, Papyri u.a. Dingen, die Datenbanken für Artiel etc.[...]Warum also nicht beides? Dies ist für lebendiges Wissen und Wissensvermittlung wichtig."

    Wie halten Sie es in diesem Zusammenhang mit der aktuellen heiss diskutierten Frage nach dem Schutz des geistigen Eigentums?
    Wenn Buecher, Atrikel etc. "fuer umme" im Internet verschleudert werden, dann werden sich irgendwann Schriftsteller, Autoren und Journalisten auch nicht mehr die Muehe machen, diese wertvolle Arbeit zu leisten.

    Wenn von geistiger Arbeit nur die Provider, Soft- und Hardwarehersteller, nicht aber die Urheber profitieren, dann wird es eines Tages eben nur noch den kostenlosen "demokratischen Meinungmuell" geben.

    Corto.

    Da muss ich nun doch trotz meines Kommentars zustimmen. Mein Vote für das Internet war eher darauf bezogen, wo man eben mehr Objektivität heraus holen könnte. Sofern man das natürlich will, und da haben sie recht, manchmal muss man nicht zwangsweise das Objektivste wollen, sondern das, was einem im Moment am meisten anspricht. In meiner Buchhandlung entdecke ich da immer wieder was, liegt natürlich auch an meiner Arbeit dort, aber ich stolper geradezu über interessante Bücher. Im Internet find ich schon auch was, aber ich muss mich oft mühsam durch die Masse an Informationen kämpfen, die so groß ist, dass man kaum noch über etwas stolpern kann, beziehungsweise dass man über so vieles stolpert, dass man es einfach nicht mehr alles aufnehmen kann, zu viel Input.
    Deswegen zumindest mein beruflicher Vote: Buchhändler ;-)
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    Man sollte auch bei Rot über die Ampel gehen dürfen, zumindest wenn kein Auto kommt und auf der anderen Straßenseite jemand Hilfe braucht.

    Zitat
    "Ich befürworte Digitalisierungsprojekte von Büchern, Papyri u.a. Dingen, die Datenbanken für Artiel etc.[...]Warum also nicht beides? Dies ist für lebendiges Wissen und Wissensvermittlung wichtig."

    Wie halten Sie es in diesem Zusammenhang mit der aktuellen heiss diskutierten Frage nach dem Schutz des geistigen Eigentums?
    Wenn Buecher, Atrikel etc. "fuer umme" im Internet verschleudert werden, dann werden sich irgendwann Schriftsteller, Autoren und Journalisten auch nicht mehr die Muehe machen, diese wertvolle Arbeit zu leisten.

    Wenn von geistiger Arbeit nur die Provider, Soft- und Hardwarehersteller, nicht aber die Urheber profitieren, dann wird es eines Tages eben nur noch den kostenlosen "demokratischen Meinungmuell" geben.

    Corto.

  5. Da muss ich nun doch trotz meines Kommentars zustimmen. Mein Vote für das Internet war eher darauf bezogen, wo man eben mehr Objektivität heraus holen könnte. Sofern man das natürlich will, und da haben sie recht, manchmal muss man nicht zwangsweise das Objektivste wollen, sondern das, was einem im Moment am meisten anspricht. In meiner Buchhandlung entdecke ich da immer wieder was, liegt natürlich auch an meiner Arbeit dort, aber ich stolper geradezu über interessante Bücher. Im Internet find ich schon auch was, aber ich muss mich oft mühsam durch die Masse an Informationen kämpfen, die so groß ist, dass man kaum noch über etwas stolpern kann, beziehungsweise dass man über so vieles stolpert, dass man es einfach nicht mehr alles aufnehmen kann, zu viel Input.
    Deswegen zumindest mein beruflicher Vote: Buchhändler ;-)
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    Man sollte auch bei Rot über die Ampel gehen dürfen, zumindest wenn kein Auto kommt und auf der anderen Straßenseite jemand Hilfe braucht.

    Antwort auf "Ausgewogenheit"
  6. Zitat
    "Ich befürworte Digitalisierungsprojekte von Büchern, Papyri u.a. Dingen, die Datenbanken für Artiel etc.[...]Warum also nicht beides? Dies ist für lebendiges Wissen und Wissensvermittlung wichtig."

    Wie halten Sie es in diesem Zusammenhang mit der aktuellen heiss diskutierten Frage nach dem Schutz des geistigen Eigentums?
    Wenn Buecher, Atrikel etc. "fuer umme" im Internet verschleudert werden, dann werden sich irgendwann Schriftsteller, Autoren und Journalisten auch nicht mehr die Muehe machen, diese wertvolle Arbeit zu leisten.

    Wenn von geistiger Arbeit nur die Provider, Soft- und Hardwarehersteller, nicht aber die Urheber profitieren, dann wird es eines Tages eben nur noch den kostenlosen "demokratischen Meinungmuell" geben.

    Corto.

    Antwort auf "Ausgewogenheit"
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    Ich halte das geistige Eigentum für sehr wichtig.
    Aber im angemessenen Grade.

    Sprich: Eine gewisse Frist, die mit der Zeit verstreicht. So wird sich keiner der Autoren der Papyri beschweren, dass diese der breiten Öffentlichkeit kostenlos verfügbar gemacht werden. Auch Goethe dürfte bei seinen Werken keinen Einspruch erheben- Die Leute sind nämlich nicht einmal mehr Staub. Und die Erben? Die haben für mich zum einen ab einem gewissen Generationsgrad keinen größeren Ansspruch mehr auf irgendwelche Lizenzen, die nicht auch ein völlig fremder Interessierter hätte. Die Familie hatte zu Beginn die Möglichkeit Nutzen aus den Lizenzen ziehen zu können, aber ein Ururururenkel von Komponist xyz hat nun auch keinen besonderen Beitrag mehr zu dieser Leistung geleistet als ein Klavierlehrer, der sich die Noten besorgt. Geistiges Eigentum als Exklusivität ist also begrenzt.

    Wie bei Spiegel Gutenberg kann man eine gewisse Mindest-Urheberlizenz ansetzen (in diesem Falle 100 Jahre).
    Und: Viele wissenschaftliche Autoren, besonders im Anglo-Amerikanischen Raum bieten freiwillig einen Teil ihrer aktuellen Artikel kostenlos als pdf auf ihrer Seite an. Das hat mehrere Vorteile: Wissenschaftlicher Austausch wird einfacher. Aber auch Vorteile für die Autoren: Man kann sich von ihren Arbeiten einen Eindruck machen und nicht zuletzt daraufhin deren Bücher kaufen.
    Mit anderen Worten: Die Qualität muss nicht sinken, nur weil etwas kostenlos angeboten wird. Auch wenn in diesen Breitengraden gerne etwas, nur weil es nichts kostet als umsonst bewertet wird. ;-)

    Ich halte das geistige Eigentum für sehr wichtig.
    Aber im angemessenen Grade.

    Sprich: Eine gewisse Frist, die mit der Zeit verstreicht. So wird sich keiner der Autoren der Papyri beschweren, dass diese der breiten Öffentlichkeit kostenlos verfügbar gemacht werden. Auch Goethe dürfte bei seinen Werken keinen Einspruch erheben- Die Leute sind nämlich nicht einmal mehr Staub. Und die Erben? Die haben für mich zum einen ab einem gewissen Generationsgrad keinen größeren Ansspruch mehr auf irgendwelche Lizenzen, die nicht auch ein völlig fremder Interessierter hätte. Die Familie hatte zu Beginn die Möglichkeit Nutzen aus den Lizenzen ziehen zu können, aber ein Ururururenkel von Komponist xyz hat nun auch keinen besonderen Beitrag mehr zu dieser Leistung geleistet als ein Klavierlehrer, der sich die Noten besorgt. Geistiges Eigentum als Exklusivität ist also begrenzt.

    Wie bei Spiegel Gutenberg kann man eine gewisse Mindest-Urheberlizenz ansetzen (in diesem Falle 100 Jahre).
    Und: Viele wissenschaftliche Autoren, besonders im Anglo-Amerikanischen Raum bieten freiwillig einen Teil ihrer aktuellen Artikel kostenlos als pdf auf ihrer Seite an. Das hat mehrere Vorteile: Wissenschaftlicher Austausch wird einfacher. Aber auch Vorteile für die Autoren: Man kann sich von ihren Arbeiten einen Eindruck machen und nicht zuletzt daraufhin deren Bücher kaufen.
    Mit anderen Worten: Die Qualität muss nicht sinken, nur weil etwas kostenlos angeboten wird. Auch wenn in diesen Breitengraden gerne etwas, nur weil es nichts kostet als umsonst bewertet wird. ;-)

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