Musik im Theater "Die Beatles können furchtbar nerven"Seite 3/3
ZEIT ONLINE: Böse Zungen behaupten, das Theater sauge einfach Sachen auf, die "draußen" funktionieren. Deshalb werden beispielsweise bekannte Musiker wie Sie angeheuert.
Kamerun: Aber das "draußen" ist doch gar nicht mehr das "Freie" oder "Andere". Was an Pop fremd und aufregend war, schreitet auf der Hauptstraße voran: Kein Café ohne coole Beats, keine Werbung ohne Jugendkultursymbolik. Da besteht natürlich die Gefahr, dass das Theater dem ungeübt nacheifert. Es gab den Trend, dass Theater Clubkultur machen wollte, um ein junges Publikum zu erreichen. Das funktioniert nicht einfach so, denn Popkultur ist äußerst sensibel und vor allem kurzlebig. Da sollte man sich auskennen, die Codes verstehen. Das ist ja nicht bloß eine spritzige Party, man grenzt sich bewusst gegen Anbiederung und Krampf ab. Vom Theater lasse ich mich dennoch freiwillig integrieren, denn ich fühle mich in seinen Möglichkeiten, aber auch in seinen Auseinandersetzungen ausgesprochen wohl.
ZEIT ONLINE: Und Sie müssen nicht unter einem Werbebanner spielen.
Kamerun: Man ließ mich sogar Schaumpartys in Jugendstilhäusern veranstalten, um ein Publikum von übermäßigen Informationsfluten reinzuwaschen.
Das Gespräch führte Sebastian Reier
Das Stück "M.S. Adenauer" von Schorsch Kamerun läuft derzeit am Schauspiel Köln.
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- Datum 03.04.2009 - 16:35 Uhr
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