Subventionen Experte geißelt Abwrackprämie als Geldverschwendung

Preisverfall bei Gebrauchtwagen, Absatzeinbruch bei Limousinen und Rückgang der Nachfrage in der Zukunft – die Aufstockung der Abwrackprämie hat scharfe Kritik hervorgerufen

Der Vorsitzende der staatlichen Monopolkommission, Justus Haucap, warnte vor einem Verfall der Gebrauchtwagenpreise. "Durch die staatliche Förderung verlieren Millionen Gebrauchtwagen an Wert", sagte er der Süddeutschen Zeitung. Dies treffe deutsche Premium-Marken wie Audi, Mercedes und BMW, weil sich die Nachfrage hin zu kleinen Neuwagen verschiebe. Die Monopolkommission gehört zu den wichtigsten Beratungsgremien der Bundesregierung.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch beschlossen, die Fördersumme von zunächst vorgesehenen 1,5 Milliarden Euro auf 5 Milliarden Euro aufzustocken. Damit kann der Kauf von 2 Millionen Neuwagen gefördert werden. 1,2 Millionen Anträge sind bereits eingegangen. Folglich können noch 800.000 weitere gestellt werden. Die Prämie soll aber längstens bis zum Jahresende gewährt werden. Beantragen kann sie jeder, der ein mindestens neun Jahre altes Fahrzeug, das er ein Jahr und länger besitzt, verschrotten lässt und sich einen Neu- oder Jahreswagen zulegt.

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Haucap kritisierte die Abwrackprämie als "Geldverschwendung auf Kosten des Steuerzahlers". Die Förderung sei "ökonomisch unsinnig", weil damit vor allem die Produktion von Kleinwagen in Osteuropa angekurbelt und der Kauf von Neu- und Jahreswagen nur vorgezogen werde. Diese Nachfrage werde in Zukunft jedoch wieder entfallen. Am Gebrauchtwagenmarkt sind die Preise für ältere Modelle, für die die Förderung nicht gilt und die mehr als 2500 Euro wert sind, dem Zeitungsbericht zufolge zuletzt deutlich gefallen.

CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer verlangte, die Prämie nachzubessern. Sie solle auch beim Erwerb von Jahreswagen gezahlt werden, wenn diese zuvor 14 Monate und nicht nur 12 Monate zugelassen waren, sagte er der Süddeutschen Zeitung. Ramsauer begründete dies damit, dass viele Jahreswagen etwas länger als ein Jahr gefahren würden, ehe sie verkauft werden. Davon könnten vor allem Firmen wie Audi, BMW und Mercedes profitieren, die viele Jahreswagen im Angebot haben.

Durch die Flut der Anträge geht den Altautoverwertern inzwischen der Platz aus. "Die Lagerflächen bei unseren Mitgliedern sind überfüllt. Im Moment kommen pro Monat mehr Autos rein als sonst in einem Jahr", sagt Birgit Guschall-Jaik vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung. Der Berliner Tagesspiegel berichtet, der Verwerterverband Arge Altauto sehe die Verwertungskapazitäten bei etwa 1,2 Millionen Autos. Allerdings seien schon im Februar mehr als 600.000 Altautos abgegeben worden.

 
Leser-Kommentare
  1. Rückläufiger Absatz bei Mercedes und BMW trotz Abwrack-Prämie!
    Peter Ramsauer hat Recht, hier muss dringend nachgebessert werden. Ich plädiere für eine Erhöhung der Abwrack-Prämie auf € 5.000,-, wenn z. B. ein Maybach erworben wird. Kauft deutsche Premium-Krafwagen!

  2. Mit meinem 15 Jahre alten Kleinwagen, der noch top fährt und deshalb nicht verschrottet wird, ecke ich momentan überall an. Mitleidiges Lächeln und Fragen: "Warum fahren Sie den noch, jetzt kriegt man ja so günstig einen Neuwagen?" Ich verschrotte kein fahrtüchtiges Auto, das noch dazu über den nächsten TÜV kommt! ... Die angebliche Großzügigkeit des Staates macht alle Leute blind. "Wenn der Staat uns was schenkt, nehmen wir es!", lautet überall die Devise. Sollen doch die Wirtschafts-Experten erzählen, was sie wollen. Wieder einmal wird vergessen, dass der Staat nicht die Regierung, sondern die Summe aller Bürger ist.

    Wer soll im nächsten Jahr Neuwagen kaufen? Da hat die Politik einen kapitalen Fehler gemacht. Doch es gilt, die Autoindustrie zu pampern und die Bürger für die nächste große Wahl gnädig zu stimmen. Wenn die Wahl gelaufen ist, werden eben 2010 die Steuern erhöht. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Eigentlich produziert die Abwrackprämie nur Verlierer. Nächstes Jahr wollen nämlich Autolabels mit noch günstigeren Modellen in den Markt gehen. Wie sollen die Unternehmen so überleben? Außerdem: Wer jetzt viel Geld in ein neues Auto steckt, muss in der Regel anderswo sparen. Andere Branchen schauen in die Röhre. Doch so ist es: Der Tanz um das Goldene Kalb Autoindustrie wurde perfekt inszeniert. Die Zeche für die neuen Finanzlöcher zahlen alle Steuerzahler! Doch ich will nicht unken, wenigstens fahren wir mit einer stattlichen Armada an glänzenden Neuwagen in die Pleite - das ist doch ein schönes Bild!

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    • Chali
    • 09.04.2009 um 9:42 Uhr

    Wenn die Wahl gelaufen ist, werden eben 2010 die Steuern erhöht.

    Völlig falsch:
    Die Steuern werden gesenkt - wenigstens die Einkommenssteuer, Körperschatzssteuer, so was. . Erhöht werden die Sozialabgaben.

    Wieder einmal wird vergessen, dass der Staat nicht die Regierung, sondern die Summe aller Bürger ist.
    Auch das ist falsch! Zehn Jahre Sozialdemokratie!

    Genau so ergeht es mir auch. Mein kleines, fleißiges Auto ist seit 3 Jahren in meinem Besitz und ich wäre daher der gewünschte Abwrackkunde für ein Autohaus. Aber ich habe mein Auto eben wieder durch den TÜV gebracht-ohne größere Schwierigkeiten oder Kosten. Warum soll ich mein gut funktionierendes Auto vernichten?

    Man wird mit Argwohn betrachtet, fast erwartet ich demnächst erhobene Arme mit dem Finger auf mich weisend : Ein Fremder, dieser Mensch gehört nicht zu uns!
    Viele wissen um die Unsicherheit ihrer Arbeitsplätze und machen trotzdem einen Ratenvertrag , um nur ja diese 2 500 € zu bekommen. Das ist wie eine Krankheit!

    Es werden die Kleinwagen übrigens als Gebrauchte teuerer, nicht billiger. Erst die Mittelklasse erfreut mit Preisnachlässen. Warum wohl?

    Ich bereite mich in Gelassenheit auf eine wirtschaftlich schwere Zeit vor, ich habe keinerlei Schulden und mein Kapital in vernünftigen Sachwerten. Mehr kann ich nicht tun um das Kommende gut zu überstehen.

    Allen Menschen frohe und gesegnete Ostern!

    • Chali
    • 09.04.2009 um 9:42 Uhr

    Wenn die Wahl gelaufen ist, werden eben 2010 die Steuern erhöht.

    Völlig falsch:
    Die Steuern werden gesenkt - wenigstens die Einkommenssteuer, Körperschatzssteuer, so was. . Erhöht werden die Sozialabgaben.

    Wieder einmal wird vergessen, dass der Staat nicht die Regierung, sondern die Summe aller Bürger ist.
    Auch das ist falsch! Zehn Jahre Sozialdemokratie!

    Genau so ergeht es mir auch. Mein kleines, fleißiges Auto ist seit 3 Jahren in meinem Besitz und ich wäre daher der gewünschte Abwrackkunde für ein Autohaus. Aber ich habe mein Auto eben wieder durch den TÜV gebracht-ohne größere Schwierigkeiten oder Kosten. Warum soll ich mein gut funktionierendes Auto vernichten?

    Man wird mit Argwohn betrachtet, fast erwartet ich demnächst erhobene Arme mit dem Finger auf mich weisend : Ein Fremder, dieser Mensch gehört nicht zu uns!
    Viele wissen um die Unsicherheit ihrer Arbeitsplätze und machen trotzdem einen Ratenvertrag , um nur ja diese 2 500 € zu bekommen. Das ist wie eine Krankheit!

    Es werden die Kleinwagen übrigens als Gebrauchte teuerer, nicht billiger. Erst die Mittelklasse erfreut mit Preisnachlässen. Warum wohl?

    Ich bereite mich in Gelassenheit auf eine wirtschaftlich schwere Zeit vor, ich habe keinerlei Schulden und mein Kapital in vernünftigen Sachwerten. Mehr kann ich nicht tun um das Kommende gut zu überstehen.

    Allen Menschen frohe und gesegnete Ostern!

  3. CSU-Poltiker Ramsauer offenbart sich als Lobbyist der drei deutschen Produzenten der Oberklasse-Limousinen, wovon zwei in Bayern beheimatet sind. Statt auf PS-Schleudern hätten diese Firmen sich mehr auf umweltfreundlichere Modelle konzentrieren sollen und jetzt sollen sie noch für ihre falsche Modellpolitik belohnt werden. Ausbaden muss es immer der kleine Mann, entweder durch Entlassungen bei den Autofirmen oder als Steuerzahler für unsinnige Subventionen. Denn wer sich einen Jahreswagen der Oberklasse leisten kann, sollte nicht auf 2500 € Abwrackprämie angewiesen sein. Auf diese Weise verpuffen nur die Konjunkturfördermittel.

    • Chali
    • 09.04.2009 um 9:42 Uhr

    Wenn die Wahl gelaufen ist, werden eben 2010 die Steuern erhöht.

    Völlig falsch:
    Die Steuern werden gesenkt - wenigstens die Einkommenssteuer, Körperschatzssteuer, so was. . Erhöht werden die Sozialabgaben.

    Wieder einmal wird vergessen, dass der Staat nicht die Regierung, sondern die Summe aller Bürger ist.
    Auch das ist falsch! Zehn Jahre Sozialdemokratie!

  4. Vance Packard ("The Big Waste") lässt grüßen. Die Verschrottungsprämie, die eine Konsumorgie ankurbeln soll, erinnert an den 11. September. Nach den Anschlägen riefen us-amerikanische Politiker die Bevölkerung zum Konsumieren auf: Shoppen sei patriotische Pflicht. Konsumrausch betäubt die Angst, bezahlt wird später!

    • Seckel
    • 09.04.2009 um 9:51 Uhr

    Vertreter der Regulationstheorie in Frankreich sprechen ausdrücklich von Goldenen Zeitaltern, veredeln Gesellschaften ihr Eigenes (vgl. Lämmle, A.: Der goldene Boden, Stuttgart, 1953, S. 237). Ein Automobil indessen gehört nicht dem Eigenen einer Gesellschaft an, sondern dessen Surplus. Mobilisieren private Haushalte daher ihr Vermögen nicht für das Erstere, trennen sie sich vorsätzlich völlig davon ab, für sich ein neues Goldenes Zeitalter erreichen zu können. Insofern fand die Perversion, gegenwärtiges Elend möge ewig sein, in der Abwrackprämie ihren Ausdruck. Fraglich ist allerdings, ob es hoheitliche Aufgabe sein kann, Ausdrücken, die keinerlei gesellschaftliche Relevanz besitzen, überhaupt Raum zuzugestehen oder ob dies nicht eine unzulässige Ausdehnung hoheitlicher Herrschaftsbereiche bildet und somit von vornherein hinfällig sein muss.

  5. Wenn Leute sparsame neue Kleinwagen eher kaufen als gebrauchte dicke Dreckschleudern, dann ist die Abwrackpremie ist eben doch grün. 5.000.000.000 € für den Klimaschutz. Hat funktioniert .

    Anstelle der Bundesregierung hätte ich die Wagen allerdings abgekauft, zerlegen und Ersatzteile verschifffen lassen, quasi als ABM. ;)

    Aber auch so ist das kein so großes Verlustgeschäft.

    Man rechne: Mit 2500€ kann man keinen neuen Wagen kaufen. Mitteln wir den Wert und schätzen 15000€ für einen neuen Polo.
    Davon bekommt der Staat praktischerweise 19% schon mal wieder. Das sind für alle ohne Taschenrechner 2850€. Dazu kommen noch jährlich Steuern auf Versicherungen, der der Neue evtl besser versichert wird als der Alte, und eben irgendwan auch die Kfzsteuer.

    Die Abwrackpremie ist nichts als ein Katalysator.
    Entweder ist meine Rechnung zu naiv oder so simpel das der Herr Experte da was übersehen hat.

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    sollte man die Wirtschaft des Gebrauchtwagens. Das bricht wohl zusammen und keine Steuern mehr an den Staat. Diese würden bei Reperaturen und den Handel anfallen. So kann man weiter zählen.

    Sie rechnen einfach nicht richtig! Und sehen auch den Ökologischen Unsinn nicht ein!
    Wenn ein Polo für 15.000 Euro gekauft wird (meistens ist es ja ein Hyundai oder Dacia für weniger Geld ) kassiert der Staat 2395 Euro MWst.also legt noch 105 Euro drauf! Würde aber die eigentlich geplante neue Küche für 7500 Euro gekauft würde der Staat 1197 Mwst. komplett kassieren und der Bürger würde nicht in eine neue Schuldenfalle gelockt!
    Und die Möbelindustrie haette -in diesem Fall - mehr Umsaetze und sicherere Arbeitsplaetze! !
    Ökologisch hoch bedenklich ist natürlich auch wenn 9 Jahre alte fahrtüchtige Autos eingestampft werden und neue Rohstoffe für die Herstellung eines Neuwagens verbraucht werden - selbst wenn der etwas sauberer ist - die Herstellung und der Transport eines Neuwagens kostet auch Energie!
    Wir rühmen uns doch, in Deutschland qualitativ hochwertige Autos herzustellen, und dann nach nur 9 Jahren verschrotten - welch ein Imageverlust!
    Es tut mir leid - der erste Teil Ihrer Mutmassung stimmt - Ihre Rechnung ist zu naiv und natürlich auch falsch!
    (nehmen sie doch lieber einen Taschenrechner und teilen sie den Preis durch 1.19 dann multiplizieren sie mit 100 . Den Betrag ziehen Sie vom Preis ab dann haben Sie die Mwst. )

    sollte man die Wirtschaft des Gebrauchtwagens. Das bricht wohl zusammen und keine Steuern mehr an den Staat. Diese würden bei Reperaturen und den Handel anfallen. So kann man weiter zählen.

    Sie rechnen einfach nicht richtig! Und sehen auch den Ökologischen Unsinn nicht ein!
    Wenn ein Polo für 15.000 Euro gekauft wird (meistens ist es ja ein Hyundai oder Dacia für weniger Geld ) kassiert der Staat 2395 Euro MWst.also legt noch 105 Euro drauf! Würde aber die eigentlich geplante neue Küche für 7500 Euro gekauft würde der Staat 1197 Mwst. komplett kassieren und der Bürger würde nicht in eine neue Schuldenfalle gelockt!
    Und die Möbelindustrie haette -in diesem Fall - mehr Umsaetze und sicherere Arbeitsplaetze! !
    Ökologisch hoch bedenklich ist natürlich auch wenn 9 Jahre alte fahrtüchtige Autos eingestampft werden und neue Rohstoffe für die Herstellung eines Neuwagens verbraucht werden - selbst wenn der etwas sauberer ist - die Herstellung und der Transport eines Neuwagens kostet auch Energie!
    Wir rühmen uns doch, in Deutschland qualitativ hochwertige Autos herzustellen, und dann nach nur 9 Jahren verschrotten - welch ein Imageverlust!
    Es tut mir leid - der erste Teil Ihrer Mutmassung stimmt - Ihre Rechnung ist zu naiv und natürlich auch falsch!
    (nehmen sie doch lieber einen Taschenrechner und teilen sie den Preis durch 1.19 dann multiplizieren sie mit 100 . Den Betrag ziehen Sie vom Preis ab dann haben Sie die Mwst. )

    • gquell
    • 09.04.2009 um 10:07 Uhr

    Wie bei der letzten Wahl dürfte Frau Merkel auch dieses Mal nach der Wahl die Steuern massiv erhöhen, aber nicht die Gewinnsteuern, nein, die Verbrauchssteuern.
    Vorhersage:
    "Dann wird es heißen, einige EU-Nachbarländern haben einen Umsatzsteuersatz von 20%+x und im Sinne eine guten EU-Harmonisierung muß Deutschland auf Druck der EU die Mehrwertsteuer auf 25% erhöhen. Im Gegenzug, um einen Ausgleich zu schaffen, werden die Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und natürlich die Kapitalertragssteuer um mindestens 5 Prozentpunkte gesenkt. Dadurch wird der private Konsum dann angeheizt. Und damit die Kosten zur Bewältigung der unverhofft eingetretenen Finanzkrise aufgebracht werden können, müssen natürlich die Mineral- und Energiesteuern leider angehoben und die Sozialleistungsausgaben für Hartz IV und Rentner gesenkt werden."

    Möglicherweise wird sie es nicht so direkt sagen, aber das Resultat wird nachher so sein.

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