Afghanistan Deutsche Frauenrechtlerin ermordet

Vier Taliban haben die Deutsch-Afghanin Sitara Achikzai erschossen. Sie war aus dem deutschen Exil in ihr Land zurückgekehrt, um am Wiederaufbau mitzuarbeiten

Radikal-islamische Taliban haben in der südafghanischen Provinz Kandahar die deutsch-afghanische Frauenrechtlerin und Provinzrätin Sitara Achikzai ermordet.

Achikzai, die jahrelang in Deutschland im Exil lebte und auch einen deutschen Pass besaß, war am Sonntag vor ihrem Haus in der Stadt Kandahar von vier bewaffneten Männern angegriffen und erschossen worden.

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Die Vereinten Nationen in Afghanistan verurteilten den Mord an Achikzai, zu dem sich die Taliban bekannten, scharf. Für die "feige und vorsätzliche" Tat gebe es keine Rechtfertigung, sagte am Montag die Sprecherin der UN-Mission in Kabul, Nilab Mubarez. "Achikzai war eine engagierte und tapfere Frau, die Afghanistan in einer der gefährlichsten Regionen des Landes gedient hat."

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) teilte am Montag in Berlin mit: "Diese mutige Frau wollte den Menschen in Afghanistan helfen und hat sich mit all ihrem Engagement für die Rechte der Frauen eingesetzt." Nun müssten die afghanischen Behörden alles tun, um den Mord zu ahnden.

Auch der afghanische Präsident Hamid Karsai verurteilte den Anschlag und forderte die Sicherheitskräfte auf, die Täter zu finden.

Achikzai war Ende 2001 nach mehreren Jahren im Exil in Deutschland nach Kandahar zurückgekehrt. Schon im September hatten die Taliban in Kandahar eine der ranghöchsten Polizistinnen Afghanistans, Oberstleutnant Malalai Kakar, erschossen. Vor zweieinhalb Jahren war die Frauenbeauftragte der Provinz, Safiya Omar Jan, bei einem Anschlag ums Leben gekommen.

Während der Herrschaft der Taliban von 1996 bis 2001 waren Frauen in Afghanistan weitgehend vom öffentlichen Leben ausgeschlossen gewesen.

Bei einem Sprengstoffanschlag auf einen Konvoi der Bundeswehr am Ortsrand von Masar-i-Scharif wurden unterdessen am Ostermontag zwei geschützte Fahrzeuge beschädigt. Nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam konnte die Patrouille jedoch aus eigener Kraft ins deutsche Feldlager Camp Marmal zurückfahren.

 
Leser-Kommentare
    • Gafra
    • 13.04.2009 um 15:19 Uhr

    über diese widerwärtige Tat!

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