Zahlenspiele Zahl der Autos steigt – auch ohne Abwrackprämie
Die Saarländer haben pro Kopf die meisten Autos, die Deutschen kaufen weniger Diesel. Und nicht alles wird teurer
Mit gleich mehreren aktuellen Statistiken haben ADAC, Autoexperten und Statistik-Behörden über die Ostertage den deutschen Automarkt beleuchtet. Eines der Ergebnisse: Saarländer und Rheinland-Pfälzer haben im Durchschnitt mehr Autos als andere Deutsche. Das hat das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz ermittelt. Mit 555 Autos je 1000 Einwohner lag das Saarland danach zum Jahresanfang deutschlandweit auf Platz eins, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 543 Autos je 1000 Einwohner.
Im Durchschnitt kommt in Deutschland auf einen Menschen ziemlich genau ein halbes Auto: 503 sind es je 1000 Einwohner. Die wenigsten Kraftfahrzeuge gibt es, gemessen an der Bevölkerungszahl, in den drei Stadtstaaten: Auf 1000 Einwohner kommen in Hamburg 402 Autos, in Bremen 391 und in Berlin 319 Pkw. Bundesweit waren am 1. Januar 49,6 Millionen Kraftfahrzeuge zugelassen, 0,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Darunter waren 41,3 Millionen Personenkraftwagen. An der Abwrackprämie kann das nicht liegen, die wurde erst später eingeführt.
Aber die Prämie hat dafür gesorgt, dass der Anteil von Diesel-Pkw bei den Verkäufen so niedrig ist wie schon lange nicht mehr. Mit 28,3 Prozent sei der Anteil der Diesel an den im März verkauften Pkw auf den niedrigsten Wert seit 2000 gefallen, so der Automobilexperte Professor Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen.
Grund dafür dürfte sein, dass die Abwrackprämie vor allem zu einem Boom im Kleinwagensegment geführt hat, in dem Dieselangebot und -absatz traditionell niedrig liegen. Im November 2007 hatten dieselbetriebene Autos noch 49,9 Prozent an den gesamten Autoverkäufen in Deutschland ausgemacht - ein historischer Höchststand.
Und diejenigen, die ein Auto besitzen, können es im Moment für weniger Geld bewegen als noch vor einem Jahr: Um 4,5 Prozent niedrigere Unterhaltskosten sieht der ADAC in seinem Autokosten-Index, den der Club gemeinsam mit dem Statistischen Bundesamt ermittelt. Grund dafür ist vor allem der seit Sommer 2008 drastisch gefallene Ölpreis, der die Kraftstoffpreise um 18 Prozent hat sinken lassen. Außerdem sind in dem Index zum Beispiel die Kosten für Anschaffung, Reparaturen und Führerschein enthalten.
- Datum 14.04.2009 - 17:31 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE / dpa
- Kommentare 3
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Grund dafür ist vor allem der seit Sommer 2008 drastisch gefallene Ölpreis, der die Kraftstoffpreise um 18 Prozent hat sinken lassen.
Vielleicht sollte man mal erwähnen, dass der dem Kraftstoff zugrunde liegende Rohstoff (Rohöl) im selben Zeitraum ca. 50% günstiger geworden ist.
Da die Ölmultis aber strikt marktwirtschaftlich handeln und sich keinesfalls absprechen, sind für diese Diskrepanz sicherlich ganz besondere Marktverwerfungen, kurzfristige Angebotsschocks, der spontane Wegfall entdeckt gedachter Neuvorkommen, OPEC-Geheimverschwörungen und Orgonstrahlen verantwortlich :o)
PS: Muss so ähnlich sein wie bei den Gaspreisen...
der liter kostet 1€
davon 60% steuern
(ich weiss, dass das vereinfacht ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Energiesteuergesetz_(Deutschland) )
also 40cent für die "benzinfirma" (für rohöl + verarbeitung + marketing + gewinn)
nehmen wir mal an rohöl macht den grössten teil aus, also 35cent
minus 50% rohölpreis --> statt 35cent nunmehr 17,5 cent
preis für den liter ktaftstoff fällt um 17,5 cent (sowie anteilig MWSt; mineralölsteuer ist unabhängig vom nettopreis).
also kann der spritpreis gar nicht um 50% sinken wenn der rohöl preis um 50% sinkt.
Ein Absinken um +/- 20% ist durchaus realistisch.
der liter kostet 1€
davon 60% steuern
(ich weiss, dass das vereinfacht ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Energiesteuergesetz_(Deutschland) )
also 40cent für die "benzinfirma" (für rohöl + verarbeitung + marketing + gewinn)
nehmen wir mal an rohöl macht den grössten teil aus, also 35cent
minus 50% rohölpreis --> statt 35cent nunmehr 17,5 cent
preis für den liter ktaftstoff fällt um 17,5 cent (sowie anteilig MWSt; mineralölsteuer ist unabhängig vom nettopreis).
also kann der spritpreis gar nicht um 50% sinken wenn der rohöl preis um 50% sinkt.
Ein Absinken um +/- 20% ist durchaus realistisch.
Ich will jetzt nicht behaupten, es gebe keine Gewinnmitnahme-Effekte seitens der Raffinerien, aber die Rechnung Rohöl -50% ergibt Kraftstoff -50% wäre doch reichlich naiv. Ohne die Kalkulation der Ölmultis nachvollziehen zu können, kommen neben den Kosten für das Öl Kosten für den Betrieb der Anlagen, Mitarbeiterkosten, Abschriebungen, Transport- und Vertriebskosten, ...
Ob (und wie weit) sich die Kraftstoffanbieter absprechen, kann ich leider auch nicht beurteilen.
der liter kostet 1€
davon 60% steuern
(ich weiss, dass das vereinfacht ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Energiesteuergesetz_(Deutschland) )
also 40cent für die "benzinfirma" (für rohöl + verarbeitung + marketing + gewinn)
nehmen wir mal an rohöl macht den grössten teil aus, also 35cent
minus 50% rohölpreis --> statt 35cent nunmehr 17,5 cent
preis für den liter ktaftstoff fällt um 17,5 cent (sowie anteilig MWSt; mineralölsteuer ist unabhängig vom nettopreis).
also kann der spritpreis gar nicht um 50% sinken wenn der rohöl preis um 50% sinkt.
Ein Absinken um +/- 20% ist durchaus realistisch.
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