Schneller – aber auch tiefer?
Es sagt sich so leicht. »Wir stecken in der schlimmsten Weltwirtschaftskrise seit den dreißiger Jahren«, kann man in diesen Tagen von vielen Ökonomen und Politikern hören. Es stimmt auch. Zumindest in einem wichtigen Sinne: So schnell und an so vielen Orten der Welt zugleich ist es seit knapp 80 Jahren nicht mehr mit der Wirtschaft bergab gegangen.
Aber jetzt mal langsam! 1929 erlebte die Wall Street den größten Börsencrash aller Zeiten. Zwischen 1929 und 1932 fiel in den USA das jährliche Sozialprodukt um mehr als ein Drittel, die Arbeitslosigkeit schnellte auf 25 Prozent hoch, die Große Depression brach herein.
- Datum 27.04.2009 - 16:21 Uhr
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Ein interessanter Artikel... Trotzdem sehe ich hier noch Notwendigkeit, einiges zu ergänzen und wichtige Schlussfolgerungen zu ziehen.
So wäre zu ergänzen, dass man sich bis etwa 1933 außer Stande sah, an die eigentlichen Probleme des Wirtschaftssystems heran zu gehen. Selbst in den USA bedurfte es eines sehr autoritären Regierungsstils, mit dem Franklin D. Roosevelt die Widerstände gegen seinen 'New Deal' brach. In Deutschland sahen sich die damaligen 'Eliten' - allen voran Industrielle und Aristokraten, die sich nur mit Hilfe des autoritär regierenden Hindenburg im Sattel halten konnten - gezwungen, Hitler als Machthaber zu installieren, da er gegenüber einer drohenden Machtübernahme durch die von Moskau abhängigen KPD unter Ernst Thälmann und Walter Ulbricht als das kleinere Übel angesehen wurde, denn Hitler versprach Kontinuität.
Ein fataler Fehler, den man erst beim sogenannten Röhm-Putsch bemerkte, als die Nazis nicht nur den marxistischen Flügel der NSDAP erledigte, sondern die alte national-konservative Elite der Kaisertreuen um General von Schleicher gleich mit. Kaiser wilhelm II. hatte zu diesem Zeitpunkt die wohl größte und beste Entscheidung seines Lebens getroffen, als er sich angwidert von den braunen Horden und denjenigen, die sie installiert hatten, abwandte und eine Rückkehr auf den Thron ausschloß.
Nicht nur die deutsche Aristokratie, die von einer Rückkehr der Monarchie träumte, sondern auch Industrielle im In- und Ausland - darunter v.a. die Familie Bush - hatten sehr viel Geld investiert, damit alles so blieb, wie es war. Man wollte an den Börsen weiter zocken und Geld zu Lasten anderer scheffeln. Im Sommer 1945 hatte man dann das Ergebnis: zig Millionen von Toten, Europa und der Pazifikraum waren nur noch ein rauchender Trümmerhaufen und in weiten Teilen davon stand die verhasste sowjetische Armee und der verhasste US-Präsident Roosevelt stand im Westen als strahlender Sieger da. Roosevelt und seine Nachfolger Truman, Eisenhower, Kennedy und - mit Abstrichen auch Johnson - standen danach im Westen wirtschaftspolitisch für Vollbeschäftigung und Wohlstand - ebenso, wie Nikita S. Chrustschow in der UdSSR.
Was wir aus der Geschichte lernen können - so denn überhaupt irgendjemand dazu bereit ist - ist, dass ein zügelloser Kapitalismus extrem krisenanfällig ist. Globale Waren- und Geldströme funktionieren nur dann, wenn die Verkehrswege funktionieren. Kapitalismus funktioniert auch nur dann, so lange man sicherstellen kann, dass Raffkes und Gierheinis, denen es einzig und allein um das egoistische Fortkommen geht, rechtzeitig erkannt, überführt und aus dem Verkehr gezogen werden können. Davon ist man jedoch in Zeiten neokonservativer Ideologie, in der man auf soziale Schließung statt demokratischer Öffnung setzt, in der Gewalt, Folter, illegale Gefängnisse, verdachtsunabhängige Überwachung und auf arbeitnehmerfeindliche Kommandowirtschaft gesetzt wird, weiter entfernt denn je.
Demokratie - so heisst es oft - tauge nichts in der Wirtschaft; sie wäre etwas für Weicheier. Ich möchte an dieser Stelle die These aufstellen, dass eine Demokratisierung der Konzerne durchaus dafür gesorgt hätte, diese Krise zu verhindern. Viele konzerne und Institutionen sind in den vergangenen 20 Jahren seit dem Mauerfall zu Investmentbanken verkommen. Der eigentliche Grund ihres Bestehens, nämlich die Produktion von Gütern hat man schon lange aus den Augen verloren. Beispielhaft ist dies an den sogenannten Eliteuniversität, wie z.B. Harvard oder Yale zu beobachten, wo man Gelder im ganz großen Stil an den Börsen verzockte, statt sie in die Ausbildung der Studenten zu investieren. So etwas muss ein Ende haben.
Nun wird gerne gefordert, Konzerne und Banken müssten stärker staatlicherseits kontrolliert werden - also von oben. Ich behaupte an dieser Stelle, dass eine solche Kontrolle 'von oben' gar nichts bringen wird. Wer soll sie kontrollieren - und wer kontrolliert die Kontrollierenden? Etwa irgendwelche demokratisch nicht legitimierten UN-Gremien? Oder die EU-Kommission? Oder Etwa irgendwelche wirtschaftsnahen Politiker? Nicht nur mir liegen post-politische "Karrieren", wie die der Ex-Minister Matthias Wissmann, Werner Müller, Wolfgang Clement, oder der des Altkanzlers Gerhard Schröder quer im Magen. Nein, auch so tugendreiche Altminister, wie Otto Graf Lambsdorff, Manfred Kanther usw., die während ihrer Amtszeit als Straftäter im Sinne der politischen Landschaftspflege in Erscheinung traten, liegen mir quer im Magen, genauso, wie der Altkanzler Helmut Kohl...
Nein, mit staatlicher Kontrolle ist es hier nicht getan. Was wir brauchen, ist eine wirklich demokratische Kontrolle und Verfasstheit der Konzerne und Banken. Wir brauchen nicht mehr Staat, nein, wir brauchen mehr Demokratie! Und genau diese entscheidungsbindende Demokratie - ich meine hier nicht das Alle-Vier-bis-Fünf-Jahre-An-die-Urne-gehen-dürfen, sondern echte Basisdemokratie - muss von der Exekutive als Diktatur aufgefasst werden.
Denn als Vorbilder für einen neuen Kapitalismus taugen Traumländer des Casino-Kapitalismus, wie Kolumbien oder Saudi-Arabien herzlich wenig.
Ach, das Usland!
Jetzt liefert es auf schönen Hochglanzgrafiken die Erklärung für das quasi aus heiterem Himmel über die Welt hereingebrochene Desaster. Nein, nein, wie überraschend!
Und Herr Fischermann spricht die verbindenden Texte. Und versteigt sich in seinem Weltenentwurf bis hin zu der These, dass auch der Hitler ... nun, wir wissen schon.
Warum eigentlich niemand begreift, dass immanente Teile der Usland-Variante des Kapitalismus sowohl das Parasitieren in fremden Volkswirtschaften als auch als letzte Konsequenz der Krieg zur Eroberung von Ressourcen oder Beseitigung von Konkurrenten ist!
Dabei ist noch nicht einmal die seit 1919 bis heute betriebene Ausbeutung der deutschen Volkswirtschaft der Kracher. Der imposanteste Vollzug dieser kalt lächelnden Fressgier ist die Behandlung des mit dem Usland eigentlich vormals verbündeten (heute abhängigen) England. Lend and lease. Churchill 1945 bis auf die Unterhosen alles verspielt.
Die momentane Krise trifft kerngesunde Wirtschaften außerhalb des Us- und Englandes. Die Fischermänner dieser Welt bemühen sich jedoch, eine globale Krise um jeden Preis herbeizureden. Weil nur dadurch sich das Elend im Usland leidlich relativieren lässt. Und die kapitalistische Fressgier nicht völlig zusammenbricht.
Wie es scheint, erholen sich die Mitspieler im weiten Weltenrund aber rascher als gedacht von ihrem Schrecken. ("V-Krise").
Aber wie geht's weiter? Die immensen manipulierten Kapitalströme ins Usland wird es - jedenfalls in den bisherigen Größenordnungen - so schnell nicht mehr geben.
Wenn da nicht Fischermann und andere Freunde beistehen, und den katastrophalen Ruf als Investmentplätze wieder aufbessern, werden sich Us- und Engeland demnächst ihre Rohstoffimporte nicht mehr leisten können.
Dann gibt's in Holliwald nur mehr mit Talglichtern circenses.
Hat man schon wieder vergessen, wie US-Finanzminister Paulson im Herbst Frau Merkel anriet, auch für Deutschland Konjunkturpakete vorzubereiten, und wie sie ihm barsch erwiderte, bei uns sei das nicht nötig. Es gäbe ja keine Probleme. Hat man schon wieder vergessen, wie Frau Merkel erst kürzlich vor der Londoner G20-Konferenz schon im vorhinein erklärte, sie werde sich allem widersetzen, was man dort beschließen würde. Obama versuchte dann trotzdem umsonst, ihr klarzumachen, dass ihre "kleinen Schritte" nicht ausreichen, um den Absturz aufzuhalten. Massive Probleme erfordern massive Maßnahmen.
Während die großen Wirtschaftsländer Japan, China und USA heute nach massiven Konjunkturunterstützungen bereits Licht am Ende des Tunnels erkennen, geht es in jenen Ländern noch rasanter bergab, in denen kleine Schritte nur geringe Resultate erzielten.
Die Krise von 1929 hatte ganz andere Gründe, die bereits schon 1919 angelegt wurden.
Jeglicher Vergleich ist unsinnig, weil außerdem damals ganz andere Bedingungen herrschten. Das fängt schon mit der Goldwährung und mit festen Wechselkursen an. Also was soll das Ganze?
Erfrischend!
Nach 1919 fand auf den Rücken der schuftenden Massen ein schamloses Geschachere um die Kriegsgewinne des Uslandes statt. Ebenso wie nach 1945 trieben die, stets hehre Worte von Demokratie, Frieden und Völkerbund auf den Lippen, die Kriegsschulden ein.
1923 brachte das Deutsche Reich erst einmal unter der Last der Reparationen das Kunststück fertig, an einem Nachmittag seine kompletten über die inländischen Anleihen laufenden Kriegsschulden zu tilgen. Das hat man sich so vorzustellen, dass ein Ministerialrat mit einem Geldschein im Gegenwert einer Bockwurst zur Zentralbank lief, sich die Einzahlung quittieren ließ und wegen der mittlerweilen fortgaloppierenden Inflation mit einem Schubkarren voller Wechselgeld an der nächsten Eckkneipe schnell noch ein Bier kaufte.
Das Usland rotierte, weil jeder Bankrott für den Gläubiger eine Katastrophe darstellt. Das Mordsgeschäft mit dem 1. Weltkrieg drohte schief zu gehen. Also pumpte man aus dem Usland Kredite aus dem maßlos überbewertenden Dollarraum in das darbende Europa und besoff sich schier an den folgenden aberwitzigen Renditen. Das ging einige Jahre rauschhaft gut. Nahm eine Schwindel erregende Dynamik an. Die Mauerstraße glühte vor Glück. Bis irgendwann dort mal einer nach unten guckte und gewahr wurde, dass das ganze System inzwischen völlig in der Luft hing. So wie heute.
Sogleich versuchte ein jeder, seine Luftbuchungen wieder auf den Boden zu bringen. Jeder. Was nach den Marktgesetzen bedeutete, dass die Preise ins Bodenlose fielen.
Alles was die beiden Krisen miteinander zu tun haben, ist der Umstand, dass Spekulanten im Usland in Panik versuchen, alle auf einmal nicht die Letzten in einem globalen Schneeballsystem zu sein.
Bloß die Umstände sind inzwischen umgekehrt. Der ehemalige Großgläubiger und zwei- bis mehrmalige Megakriegsgewinnler ist auf eine bisher nie dagewesene Weise pleite. Druckt aber im Vertrauen auf die Blödheit der Vasallen munter Billion um Billion Taler. Ungedeckt im konventionellen Sinn, selbstverständlich. Stopft Löcher mit Löchern.
Und niemand scheint die völlig neue Ausgangslage zu begreifen. Noch immer orientieren sich die Weltbörsen an den Luftnummern der Mauerstraße. Noch immer gibt es gegenüber dem Dollar Wechselkurse unter 1 Milliarde Dollar für eine Lira.
Was lernen wir? Wahr ist, was morgen in der Zeitung steht. Und wer das bestimmen kann, ist offenbar in der Lage, selbst ausgefuchste Wirtschaftler dazu zu bewegen, einzig und allein im Vertrauen auf den nächsten Tag weiter in einem völlig ruinierten System mitzuspielen.
Die Ursachen beider Krisen mögen unterschiedlich sein (so unterschiedlich sind sie garnicht), ihre Folgen sind ziemlich ähnlich. Schon bald wird man das Ausmaß der jetzigen Krise nur noch mit der Großen Depression vergleichen können. Arbeitslosigkeit, Einkommensverluste und auch humanes Leiden in Phasen der Wirtschaftskrise haben sich von 1930 bis heute kaum verändert. Und daher ist es keine Schwarzmalerei, an diese Großkrise zu erinnern, und was aus ihr folgte: Problemlösung (in den USA), politische Destabilisierung (in Europa) und letztlich auch ein Krieg. Man ist so zumindest gewarnt.
Erfrischend!
Nach 1919 fand auf den Rücken der schuftenden Massen ein schamloses Geschachere um die Kriegsgewinne des Uslandes statt. Ebenso wie nach 1945 trieben die, stets hehre Worte von Demokratie, Frieden und Völkerbund auf den Lippen, die Kriegsschulden ein.
1923 brachte das Deutsche Reich erst einmal unter der Last der Reparationen das Kunststück fertig, an einem Nachmittag seine kompletten über die inländischen Anleihen laufenden Kriegsschulden zu tilgen. Das hat man sich so vorzustellen, dass ein Ministerialrat mit einem Geldschein im Gegenwert einer Bockwurst zur Zentralbank lief, sich die Einzahlung quittieren ließ und wegen der mittlerweilen fortgaloppierenden Inflation mit einem Schubkarren voller Wechselgeld an der nächsten Eckkneipe schnell noch ein Bier kaufte.
Das Usland rotierte, weil jeder Bankrott für den Gläubiger eine Katastrophe darstellt. Das Mordsgeschäft mit dem 1. Weltkrieg drohte schief zu gehen. Also pumpte man aus dem Usland Kredite aus dem maßlos überbewertenden Dollarraum in das darbende Europa und besoff sich schier an den folgenden aberwitzigen Renditen. Das ging einige Jahre rauschhaft gut. Nahm eine Schwindel erregende Dynamik an. Die Mauerstraße glühte vor Glück. Bis irgendwann dort mal einer nach unten guckte und gewahr wurde, dass das ganze System inzwischen völlig in der Luft hing. So wie heute.
Sogleich versuchte ein jeder, seine Luftbuchungen wieder auf den Boden zu bringen. Jeder. Was nach den Marktgesetzen bedeutete, dass die Preise ins Bodenlose fielen.
Alles was die beiden Krisen miteinander zu tun haben, ist der Umstand, dass Spekulanten im Usland in Panik versuchen, alle auf einmal nicht die Letzten in einem globalen Schneeballsystem zu sein.
Bloß die Umstände sind inzwischen umgekehrt. Der ehemalige Großgläubiger und zwei- bis mehrmalige Megakriegsgewinnler ist auf eine bisher nie dagewesene Weise pleite. Druckt aber im Vertrauen auf die Blödheit der Vasallen munter Billion um Billion Taler. Ungedeckt im konventionellen Sinn, selbstverständlich. Stopft Löcher mit Löchern.
Und niemand scheint die völlig neue Ausgangslage zu begreifen. Noch immer orientieren sich die Weltbörsen an den Luftnummern der Mauerstraße. Noch immer gibt es gegenüber dem Dollar Wechselkurse unter 1 Milliarde Dollar für eine Lira.
Was lernen wir? Wahr ist, was morgen in der Zeitung steht. Und wer das bestimmen kann, ist offenbar in der Lage, selbst ausgefuchste Wirtschaftler dazu zu bewegen, einzig und allein im Vertrauen auf den nächsten Tag weiter in einem völlig ruinierten System mitzuspielen.
Die Ursachen beider Krisen mögen unterschiedlich sein (so unterschiedlich sind sie garnicht), ihre Folgen sind ziemlich ähnlich. Schon bald wird man das Ausmaß der jetzigen Krise nur noch mit der Großen Depression vergleichen können. Arbeitslosigkeit, Einkommensverluste und auch humanes Leiden in Phasen der Wirtschaftskrise haben sich von 1930 bis heute kaum verändert. Und daher ist es keine Schwarzmalerei, an diese Großkrise zu erinnern, und was aus ihr folgte: Problemlösung (in den USA), politische Destabilisierung (in Europa) und letztlich auch ein Krieg. Man ist so zumindest gewarnt.
schaut hier -> ... da sieht man , dass die entwicklung augenblicklich die krise von 29 laengst ueberholt hat. diekrise damals entszßtand ueberigens aus den gleichen gruenden wie jetzt . das finanzsystem scheitert immer an den gleichen schwaechen und wird trotzdem nicht geaendert. komisch und aber auffaellig. das deutet darauf hin , dass es fuer eienige gar nicht so schlecht laeuft , wenn die krise dann wieder kommt. die schuldigen wurden damals in den USA zumindet dingfest gemacht und sassen ihre strafen im gefaengniss ab. wusten sie das? ... wird heute gerene verschwiegen.
Weil Sie immer kritisieren, wenn im Detail argumentiert wird: Beschreiben Sie doch mal, warum Sie genau glauben, dass sich die Große Depression wiederholt oder gar übertroffen wird. Was spricht dafür, was dagegen? Nur die vorhandenen Tendenzen und Grafiken in die Zukunft fortzuschreiben, ist ein bisschen wenig. Man muss schon begründen, warum denn die staatlichen Maßnahmen nicht greifen oder zu wenig sind.
Weil Sie immer kritisieren, wenn im Detail argumentiert wird: Beschreiben Sie doch mal, warum Sie genau glauben, dass sich die Große Depression wiederholt oder gar übertroffen wird. Was spricht dafür, was dagegen? Nur die vorhandenen Tendenzen und Grafiken in die Zukunft fortzuschreiben, ist ein bisschen wenig. Man muss schon begründen, warum denn die staatlichen Maßnahmen nicht greifen oder zu wenig sind.
Erfrischend!
Nach 1919 fand auf den Rücken der schuftenden Massen ein schamloses Geschachere um die Kriegsgewinne des Uslandes statt. Ebenso wie nach 1945 trieben die, stets hehre Worte von Demokratie, Frieden und Völkerbund auf den Lippen, die Kriegsschulden ein.
1923 brachte das Deutsche Reich erst einmal unter der Last der Reparationen das Kunststück fertig, an einem Nachmittag seine kompletten über die inländischen Anleihen laufenden Kriegsschulden zu tilgen. Das hat man sich so vorzustellen, dass ein Ministerialrat mit einem Geldschein im Gegenwert einer Bockwurst zur Zentralbank lief, sich die Einzahlung quittieren ließ und wegen der mittlerweilen fortgaloppierenden Inflation mit einem Schubkarren voller Wechselgeld an der nächsten Eckkneipe schnell noch ein Bier kaufte.
Das Usland rotierte, weil jeder Bankrott für den Gläubiger eine Katastrophe darstellt. Das Mordsgeschäft mit dem 1. Weltkrieg drohte schief zu gehen. Also pumpte man aus dem Usland Kredite aus dem maßlos überbewertenden Dollarraum in das darbende Europa und besoff sich schier an den folgenden aberwitzigen Renditen. Das ging einige Jahre rauschhaft gut. Nahm eine Schwindel erregende Dynamik an. Die Mauerstraße glühte vor Glück. Bis irgendwann dort mal einer nach unten guckte und gewahr wurde, dass das ganze System inzwischen völlig in der Luft hing. So wie heute.
Sogleich versuchte ein jeder, seine Luftbuchungen wieder auf den Boden zu bringen. Jeder. Was nach den Marktgesetzen bedeutete, dass die Preise ins Bodenlose fielen.
Alles was die beiden Krisen miteinander zu tun haben, ist der Umstand, dass Spekulanten im Usland in Panik versuchen, alle auf einmal nicht die Letzten in einem globalen Schneeballsystem zu sein.
Bloß die Umstände sind inzwischen umgekehrt. Der ehemalige Großgläubiger und zwei- bis mehrmalige Megakriegsgewinnler ist auf eine bisher nie dagewesene Weise pleite. Druckt aber im Vertrauen auf die Blödheit der Vasallen munter Billion um Billion Taler. Ungedeckt im konventionellen Sinn, selbstverständlich. Stopft Löcher mit Löchern.
Und niemand scheint die völlig neue Ausgangslage zu begreifen. Noch immer orientieren sich die Weltbörsen an den Luftnummern der Mauerstraße. Noch immer gibt es gegenüber dem Dollar Wechselkurse unter 1 Milliarde Dollar für eine Lira.
Was lernen wir? Wahr ist, was morgen in der Zeitung steht. Und wer das bestimmen kann, ist offenbar in der Lage, selbst ausgefuchste Wirtschaftler dazu zu bewegen, einzig und allein im Vertrauen auf den nächsten Tag weiter in einem völlig ruinierten System mitzuspielen.
unterliegen der Gier, die Vernunft und Verstand
ausser Betrieb setzt.
Richtig?
unterliegen der Gier, die Vernunft und Verstand
ausser Betrieb setzt.
Richtig?
Ob große Staatsdefizite wirklich ein gutes Zeichen für die weitere Entwicklung der Wirtschaftskrise sind, wage ich zu bezweifeln. Sofern sie tatsächlich auf effektive Konjunkturprogramme zurückzuführen sind, ist das richtig. Wenn sie aber schlicht und einfach an der Schwere der Rezession liegen, sieht das anders aus – im Gegenteil zwingen sie dann nämlich die Staaten über kurz oder lang zu restriktiven Maßnahmen. Und wenn manch ein Land gar kein Kojunkturprogramm auflegt, hat es am Ende nicht weniger, sondern mehr Schulden.
Dieses Dilemma kann nur durch Gelddrucken, also eine Finanzierung der öffentlichen Haushalte über die Notenbanken, gelöst werden. Dazu stehen außer den USA und Großbritannien viele Länder nicht bereit und können es garnicht. Zahlreiche Entwicklungsländer sind nämlich vollständig vom ausländischen Kapitalmarkt abhängig, und in Europa gibt es ein Verbot der öffentlichen Finanzierung durch die EZB.
Außerdem ist die Tatsache, dass alle Staaten nun gegen die Rezession halten, nur von Relevanz, wenn die derzeitige Krise von ihrem Ursprung her gleich tief ist wie die Anfang der 1930er-Jahre. Das kann aber bezweifelt werden, denn erstens die Welt heute aufgrund der größeren Verflechtung krisenanfälliger als früher und zweitens haben wir es mit einer Vielzahl gleichzeitiger Krisen zu tun: globale Ungleichgewichte, angeschlagene Finanzmärkte, normale Rezession, drastische Veränderung der Rohstoffpreise.
Viel hängt jetzt vom Verhalten des Staates und der Unternehmen ab. Wird es keine neuen Konjunkturprogramme geben und wird es zu einer Lohndeflation kommen? Kommt es zu einer Dollarkrise oder zieht China seine Währungsreserven aus den USA zurück? Dann, so ist zu befürchten, könnte der Einbruch so tief werden wie 1930/31/32.
"Viel hängt jetzt vom Verhalten des Staates und der Unternehmen ab" ist mal wieder eine ihrer universalen wahrheiten - die auch schon auf krisenlose zeiten schoen zutreffen. also da muessen sie dann noch mal nachbesseern , damit auch eine ausage dabei herauskommt.
und dann die chinesen - haben sie auch ne antwort auf die frage wie die ihre "waehrungsreserven" aus den usa rausziehen koennten? ich denke eher die werden zwar als etappensieger in die geschichte eingehen, aber letztendlich wie alle anderen mit abschmieren, denn wo es kein mehl gibt wird kein brot gebacken.
"Viel hängt jetzt vom Verhalten des Staates und der Unternehmen ab" ist mal wieder eine ihrer universalen wahrheiten - die auch schon auf krisenlose zeiten schoen zutreffen. also da muessen sie dann noch mal nachbesseern , damit auch eine ausage dabei herauskommt.
und dann die chinesen - haben sie auch ne antwort auf die frage wie die ihre "waehrungsreserven" aus den usa rausziehen koennten? ich denke eher die werden zwar als etappensieger in die geschichte eingehen, aber letztendlich wie alle anderen mit abschmieren, denn wo es kein mehl gibt wird kein brot gebacken.
und das wird zusammenbrechen, wenn weiterhin der gleiche Weg fortgeführt wird, der in den obersten Etagen der Finanzcentralen der Welt aufgedrückt wird.
Im Grunde hat sich nichts geändert, alle berufen sich auf die Krise, bluten ihre Länder aus und das Kapita aber hält weiterhin die Macht in ihren schmutzig gewordenen Händen.
Nun wird jeden Tag, jede Woche Jeden Monat der Dreck nach vorne geschoben, irgendwann ist der Haufen aber so groß, dann geht nichts mehr mit schieben.
Herzlichst
Orpheus
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