L'Aquila Berlusconi-Vergleich empört Erdbeben-Opfer
Italiens Premier hat die Zeltlager im Bebengebiet mit einem "Camping-Wochenende" verglichen. In L'Aquila sind noch mehr Tote geborgen worden – und eine Überlebende

© Filippo Monteforte/AFP/Getty Images
Auf der Suche nach Überlebenden in L'Aquila
Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben in den Abruzzen ist die Zahl der Toten auf 260 gestiegen, wie der italienische Zivilschutz in L'Aquila mitteilte. Die Helfer gehen davon aus, dass die Opferzahl noch weiter steigen wird. 1500 Statiker und Techniker rückten in der Stadt an, um tausende zerstörte Häuser zu inspizieren. 17.000 Obdachlose leben derzeit in Zelten, 3000 in Hotels an der Adria. Diesen empfahl Ministerpräsident Silvio Berlusconi, sich eine "Auszeit" an der Küste auf Staatskosten zu nehmen.
Den in Zelten untergebrachten Erdbebenopfern empfahl der für umstrittene Äußerungen bekannte Regierungschef, die Situation als "Camping-Wochenende" zu betrachten. Es fehle an nichts, es gebe Medikamente, warmes Essen und Decken für nachts.
Knapp drei Tage nach dem verheerenden Erdbeben in und um die Stadt L'Aquila waren mehr als 5000 Helfer im Einsatz, um Tote zu bergen und weiter nach Überlebenden zu suchen.
Am Dienstagabend hatten die Helfer noch einmal Erfolg gehabt. 42 Stunden nach der Katastrophe gruben sie in L'Aquila eine 20 Jahre alte Studentin aus den Trümmern. Sie hatte in einem Hohlraum eines eingestürzten Hauses überlebt. Ihr Gesundheitszustand wurde von der italienischen Nachrichtenagentur ANSA als gut bezeichnet.
- Datum 09.04.2009 - 06:29 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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