Fussballer als Verleger "Besser eine Zeitung kaufen als eine Yacht"Seite 2/2
Die Wochenzeitschrift Fußball Hamburg , die der 34-jährige Zweitligaprofi Thomas Meggle verlegt, hatte keine derartigen Kinderkrankheiten zu überstehen. Hier findet man jeden Montag ordentlich recherchierte Hintergrundgeschichten über die finanziellen Schwierigkeiten der höherklassigen Amateurklubs, ambitionierte Aufbereitungen historischer Themen, aber auch bunte Storys, etwa über den ortsansässigen Fünftligakicker Danijel Peric, der neulich bundesweit bekannt wurde, als er bei Wetten, dass ... Autos über seinen Bauch fahren ließ.
Die Idee entstand eher zufällig vor zwei Jahren bei einem der regelmäßigen München-Aufenthalte des gebürtigen Bayern Meggle. Dass er ins alte Papiermedium investiert, hängt auch mit Meggles Mediennutzung zusammen. "Ich finde es schön, dass es das Internet gibt, kenne mich dem Thema aber überhaupt nicht aus, ich bin noch der typische Zeitungsleser", sagt er.
Die Fragen, mit denen sich Meggle neben seinem Hauptberuf beschäftigt, lauten derzeit: Sollte nicht ein bisschen mehr über die beiden örtlichen Profiklubs ins Blatt? Wie viele Leser gewinnt man durch die Berichterstattung über Kneipenfußball? Meggle kann sich vorstellen, nach seiner Karriere in der Printbranche weiterzumachen.
Der Mann, der den Mikrotrend des kickenden Verlegers einleitete, ist wesentlich vermögender als But und Meggle. Cristiano Lucarelli gründete im September 2007 den Corriere di Livorno , eine Lokalzeitung für die toskanische Hafenstadt Livorno. Für den örtlichen Klub AS spielte Lucarelli von 2003 bis 2007. Mittlerweile stürmt er, nach einem Zwischenstopp bei Schachtar Donezk, für Parma – und trug wesentlich dazu bei, dass dem Klub der Aufstieg in die Serie A gelang.
In Livorno, in der heute 160.000 Einwohner leben, gründete sich 1921 die Kommunistische Partei Italiens. Lucarelli bezeichnet sich als "Kommunist von Geburt an". Oft hat er sich mit politisch aufgeladenen Torjubelgesten Ärger eingehandelt: Mal missfiel Funktionären und Politkern die erhobene Faust, mal das Konterfei von Che Guevara auf dem T-Shirt unter dem Trikot. Bei Lucarelli ist das Investment in die Medienbranche auch Ausdruck eines sozialen Gewissens. Er habe in Livorno Arbeitsplätze schaffen wollen, sagt er. Als sein Corriere auf den Markt kam, prägte Lucarelli das Bonmot, es sei "immer noch besser eine Zeitung zu kaufen als eine Yacht".
Mittlerweile, in Zeiten, in denen in den USA Zeitungen (und in Deutschland viele Zeitschriften) eingestellt werden, klingt so ein Satz fast heldenhaft.
- Datum 05.09.2009 - 17:49 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich persönlich bin der Meinung, dass es viel mehr auf die Inhalte ankommt. Deswegen so plump zu behaupten, die Lektüre wäre kein Vergnügen gewesen, weil das Buchlayout nicht der gänglichen Vorstellungen entspricht ist mir zu vorschnell. Ich persöhnlich habe die obengenannte Lektüre sehr genossen, sozusagen in einer Nacht verschlungen, die Geschichte ist dynamisch, lässt einem nicht mehr los, gewährt ungewöhnliche Einblicke in das Leben der "neuen Russen"
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