Deflationssignal Großhandelspreise brechen ein

Im März sind die Preise im deutschen Großhandel so stark gefallen wie seit 22 Jahren nicht mehr. Die Daten gelten als wichtiger Indikator für die Inflationsrate

Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, sanken die Preise um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das war der stärkste Rückgang seit Januar 1987 (-8,6 Prozent). Verantwortlich dafür war der Preisrutsch bei Energie und Nahrungsmitteln.

Benzin und weitere Mineralölerzeugnisse sowie feste Brennstoffe wie Kohle verbilligten sich um 21,4 Prozent. Getreide, Rohtabak, Saaten und Futtermittel kosteten 42,6 Prozent weniger. Milch, Milchprodukte, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette waren zehn Prozent günstiger zu haben.

Im Vergleich zum Vormonat sanken die Großhandelspreise um 0,9 Prozent. Das war bereits der achte Rückgang in Folge.

Die Preise im Großhandel gelten als Indikator für die künftige Inflationsentwicklung, weil der Einzelhandel und andere Abnehmer Preisänderungen teilweise an die Verbraucher weiterreichen.

Die Inflationsrate war im März mit 0,5 Prozent auf den tiefsten Stand seit rund zehn Jahren gefallen. Fachleute erwarten, dass die Preise in den kommenden Monaten sogar fallen werden.

 

 
Leser-Kommentare
    • Jasony
    • 15.04.2009 um 9:41 Uhr

    Infaltion oder Deflation?
    Da habt Ihr gerade nochmal die Kurve gekriegt.

    • lef
    • 15.04.2009 um 11:18 Uhr

    Da alle Produkte letztlich nur umgewandelte Rohstoffe sind,
    und da diese Umwandlung NUR mittels Einsatz von Energie stattfindet,
    ist der Endpreis jedes Produktes im Grunde nichts als die Summe aller aufgewandten Energie bzw. deren Preise.
    Auch "die Arbeit" (= der Mensch) ist ein solches Produkt, ist auch mittels Energie entstanden.

    Oder simpler:
    Sinkt der Energiepreis, sinken ALLE Preise.

    Da aber der Erdölpreis (als wichtigster Index) eine ungeheure Kapriole hinter sich hat (Steigerung in kurzer Zeit um 200 %!), dann aber wieder auf ein niedrigeres Niveau als vorher "abgestürzt" ist,
    ist ein Absinken der Warenpreise um wenige Prozent eher ein Warnzeichen:

    Wenn der Erdölpreis wieder "normales" Niveau erreicht (und ERST dann!) wird sich zeigen, ob die Summe aller Preise im Vergleich höher oder niedriger ist, sprich:
    Erst DANN kann das Ausmaß von Inflation errechnet werden.

    Und da sieht s überhaupt nicht gut aus für die, denen Inflation ihr Erspartes wegfrisst.

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