Sicherheit Hacker-Attacke auf US-Stromnetz

Cyberspione sind laut einem Zeitungsbericht in das US-Stromnetz eingedrungen. Wie Wasser- und Abwasserversorgung gilt es im Kriegsfall als ein potenzielles Ziel

Nach Informationen des Wall Street Journal haben die Angreifer in dem computergesteuerten System Programme hinterlassen, die dazu benutzt werden könnten, die Elektrizitätsversorgung im ganzen Land zu stören.

Wie die Zeitung unter Berufung auf US-Sicherheitsbehörden berichtet, vermuten diese, dass die Hacker von China, Russland und anderen Ländern aus versuchten, das US-Stromnetz zu navigieren. Sie hätten nicht versucht, die Infrastruktur zu beschädigen, könnten dies jedoch in einem Krisen- oder Kriegsfall tun. "Die Chinesen haben versucht, unsere Infrastruktur zu entschlüsseln", zitierte das Blatt einen hochrangigen Geheimdienstbeamten. "So auch die Russen."

Wie es weiter hieß, hat es Hacker-Angriffe auf das Stromnetz wiederholt in der Vergangenheit gegeben. Sie nähmen aber ständig zu. So seien im vergangenen Jahr "eine Menge" dieser Angriffe vorgekommen, sagte ein Mitarbeiter des Heimatschutz-Ministeriums. Demnach sind außer dem Stromnetz auch die Wasser- und Abwasserversorgung potenzielle Ziele.

Russland und China bestreiten nach Angaben der Zeitung, das Stromnetz gehackt zu haben. Ein Sprecher der russischen Botschaft in Washington nannte demnach die jüngsten Vorwürfe "reine Spekulationen". Russland habe mit Cyberattacken auf die Infrastruktur der USA nichts zu tun.

Ähnlich äußerte sich der Sprecher der chinesischen Botschaft: Die Regierung in Peking lehne "jede kriminelle Handlung" ab, die das Internet oder Computer-Netzwerke zerstöre.

Ende März hatten kanadische Forscher ein Spionagenetzwerk entdeckt, das Computer in aller Welt nutzt, um vorrangig die tibetische Exilregierung und den Dalai Lama zu belauschen. Das Munk Center for International Studies in Toronto gehe davon aus, dass mindestens 1295 Rechner in 103 Staaten infiltriert worden seien, hatte die New York Times berichtet. Zu dem gekaperten Netz gehörten Computer von Botschaften, Außenministerien, der Nato und des Dalai Lama. Die infizierten Rechner stünden unter anderem in Brüssel, London und New York. Wer dafür verantwortlich ist, blieb bislang unklar.

 
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